Wonne und Weh in Wort und Weise. Liederreihe aus Dichtungen verschiedener Dichter, für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Friedrich August Naubert (1839 - 1897)

Word count: 1545

1. Nun gebt' mir meinen Wanderstab [sung text not yet checked]

Nun gebt mir meinen Wanderstab
nun will ich wieder wandern
mit frischem Mut, bergauf, bergan
von einem Strom zum andern!
Die letzte bange Träne fällt
in diesen lichten Tagen -
O grüner Wald, o grüne Welt
helft mir die Wonne tragen!

Ade, du stilles Kämmerlein
mit deinem Gram und Leiden!
Willkommen warmer Sonnenschein
mit deiner Lust und Freuden!
Die erste Freudenträne fällt
in diesen lichten Tagen -
O grüner Wald, o grüne Welt
helft mir die Wonne tragen!

Es streut der junge Frühlingstag
das Grün aus vollen Händen;
wohin ich immer ziehen mag
es blüht an allen Enden.
Aufs Wandern ist mein Sinn gestellt
seit langen langen Tagen -
O grüner Wald, o grüne Welt
helft mir die Wonne tragen!

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2. Im Walde lockt der wilde Tauber [sung text not yet checked]

Im Walde lockt der wilde Tauber,
Am stillen See der Weißdorn blüht,
Da kommt der alte Frühlingszauber
Gewaltig über mein Gemüt.

Mir ist, als sollt' ich Flügel dehnen
Ins klarvertiefte Blau dahin;
Mein Auge schwillt von heißen Tränen,
Und doch in Freuden steht mein Sinn.

Geheimnisvolle Glut ergreift mich
Bei tiefer Nacht oft wunderbar,
Und wie mit süßer Ahnung streift mich
Im Traum ein flatternd Lockenhaar.

Und morgens dann in roter Frühe
Erwacht mein Herz so reich und froh,
Als wüßt' es, daß sein Glück schon blühe,
Und müßte nur noch raten, wo?

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3. In die Ferne geht mein Sehnen [sung text not yet checked]

In [die]1 Ferne geht mein Sehnen,
Zu den Wolken dringt mein Blick,
Aus dem Auge rinnen Thränen,
Um das längst vergangne Glück.

Lüfte, die ihr in den Bäumen
Leise flüsternd, weiter eilt.
Wißt ihr wohl von jenen Räumen,
Wo die Allerschönste weilt?

Weiden weinen an den Bächen,
Quellen an der Felsenwand;
Klagend scheinen sie zu sprechen
Von dem wunderbaren Land.

Doch mein Leid, wer kann es theilen?
Luft und Welle darf entflieh'n,
Ueber Erd' und Himmel eilen;
Ich nur langsam weiterzieh'n.

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1 in some editions, "der"

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4. Sehnsucht [sung text not yet checked]

Ich blick' in mein Herz und ich blick' in die Welt,
Bis [vom Auge die brennende]1 Träne mir fällt,
Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht,
Doch hält mich der Nord, ich erreiche sie nicht.
O die Schranken so eng, und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit!

Ich weiß ein Land, wo aus sonnigem Grün,
Um versunkene Tempel die Trauben glühn,
Wo die purpurne Woge das Ufer beschäumt,
Und von kommenden Sängern der Lorbeer träumt.
Fern lockt es und winkt dem verlangenden Sinn,
Und ich kann nicht hin!

O hätt' ich Flügel, durch's Blau der Luft
Wie wollt' ich baden im Sonnenduft!
Doch umsonst! Und Stunde auf [Stund']2 entflieht --
Vertraure die Jugend, begrabe das Lied! --
O die Schranken so eng, und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Nostàlgia", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Hunkering", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Allen Shearer) , "I look in my heart and I look at the world", copyright © 2002, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Nostalgie", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Nostalgia", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Elke Beatriz Riedel) , "Saudade", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann, Spohr: "von schwimmenden Auge die"
2 Schumann, Spohr: "Stunde"

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5. Liebesnähe [sung text not yet checked]

Nun ist mit seinem [lauten]1 Treiben
Der heiße Tag zur Ruh gebracht,
Und nur die kühlen Brunnen bleiben
Einsam geschäftig über Nacht.

Und wie sich tiefgeheime Kunde
Im Mondendämmer offenbart,
So steigt aus meines Herzens Grunde
Die Sehnsucht, die mein Leben ward.

Es schläft, was mich am Tag umdüstert,
Was mich verwirrt, bedrängt, gequält:
Mir ist, als ob dein Mund mir flüstert,
Dein Hauch dem meinen sich vermählt.

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1 Naubert: "bunten" (further changes may exist not noted above)

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6. Wie mir Blut und Athem stockte [sung text not yet checked]

Wie mir Blut und Atem stockte,
Süßer Schreck mein Herz befing,
Als die schöne Blondgelockte
Heut an mir vorüberging!

Kaum vermocht' ich sie zu grüßen;
Wie verzaubert blieb ich stehn,
Lang noch den beschwingten Füßen
Im Enteilen nachzusehn.

War's das Haar, das fein und golden
Leicht sich kraust' um Stirn und Schlaf?
War's ein Strahl aus diesen holden
Blauen Augen, der mich traf?

War's ihr Gang, der reizend schwebte?
Dieser Mund, der schweigend sprach?
Meine ganze Seele bebte,
Und noch immer bebt sie nach.

Also bebt wohl bis zum Grunde
Der Jasminbusch wonnevoll,
Wenn er spürt, es kam die Stunde,
Da er wieder blühen soll.

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7. Mein Herz ist wie die dunkle Nacht [sung text not yet checked]

Mein Herz ist wie die dunkle Nacht,
Wenn alle Wipfel rauschen;
Da steigt der Mond in voller Pracht
Aus Wolken sacht,
Und sieh, - der Wald verstummt in tiefem Lauschen.

Der Mond, der [helle]1 Mond bist du:
[Aus]2 deiner Liebesfülle
Wirf einen, einen Blick mir zu 
Voll Himmelsruh',
Und sieh, dies ungestüme Herz - wird stille.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Charles Tomlinson Griffes)
  • ENG English (Carl Johengen) , "My heart is like the dark night", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Ehud Shapiro) , "הירח", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "lichte"
2 Mendelssohn: "In"

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8. Juchhe!  [sung text not yet checked]

Wie ist doch die Erde so schön, so schön!
Das wissen die Vögelein;
Sie heben ihr leicht Gefieder,
Und singen so fröhliche Lieder
In den blauen Himmel hinein.

Wie ist doch die Erde so schön, so schön!
Das wissen die Flüss' und [die]1 Seen;
Sie malen im klaren Spiegel
Die Gärten und Städt' und Hügel,
Und die Wolken, die drüber gehn!

Und Sänger und Maler [wissen's]2,
Und es wissen's viel andere Leut'!
Und [wer es]3 nicht malt, der singt es,
Und wer's nicht singt, dem klingt es
[In dem Herzen]4 vor lauter Freud'!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Joeché!", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Leonard J[ordan] Lehrman) , "How beautiful the earth is!", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Addie Funk) , "How lovely the earth"
  • ENG English [singable] (C. Hugo Laubach)
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ô gué !", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Blech, Brahms, Reger
2 Blech, Brahms, Reger: "wissen es"
3 Blech, Brahms, Reger: "wer's"
4 Blech, Brahms: "Im Herzen"

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9. Glück [sung text not yet checked]

Wie jauchzt meine Seele
Und singet in sich!
Kaum, daß ich's verhehle,
So glücklich bin ich.

Rings Menschen sich drehen
Und sprechen gescheut,
Ich kann nichts verstehen,
So fröhlich zerstreut. -

Zu eng wird das Zimmer,
Wie glänzet das Feld,
Die Täler voll Schimmer,
Weit, herrlich die Welt!

