Fünf Lieder aus dem Chinesischen

Song Cycle by Gottfried von Einem (1918 - 1996)

Word count: 307

1. Die geheimnisvolle Flöte [sung text not yet checked]

An einem Abend, da die Blumen dufteten
Und alle Blätter an den Bäumen, trug der Wind mir
Das Lied einer entfernten Flöte zu. Da schnitt
Ich einen Weidenzweig vom Strauche, und
Mein Lied flog, Antwort gebend, durch die blühende Nacht.
Seit jenem Abend hören, wann die Erde schläft,
Die Vögel ein Gespräch in ihrer Sprache.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "The mysterious flute", copyright ©
  • ENG English [singable] (?, Mrs. Bertram Shapleigh) , "The Mysterious Flute"
  • FRE French (Français) [singable] (Michel Dimitri Calvocoressi) , "La Flûte mystérieuse"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La flûte mystérieuse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. In der Fremde [sung text checked 1 time]

In fremdem Lande lag ich. 
Weißen Glanz malte der Mond 
vor meine Lagerstätte. 

Ich hob das Haupt, ich meinte erst, 
es sei der Reif der Frühe, 
was ich schimmern sah, 
dann aber wußte ich:
der Mond, der Mond, 
und neigte das Gesicht zur Erde hin.
Und meine Heimat winkte mir von fern.

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  • ENG English (John H. Campbell) , "In foreign land", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À l'étranger", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Die chinesische Flöte, YinYang Media Verlag. ISBN 3-9806799-5-0.

Researcher for this text: Hubert Schmid

3. Die Einsame [sung text not yet checked]

An dunkelblauem Himmel steht der Mond.
Ich habe meine Lampe ausgelöscht,
schwer von Gedanken ist mein einsam Herz.
Ich weine, weine;
meine armen Tränen rinnen so heiß und bitter von den Wangen,
weil du so fern bist meiner großen Sehnsucht,
weil du es nie begreifen wirst,
wie weh mir ist, wenn ich nicht bei dir bin.

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  • CZE Czech (Čeština) (L. Horáková)
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La solitaire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Hubert Schmid

4. Ein junger Dichter denkt an die Geliebte [sung text not yet checked]

Der Mond steigt aufwärts, ein verliebter Träumer,
Um auszuruhen in dem Blau der Nacht.

Ein feiner Windhauch küßt den blanken Spiegel 
Des Teiches, der sich melodisch bewegt.

O holder Klang, wenn sich zwei Dinge einen,
Die um sich zu vereinen sind geschaffen.

Ach, was sich zu vereinen ist geschaffen,
Vereint sich selten auf der [dunkeln]1 Erde!

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  • CZE Czech (Čeština) (L. Horáková)
  • ENG English (Malcolm Wren) , "A young poet thinks of the beloved", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Un jeune poète pense à sa bien-aimée", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Hans Bethge, Die chinesische Flöte, Inselverlag, Leipzig, 1907, page 16.

1 Braunfels, Michielsen, Provaznik : "dunklen"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Malcolm Wren [Guest Editor]

5. Abend [sung text not yet checked]

Wo das Reisfeld abgeerntet wurde,
Sitzt mein Liebster auf dem Ackerrain.
Weiße Blumen blühen um ihn her,
Aber überm Dorfe steht die rote
Purpurrote Glut der Abendsonne.
Neben meinem Liebsten sitz' ich selber,
Lehne meinen Arm auf seine Schulter,
Und wir blicken aufwärts in den Himmel,
Wo der Drachen meines Liebsten steht.
Und indes die purpurrote Sonne
Hinter unserm Dorfe niedersteigt,
Singen wir, zwei jugendlich Verliebte,
Kleine Lieder, die von Glück erzählen,
Singen mit emporgewandten Augen,
Singen unsre Liebe in den Abend,
Wo der Drachen meines Liebsten steht.

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Confirmed with Die Lyrik des Auslandes in neuerer Zeit, ed. Hans Bethge, Leipzig: Max Hesses Verlag, 1907, pages 71-72.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]