Zwölf Gesänge

Song Cycle by Adolph Bernhard Marx (1795 - 1866)

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1. Schlummerlied [sung text not yet checked]

Umspielt vom Hauche
Der linde Luft
Entschlumm're lächelnd
Im Blüthenduft,
Vom Kuß der Rosen
Die Wang' umschmiegt,
Im Meer der Düfte
Das Herz gewiegt.

Und wenn du schlummerst,
Dann leg' ein Chor
Von Blumengeistern
Sich an dein Ohr,
Und flüstre Klänge
Des Lichts dir zu,
Und wiege selig
Dein Herz in Ruh! 

Und trage schaukelnd
Im duft'gen Traum
Empor, empor dich
Zur Ätherraum!  -- 
Doch mußt erwachend
Du wieder mein
Bei deinen Schwestern
Den Rosen sein.

Authorship

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Confirmed with Berliner Musen-Almanach, ed. by Moritz Veit, Berlin: G. Fincke, 1830, pages 210 - 211.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Im Sommer [sung text not yet checked]

Wie Feld und Au
So blinkend im Thau!
Wie Perlen-schwer
Die Pflanzen umher!
[Wie durch den Hain
Die Lüfte so rein!]1
Wie laut, im hellen Sonnenstrahl,
Die süßen Vöglein allzumahl!

Ach! aber da,
Wo Liebchen ich sah,
Im Kämmerlein,
So nieder und klein,
So rings bedeckt,
Der Sonne versteckt --
Wo blieb die Erde weit und breit
Mit aller ihrer Herrlichkeit?

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Zomerlied", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Guess) , "Summer song", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "En été", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Geschichte der deutschen Literatur mit ausgewählten Stücken aus den Werken der vorzüglichsten Schriftsteller von Heinrich Kurz, Zweiter Band, Fünfte Auflage, Leipzig, Druck und Verlag von B. G. Teubner, pages 544-545.

Modernized spelling would change "Thau" to "Tau" and "allzumahl" to "allzumal"

Note: Goethe mistakenly included this poem in his works in 1815. Several composers therefore attributed it erroneously to him (including Wolf and Franz). Referenced in Max Friedlaender's Das deutsche Lied im 18. Jahrhundert, Stuttgart: J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, 1902, reprint: Hildesheim: Georg Olms Verlagsbuchhandlung, 1962.

1 Franz, Nägeli, F. Mendelssohn: "Wie durch's Gebüsch / Die Winde so frisch!"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Emilia Maxim

3. Aus was ihr wollt' [sung text not yet checked]

Komm herbei, komm herbei, o Tod
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author
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4. Sinesischer Poëtenklub [sung text not yet checked]

Sie saßen zusammen und tranken Thee, 
Und machten flaue Gesichter,
Die einen sprachen vom ABC,
Die andern putzten die Lichter. 

Da meinte einer, es wär' doch gut,
Zum Zeitvertreib zu reimen,
Fing an sein bischen Liebesgluth
In glatte Verse zu leimen.

Ein andrer wieder mit Geschrei
Erzählte sein Examen,
Daß gleich Novellchen, eins, zwei, drei,
Davon zum Vorschein kamen.

Ein dritter riß 'nen schlechten Witz,
Und machte draus 'ne Posse,
Ein vierter braute schnell wie der Blitz  
'Ne tragikomische Glosse. 

Das Zeug las einer dem andern vor,
Der lobt' ihn ins Gesichte,
Und staunend schrie der ganze Chor:
"O wunderschöne Gedichte!"

Authorship

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Confirmed with Berliner Musen-Almanach, ed. by Moritz Veit, Berlin: G. Fincke, 1830, pages 150 - 151.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

5. In der Ferne [sung text not yet checked]

Es wehn die Winde,
Es bebt das Herz,
Die Segel schwellen,
Es wächst der Schmerz.
Das Schiffchen gleitet  
Zum fernen Strand,
Es blickt das Auge
Zum Vaterland. 

Authorship

Confirmed with Berliner Musen-Almanach, ed. by Moritz Veit, Berlin: G. Fincke, 1830, page 45.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

6. Jägers Hoffen aus Undinens Gruß [sung text not yet checked]

Fröhlich zog in Morgenfrische
 . . . . . . . . . .

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7. Auf der Wanderung [sung text not yet checked]

Über die Berge,
Über die Flächen, 
Durch Wies' und Felder,
Vorüger den Bächen,
Zu den dunkeln Weiden
Ins ferne Thal,
Mit all deinen Freuden,
Mit all deiner Qual!