Gepreßt bricht die Freude
Durch Riegel und Schloß,
Fort über die Heide!
Ach, hätt' ich ein Roß! -

Und frag' ich und sinn' ich,
Wie so mir geschehn? -
Mein Liebchen herzinnig,
Das soll ich heut' sehn.

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10. Sie kamen mit Kränzen [sung text not yet checked]

Sie kamen mit Kränzen
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
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added as soon as we obtain it. —

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

11. Ja, du bist mein!  [sung text not yet checked]

    Ja, du bist mein!
Ich will's dem blauen Himmel sagen,
Ich will's der [dunkeln]1 Nacht vertrau'n,
Ich will's als frohe Botschaft tragen
Auf Bergeshöh'n, durch Heid' und Au'n.
Die ganze Welt soll Zeuge sein:
    Ja, du bist mein!
    Und ewig mein!

    Ja, du bist mein!
In meinem Herzen sollst du leben,
Sollst haben was sein Liebstes ist,
Du sollst von Lieb' und Lust umgeben
Ganz fühlen, daß du glücklich bist.
Schließ mich in deine Arme ein!
    Ja, du bist mein!
    Und ewig mein!

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  • ENG English (John H. Campbell) , "Yes, you are mine!", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Auswahl von Frauenhand. Hannover, Carl Rümpler, 1862, page 319.

1 Marschner: "dunklen"

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12. Aus deinem lieben Munde  [sung text not yet checked]

Aus deinem lieben Munde 
Vernahm ichs tausendmal:
In meiner Augen Grunde 
Sähst du des Himmels Strahl. 

Doch seh ich in den deinen 
Die Welt, so groß und weit,
Den Himmel und die Erde 
Und ihre Seligkeit.

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Wolfgang Müller, Frankfurt am Main, Literarische Anstalt, 1847, p. 19.


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13. Liebesklage [sung text not yet checked]

Wenn ich dich ferne seh, 
Ist mir's hier innen, 
Wie ein unendlich Weh: 
Und meine Thränen rinnen.   

Und ich sehne dir nach, 
Wie die Welle der Welle 
Und wie zum rauschenden Bach 
Sich sehnet der Quelle.  

Und wie wehe mir ist 
Möcht' ich gerne dir klagen:  
Doch wenn du bei mir bist   --  
Kann ich's nicht sagen.

Authorship

Confirmed with August Becker, Jung Friedel der Spielmann, Stuttgart und Augsburg: J. G. Cotta'scher Verlag, 1854, page 53.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

14. Täuschung  [sung text not yet checked]

Ich glaubte, die Schwalbe träumte schon
Vom theuren Nest;
Ich glaubte, die Lerche dachte schon
An's Liederfest;
Ich glaubte, die Blüthen küßte schon
Ein junger West;
Ich glaubte, ich hielte dich liebend schon
Auf ewig fest!
 
Wie wurdet ihr winterlich über Nacht,
Ihr Lüfte lind!
Wie Knospen und Blüthen über Nacht
Erfroren sind!
Wie die Lerche verlernte über Nacht
Ihr Lied geschwind!
Und wie du vergessen hast über Nacht
Dein armes Kind!

Authorship

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Note: according to Lawrence Snyder in German Poetry in Song, Fallen Leaf Press, 1995, Holstein attributes this text to Hugo Staacke. Unless "Hugo Staacke" is found to be a pseudonym of Karl Beck, this is a confirmed misattribution.

Researcher for this text: Harry Joelson

15. Herbstlied [sung text not yet checked]

Mich hat der Herbst betrogen,	
  Dir, Mutter, sei's geklagt.
  Die Schwalb' ist [weggezogen]1,
Und hat mir's nicht gesagt!

