Japanischer Frühling

by Max Kowalski (1882 - 1956)

Word count: 340

1. Frühlings Ende [sung text checked 1 time]

Im Bambushaine meines Gartens hör ich
Die Nachtigall mit müder Stimme klagen, -- 
Sie trauert, weil die weissen Pflaumenblüten
In Scharen von den Bäumen niederfallen,
Weil nun der Lenz mit seinen Wundern flieht.

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2. Sehnsucht nach der Nachtigall [sung text checked 1 time]

Ich will den Frühlingswind, o Nachtigall,
Mit weichen Blumendüften zu dir senden,
Damit sie dir den Weg herüberweisen
In unsre Flur, -- wir warten schon so lang!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Yearning for the nightingale", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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3. Schnee im Frühling [sung text checked 1 time]

Der Frühling naht mit seinem Dunst. Die Bäume
Setzen schon Knospen an. Doch von dem Himmel
Fällt Schnee auf Schnee, als wollt er nimmer enden.
Wie sonderbar, – nun sinken Blüten nieder,
Obwohl der Lenz noch keine Blüten schuf.

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4. An den Schnee [sung text checked 1 time]

Die Wolken sind von Flocken ganz erfüllt,
Der Wald scheint voll von weißen Weidenkätzchen,
Das ganze Firmament ist schimmernd hell,
Vom Wind getrieben, weht der Schnee am Flusse, –
Wenn ich die weißbedeckten Pflaumenbäume
In meinem Garten sehe, möcht ich glauben,
Sie blühten schon vom Frühling ganz und gar.

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5. Blütenschnee [sung text checked 1 time]

[Leise]1 senkt sich Schnee auf uns herab, und dennoch
Weht lauer Windhauch zart an unsre Stirnen.
Geschah ein Wunder denn? O welch ein Schnee,
Des Heimat nie der Himmel war? Es ist ja
Der holde, duftgeborene Frühlingsschnee
Der Kirschenblüten!

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1 Kowalski: "Leis"

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6. Betrachtung [sung text checked 1 time]

Wenn stets der Kirschenbaum so wundervoll
Wie jetzt auf allen Höhen blühen würde,
Wir liebten seine schneeige Schönheit dann
Nicht so wie jetzt, da nur den Lenz sie ziert.

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7. Gleiche Sehnsucht [sung text checked 1 time]

Der Abend kommt herab. Nun wandr ich an
Den Sao-Fluß, im Windhauch seines Ufers
Die Freundin zu erwarten. Was erklingt
Im Dunkel so voll Sehnsucht? Horch, das ist
Der einsam-schwermutvolle Ruf der Möwe,
Die sich nach der Gefährtin sehnt, wie ich.

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8. Die Träume [sung text checked 1 time]

Seit ich im Traum den Mann seh, den ich liebe, --
Seit jener Zeit erst liebe ich der Träume
Buntfarbene Falter als das köstlichste
Geschenk der Nacht, das ich nicht missen möchte.

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9. Täuschung [sung text checked 1 time]

Ich glaubte, dass die weissen Blüten
Des Frühlings mir entgegentrieben.

Ich irrte mich. Es war das Glänzen,
Das Liebesglänzen deiner Schönheit.

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10. Noch einmal [sung text checked 1 time]

Noch einmal lass mich, o Geliebter,
Bevor ich diese Welt verlasse,
Dein liebes Antlitz wiedersehen,
Dass ich es tief in meine Seele
Einpräge und es mit mir nehme
Ins dunkle Land der Ewigkeit.

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