Ringelnatz in dreiviertel Takt

Song Cycle by Gary Bachlund (b. 1947)

Word count: 0

English translation: Ringelnatz in 3/4

1. Ein Kehlkopf [sung text checked 1 time]

Ein Kehlkopf litt an Migräne
Und schrie wie eine Hyäne,
Er schrie sich wund.
Doch als ihm niemand zu Hilfe kam
Und niemand sein Geschrei vernahm,
War er auf einmal -- -- gesund.

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2. Beim Mittagessen! [sung text checked 1 time]

Man stirbt hier vor Langeweile,
Dachte die Nagelfeile
Beim Mittagessen!
Und machte sich, wie von ungefähr,
Über den Fingernagel her,
Beim Mittagessen!
Da begann eine silberne Gabel zu schrei'n:
"Meine Dame -- -- Sie sind hier nicht allein!"

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3. Ein Nagel saß in einem Stück Holz [sung text checked 1 time]

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.
Der war auf seine Gattin sehr stolz.
Die trug eine goldene Haube
Und war eine Messingschraube.
Sie war etwas locker und etwas verschraubt,
Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.
Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihm
In einem Astloch. Sie wurden intim.
Kurz, eines Tages entfernten sie sich
Und liessen den armen Nagel im Stich.
Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.
Noch niemals hatte sein eisernes Herz
So bittere Leiden gekostet.
Bald war er beinah verrostet.
Da aber kehrte sein früheres Glück,
Die alte Schraube wieder zurück.
Sie glänzte übers ganze Gesicht.
Ja, alte Liebe, die rostet nicht!

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4. Ein Stahlknopf [sung text checked 1 time]

Es war ein Stahlknopf irgendwo,
Der ohne Grund sein Knopfloch floh.
(Vulgär gesprochen: Es stand offen.)
Ihm sass ein Fräulein vis-à-vis.
Das lachte plötzlich: Hi hi hi.
Da fühlte sich der Knopf getroffen
Und drehte stumm
Sich um.

Solch' Peinlichkeiten sind halt nur
Die schlimmen Folgen der Kultur.

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5. Die Nacht erstarb [sung text checked 1 time]

Die Nacht erstarb. Und der Tag erwachte. --
Draussen unter dem Sternenhimmel
Stand ein Droschkenpferd, ein Schimmel,
Und lachte.

Der Tag entwich und die Nacht begann.
Auf steiniger Ebene ruhte das Pferd.
Es hatte die Beine gen Himmel gekehrt
Und sann.

Und wieder durchzuckten die Sterne den Himmel. -- --
Das rechte Auge des Pferdes tränte. -- --

Der Mann auf dem Kutschersitze gähnte
Und trank einen Kümmel.

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6. An einem Teiche [sung text checked 1 time]

An einem Teiche
Schlich eine Schleiche,
Eine Blindschleiche sogar.
Da trieb ein Etwas ans Ufer im Wind.
Die Schleiche sah nicht was es war,
Denn sie war blind.

Das dunkle Etwas aber war die Kindsleiche
Einer Blindschleiche.

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7. Der Spiegel, der Kamm und der Schwamm [sung text checked 1 time]

Der Spiegel, der Kamm
Und der Schwamm
Und das weisse Handtuch an der Wand
Und ein Mann, der hinter dem Kleiderschrank stand,
Die warteten auf das schöne Mädchen
Käthchen.
Und endlich, endlich kam Käthchen gegangen.
Da küsste der Schwamm ihr Mund und Wangen
Und sie küsste den Schwamm und beugte sich nieder
Und küsste das Handtuch und küsste es wieder.
Sie liess sich von dem Spiegel umschmeicheln
Und von dem Kamme ihr Goldhaar streicheln.
Dann sagte sie allen recht schönen Dank.
Dann sah sie den Mann hinterm Kleiderschrank
Und rannte davon und schrie dabei:
"Zu Hilfe! Mörder!" und "Polizei!" -- --

Der Mensch glaubt über den Dingen zu stehen.
Hier war das Gegenteil deutlich zu sehen.

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "The mirror, the comb and the sponge", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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8. Weißt du's? [sung text checked 1 time]

Der Mensch braucht -- ohne sich zu sputen --
Zum Kilometer zwölf Minuten.
Die Wanderratte läuft so weit
In ungefähr derselben Zeit.
Da nun genannte Wanderratte
Bis dato stets vier Beine hatte,
Wie schnell läuft da ein Tausendfuss? -- --
Ich weiss es wirklich nicht. Weisst du's?

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "Do you?", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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9. Schon gut! [sung text checked 1 time]

"Oh", rief ein Glas Burgunder,
"Oh, Mond, du göttliches Wunder!
Du giesst aus silberner Schale
Das liebestaumelnde, fahle,
Trunkene Licht wie sengende Glut
Hin über das nachtigallige Land -- --"

Da rief der Mond, indem er verschwand:
"Ich weiss! Ich weiss! Schon gut! Schon gut!"

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "That's right!", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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10. Ein Lied [sung text checked 1 time]

  (Von einem Ohrenzeugen.)

Wimmbamm Bumm
Wimm Bammbumm
Wimm Bamm Bumm

Wimm Bammbumm
Wimm Bamm Bumm
Wimmbamm Bumm

Wimm Bamm Bumm
Wimmbamm Bumm
Wimm Bammbumm.

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "A song", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Note: in Bachlund's Strumpfsinn Lieder, this poem is interleaved with "Es war ein Brikett, ein gro&szilg;es Genie"

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11. Liebens Malzbonbon [sung text checked 1 time]

Es war einmal ein schlimmer Husten,
Der hörte gar nicht auf zu pusten.
Zwar kroch er hinter eine Hand,
Was jedermann manierlich fand.
Und doch hat ihn der Doktor Lieben
Mit Liebens Malzbonbon vertrieben.

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "Lieben's Malt Flavored Cough Drops", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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12. Ein Nadelkissen [sung text checked 1 time]

Ein Nadelkissen bildete sich ein,
[Mit]1 dem Stachelschwein
Verwandt zu sein.
Das Nadelkissen
Ist, wie wir wissen,
Eine recht nützliche Erscheinung.
Natürlich sind wir ganz seiner Meinung.

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1 Bachlund: "Das mit"

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13. Ein Schwefelholz [sung text checked 1 time]

War einmal ein Schwefelholz,
Das sich mit erhab'nem Stolz
Einen Anarchisten nannte
Und ein ganzes Haus verbrannte.
Dieses war schon ungewöhnlich,
Doch es kannte auch persönlich
Meyers Taschenlexika,
Ganz speziell das Bändchen "A",
Weshalb es sich nach dem Brande
An besagtes Bändchen wandte
Mit den Worten: "Sag, was ist
Eigentlich ein Anarchist?"

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14. Miliz [sung text checked 1 time]

"Sie haben sich gestern schrecklich betragen!"
Wollte das Putzleder zur Trommel sagen.
Aber die Trommel spannte schnell
Ihr dickes Fell
Und begann einen donnernden Wirbel zu schlagen,
Na -- und da blieb dem Putzleder vor Schrecken
Das Wort im Munde stecken.

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