Und hat mit weggenommen
  Das Licht, den Sonnenschein,
  Und wenn sie wieder kommen,
Werd' ich gestorben sein.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (David Le Marrec) , "L'automne m'a trompée", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Reger: "fortgezogen"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

16. Über Nacht kommt still das Leid [sung text not yet checked]

Über Nacht, über Nacht
Kommt still das Leid,
Und bist du erwacht,
O traurige Zeit!
Du grüßest den dämmernden Morgen
Mit Weinen und mit Sorgen.

Über Nacht, über Nacht
Kommt still das Glück
Und bist du erwacht,
O selig Geschick!
Der [düstere]1 Traum ist zerronnen,
Und Freude [gewonnen]2.

Über Nacht, über Nacht
Kommt Freud und Leid,
Und eh du's gedacht,
Verlassen dich beid
Und gehen, dem [Herrn]3 zu sagen,
Wie du sie getragen.4

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen der höheren Töchterschule, ed. by Dr. Ferdinand Seinecke, Dresden, Louis Ehlermann, 1861, page 111, no. 189.

1 Wolf: "düstre"
2 Wolf: "ist gewonnen"
3 In some editions, "Herren"
4 Some publications of this poem show four stanzas, for example, Allgemeine Missions-Zeitschrift, Vol. 7, Gütersloh, Bertelsmann, 1880, p. 86. The last stanza is:
Über Nacht, über Nacht
Da kommt der Tod,
Ach, hast du's bedacht
Im Morgenrot?
Du wirst nicht erbeben
War Liebe dein Leben.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

17. Vorbei [sung text not yet checked]

Wohl waren es Tage der Sonne,
Die Bäume blühten im Mai,
Dein Blick sprach Liebeswonne -
Das ist vorbei.

Verblüht sind lange die Bäume,
Der Herbst ist kommen geschwind;
Die Träume, die schönen Träume
Verweht der Wind.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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18. Abreise  [sung text not yet checked]

  Der Mond der scheinet so bleich, 
  So eisig kalt herab, 
Der Wächter geht durch die Straßen,
  Ruft die vierte Stunde ab.

  Wie ist doch Alles so leer,
  Wie liegt doch so todt die Stadt!
Nur aus wenig Fenstern scheinet
  Ein Nachtlicht trüb' und matt.

  Ich ziehe zum Thor hinaus,
  Ich ziehe ganz allein.
Lebwohl, lebwohl auf ewig,
  Werd' nimmer bei dir seyn! 

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19. Es rauscht das rothe Laub [sung text not yet checked]

Es rauscht das rote Laub zu meinen Füßen,
Doch wenn es wieder grünt, wo weil' ich dann?
Wo werden mich die ersten Schwalben grüßen?
Ach ferne, fern der Süßen,
Und nimmer bin ich mehr ein froher Mann.

Sonst sang ich stets durch Flur und Bergeshalde
Im braunen Herbst, in flock'ger Winterszeit:
O schöner Frühling, komm zu deinem Walde,
Komme balde, balde, balde!
Nun sing' ich: Schöner Frühling, bleibe weit!

Umsonst! Wie jetzt sich Heid' und Forst entkleiden,
So blühn sie neu; was kümmert sie mein Gram?
Das Veilchen kommt, ich muß es eben leiden,
Muß wandern und muß scheiden,
Doch o! wie leb' ich, wenn ich Abschied nahm!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Emanuel Geibel, Gesammelte Werke in acht Bänden, Erster Band. Jugendgedichte-Zeitstimmen-Sonette, Dritte Auflage, Stuttgart: Verlag der J.G. Cotta'schn Buchhandlung Nachfolger, 1893, page 55.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

20. Winternacht  [sung text not yet checked]

I
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur fort, nur immerfort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten, 
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! Friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heiß bewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde.

II
Dort [heult]1 im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; -- wie's Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

Nun brausen über Schnee und Eis
Die Winde fort mit tollem Jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Toten auferstehn
Und deiner Qualen dunkle Horden!
Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Dem rauhen Spielgesind aus Norden!

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit d'hiver", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Widemann: "weilt"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Matthias Gräff-Schestag