Eine kleine Anthologie. 10 deutsche Gedichte für 1 mittlere Singstimme und Pianoforte

by Johan Selmer (1844 - 1910)

1. Mein 

Meine Küsse weiss ein Mund
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

2. Hüte dich Mutter zum Bienelein 

Hüte dich Mutter zum Bienelein
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

3. Frühlingsdämmerung [sung text not yet checked]

In der stillen Pracht, 
In allen frischen Büschen und Bäumen 
Flüstert`s wie Träumen 
Die ganze Nacht. 
Denn über den mondbeglänzten Ländern 
Mit langen weißen Gewändern
Ziehen die schlanken
Wolkenfrau'n wie geheime Gedanken, 
Senden von den Felsenwänden
Hinab die behenden
Frühlingsgesellen, die hellen Waldquellen, 
Die's unten bestellen
An die duft'gen Tiefen, 
Die gerne noch schliefen. 
Nun wiegen und neigen in ahnendem Schweigen
Sich alle so eigen
Mit Ähren und Zweigen, 
Erzählen`s den Winden, 
Die durch die blühenden Linden
Vorüber den grasenden Rehen,
Säuselnd über die Seen gehen, 
Dass die Nixen verschlafen auftauchen
Und fragen, 
Was sie so lieblich hauchen -
Wer mag es wohl sagen?

Authorship:

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  • ENG English (Dr Michael P. Rosewall) , "Twilight of Spring", copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

4. Ständchen [sung text not yet checked]

Mach auf, mach auf, doch leise mein Kind,
Um keinen vom Schlummer zu wecken.
Kaum murmelt der Bach, kaum zittert im Wind
Ein Blatt an den Büschen und Hecken.
Drum leise, mein Mädchen, daß [nichts sich]1 regt,
Nur leise die Hand auf die Klinke gelegt.

Mit Tritten, wie Tritte der Elfen so sacht,
[Die über die Blumen]2 hüpfen,
Flieg leicht hinaus in die Mondscheinnacht,
[Zu]3 mir in den Garten zu schlüpfen.
Rings schlummern die Blüten am rieselnden Bach 
Und duften im Schlaf, nur die Liebe ist wach.

Sitz nieder, hier dämmert's geheimnisvoll
Unter den Lindenbäumen,
Die Nachtigall uns zu Häupten soll
Von [unseren]4 Küssen träumen,
Und die Rose, wenn sie am Morgen erwacht,
Hoch glühn von den Wonnenschauern der Nacht.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Serenade", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , "Serenade", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Paul England) , first published 1903
  • FRE French (Français) [singable] (Henri Masset) , "Sérénade"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sérénade", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Serenata", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Abel Alamillo Fernández) , "Serenata", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Pfitzner: "sich nichts"
2 Strauss: "Um über die Blumen zu"; Berger: "Die über Blumen"
3 Pfitzner: "Mit"
4 Berger: "unsern"

Researcher for this text: Lawrence Snyder

5. Das Märchen vom Glück [sung text not yet checked]

Sie sind allein, denn die Mutter kehrt
Zu Nacht erst vom Felde zurück . . . .
Durch's Fenster rauschet die Linde, --
Und die Alte erzählet dem Kinde
Das sonnige Märchen vom Glück.

Sie erzählt vom verwunschenen Königssohn
Und der boshaft grollenden Fee;
Vom Schloß am Felsenstrande,
Vom wilden Wogengebrande,
Und der Fischerhütte am See.

Und der Prinz vertrauerte Jahr um Jahr
Als Schlange im dumpfigen Grund . . .
Er wand sich in glühenden Ketten, --
Ein Kuß nur konnte ihn retten,
Ein Kuß von rosigem Mund.

Des Fischer's liebliches Töchterlein
Trug hohen, herrlichen Sinn.
Sie sprengte die Ketten von Golde:
Er aber machte die Holde
Zu seiner Königin!

Großmutter schweigt, und das Spinnrad schnurrt,
Und das Mägdlein sitzt wie gebannt;
Und es faltet die Hände im Schooße
Und heftet das Auge, das große,
Starr träumend an die Wand.