Authorship

Confirmed with Berliner Musen-Almanach, ed. by Moritz Veit, Berlin: G. Fincke, 1830, page 289.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

8. Luthers letzte Worte [sung text not yet checked]

Dulces exuviae, dum fata deusque sinebat,
accipite hanc animam meque his exsolvite curis,
Vixi et quem dederat cursum fortuna peregi,
et nunc magna mei sub terras ibit imago.
Urbem praeclaram statui, mea moenia vidi,
ulta virum poenas inimico a fratre recepi,
felix, heu nimium felix, si litora tantum
numquam Dardaniae tetigissent nostra carinae. 

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (David Wyatt) , "Sweet relics, as long as fate and the god allow", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Der 15. Mai [sung text not yet checked]

Leichte Silberwolken schweben
Durch die erst erwärmten Lüfte,
Mild, von Schimmer sanft umgeben,
Blickt die Sonne durch die Düfte.

Leise wallt und drängt die Welle
Sich am reichen Ufer hin;
Und wie reingewaschen helle,
Schwankend hin und her und hin,
Spiegelt sich das junge Grün.

[Still ist Luft und Lüftchen stille;
Was bewegt mir das Gezweige?
Schwüle Liebe dieser Fülle,
Von den Bäumen durchs Gesträuche.

Nun der Blick auf einmal helle,
Sieh! der Bübchen Flatterschar,
Das bewegt und regt so schnelle,
Wie der Morgen sie gebar,
Flügelhaft sich Paar und Paar.

Fangen an, das Dach zu flechten -
Wer bedürfte dieser Hütte? -
Und wie Zimmrer, die gerechten,
Bank und Tischchen in der Mitte!

Und so bin ich noch verwundert,
Sonne sinkt, ich fühl es kaum;
Und nun führen aberhundert
Mir das Liebchen in den Raum,
Tag und Abend, welch ein Traum!]1

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mai", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Gál.

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10. Aus Chinesich-deutsche Jahres- und Tageszeiten [sung text not yet checked]

War schöner als der schönste Tag,
Drum muß man mir verzeihen,
Daß ich sie nicht vergessen mag,
Am wenigsten im Freien.
Im Garten war's, sie trat heran,
Mir ihre Gunst zu zeigen;
Das fühl ich noch und denke dran
Und bleib ihr ganz zu eigen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (J. Lee Riccardi) , "Song from Faust", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Elle était plus belle que le jour le plus beau", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Canzonetta", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Johann Wolfgang von Goethe, Poetische Werke, Band 2, Berlin, 1960, page 106.


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11. Rheinweinlied [sung text not yet checked]

Der Aßmannshäuser im Purpurschein
 . . . . . . . . . .

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12. Eine Nacht auf Kamtschatka [sung text not yet checked]

Der Nebel feuchtet die eisge Luft,
Es stürzt die Krähe zur Felsenkluft.
Wer ist der nächtige Wandrer dort,
Der suchend schreitet von Ort zu Ort? --

Herein bricht schreckend die schwarze Nacht,
Kein Stern erglänzet, kein Auge wacht;
Ich seh den einsamen Wandrer nur,
Das Schneelicht hemmt ihm des Pfades Spur.

"'S ist doch recht öde im Fichtenwald, 
Ich wollt' ich fände die Hütte bald, 
Ich wollt', ich blickt' in ihr Auge klar, 
Dann fragt' ich nicht nach der Sterne Schaar."

Er hüllt sich ein in den Mantel dicht,
Er achtet Nebel und Stürme nicht,
Er schreitet über das Feld von Eis,
Er gleitet nieder vom Hügel weiß.

"Muth nur! Schon ist mir die Hütte nah;
Dort ragt die Birke, bald bin ich da!"
Und über den Graben mit frischem Muth
Hebt leicht ihn hinüber der Liebe Gluth.

Und unter der Thüre, da steht er still;
Er harrt, ob keiner ihm öffnen will;
Er harrt und harret; es bebt sein Herz;
Es zuckt im Busen der dumpfe Schmerz -- :

  "Erglänzt dein Licht
  Mir nicht?
  Gingst du zur Ruh
  So bald,
  Holdselige Gestalt? --

  Die feuchte Luft
  Voll Duft,
  Kein Stern von fern
  Zu schaun --
  O düstres Nebelgraun!

  Auf kaltem Stein
  Allein,
  Hier harr' ich starr,
  Vom Ost
  Umweht beim Winterfrost."

Die Krähe krächzt auf dem Birkenzweig,
Der Reif fällt eisig nieder,
Der müde Wandrer sitzt starr und bleich;
Kein Laut entschlüpft ihm wieder. 

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]