Liebesfrühling. Liederkranz von F. Rückert

Song Cycle by Ludwig Siegfried Meinardus (1827 - 1896)

Word count: 1355

1. Zueignung [sung text not yet checked]

Ein Geheimniß, so laut,
Ein Geheimniß, so licht,
Und die sich's vertraut
Die sagten sich's nicht.

Ein Geheimniß, so sacht,
Ein Geheimniß, so scheu,
Und die sich's erdacht,
Die bebten dabei.

Ein Geheimniß, so still,
Ein Geheimniß, so schwer,
Und die's überfiel,
Die seufzen gar sehr.

Und die es entzückt,
Die wurden ganz stumm,
Und die es berückt,
Uns zwei bringt's noch um.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. O mein Stern [sung text not yet checked]

O mein Stern!
Nah und fern
War mir mancher holde Strahl erschienen;
Doch ich fand
Unbestand,
Und die Treu' allein in deinen Mienen.

O mein Stern,
Den ich gern
Lass' in meines Herzens Tiefe schauen!
Dir allein
Meine Pein,
Dir allein will ich mein Weh vertrauen.

O mein Stern!
Zu dem Herrn
Fleh' ich, der mir diesen Strahl beschieden,
Daß er mich
Sanft durch dich
Führ' aus meinem Kampf zu deinem Frieden.

O mein Stern,
Der vom Herrn
Mir an des Gemüthes Himmelsbogen
Ward gesetzt,
Ungenetzt
Von dem Gischte sturmbewegter Wogen!

O mein Stern
Der sich gern
Her zum Aufruhr meiner Seele neiget,
Eine Bahn
Diesem Kahn
Durch die Nacht und durch die Klippen zeiget!

O mein Stern,
Soll ich fern
Deinem sänftigenden Strahlen schreiten?
Doch verspricht
Mir dein Licht,
Mich auf allen Pfaden zu begleiten.

Authorship

See other settings of this text.

Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Da ich dich einmal gefunden [sung text not yet checked]

Da ich dich einmal gefunden,
kann ich dich nicht mehr verlieren.
Da du mich einmal umwunden,
Mußt als Kranz mich ewig zieren.
Dich nicht ahnte mein Verlangen,
Eh dich mir der Himmel gab;
Da ich dich von ihm empfangen,
Nimmt dich keine Welt mir ab.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

4. Herr, der du Alles wohlgemacht [sung text not yet checked]

[Herr! der Du]1 Alles wohl gemacht!
Ich will nichts, was nicht du willst schenken.
Du machst es nicht, wie wir's gedacht;
Du machst es besser, als wir's denken. 2

Mich geb' ich hier in deine Hand,
Daß du mich meiner Liebsten gebest.
Du hast geschlungen dieses Band,
O daß du's immer fester webest. 

O ziehe nicht die Hand zurück,
[Die du zum Heil mir ausgestrecket]3!
Du leitest mich zu meinem Glück;
Gieb, daß dazu kein Weg mich schrecket. 

Soll ich mit ihr auf Rosen geh'n?
Den Dornenpfad? Ich geh' in Frieden.
Und sollen wir getrennt hier steh'n,
Laß uns im Himmel ungeschieden.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (John H. Campbell) (W. Kommer) , "Lord ! Lord, you who are the creator of all", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Hauptmann: "Du, Herr, der"; Loewe: "Herr! Herr, der du"
2 Hauptmann inserts here a stanza that does not appear to exist in Rückert's work:
Mich geb' ich hier in deine Hand,
will mich ganz deiner Huld vertrauen,
in Freud' und Leid zu dir gewandt,
will ich auf dich nur hauen.
3 Hauptmann: "die zum Heil du mir ausgestrecket"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

5. Ich wohn' in meiner Liebsten Brust [sung text not yet checked]

Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stillen Träumen.
Was ist die Welt und ihre Lust?
Ich will sie gern versäumen.

Was ist des Paradies Lust
Mit grünen Lebensbäumen?
Ich wohn' in meiner Liebsten Brust
In ihren stillen Träumen!

Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stille Träumen.
Ich neide keines Sternes Lust
In kalten Himmelsräumen.

Was ist die Welt und ihre Lust?
Ich will sie gern versäumen.
Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stillen Träumen.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

6. Liebster, wie bist du beglückt [sung text not yet checked]

Liebster, wie bist du beglückt,
Daß zum Alltagsleben,
Was zum Festtag Andre schmückt,
Dir hat Gott gegeben.

