Galgenlieder

Song Cycle by Dieter Bäumle (1935 - 1981)

Word count: 806

1. Galgenberg [sung text not yet checked]

Blödem Volke unverständlich
treiben wir des Lebens Spiel.
Gerade das, was unabwendlich,
fruchtet unserm Spott als Ziel.

Magst es Kinder-Rache nennen
an des Daseins tiefem Ernst; -
wirst das Leben besser kennen,
wenn du uns verstehen lernst.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mont Gibet", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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2. Bundeslied der Galgenbrüder [sung text not yet checked]

O schauerliche Lebenswirrn,
wir hängen hier am roten Zwirn!
Die Unke unkt, die spinne spinnt,
und schiefe Scheitel kämmt der Wind.

O Greule, Greule, wüste Greule!
"Du bist verflucht!" so sagt die Eule.
Der Sterne Licht am Mond zerbricht.
Doch dich zerbrachs noch immer nicht.

O Greule, Greule, wüste Greule!
Hört ihr den Huf der Silbergäule?
Es schreit der Kauz: pardauz! pardauz!
da tauts, da grauts, da brauts, da blauts!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chant d'union des frères du gibet", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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3. Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid [sung text not yet checked]

Sophie, mein Henkersmädel,
komm, küsse mir den Schädel!
Zwar ist mein Mund
ein schwarzer Schlund -
doch du bist gut und edel!

Sophie, mein Henkersmädel,
komm, streichle mir den Schädel!
Zwar ist mein Haupt
des Haars beraubt -
doch du bist gut und edel!

Sophe, mein Henkersmädel,
komm, schau mir in den Schädel!
Die Augen zwar,
sie fraß der Aar -
doch du bist gut und edel!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson des frères du gibet à Sophie, la fille du bourreau", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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4. Das Gebet [sung text not yet checked]

Die Rehlein beten zur Nacht,
        hab acht!

        Halb neun!

        Halb zehn!

        Halb elf!

      Halb zwölf!

        Zwölf!

Die Rehlein beten zur Nacht,
       hab acht!
Sie falten die kleinen Zehlein,
      die Rehlein.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La prière", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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5. Lunovis [sung text not yet checked]

Lunovis in planitie stat
Cultrumque magn' expectitat.
   Lunovis.

Lunovis herba rapta it
In montes, unde cucurrit.
   Lunovis.

Lunovis habet somnium:
Se culmen rer' ess' omnium.
   Lunovis.

Lunovis mane mortuumst.
Sol ruber atque ips' albumst.
   Lunovis.

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6. Der Rabe Ralf [sung text not yet checked]

Der Rabe Ralf
   will will hu hu
dem niemand half
   still still du du
half sich allein
am Rabenstein
   will will still still
      hu hu

Die Nebelfrau
   will will hu hu
nimmts nicht genau
   still still du du
sie sagt nimm nimm
's ist nicht so schlimm
   will will still still
      hu hu

 Doch als ein Jahr
    will will hu hu
 vergangen war
    still still du du
 Da lag im Rot
 der Rabe tot
    will will still still
       du du

[In diesem Gedicht wird die Sozialdemokratie characterisiert
  beziehungsweise ihr Übergang von lasalleschen zu marxistischen Ideen.]1

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "The Raven Ralf", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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7. Das große Lalula [sung text not yet checked]

Kroklokwafzi? Semememi!
Seiokrontro - prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemi;
quasti basti bo ...
Lalu lalu lalu lalu la!

Hontraruru miromente
zasku zes rü rü?
Entepente, leiolente
klekwapufzi lü?
Lalu lalu lalu lalu la!

Simarar kos malzipempu
silzuzankunkrei (;)!
Marjomar dos: Quempu Lempu
Siri Suri Sei ( )!
Lalu lalu lalu lalu la!

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  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Suuri Lalula", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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8. Der Zwölf-Elf [sung text not yet checked]

Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.

Es lauscht der Teich mit offnem Mund.
Ganz leise heult der Schluchtenhund.

Die Dommel reckt sich auf im Rohr.
Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.

Der Schneck horcht auf in seinem Haus.
Desgleichen die Kartoffelmaus.

Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast
auf einem windgebrochnen Ast.

Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:
Das Mondschaf geht zum Hochgericht.

Die Galgenbrüder wehn im Wind.
Im fernen Dorfe schreit ein Kind.

Zwei Maulwurf küssen sich zur Stund
als Neuvermählte auf den Mund.

Hingegen tief im finstern Wald
ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:

Dieweil ein später Wanderstrumpf
sich nicht verlief in Teich und Sumpf.

Der Rabe Ralf ruft schaurig: "Kra!
Das End ist da! Das End ist da!"

Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:
Und wieder schläft das ganze Land. 

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9. Bim, Bam, Bum [sung text not yet checked]

Ein Glockenton fliegt durch die Nacht,
als hätt' er Vogelflügel,
er fliegt in römischer Kirchentracht
wohl über Tal und Hügel.

Er sucht die Glockentönin BIM,
die ihm vorausgeflogen;
d. h. die Sache ist sehr schlimm,
sie hat ihn nämlich betrogen.

"O komm" so ruft er, "komm, dein BAM
erwartet dich voll Schmerzen.
Komm wieder, BIM, geliebtes Lamm,
dein BAM liebt dich von Herzen!"

Doch BIM, dass ihr's nur alle wisst,
hat sich dem BUM ergeben;
der ist zwar auch ein guter Christ,
allein das ist es eben.

Der BAM fliegt weiter durch die Nacht
wohl über Wald und Lichtung.
Doch, ach, er fliegt umsonst! Das macht,
er fliegt in falscher Richtung. 

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10. Das Hemmed [sung text not yet checked]

Kennst du das einsame Hemmed?
  Flattertata, flattertata.

Der 's trug, ist baß verdämmet!
  Flattertata, flattertata.

Es knattert und rattert im Winde.
  Windurudei, windurudei.

Es weint wie ein kleines Kinde.
  Windurudei, windurudei.

Das ist das einsame
      Hemmed.

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11. Der Walfafisch [sung text not yet checked]

Das Wasser rinnt, das Wasser spinnt,
bis es die ganze Welt gewinnt.
            Das Dorf ersäuft,
            die Eule läuft,
und auf der Eiche sitzt ein Kind.

Dem Kind sind schon die Beinchen nass,
es ruft: das Wass, das Wass, das Wass!
            Der Walfisch weint
            und sagt, mir scheint,
es regnet ohne Unterlass.

Das Wasser rann mit zasch und zisch,
die Erde ward zum Wassertisch.
            Und Kind und Eul',
            o greul, o greul -
sie frissifraß der Walfafisch. 

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12. Der Lattenzaun [sung text not yet checked]

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.

Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da

und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.

Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum.

Ein Anblick grässlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri- od- Ameriko.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La clôture de lattes", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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