Orientalischer Liederschatz von Fr. Bodenstedt

Song Cycle by Heinrich August Marschner (1795 - 1861)

1. Dichters Empfindung [sung text not yet checked]

Und was die Sonne glüht,
Was Wind und Welle singt,
Und was die Rose blüht
Was auf zum Himmel klingt
Und was vom Himmel nieder
Das weht durch mein Gemüth
Das klingt durch meine Lieder.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. An Zuleika [sung text not yet checked]

O, sanfter Wind! zum Ort hinwehe
     Der Dir bekannt --
Und jenes süße Wort gestehe
     Das Dir bekannt!

Die Antwort bleibe, bringt sie Wehe
     Mir ungenannt --
Doch, bringt sie Heil: [komm]1 und gestehe
     Was Dir bekannt!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Friedrich Bodenstedt, Tausend und Ein Tag im Orient, zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Berlin: 1853, page 104.

1 Taubert: "komme"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Lob Zuleika's [sung text not yet checked]

Nicht mit [Engeln im]1 blauem Himmelszelt,
Nicht mit Rosen [auf]2 duftigem Blumenfeld,
Selbst mit [dem ewigen Sonnenlicht]3,
[Vergleiche]4 ich Zuleikha, mein Mädchen nicht!

Denn der Engel Busen ist [liebesleer]5,
Unter Rosen drohen die Dornen her,
Und die Sonne verhüllt des Nachts ihr Licht,
Sie alle gleichen Zuleikha nicht.

Nichts finden, so weit das Weltall reicht,
Die Blicke, was meiner Zuleikha gleicht!
Schön, dornlos, voll ewigem Liebes-Schein!
Kann sie mit sich selbst nur verglichen sein!

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  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "Not e'en Angels"
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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1 Grünberger: "den Engeln, im"; further changes may exist not shown above.
2 Rubinstein: "im"
3 Bronsart, Mandyczewski: "der ewigen Sonne Licht"
4 Bronsart, Mandyczewski: "Vergleich' "
5 Bronsart, Mandyczewski, Rubinstein: "liebeleer"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Zuleika's Anmuth [sung text not yet checked]

Seh' ich deine zarten Füßchen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie so viel Schönheit tragen können!
 
Seh' ich deine kleinen Händchen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie solche Wunden schlagen können!
 
Seh' ich deine rosigen Lippen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie einen Kuß versagen können!
 
Seh' ich deine klugen Augen an,
So begreif' ich nicht, du süßes Mädchen,
Wie sie nach mehr Liebe fragen können,
 
Als ich fühle. -- Sieh mich gnädig an!
Wärmer als mein Herz, du süßes Mädchen,
Wird kein Menschenherz dir schlagen können!
 
Hör' dies wonnevolle Liedchen an!
Schöner als mein Mund, du süßes Mädchen,
Wird kein Mund dir Liebe klagen können!

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  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "When thy tiny feet I see"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

5. An die Rose von Tiflis I [sung text checked 1 time]

Anmut gürtet deine Lenden,
Schönheit blüht um deine Glieder,
Schultern, die vor Weiße blenden,
ziehen dunkle Locken nieder.
Wenn in deine Zauberkreise
mächtig mich dein Auge zieht,
zürne nicht, dass ich dich preise,
Hochbeseligte! im Lied.

Wenn der junge Frühling wieder
kommt im blumigen Gewande,
lässt er auch durch frohe Lieder
laut verkünden durch die Lande,
dass von Winters Schnee und Eise
drangvoll sich die Erde schied;
zu des Frühlings Ruhm und Preise
singt die Nachtigall ihr Lied.

Mit den Füßchen, den behenden,
bist du mir ins Herz gesprungen,
hast mit deinen zarten Händen
meine ganze Kraft bezwungen,
dass ich gerne die Geleise
kalter Bücherweisheit mied;
zürne nicht, wenn ich dich preise,
Hochbeseligte! im Lied.

Mir das Lieblichste erwähl' ich,
anzubeten und zu loben,
wer hier strauchelt, der wird selig,
wer hier fällt, der wird erhoben.
Der ist nicht der rechte Weise,
der nicht vor der Schönheit kniet;
zürne nicht, wenn ich dich preise,
Hochbeseligte! im Lied.

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Researcher for this text: Johann Winkler

6. An die Rose von Tiflis II [sung text not yet checked]

Es drohte mir ein Abgrund tief:
Das Grübchen in Deinen Wangen;
Mir bangte sehr, doch winkt's und rief
So süß, so voll Verlangen -
Ich trat hinan, und schwindelnd tief
Stürzt' ich, und war gefangen!

Da drohte ein zweiter Abgrund tief:
Das Grübchen in Deinem Kinne;
Und wie es lockte, wie es rief,
Hinan mit bangem Sinne
Trat ich - und stürzte wieder tief,
Und liege noch jetzt darinne.

Und über dem Abgrund hört' ich jetzt
Den Quell der Liebe rauschen -
Ich durfte, von seiner Flut benetzt,
Seinem süßen Gemurmel lauschen;
Und möchte des Abgrunds Tiefen jetzt
Mit keiner Höhe vertauschen. 

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Ada [sung text not yet checked]

«Seit du mich angeblickt, 
Mir deine Hand gereicht, 
Ward mir das Herz erweicht, 
Und all mein Trutz geknickt
   Ada, durch dich! 

Du wandtest meinen Sinn! 
Zum Leben ward der Tod, 
Zur Freude ward die Noth,
Daß ich nun glücklich bin
   Ada, durch dich!»

