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12 Lieder für Sopran (oder Tenor) mit Pianoforte , opus 8

by Leopold Damrosch (1832 - 1885)

1. Ich liebe dich  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß;
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluß;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann. 

Dich [lieb]1 ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich [lieb]1 ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich [lieb]1 ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich [lieb]1 ich, weil dich lieben ist mein Sein.

Text Authorship:

  • by Friedrich Rückert (1788 - 1866), no title, appears in Lyrische Gedichte, in 3. Liebesfrühling, in 4. Vierter Strauß. Wiedergewonnen [or Entfremdet], no. 38

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "I love you", copyright ©
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "I love but thee"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Bachlund, Liszt: "liebe"

2. Meine Furcht  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
O stürzt, ihr Wolkenbrüche,
Zum Abgrund nur hinab!
O reißt, ihr Sturmesflüche,
Die Wälder in ihr Grab!
O flammt, ihr Blitzesgluten,
O rase, Donnerklang!
Ihr könnt mich nicht entmuten,
Mir wird vor euch nicht bang.
Wenn ihr aufs Herz mir zielet,
Euch acht' ich Kinder nur,
Daß ihr Vernichten spielet,
Entsprangt ihr der Natur!
Wohl spott ich Sturmesgrimme
Und wildem Donnerscherz;
Und doch vor einer Stimme
Erzittert mir das Herz;
Die schnell das Herz mir bräche,
Die Stimme fürcht ich sehr,
Wenn die Geliebte spräche.
Ich liebe dich nicht mehr!

Text Authorship:

  • by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Meine Furcht", appears in Gedichte, in 4. Viertes Buch, in Liebesklänge

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3. Neid der Sehnsucht  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Die Bäche rauschen
Der Frühlingssonne,
Hell singen die Vögel,
Es lauschen die Blüten,
Und sprachlos ringen
Sich Wonnedüfte
Aus ihrem Busen;
Und ich muß trauern,
Denn nimmer strahlt mir
Dein Aug, o Geliebte! --
Nicht über den Wellen
Des Ozeanes,
Nicht über den Sternen
Und nicht im Lande
Der Phantasien
Ist meine Heimat;
Ich finde sie nur
In deinem Auge!
Was je mir freudig
Beseelte das Leben,
Was nach dem Tode
Mir weckte die Sehnsucht,
Entschwundner Kindheit
Fröhliche Tage
Und meiner Jugend
Himmlische Träume,
Von meinen Toten
Trauliche Grüße
Und meiner Gottheit
Stärkenden Anblick,
Das alles find ich
In deinem Auge,
O meine Geliebte!
Nun bist du ferne,
Und bitter beneiden
Muß jeden Stein ich
Und jede Blume,
Beneiden die kalten
Menschen und Sterne,
An die du vergeudest
Die süßen Blicke.

Text Authorship:

  • by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Neid der Sehnsucht", appears in Gedichte, in 4. Viertes Buch, in Liebesklänge

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4. An ein schönes Mädchen  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Wie die Ros' in deinem Haare,
Mädchen, bist du bald verblüht;
Schönes Mädchen, o bewahre
Vor dem Welken dein Gemüth!

Mädchen, wenn dein Herbst gekommen
Und das ganze Paradies
Deiner Blüte dir genommen,
Und dich aus dir selbst verwies;

Wenn du in des Welkens Tagen
Nicht den frohen Muth mehr hast,
Rosen in dem Haar zu tragen,
Weil den Wangen sie verblaßt;

O dann zaubert dein Gemüthe,
Wenn du's vor dem Frost bewacht,
Auf dein Antlitz eine Blüthe,
Leuchtend durch die Todesnacht.