Großmutter, wie schön, o wie einzig schön!
Großmutter, o wäre das wahr!
Großmutter, mir würde nicht bange --
Wie gerne umarmt' ich die Schlange,
Trotz Schauer und Todesgefahr . . . !

Warum nur hat man das Alles erdacht,
Wenn's nie sich auf Erden begab . . . ?
Mir wird in der Seele so wehe,
Wie in des Kirchhofs Nähe,
Wie vor des Vaters Grab . . . !

Sei stark, Du zitterndes Kinderherz,
Und dränge die Thränen zurück!
Uns Alle hat es belogen,
Uns Alle hat es betrogen,
Das sonnige Märchen vom Glück.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "The fairy-tale of happiness", copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Ernst Eckstein, In Moll und Dur, Leipzig: Verlag von Johann Friedrich Hartknoch, 1877, pages 95-97.

Note: according to the Hofmeister Monatsberichte for the year 1889, Selmer's song begins "Die Alte erzählte dem Kinde" (stanza 1, line 4).


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Welke Rose [sung text not yet checked]

In einem Buche blätternd, fand 
Ich eine Rose, welk, zerdrückt,
Und weiß auch nicht mehr, wessen Hand
Sie einst für mich gepflücket.

Ach, mehr und mehr im Abendhauch
Verweht Erinnerung; bald zerstiebt
Mein Erdenlos, dann weiß ich auch
Nicht mehr, wer mich geliebt.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2015
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Nicolaus Lenau, Sämmliche Gedichte, herausgegeben von Anastasius Grün, zweiter Band, Stuttgart und Augsburg, J. G. Cotta Verlag, 1855, page 257.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Der Sänger [sung text not yet checked]

Noch singt den Widerhallen
Der Knabe sein Gefühl;
Die Elfe hat Gefallen
Am jugendlichen Spiel.

Es glänzen seine Lieder
Wie Blumen rings um ihn;
Sie gehn mit ihm wie Brüder
Durch stille Haine hin.

Er kommt zum Völkerfeste,
Er singt im Königssaal,
Ihm staunen alle Gäste,
Sein Lied verklärt das Mahl;

Der Frauen Schönste krönen
Mit lichten Blumen ihn;
Er senkt das Aug in Tränen,
Und seine Wangen glühn.

Authorship:

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El cantaire", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De zanger", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le chanteur", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Dr. Gerrit den Hartogh

8. Die Steppe 

Sie dehnt sich aus von Meer zu Meere
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

9. Das gesungene Lied 

Wenn vom Flügel und Clavier
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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

10. Der Dichter an seine Braut [sung text not yet checked]

Ich schlich so blöd für mich allein, 
Ich wälzte so mich in den Staub, 
Ich war so schwach, ich war so klein, 
Ich war so blind, ich war so taub,
Ich war so nackt, ich war so kalt,
Ich war so arm, ich war so alt --
Und bin nun aller Siechheit los 
Und fühle in den Knochen Mark.
Ich bin so reich, ich bin so groß,
Ich bin so jung, ich bin so stark.
Du, die Du Alles, Alles giebst 
Du segnest mich, wie Du mich liebst.
Ich drücke Dich an meine Brust,
Du bist mein Stolz, Du meine Lust,
Du bist mein Hort, Du bist mein Gut,
Du bist mein Herz, Du bist mein Blut,
Du bist mein Stern und meine Kron,
Bist meine Tugend und mein Lohn. 
O du mein frommes gutes Kind,
Mein guter Engel, hold und lind,
Mir ward durch Dich das Heil verliehn.
O lasse mich zu Deinen Füßen
In meiner Demuth niederknie'n
Und beten und in Thränen fließen: 
Du hast, o Herr, in ihrem Blick
Eröffnet mir den Himmel Dein, 
Gib Heil für Heil, gib Glück für Glück,
Und laß auch mich Dein Werkzeug sein!

Authorship:

Confirmed with Leben und Briefe von Adelbert von Chamisso, ed. by Julius Eduard Hitzig, Leipzig, Weidmann'sche Buchhandlung, 1839, pages 75-76.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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