Musikalische Mörike-Kommentare

Song Cycle by Tobias Hiller (b. 1966)

Word count: 447

1. Nimmersatte Liebe [sung text not yet checked]

So ist die Lieb'! So ist die Lieb'!
Mit Küßen nicht zu stillen :
Wer ist der Tor und will ein Sieb
Mit eitel Wasser füllen?
Und schöpfst du an die tausend Jahr;
Und küßest ewig, ewig gar,
Du tust ihr nie zu Willen.

Die Lieb', die Lieb' hat alle Stund'
Neu wunderlich Gelüsten;
Wir bißen uns die Lippen wund,
Da wir uns heute küßten.
Das Mädchen hielt in guter Ruh',
Wie's Lämmlein unter'm Messer;
Ihr Auge bat: nur immer zu,
Je weher, desto beßer!

So ist die Lieb', und war auch so,
Wie lang es Liebe giebt, 
Und anders war Herr Salomo,
Der Weise, nicht verliebt.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Amor insaciable", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Insatiable love", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Amour insatiable", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , "Amour jamais assouvi", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Amore insaziabile", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Pupillo) , "Amore mai sazio", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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2. 's Leit a Klötzle Blei [sung text not yet checked]

's leit a Klötzle Blei
glei bei Blaubeura,
glei bei Blaubeura
leit a Klötzle Blei.

Authorship

German tongue twister.

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3. Um Mitternacht [sung text not yet checked]

[Gelassen]1 stieg die Nacht an's Land,
Lehnt träumend an der Berge Wand,
Ihr Auge sieht die goldne Wage nun 
Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;
  Und [kecker]2 rauschen die Quellen hervor,
  Sie singen der Mutter, der Nacht, in's Ohr
    Vom Tage,
  Vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied,
Sie achtet's nicht, sie ist es müd';
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
Der flücht'gen Stunden gleichgeschwung'nes Joch.
  Doch immer behalten die Quellen das Wort,
  Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
    Vom Tage, 
  Vom heute gewesenen Tage.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Wijtse Rodenburg) , no title, copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English (Bertram Kottmann) , copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
Confirmed with Mörike, Eduard Friedrich. Gesammelte Schriften, Erster Band, G. J. Göschen'sche Verlagshandlung, 1878, page 138.

1 Franz: "Bedächtig" (from an earlier version of Mörike's poem)
2 Franz: "kecker nur"

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4. Alles mit Maß [sung text not yet checked]

Mancherlei sind es der Gaben, die gütige Götter den Menschen
Zum Genusse verliehn, sowie für die tägliche Notdurft.
Aber vor jeglichem Ding begehr ich gebratenen Schweinsfuß.
Meine Frau Wirtin, die merkt's, nun hab ich alle Tag Schweinsfüß.
Öfters im Geist ahnt mir: jetzt ist kein einziger Schweinsfuß
Mehr in der Stadt zu erspähn: was hab ich am Abende? Schweinsfüß!
Spräche der König nun gleich zum Hofkoch: Schaffe mir Schweinsfüß!
Gnade der Himmel dem Mann, denn nirgend mehr wandelt ein Schweinsfuß .
Und ich sagte zur Wirtin zuletzt: Â"Nun laßt mir die Schweinsfüß!
Denn er schmeckt mir nicht mehr wie sonst, der bräunliche Schweinsfuß.Â"
Aber sie denkt, aus Zartgefühl nur verbät ich die Schweinsfüß,
Lächelnd bringet sie mir auch heute gebratenen Schweinsfuß -
Ei so hole der Teufel auf ewig die höllischen Schweinsfüß!

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5. An Philomele [sung text checked 1 time]

Tonleiterähnlich steiget dein Klaggesang
Vollschwellend auf, wie wenn man Bouteillen füllt:
    Es steigt und steigt im Hals der Flasche -
        Sieh, und das liebliche Naß schäumt über.

O Sängerin, dir möcht ich ein Liedchen weihn,
Voll Lieb und Sehnsucht! aber ich stocke schon;
    Ach, mein unselig Gleichnis regt mir
        Plötzlich den Durst und mein Gaumen lechzet.

Verzeih! im Jägerschlößchen ist frisches Bier
Und Kegelabend heut: ich versprach es halb
    Dem Oberamtsgerichtsverweser,
        Auch dem Notar und dem Oberförster.

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  • ENG English (Peter Palmer) , "To Philomele", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À Philomèle", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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6. Seufzer [sung text not yet checked]

Dein Liebesfeuer, 
ach Herr! wie teuer
wollt' ich es hegen,
wollt' ich es pflegen! 

Hab's nicht geheget
und nicht gepfleget,
bin tot im Herzen
o Höllenschmerzen!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Sospir", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , "Sigh", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Soupir", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , "Soupir", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Sospiro", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Note: the poem is preceded by the Latin inscription
 Jesu benigne!
 A cujus igne
 Opto flagrare
 Et Te amare:
 Cur non flagravi?
 Cur non amavi
 Te, Jesu Christe?
 - O frigus triste!

     (Altes Lied)

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