Text Authorship:

  • by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "An ein schönes Mädchen", appears in Gedichte, in 4. Viertes Buch, in Vermischte Gedichte

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

5. An *  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
[Ach]1 wärst du mein, es wär' ein schönes Leben!
So aber ists Entsagen nur und Trauern,
[Und]2 ein verlornes Grollen und Bedauern;
Ich kann es meinem Schicksal nicht vergeben.3

Undank tut wohl und jedes Leid der Erde;
Ja! meine [Freund']4 in Särgen, Leich' an Leiche,
Sind ein gelinder Gram, wenn ichs vergleiche
Dem Schmerz, daß ich dich nie besitzen werde.3

Text Authorship:

  • by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "An *", appears in Gedichte, in 4. Viertes Buch, in Liebesklänge

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "To *", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "A *", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Strauss: "O"
2 Strauss: "Nur"
3 Gollmick adds "Ach, wärst du mein, wärst du doch ewig mein!"
4 Strauss: "Freud'"

6. Trost  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Laß, o laß mir deine Hand;
Zieh' sie nicht so kalt zurücke;
Nimm, du nahmst's ja schon, mein Glücke.
Laß mir immerhin die Hand!

Wenn du nichts auch für mich fühlst!
Laß mich dennoch weiter träumen,
Laß mich zweifeln, laß mich säumen,
Wenn du nichts auch für mich fühlst!

Gönne mir den armen Trost;
Steh' ich hier doch an dem Grabe
Meiner schönsten, reichsten Habe:
Gönne mir den armen Trost!

Wenn auch deine Hand mich drückt.
Wie sie pflegt' in schönern Zeiten,
Werd' ich's nicht wie Liebe deuten.
Wenn auch deine Hand mich drückt!

Händedruck ist ja nur Gruß,
Liebe bleibt sich nicht so ferne ;
Lipp' an Lippe glüht sie gerne,
Händedruck ist ja nur Gruß.

Händedruck ist noch kein Schwur,
Ist kein ewiges Versprechen;
Das auch weißt du, kann man brechen;
Händedruck ist noch kein Schwur!

Darum laß mir deine Hand;
Was geschieden, bleibt geschieden.
Ach, du nahmst mir ja den Frieden,
Laß mir immerhin die Hand! -

Text Authorship:

  • by Joseph Christian Freiherr von Zedlitz (1796 - 1869), "Erloschene Liebe"

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7. Lenzes Lust  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Im Schnee von Blüthenflocken
Da spielt der Morgenwind,
Aus Mai- und Lilienglocken
Da flüstert's [leicht]1 und lind.
 
Da duftet's wie mit Schalle,
Da rauscht es wie in Duft,
Wenn süß die Nachtigalle
Ihr Lieb, ihr Liebstes ruft.
 
Im Schnee von Blütenflocken
Da will ich sitzen gehn,
Und will der Liebsten Locken
Im Winde flattern sehn.
 
Da will ich hell mit Klingen,
Mit lieblichem Gesang
Von Lieb', von Liebe singen
Wie Nachtigallenklang.

Text Authorship:

  • by Klaus Groth (1819 - 1899), no title

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Klaus Groth's Gesammelte Werke, Vierter Band, Kiel und Leipzig: Verlag von Lipsius & Tischer, 1904, pages 196-197

1 Jenner: "leis"

8. Kalt und schneidend weht der Wind  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Kalt und schneidend
    Weht der Wind, 
Und mein Herz ist bang und leidend
Deinetwegen, [schönes]1 Kind! 

    Deinetwegen, 
    Süße Macht, 
Ist mein Tagwerk ohne Segen
Und ist schaflos meine Nacht. 

    Stürme tosen 
    Winterlich, 
Aber blühten auch schon Rosen,
Was sind Rosen ohne dich?

Text Authorship:

  • by Hermann von Lingg (1820 - 1905), "Lied", appears in Vermischte Gedichte

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Hermann Lingg, Fünfte vermehrte Auflage, Stuttgart: Verlag der J.G. Cottaschenbuchhandlung, 1864, page 90.

