Sechs Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by J. Ludwig Bruhns

Word count: 670

1. Frühlingslied [sung text not yet checked]

Die Zweige flüstern im ersten Stral1:
Kehre, Frühling, kehr ein ins Thal,
Küße uns wieder mit Sonnenschein, --
Grüner Frühling, kehr ein, kehr ein! 

Schmücke uns wieder mit Blätterglanz --
Sieh nur! die Kinder in frohem Tanz,
Warten auf grüne Zweige schon,
Winden sich freudig Kränze davon! 

Flehen schon lang, daß der Lenz erwacht --
Schmücken sich gern mit Blütenpracht;
Sieh nur, die Kinder -- sie warten dein,
Grüner Frühling, kehr ein, kehr ein! --

Also flüstern im ersten Stral
Still die Zweige im tiefen Thal,
Und wie sie flüstern im Sonnenschein 
Kehrt der Frühling, der Frühling ein.

Authorship

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Confirmed with Frische Lieder von Hermann Rollett, Zweite vermehrte Auflage, Ulm, Stettin'sche Verlags-Buchhandlung, 1850, pages 17-18.

1 [sic]; modern spelling is "Strahl"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Im April [sung text not yet checked]

Du feuchter Frühlingsabend,
Wie hab' ich dich so gern!
Der Himmel ist wolkenverhangen,
Nur hier und da ein Stern.

[Wie]1 leiser Liebesodem
Hauchet [so lau]2 die Luft,
Es steigt aus allen [Talen]3
Ein warmer [Veilchenduft]4.

Ich möcht' ein Lied ersinnen,
Das diesem Abend [gleich]5,
Und kann den Klang nicht finden,
So dunkel, mild und weich.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "You damp spring evening", copyright ©
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Jean-Pierre Granger) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "En avril", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 in some versions, Geibel has "Ein"
2 omitted by Végh
3 Viardot-García: "Tälern"
4 in some versions, Geibel has "Frühlingsduft"
5 Végh: "gleicht"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Jakob Kellner , Malcolm Wren [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Wiegenlied [sung text not yet checked]

Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und [Blumen]1 ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still wie die Engelein
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben. Erste vollständige Ausgabe besorgt durch Dr. Lionel von Donop, Zweite Auflage, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1878, page 183.

Note: in many older editions, the spelling of the word "Ähren" becomes "Aehren", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Ähren".

1 Kiel: "Büsche"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Gondoliera [sung text not yet checked]

O komm zu mir, wenn durch die Nacht
Wandelt das Sternenheer,
Dann schwebt mit uns in Mondespracht
Die Gondel übers Meer.
Die Luft ist weich wie [Liebesscherz]1,
Sanft spielt [der goldne]2 Schein,
Die [Zither]3 klingt und zieht dein Herz
Mit in die Lust hinein.
[O komm zu mir, wenn durch die Nacht
Wandelt das Sternenheer,
Dann schwebt mit uns in Mondespracht
Die Gondel übers Meer.]4

[Das ist für Liebende die Stund',
Liebchen, wie ich und du;
So friedlich [blaut]5 des Himmels Rund,
Es schläft das Meer in Ruh.]6
Und wie es schläft, [da]7 sagt der [Blick]8,
Was [keine]9 Zunge spricht,
[Die Lippe]10 zieht sich nicht zurück,
[Und wehrt dem Kusse nicht.]11
[O komm zu mir, wenn durch die Nacht
Wandelt das Sternenheer,
Dann schwebt mit uns in Mondespracht
Die Gondel übers Meer.]4

Authorship

Based on

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Gondola song", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Barcarolle", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Gianni Franceschi) , "Gondoliera", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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1 Grimm: "Liebesschmerz" [sic]
2 Marschner: "im gold'nem"
3 Hensel: "Cither"
4 omitted by Petzold
5 Grimm: "ruht"
6 Schumann:
Dies ist für sel'ge Lieb' die Stund,
Liebchen, o komm und schau,
so friedlich strahlt des Himmels Rund,
es schläft des Meeres Blau.
7 Schumann: "so"
8 Grimm: "Mund"
9 Grimm, Hensel, Petzold, Schumann, Raff: "nie die"
10 Schumann: "Das Auge"
11 Schumann: "zurück die Seele nicht"

Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler

5. Vorsatz [sung text not yet checked]

Ich [will's dir]1 nimmer sagen,
Wie ich so lieb dich hab',
Im Herzen will ich's tragen,
Will [stumm]2 sein wie das Grab.

Kein Lied soll dir's gestehen,
Soll flehen um mein Glück,
Du selber sollst es sehen,
Du selbst -- in meinem Blick.

Und [kannst]3 du es nicht lesen,
Was dort so zärtlich spricht,
So ist's ein Traum gewesen,
Dem Träumer zürne nicht.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) (Harald Krebs) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Gwendolen Gore) , "My secret"

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1 Becker, Dorn, Hoth, Hoppe, Jonas, Lang, Lassen, Lederer, Naret-Koning, Nodnagel, Nordmann, Rehberg, Roeder, Schaefer, C. Schultz, Simon: "will dir's"; Bradsky, Kauffmann: "will Dir"; further changes may exist for composers with red dots beside their setting information.
2 Lang: "still"
3 Henkel: "willst"

Research team for this text: John Versmoren , Johann Winkler

6. Reiterlied [sung text not yet checked]

Frisch auf, frisch auf mit raschem Flug,
Frei vor dir liegt die Welt.
Wie auch des Feindes List und Trug
Uns rings umgattert hält.
Steig, edles Roß, und bäume dich,
Dort winkt der Eichenkranz,
Streich aus, streich aus und trage mich
Zum lust'gen Schwertertanz.

Hoch in den Lüften, unbesiegt,
Geht frischer Reitersmut,
Was unter ihm im Staube liegt,
Engt nicht das freie Blut.
Weit hinter ihm liegt Sorg' und Not,
Und Weib und Kind und Herd,
Vor ihm nur Freiheit oder Tod,
Und neben ihm das Schwert.

So geht's zum lust'gen Hochzeitsfest,
Der Brautkranz ist der Preis.
Und wer das Liebchen warten läßt,
Den bannt der freie Kreis.
Die Ehre ist der Hochzeitgast,
Das Vaterland die Braut,
Wer sie recht brünstiglich umfaßt,
Den hat der Tod getraut.

Gar süß mag solch ein Schlummer sein
In solcher Liebesnacht;
In Liebchens Armen schläfst du ein,
Getreu von ihr bewacht.-
Und wenn der Eiche grünes Holz
Die neuen Blätter schwellt,
So weckt sie dich mit freud'gem Stolz
Zur ew'gen Freiheitswelt.

Drum, wie sie fällt und wie sie steigt,
Des Schicksals rasche Bahn,
Wohin das Glück der Schlachten neigt,
Wir schauen's ruhig an.
Für deutsche Freiheit woll'n wir steh'n,
Sei's nun in Grabes Schoß,
Sei's oben auf des Sieges Höh'n,
Wir preisen unser Los.

Und wenn uns Gott den Sieg gewährt,
Was hilft euch euer Spott?
Ja! Gottes Arm führt unser Schwert,
Und unser Schild ist Gott!-
Schon stürmt es mächtig rings umher,
Drum, edler Hengst, frisch auf!
Und wenn die Welt voll Teufel wär',
Dein Weg geht mittendrauf.

Authorship

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Confirmed with Theodor Körner, Sämmtliche Werke: Leier und Schwert, ed. by Karl Streckfuß, Berlin: in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1835, pages 24-25.


Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull