8 Eichendorff-Lieder

Song Cycle by Albin Fries (b. 1955)

Word count: 641

1. Nachtzauber [sung text not yet checked]

Hörst du nicht die Quellen gehen
zwischen Stein und Blumen weit
nach den stillen Waldesseen,
wo die Marmorbilder stehen
in der schönen Einsamkeit?
Von den Bergen sacht hernieder,
weckend die uralten Lieder,
steigt die wunderbare Nacht,
und die Gründe glänzen wieder,
wie du's oft im Traum gedacht.

Kennst die Blume du, entsprossen
in dem mondbeglänzten Grund
Aus der Knospe, halb erschlossen,
junge Glieder blühendsprossen,
weiße Arme, roter Mund,
und die Nachtigallen schlagen
und rings hebt es an zu klagen,
ach, vor Liebe todeswund,
von versunk'nen schönen Tagen -
komm, o komm zum stillen Grund!
Komm! Komm!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Màgia de la nit", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Night magic", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Magie de la nuit", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Incanto notturno", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Neue Liebe [sung text not yet checked]

Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
So voll Unruh und zerstreut,
Als käme über Berge selig
Schon die schöne Frühlingszeit?

Weil ein liebes Mädchen wieder
Herzlich an mein Herz sich drückt,
Schaust du fröhlich auf und nieder,
Erd und Himmel dich erquickt.

Und ich hab die Fenster offen,
Neu zieh in die Welt hinein
Altes Bangen, altes Hoffen!
Frühling, Frühling soll es sein!

Still kann ich hier nicht mehr bleiben,
Durch die Brust ein Singen irrt,
Doch zu licht [ist's mir]1 zum Schreiben,
Und ich bin so froh verwirrt. 

Also schlend'r ich durch die Gassen,
Menschen gehen her und hin,
Weiß nicht, was ich tu und lasse,
Nur, daß ich so glücklich bin.

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1 another version of Eichendorff (and Pfitzner): "ist mir's"

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3. Anklänge [sung text not yet checked]

Hoch über stillen Höhen
Stand in dem Wald ein Haus;
So einsam war's zu sehen,
Dort übern Wald hinaus.

Ein Mädchen saß darinnen
Bei stiller Abendzeit,
Tät seidne Fäden spinnen
Zu ihrem Hochzeitskleid.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Herinneringen", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Reminiscences", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Réminiscences", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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4. Schneeglöckchen [sung text not yet checked]

's war doch wie ein leises Singen
in dem Garten heute Nacht,
wie wenn laue Lüfte gingen:
"Süße Glöcklein, nun erwacht;
denn die warme Zeit wir bringen,
eh's noch jemand hat gedacht."

's war kein Singen, s'war ein Küßen,
rührt die stillen Glöcklein sacht,
daß sie alle tönen müssen
von der künft'gen bunten Pracht!

Ach, sie konnten's nicht erwarten,
aber weiß vom letzten Schnee
war noch immer Feld und Garten,
und sie sanken um vor Weh.

So schon manche Dichter streckten
sangesmüde sich hinab,
und der Frühling, den sie weckten,
rauschet über ihrem Grab.

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  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Campanitas de nieve", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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5. Der wandernde Student [sung text not yet checked]

Bei dem angenehmsten Wetter
singen alle Vogelein,
klatscht der Regen auf die Blätter,
sing ich so für mich allein.

Denn mein Aug' kann nichts entdecken,
wenn der Blitz auch grausam glüht,
was im Wandern könnt' erschrecken
ein zufriedenes Gemüt.

Frei vom Mammon will ich schreiten
auf dem Feld der Wissenschaft,
sinne ernst und nehm' zu Zeiten 
einen Mund voll Rebensaft.

Bin ich müde vom Studieren,
wann der Mond tritt sanft herfür,
pfleg' ich dann zu musizieren 
vor der Allerschönsten Tür.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "L'estudiant", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The scholar", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'étudiant", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Quando il tempo si mostra ridente", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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6. Auf der Feldwacht [sung text checked 1 time]

Mein Gewehr im Arme steh ich
Hier verloren auf der Wacht,
Still nach jener Gegend seh ich,
Hab so oft dahin gedacht!

Fernher Abendglocken klingen
Durch die schöne Einsamkeit;
So, wenn wir zusammen gingen,
Hört ich's oft in alter Zeit.

Wolken da wie Türme prangen,
Als säh ich im Duft mein Wien,
Und die Donau hell ergangen
Zwischen Burgen durch das Grün.

Doch wie fern sind Strom und Türme!
Wer da wohnt, denkt mein noch kaum,
Herbstlich rauschen schon die Stürme,
Und ich stehe wie im Traum.

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7. Gute Nacht [sung text not yet checked]

Die Höh'n und Wälder [schon]1 steigen
Immer tiefer in's Abendgold;
Ein Vöglein [frägt]2 in den Zweigen
Ob es Liebchen grüssen sollt'?

O Vöglein, du hast dich betrogen,
Sie wohnet nicht mehr im Tal,
Schwing' auf dich zum Himmelsbogen,
Grüss' sie droben zum letztenmal.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Bona nit", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Garrett Medlock) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Bonne nuit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Zemlinsky.
2 Franz: "fragt" (typo?)

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8. In einem kühlen Grunde [sung text not yet checked]

[In einem kühlen Grunde]1
da geht ein Mühlenrad,
mein Liebchen ist verschwunden,
[die]2 dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treue versprochen,
gab mir einen Ring dabei,
sie hat die Treue gebrochen,
das Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht' als Spielmann reisen
[weit]3 in die Welt hinaus,
und singen meine Weisen
und [gehn]4 von Haus zu Haus.

Ich möcht' als Reiter fliegen
wohl in die blut'ge Schlacht,
[um stille]5 Feuer liegen
[Im Feld bei dunkler]6 Nacht.

[Hör' ich]7 das Mühlrad gehen,
[Ich]8 weiß nicht, was ich will,
Ich möcht' am liebsten sterben,
Dann wär's auf einmal still.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "In a cool valley", copyright ©
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "The mill wheel (The broken ringlet)", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dans une froide vallée", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "La ruota del mulino", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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Note: Kreutzer's version is sometimes credited to Uhland. The original poem is also sometimes titled "Untreue" and substitutes "Liebste" for "Liebchen" in line 1-3.
1 Kreutzer: "In jenem Tale dort unten"
2 or "das"
3 Kreutzer: "wohl"
4 Kreutzer: "zieh'n"
5 Kreutzer: "an stillem"
6 Kreutzer: "einsam bei kühler"
7 Kreutzer: "Ich hör"
8 Kreutzer: "und"

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