Liederkranz für die Bassstimme

Song Cycle by Carl Loewe (1796 - 1869)

Word count: 383

English translation: Song cycle for bass voice
French (Français) translation: Cycle de chants pour voix de basse ( Guy Laffaille)

1. Meeresleuchten [sung text checked 1 time]

Wieviel Sonnenstrahlen fielen goldenschwer, 
fielen feurig glühend in des ew'ge Meer! 
Und die Woge sog sie tief in sich hinab, 
und die Woge ward ihr wild lebendig Grab. 
Nur in stiller Nächte heilger Feierstund' 
sprühen diese Strahlen aus des Meeres Grund. 
Leuchtend roll'n die Wogen durch die dunkle Nacht 
wunderbar durchglüht sie funkensprüh'nde Pracht.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "Ocean lights", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Lumière de la mer", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Anne Evans

2. Der Feind [sung text checked 1 time]

Der Adler lauscht auf seinem Horst;
der Keiler rauscht zur Kesselforst;
das Kätzlein klinkt am Ast sich fest;
der Wolf, er hinkt zum Felsennest;
das Dammwild streicht zum Dickicht ein;
der Fuchs still schleicht zum Bau hinein;
aufstutzt, hinflitzt das scheue Reh; 
die Löffel spitzt der Has' im Klee;
die Ente duckt im düstern Rohr,
das Fischlein guckt nicht mehr hervor;
und Alles schweigt im Hinterhalt!
Der Mensch sich zeigt, geht durch den Wald.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Knut W. Barde) , "The predator", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'ennemi", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Im Sturme [sung text checked 1 time]

Bangt dir, mein Lieb? -- Ich bin ja bei dir!
Es braust das Meer und der Himmel ist dunkel. 
Siehst du [des Leuchtthurms magisch] Gefunkel? 
Bangt dir, mein Lieb? 

Bangt dir, mein Lieb? -- [Ich bin ja bei dir!]2
Die Wogen donnern, der Himmel erzittert! 
Ärmlicher Nachen! bist balde zersplittert! --
Bangt dir, mein Lieb? -- 
                        "Du bist ja bei mir!"

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "In a storm", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Dans la tempête", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Arabesken. Von Carl Siebel, Iserlohn, Julius Bädeker, 1861, page 26.

1 Loewe: "den Leuchtturm, sein magisch"
2 Loewe: "Du bist ja bei mir!"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Anne Evans

4. Heimlichkeit [sung text checked 1 time]

Mein Herz, o schließ dich ein! Es nahn die Weihestunden! 
Nur im Alleinesein hast du dich selbst gefunden.
Knospe der Frühlingszeit! verhüllt von weichem Mose ! 
Es blüht aus Heimlichkeit die allerschönste Rose!

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "Secrecy", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Secret", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Anne Evans

5. Reiterlied [sung text checked 1 time]

Der Wald ist schwarz, die Luft ist klar, 
  Im Frühlicht glüht das Thal. 
Der Morgenduft netzt Bart und Haar, 
  Die Perle rinnt am Stahl. 
    Mein Rößlein fromm, 
    Mein Rößlein komm, 
  Wir reiten, wir reiten!

Du Vater und du Mutter mein, 
  Du Freundschaft allzumal!
Ihr dürft um mich nicht traurig sein, 
  'S ist einmal meine Wahl. 
    [Ich geb' mein Gut,
    Ich geb' mein Blut,]1 
  Um's Reiten, um's Reiten.

[ ... ]

Bin gar ein stürmischer Gesell', 
  Der Reiter ist der Wind;
Und wo ein Röslein blüht zur Stell', 
  Da wird er warm und lind, 
    Küßt sein Gesicht, 
    Ob's will, ob nicht, 
  Im Reiten, im Reiten.

"Gehab' dich wohl, lieb Röselein,
  Hab' Dank für deinen Kuß ! 
Weil ich nun wieder Sturmwind sein, 
  Und Eichen fällen muß. 
    Mir läßt der Streit 
    Zur Lieb' nicht Zeit, 
  Muß reiten, muß reiten!"

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "Song of the rider", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du cavalier", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Loewe: lines exchanged

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]