Orientalischer Liederschatz von Fr. Bodenstedt

Song Cycle by Heinrich August Marschner (1795 - 1861)

Word count: 2921

1. Dichters Empfindung [sung text not yet checked]

Und was die Sonne glüht,
Was Wind und Welle singt,
Und was die Rose blüht
Was auf zum Himmel klingt
Und was vom Himmel nieder
Das weht durch mein Gemüth
Das klingt durch meine Lieder.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. An Zuleika [sung text not yet checked]

O, sanfter Wind! zum Ort hinwehe
     Der Dir bekannt --
Und jenes süße Wort gestehe
     Das Dir bekannt!

Die Antwort bleibe, bringt sie Wehe
     Mir ungenannt --
Doch, bringt sie Heil: [komm]1 und gestehe
     Was Dir bekannt!

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1 Taubert: "komme"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Lob Zuleika's [sung text not yet checked]

Nicht mit [Engeln im]1 blauem Himmelszelt,
Nicht mit Rosen [auf]2 duftigem Blumenfeld,
Selbst mit [dem ewigen Sonnenlicht]3,
[Vergleiche]4 ich Zuleikha, mein Mädchen nicht!

Denn der Engel Busen ist [liebesleer]5,
Unter Rosen drohen die Dornen her,
Und die Sonne verhüllt des Nachts ihr Licht,
Sie alle gleichen Zuleikha nicht.

Nichts finden, so weit das Weltall reicht,
Die Blicke, was meiner Zuleikha gleicht!
Schön, dornlos, voll ewigem Liebes-Schein!
Kann sie mit sich selbst nur verglichen sein!

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  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "Not e'en Angels"
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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1 Grünberger: "den Engeln, im"; further changes may exist not shown above.
2 Rubinstein: "im"
3 Bronsart, Mandyczewski: "der ewigen Sonne Licht"
4 Bronsart, Mandyczewski: "Vergleich' "
5 Bronsart, Mandyczewski, Rubinstein: "liebeleer"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Zuleika's Anmuth [sung text not yet checked]

Seh' ich deine zarten Füßchen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie so viel Schönheit tragen können!
 
Seh' ich deine kleinen Händchen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie solche Wunden schlagen können!
 
Seh' ich deine rosigen Lippen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie einen Kuß versagen können!
 
Seh' ich deine klugen Augen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie nach mehr Liebe fragen können,
 
Als ich fühle. -- Sieh mich gnädig an!
Wärmer als mein Herz, du süßes Mädchen,
Wird kein Menschenherz dir schlagen können!
 
Hör' dies wonnevolle Liedchen an!
Schöner als mein Mund, du süßes Mädchen,
Wird kein Mund dir Liebe klagen können!

Authorship

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  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "When thy tiny feet I see"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

5. An die Rose von Tiflis [sung text not yet checked]

Es drohte mir ein Abgrund tief:
Das Grübchen in Deinen Wangen;
Mir bangte sehr, doch winkt's und rief
So süß, so voll Verlangen -
Ich trat hinan, und schwindelnd tief
Stürzt' ich, und war gefangen!

Da drohte ein zweiter Abgrund tief:
Das Grübchen in Deinem Kinne;
Und wie es lockte, wie es rief,
Hinan mit bangem Sinne
Trat ich - und stürzte wieder tief,
Und liege noch jetzt darinne.

Und über dem Abgrund hört' ich jetzt
Den Quell der Liebe rauschen -
Ich durfte, von seiner Flut benetzt,
Seinem süßen Gemurmel lauschen;
Und möchte des Abgrunds Tiefen jetzt
Mit keiner Höhe vertauschen. 

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Ada [sung text not yet checked]

«Seit du mich angeblickt, 
Mir deine Hand gereicht, 
Ward mir das Herz erweicht, 
Und all mein Trutz geknickt
   Ada, durch dich! 

Du wandtest meinen Sinn! 
Zum Leben ward der Tod, 
Zur Freude ward die Noth,
Daß ich nun glücklich bin
   Ada, durch dich!»

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Confirmed with Friedrich Bodenstedt's Gesammelte Schriften. Gesammt-Ausgabe in zwölf Bänden, Volume 11, Berlin, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. von Decker), 1868, page 124.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Jussuf's Lied [sung text not yet checked]

[ ... ]
"Mit Geschenken beladen kehr' ich von Gjirdshistan, Kehre heim zur Geliebten nach Eriwan; Lange harrt sie mein, doch fern ist's ihrem Sinn, Daß ich längst auf dem Wege zur Heimat bin. Wie die Aehren des Feldes im Hauche des Windes, Wogt sehnend der Busen des lieblichen Kindes - Wie die Nacht so dunkel, wie der Tag so licht, Ist Zarema's, meiner Lieben, Gesicht! Heller Edelstein im Ringe meines Lebens, Anfang Du, und Ende meines Strebens, Warte treu auf mich, Du wartest nicht vergebens!"
[ ... ]

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8. Lied Alis des Rothbarts [sung text not yet checked]

[ ... ]
"Die Mädchen, die Weiber rühren mich nicht, Die Klänge der Liebe verführen mich nicht - Weit lieber mag ich zu Rosse sitzen, Wo Schwerter klirren, Geschosse blitzen, Wo der Boden dröhnt, wo die Lanzen schwanken, Dahin zieht es mein Herz, meine ganzen Gedanken! Und kommt nach der wilden Bewegung dann Dem Herzen verliebte Regung an, Da findet sich bald was das Herz begehrt, Und wird's auch mit Weinen und Schmerz gewährt."
[ ... ]

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9. Selim's des Kurden Lied [sung text not yet checked]

[ ... ]
"Über Alles hoch, und über Alles schön, Und im Mund des Volkes vielgepriesen Sind die grünen Flecke auf den Bergeshöhn, Sind die duftenden Nomadenwiesen; Wo der Schnee die Berge nicht bekleidet, Wo der Kurden schwarze Zelte stehn, Wo der Hirt die fette Heerde weidet, Kecke Burschen, schlanke Dirnen gehn! Über Alles hoch, und über Alles schön, Und im Mund des Volkes vielgepriesen Sind die grünen Flecke auf den Bergeshöhn, Sind die duftenden Nomadenwiesen!"
[ ... ]

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10. Des Kriegers Sterbelied [sung text not yet checked]

Die Kugel traf; mich ruft der Tod,
Und Alles bleibt zurück!
Wohl endet nun des Lebens Noth,
Doch auch des Lebens Glück!
Und wen auf Erden Liebes hält,
Der bleibt so gerne hier. --
Leb wohl, leb wohl, du schöne Welt,
Ich scheide schwer von dir!

Freund! wenn Du heimkehrst, grüß mein Lieb,
Wisch ihre Thränen ab,
Sag', daß ich treu der Liebe blieb,
Treu bis in Tod und Grab --
Sag', wo ich ihre Locke trug,
Traf mich das kalte Blei;
Der Schuß, der in die Locke schlug,
Brach mir das Herz entzwei.

Die Wunde brennt, das Auge bricht,
Schon dunkelt's um mich her.
Leb wohl, du schönes Sonnenlicht,
Dich seh' ich nimmermehr!
So frisch eilt ich hinaus in's Feld,
Nun lieg' ich sterbend hier --
Leb wohl, leb wohl, du schöne Welt,
Ich scheide schwer von dir! 

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11. Zigeunerchor [sung text not yet checked]

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