by Wilhelm Ritter von Hertz, Dr. (1835 - 1902)
Auf der Haide ist ein Platz
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
Auf der Haide ist ein Platz Wo im Mai mein schöner Schatz Einmal bei mir saß. Hinterm Busch die Amsel rief, Wilde Rosen hiengen tief In's bethaute Gras. Leise sprach er, und ich wand Einen Kranz mit scheuer Hand, Blickte bang zuthal. Aber näher neigt' er sich, Hob mein Haupt und küßte mich, Ach, zum ersten Mal! O wie war der Tag so licht! Und ich, Arme, wehrt' ihm nicht, Ließ es still geschehn. Doch den Kranz in trunk'nem Traum Hängt' ich in den Fliederbaum, Der uns zugesehn. Erste Lieb, du gehst vorbei, Schneller als ein Sturm im Mai, Bleibst kein treuer Gast: Ach, mein Schatz ist lange fort, Und mein Kränzlein hängt verdorrt An dem grünen Ast.
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Ein Münchner Dichterbuch, Herausgegeben von Emanuel Geibel, Stuttgart: Verlag von A. Kröner, 1862, pages 152-153.
Text Authorship:
- by Wilhelm Ritter von Hertz, Dr. (1835 - 1902), "Der welke Kranz" [author's text checked 2 times against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 24
Word count: 128