1 Pfitzner, Wüllner: "süßes"

9. Wieder möcht' ich dir begegnen  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Wieder möcht' ich Dir begegnen,
Wieder schauen Deinen Blick;
Aber was auch mein Geschick,
Deine liebe Seele will ich segnen.

Leben möcht' ich Dir zu Füßen,
Blumen streuen vor Dich hin,
Aber, ob ich ferne bin,
Deine liebe Seele will ich grüßen.

[Bleib]1 ich ewig auch vertrieben,
Meinem reinsten Glücke fern,
Deine Seele ist mein Stern,
Deine liebe Seele will ich lieben.

Text Authorship:

  • by Peter Cornelius (1824 - 1874), "Wieder möcht' ich Dir begegnen", appears in Gedichte, in 1. Lieder

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Malcolm Wren) , "Once more I would like to greet you", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Could I once again caress thee"

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1 in some versions, "Blieb" (cf. Peter Cornelius literarische werke, Breitkopf und Härtel, 1904, Volumes 3-4, p. 4).

10. Am Clavier  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Ich saß und träumte Lieder
Am flüsternden Klavier,
Sie schwebten auf und nieder
Im Stübchen hinter mir. 

Wie still ihr Schatten,  --  leise
Im Takt die Wand entlang,
So schwebte nach der Weise
Ihr Schritt und ihr Gesang.

Die Sonne war gesunken,
Der Schatten war verbleicht;
Ich saß von Lieder trunken,
Von Weh' und Lust erweicht. 

Wer spielte mir so lose
Ans Haar wie Abendluft?
O komm, du meine Rose,
Und Traum- und Liederduft!  

Text Authorship:

  • by Klaus Groth (1819 - 1899), no title, appears in Hundert Blätter, Paralipomena zum Quickborn, in Erstes Fünfzig

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Confirmed with Klaus Groth's gesammelte Werke, vierter Band, Kiel und Leipzig: Lipsius & Tischer, 1893, page 197.


11. Dein auf ewig  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
Sage nicht, ich sei dein Leben;
Ich will deine Seele sein.
Denn das Leben ist im Schweben,
Unvergänglich ist allein
Deine Seele dir gegeben,
Und ich bin aus ewig dein.
Sage nicht, ich sei dein Leben,
Ich will deine Seele sein. 

Text Authorship:

  • by Friedrich Rückert (1788 - 1866), no title

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12. Zaunstudien  [sung text not yet checked]

Language: German (Deutsch) 
    Volksmelodie: Ein Käfer auf dem Zaune saß etc.

  Ein Maler vor dem Zaune saß,
          Aha!
Studirt daran ohn' Unterlaß!
          Ja, ja!
 
   Daran studirt er sieben Tag',
          Aha!
Das man sich schier verwundern mag.
          Ja, ja!
 
   "Gebt mir das Bild, Herr Maler!
          Aha!
Ich habe noch sechs Thaler."
          Ja, ja!
 
   I, daß ich doch ein Narre war'!
          Aha!
Das liebe Bild geb' ich nicht her.
          Ja, ja!
 
   Nun wollt ihr gerne sehen,
          Aha!
Was auf dem Bild thät stehen?
          Ja, ja!
 
   Das Erste war ein Holunderbaum,
          Aha!
Das Zweite war des Nachbars Zaun,
          Ja, ja!
 
   Der hatt' ne große Fugen,
          Aha!
Dadurch man konnte lugen,
          Ja, ja!
 
   Das Dritte war'n zwei Aeugelein,
          Aha!
Die lugten durch so hübsch und fein. -
          Ja, ja!
 
   Da sprang der Maler über den Zaun;
          Aha!
Die Augen sind nicht mehr zu schaun.
          Ja, ja!

Text Authorship:

  • by Robert Reinick (1805 - 1852), "Zaunstudien", appears in Lieder, in Romanzen und Balladen [formerly Bilder], first published 1844

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