An der Liebe flücht'gem Strahl
Sonnen sich die Andern
Im Vorübergeh'n durch's Thal
Wo sie mühsam wandern. 

Aber du im Sonnenglanz
Hast nicht andre Mühen,
Als zu lassen dir zum Kranz
Alle Blumen blühen.

Anderes Geschäft der Welt
Hast nicht zu vollbringen,
Als die Liebe, die dich schwellt,
Freudig auszusingen.

Wenn du deine Braut geschmückt,
Dein Gefühl ergossen,
Hast du auch die Welt entzückt
Und dein Werk beschlossen.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Du bist die Ruh [sung text not yet checked]

Du bist die Ruh,
Der Friede mild,
Die Sehnsucht du,
Und was sie stillt.

Ich weihe dir
[Voll]1 Lust und Schmerz
Zur Wohnung hier
Mein Aug' und Herz.

Kehr' [ein bei mir]2,
Und schließe du
Still hinter dir
Die Pforten zu.

Treib andern Schmerz
Aus dieser Brust.
Voll sey dies Herz
[Von]3 deiner Lust.

Dies Augenzelt
Von deinem Glanz
Allein erhellt,
O füll' es ganz.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Jij bent de rust", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Geart van der Meer) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lynn Thompson) , "You are peace, the mild peace", copyright © 1997, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Thou art repose", first published 193-?
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "You are my rest", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Gary Bachlund) , "You are my rest", written 2010, copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Tu es le repos", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRI Frisian (Geart van der Meer) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Max Mader) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Tu sei la pace", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Alexandre Trovon) , "Tu és o repouso", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Oestliche Rosen von Friedrich Rückert. Drei Lesen. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1822, pages 125-126; and with Gesammelte Gedichte von Friedrich Rückert. Vierter Band. Erlangen, Verlag von Carl Heyder. 1837, pages 107-108.

Note: The poem was first published 1822 in Rückert's Oestliche Rosen where all the poems have no titles. In subsequent editions (Erlangen, 1837: Gesammelte Gedichte, Frankfurt a. M., 1868: Gesammelte Poetische Werke) this poem got the title Kehr' ein bei mir!

1 Karg-Elert: "In"
2 Curschmann: "bei mir ein"
3 Curschmann: "Voll"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull , Peter Rastl [Guest Editor]

8. Ich liebe dich [sung text not yet checked]

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß;
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluß;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann. 

Dich [lieb]1 ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich lieb ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich lieb ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich lieb ich, weil dich lieben ist mein Sein.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "I love you", copyright ©
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "I love but thee"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Bachlund, Liszt: "liebe" (passim in this stanza)

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Scheiden und Meiden [sung text not yet checked]

O Scheiden und Meiden, du bittres Kraut!
Wer hat dich zuerst im Garten gebaut?
Konnt' er nichts Besseres ziehen?
Er hat dich mit seinen Augen betaut,
Davon bist du gediehen.

O Scheiden und Meiden, vom Himmel gesetzt!
Du bringest die süßen Früchte zuletzt,
Derselben muß ich nun warten;
Doch besser wär' es, ich hätte dich jetzt
Nicht pflanzen müssen im Garten.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Mein Liebster geht [sung text not yet checked]

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen.
Nun zeig' in deinem Glanz' dich, schöne Welt!
Im rechten Licht zeig' ihm dich unverstellt,
Daß er zu dir mag sassen ein Vertrauen! 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen
Im Spiegel, den ihm meine Liebe hält.
Entrollt euch seinen Blicken, Stadt und Feld! 
Zeuch ihm vorüber, Land mit deinen Gauen! 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, 
Wie sein erobert Land beschaut ein Held; 
Und wie es dar sich seinen Augen stellt, 
Verfügt er drüber mit dem Wink der Brauen. 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, 
Wie ein Nomade mit dem leichten Zelt; 
Sein Haushalt ist im Augenblick bestellt, 
Wo er es aufschlägt auf den grünen Auen. 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, 
Ihr Schatten rauschet, und ihre Lüfte schwellt! 
Ihr Gärten grünet, und ihr Ströme quellt! 
Laß Himmel, Sonnenschein und Regen thauen! 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, 
Und sie ist ganz zu seiner Wahl gestellt, 
So weit als Gottes Frühlingslicht erhellt 
Die grünen Räum' und obenher die blauen. 

Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen,
Und ungesehen geh' ich ihm gesellt, 
Und wo es ihm und wo es mir gefällt, 
Da wird er sich und mir die Hütte bauen.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Wie sie jetzt im Garten wallt [sung text not yet checked]

Wie sie jetzt im Garten wallt
Und des fernen Freundes denket
Bei der Rose, die nun bald
In den Staub die Krone senket! --

Und die Lilie sproßt heran,
Und sie wird der Freund nicht pflücken:
Was ich dir nicht opfern kann,
Soll nicht dienen, mich zu schmücken.

Und so geht der Sommer hin,
Eine Blüthe nach der andern,
Daß ich fern dem Freunde bin
Und nicht kann mit Wolken wandern!

Diese Blumen dauern mich,
Die hier welken ungebrochen,
Diese Stunden, welche sich
Dehnen Tage-durch zu Wochen.

Blätter von des Lebens Baum
Sind sie nutzlos abgefallen,
Und mein Leben wird ein Traum
Ohne dich vorüber wallen. 

Komm! die Lieb' in dieser Brust,
Und die Jugend aus den Wangen
Schwillt entgegen dir mit Lust,
Komm! eh' sie dahin gegangen.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

12. Die tausend Grüsse [sung text not yet checked]

Die tausend Grüße,
Die wir dir senden,
Ostwind dir müsse
Keinen entwenden!

Zu dir im Schwarme
Zieh'n die Gedanken.
Könnten die Arme
Auch dich umranken!

Du in die Lüfte
Hauche dein Sehnen!
Laß deine Düfte,
Küsse mich wähnen.

Schwör' es! Ich hör'es:
Daß du mir gut bist,
Hör' es! Ich schwör' es:
Daß du mein Blut bist.

Dein war und blieb' ich,
Dein bin und bleib' ich
Schon vielmal [schrieb']1 ich's,
Noch vielmal [schreib']2 ich's.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Duet 'De duizend groeten'", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Duet", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Leonard J[ordan] Lehrman) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Schumann: "sang"
2 Schumann: "sing"

Researcher for this text: Margo Briessinck

13. So lang' du mich entbehren kannst [sung text not yet checked]

Solang' du mich entbehren kannst,
Wie sollt' ich dich beschränken?
Ich bleibe dein, die du gewannst;
Geh' nur! Mich soll's nicht kränken.

Geliebter! Aber wenn du dann
Bedürfen meiner solltest,
Und aber als ein stolzer Mann
Mich selbst nicht suchen wolltest;

Dann suchen will ich dich, und nein,
Nicht lassen mich vertreiben:
Geliebter! Nun bedarfts du mein,
Nun will ich bei dir bleiben.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

14. Liebste, wer ist vom Anfang Vertrauter [sung text not yet checked]

Liebste, wer [von Anfang ist]1 Vertrauter
Unsres Bunds gewesen? Gott allein. 
Und als ew'ger Bundeszeuge schaut er 
Noch von dort in unser Herz herein.
Liebste, Niemand kann so rein, so lauter
Der Vermittler unsrer' Liebe seyn.
Liebste, nie ein anderer Vertrauter 
Stehe zwischen uns, als Gott allein.

Authorship

View original text (without footnotes)
1 Meinardus: "ist vom Anfang"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

15. Sie sah den Liebsten schweigend an [sung text not yet checked]

Sie sah den Liebsten schweigend an,
Sie sucht' ein Wort, auf das sie sann.
Sie dachte, und in Duft zerfloß
Des Denkens Faden, den sie spann.
Empfindung tauchte auf, als wie
Die Nymph' aus Fluten dann und wann,
Und tauchte wieder in die Flut,
Als ob es sie zu reu'n begann.
Die Seele war der Knospe gleich,
Die will und sich nicht auftun kann.
Sie lächelte, als staunte sie
In sich ein holdes Rätsel an.
Sie atmete, als ob aufs Herz
Ihr drück' ein süßer Zauberbann.
Sie blickte wie nach einem Traum,
Der schwimmend nicht Gestalt gewann.
Sie flüsterte, es war kein Wort,
Ein Hauch nur, der in Duft zerrann.
Sie flüstert' ihm das Wort ins Herz:
Du bist ein sehr geliebter Mann! -
Du bist ein sehr geliebtes Weib!
So sprachen sie und schwiegen dann.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]