Elf Eichendorff-Lieder

Song Cycle by Karl Rausch (1880 - 1951)

Word count: 732

1. In der Fremde [sung text not yet checked]

Da fahr' ich still im Wagen,
Du bist so weit von mir, 
Wohin er mich mag tragen,
Ich bleibe doch bei dir.

Da fliegen Wälder, Klüfte
Und schöne Täler tief
Und Lerchen hoch in Lüften,
Als ob dein' Stimme rief.

Die Sonne lustig scheinet
Weit über das Revier,
Ich bin so froh verweinet,
Und singe still in mir.

Vom Berge geht's hinunter,
Das Posthorn schallt im Grund,
Mein' Seel' wird mir so munter,
Grüß' dich aus Herzensgrund.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "I travel silently in the coach", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dans la voiture, je voyage en silence", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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2. Stimmen der Nacht [sung text not yet checked]

Weit tiefe, bleiche, stille Felder --
O wie mich das freut,
Über alle, alle Täler, Wälder
Die prächtige Einsamkeit!

Aus der Stadt nur schlagen die Glocken
Über die Wipfel herein,
Ein Reh hebt den Kopf erschrocken
Und schlummert gleich wieder ein.

Der Wald aber rühret die Wipfel
Im Schlaf von der Felsenwand,
Denn der Herr geht über die Gipfel
Und segnet das stille Land.

Authorship

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3. Der Einsiedler  [sung text not yet checked]

[Komm]1, Trost der Welt, du stille Nacht!
Wie steigst du von den Bergen sacht,
Die Lüfte alle schlafen,
Ein Schiffer nur noch, wandermüd',
Singt übers Meer sein Abendlied
Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn
Und lassen mich hier einsam stehn,
Die Welt hat mich vergessen,
Da tratst du wunderbar zu mir,
Wenn ich beim Waldesrauschen hier
Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so [müd']2 gemacht,
Das weite Meer schon dunkelt,
Laß ausruhn mich von Lust und Not,
Bis daß das ew'ge Morgenrot
Den stillen Wald durchfunkelt.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De eenzaat", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Come, comfort of the world, you still night", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le solitaire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Vieni , notte silenziosa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 von Wilm: "Komme"; further changes may exist not shown above.
2 Reinthaler: "trüb"

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4. Wehmut  [sung text not yet checked]

Ich irr in Tal und Hainen
Bei kühler Abendstund,
Ach, weinen möcht ich, weinen
So recht aus Herzensgrund.

Und alter Zeiten Grüßen
Kam da, im Tal erwacht,
Gleich wie von fernen Flüssen
Das Rauschen durch die Nacht.

Die Sonne ging hinunter,
Da säuselt' kaum die Welt,
Ich blieb noch lange munter
Allein im stillen Feld.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mélancolie", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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5. Im Alter [sung text not yet checked]

Wie wird nun alles so stille wieder!
So war mir's oft in der Kinderzeit,
Die Bäche gehen rauschend nieder
Durch die dämmernde Einsamkeit,
Kaum noch hört man einen Hirten singen,
Aus allen Dörfern, Schluchten, weit
Die Abendglocken herüberklingen,
Versunken nun mit Lust und Leid
Die Täler, die noch einmal blitzen,
Nur hinter dem stillen Walde weit
Noch Abendröte an den Bergesspitzen,
Wie Morgenrot der Ewigkeit.

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "In vecchiaia", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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6. Kurze Fahrt  [sung text not yet checked]

Posthorn, wie so keck und fröhlich
Brachst du einst den Morgen an,
Vor mir lag's so frühlingsselig,
Daß ich still auf Lieder sann.

Dunkel rauscht es schon im Walde,
Wie so abendkühl wird's hier,
Schwager, stoß ins Horn - wie balde
Sind auch wir im Nachtquartier!