Authorship:

Confirmed with Friedrich Bodenstedt's Gesammelte Schriften. Gesammt-Ausgabe in zwölf Bänden, Volume 11, Berlin, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. von Decker), 1868, page 124.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Jussuf's Lied [sung text not yet checked]

[ ... ]

"Mit Geschenken beladen kehr' ich von Gjirdshistan,
Kehre heim zur Geliebten nach Eriwan;
Lange harrt sie mein, doch fern ist's ihrem Sinn,
Daß ich längst auf dem Wege zur Heimat bin.
Wie die Aehren des Feldes im Hauche des Windes,
Wogt sehnend der Busen des lieblichen Kindes -
Wie die Nacht so dunkel, wie der Tag so licht,
Ist Zarema's, meiner Lieben, Gesicht!
Heller Edelstein im Ringe meines Lebens,
Anfang Du, und Ende meines Strebens,
Warte treu auf mich, Du wartest nicht vergebens!"

[ ... ]

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Lied Alis des Rothbarts [sung text not yet checked]

[ ... ]

"Die Mädchen, die Weiber rühren mich nicht,
Die Klänge der Liebe verführen mich nicht -
Weit lieber mag ich zu Rosse sitzen,
Wo Schwerter klirren, Geschosse blitzen,
Wo der Boden dröhnt, wo die Lanzen schwanken,
Dahin zieht es mein Herz, meine ganzen Gedanken!
Und kommt nach der wilden Bewegung dann
Dem Herzen verliebte Regung an,
Da findet sich bald was das Herz begehrt,
Und wird's auch mit Weinen und Schmerz gewährt."

[ ... ]

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Selim's des Kurden Lied [sung text not yet checked]

[ ... ]

"Über Alles hoch, und über Alles schön,
Und im Mund des Volkes vielgepriesen
Sind die grünen Flecke auf den Bergeshöhn,
Sind die duftenden Nomadenwiesen;

Wo der Schnee die Berge nicht bekleidet,
Wo der Kurden schwarze Zelte stehn,
Wo der Hirt die fette Heerde weidet,
Kecke Burschen, schlanke Dirnen gehn!

Über Alles hoch, und über Alles schön,
Und im Mund des Volkes vielgepriesen
Sind die grünen Flecke auf den Bergeshöhn,
Sind die duftenden Nomadenwiesen!"

[ ... ]

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Des Kriegers Sterbelied [sung text not yet checked]

Die Kugel traf; mich ruft der Tod,
Und Alles bleibt zurück!
Wohl endet nun des Lebens Noth,
Doch auch des Lebens Glück!
Und wen auf Erden Liebes hält,
Der bleibt so gerne hier. --
Leb wohl, leb wohl, du schöne Welt,
Ich scheide schwer von dir!

Freund! wenn Du heimkehrst, grüß mein Lieb,
Wisch ihre Thränen ab,
Sag', daß ich treu der Liebe blieb,
Treu bis in Tod und Grab --
Sag', wo ich ihre Locke trug,
Traf mich das kalte Blei;
Der Schuß, der in die Locke schlug,
Brach mir das Herz entzwei.

Die Wunde brennt, das Auge bricht,
Schon dunkelt's um mich her.
Leb wohl, du schönes Sonnenlicht,
Dich seh' ich nimmermehr!
So frisch eilt ich hinaus in's Feld,
Nun lieg' ich sterbend hier --
Leb wohl, leb wohl, du schöne Welt,
Ich scheide schwer von dir! 

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

12. Zigeunerchor [sung text checked 1 time]

Wir sind arm; der Wald, das Feld
Sind uns Haus und Speicher;
Doch so glücklich in der Welt
Lebt, wie wir, kein Reicher;
Wie die Väter, frohgemuth
Leben wir und sterben --
Für ein ächt Zigeunerblut
Giebt es kein Verderben!

   Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner!
   Hochgemuth und heiter
   Fangen wir zu leben an,
   Leben wir immer weiter!

Was uns Glück und Unglück beut,
Macht uns keine Sorgen;
Giebt es nichts zu essen heut,
Warten wir bis morgen!
Dafür auch verbringen wir
Nicht den Tag wie Sklaven --
Immer lustig, singen wir,
Tanzen, essen, schlafen.

   Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner!
   Hochgemuth und heiter
   Fangen wir zu leben an,
   Leben wir immer weiter!

Auf der Erde schlafen wir,
Hoch der Himmel deckt uns;
Mond und Stern macht uns Quartier,
Sonn' und Lerche weckt uns!
Ob auch Frost und Winter droht:
Knistert rings das Feuer,
Hat's im Walde keine Noth,
Wo das Holz nicht teuer!

   Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner!
   Hochgemuth und heiter
   Fangen wir zu leben an,
   Leben wir immer weiter!

Lustig durch das Leben so
Singen wir und wandern,
Alle Tage frisch und froh,
Einen wie den andern.
[Ewiger]1 Festtag ist uns hier
Wechselvoll in Neuheit --
Und für nichts verkaufen wir
Unsre goldne Freiheit!

   Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner!
   Hochgemuth und heiter
   Fangen wir zu leben an,
   Leben wir immer weiter!

Authorship:

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Friedrich Bodenstedt, Alte und neue Gedichte, Erster Band, Berlin: Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R.v. Decker), 1867, pages 136-137.

Note: The Marschner setting has slightly different spellings of some words.
1 Marschner: "Ew'ger"

Research team for this text: Bertram Kottmann , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler
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