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Short journey", copyright ©

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7. Die Einsame [sung text not yet checked]

Wär's dunkel, ich läg' im Walde,
Im Walde rauscht's so sacht,
Mit ihrem Sternenmantel
Bedeckt mich da die Nacht,
Da kommen die Bächlein gegangen,
Ob ich schon schlafen tu'?
Ich schlaf' nicht, ich hör' noch [lange]1
Den Nachtigallen zu,
Wenn die Wipfel über mir [schwanken]2,
[Es klinget]3 die ganze Nacht,
Das sind im Herzen die Gedanken,
Die singen, wenn [Niemand]4 wacht.

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  • ENG English (Jakob Kellner) , "The lonely girl", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "S'il faisait noir, je serais allongée dans la forêt", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Herzogenberg, Pfitzner, Schoeck: "lang"
2 Gumbert: "rauschen"
3 Herzogenberg, Pfitzner, Schoeck: "Das klingt"
4 Herzogenberg, Schoeck: "Niemand mehr"

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8. Elfe  [sung text not yet checked]

Bleib bei uns! Wir haben den [Tanzplan]1 im Tal 
bedeckt mit Mondesglanze, 
Johanneswürmchen erleuchten den Saal, 
die Heimchen spielen zum Tanze. 

Die Freude, das schöne [leichtgläubige]2 Kind, 
[es]3 wiegt sich in Abendwinden: 
Wo Silber [auf Zweigen und Büschen rinnt,
da wirst]4 du die Schönste finden.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Stay with us! We have covered a clearing in the dell", copyright ©
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "The elves"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Elfe", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Marx: "Tanzplatz"
2 Marx, Wolff: "leichtgläub'ge"
3 Wolff: "sie"
4 Marx: "über die Zweige rinnt,/ sollst"

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9. Die poetischen Schneider [sung text not yet checked]

Nur vom Ganzen frisch gerissen,
Eh die Ware ganz verschlissen,
Hier ein uralt gülden Stück,
Gibt so 'n gewissen frommen Blick,
Hier ein bunter welscher Flick,
Drauf ein Stück Hausleinewand,
Macht das Welsche erst pikant.
Hie 'nen Fetzen Bärenhaut,
Daß man auch das Deutsche schaut,
Drüber einen span'schen Kragen,
Das Erhabne wird behagen,
Frisch gestichelt, fein zum Werke,
Und wird auch nichts Ganzes draus,
Sieht es doch gar niedlich aus.

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10. Im Abendrot  [sung text not yet checked]

Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand,
Vom Wandern ruhen wir [beide]1
Nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft.

Tritt her, und laß sie schwirren
Bald ist es [Schlafenszeit]2,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.

O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde -- 
Ist [das]3 etwa der Tod? --

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "A l'hora baixa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Geart van der Meer) , "In 't avondrood", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "In 't avondrood", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lena Platt) (Daniel Platt) , "In Twilight", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Bertram Kottmann) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "In the twilight", copyright © 2013
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Coucher de soleil", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRI Frisian [singable] (Geart van der Meer) , "Yn 't juntydsrea", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Francesco Campanella) , "Al tramonto", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "I aftenrøden", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Alicja Istigniejew) , "O zmierzchu", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Abel Alamillo Fernández) , "En el crepúsculo", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Strauss
2 in another version of Eichendorff's: "Ruhenszeit"
3 Pepping, Strauss: "dies"

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11. Ergebung [sung text not yet checked]

Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
Die Lust hat eignes Grauen,
Und alles hat den Tod.

Ins Leben schleicht das Leiden
Sich [heimlich]1 wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.

Was gäb' es doch auf Erden,
Wer hielt' den Jammer aus,
Wer möcht' geboren werden,
Hielt'st Du nicht droben Haus!

Du bist's, der, was wir bauen,
Mild über uns zerbricht,
Daß wir den Himmel schauen -
Darum so klag' ich nicht.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce que nous voyons change", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Berg: "leise"

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