12 Lieder

Song Cycle by Karl Friedrich Zelter (1758 - 1832)

Word count: 1315

1. Die Elfenkönigin [sung text checked 1 time]

    Was unter'm Monde gleicht
    Uns Elfen flink und leicht?
    Wir spiegeln uns im Tau
    Der sternenhellen Au;
Wir tanzen auf des Baches Moos,
Wir wiegen uns am Frühlingssproß
Und [ruhn]1 in weicher Blumen Schoß.
     
    Ihr Elfen auf der Höhn,
    Ihr Elfen an den Seen,
    Zum taubeperlten Grün
    Folgt eurer Königin!
Im silbergrauen Spinnwebkranz,
Umflimmert von des Glühwurms Glanz,
Herbei! herbei zum Mondscheintanz!
     
    Ein Schleier weiß und fein,
    Gebleicht im Sternenschein,
    Auf kühler Totengruft.
    Umwall euch leicht wie Duft!
Durch Moos und Schilf, durch Korn und Hain,
Bergauf, thalab, waldaus, feldein,
Herbei! herbei zum Ringelreihn!
     
    Uns wölbt der Nessel Dach
    Ein sichres [Tanzgemach]2;
    Ein weißer Nebelflor
    Umschleiert unser Chor;
Wir kreisen schnell, wir schweben leicht,
Ein finstres Gnomenheer entsteigt 
Dem Erdenschoß und harft und geigt.

    Das Mark vom Schmetterling,
    Den eine Jungfrau fing,
    Das Hirn der Nachtigall,
    Stärkt uns zum leichten Ball.
Wir schlürfen froh bei Rundgesang
Und Flötenton und Saitenklang
Aus Blumenkelchen Göttertrank.

    Herbei! herbei zum Tanz
    Im grauen Spinnwebkranz!
    Schnell rollt der Elfen Kreis
    Im zirkelrunden Gleis!
Wo ist ein Fuß, der nimmer glitt?
Wir Elfen fliehn mit Zephyrschritt,
Kein Gräschen beuget unser Tritt!

Authorship

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Note: this version of Matthisson's poem can be found in the 1849 collection Deutschland's Balladen- und Romanzen-Dichter von G. A. Bürger bis auf die neueste Zeit, Karlsruhe : Verlag von Wilhelm Kreuzbauer.
1 Baroni-Cavalcabó: "ruhen"
2 Baroni-Cavalcabó: "Tanz gemacht"

Researcher for this text: Joanna Lonergan

2. Die Kindheit [sung text checked 1 time]

[Wenn]1 die Abendröthe
Dorf und Hain umwallt,
Und die Weidenflöte
Hell zum [Reigen schallt]2;
Deine Lenzgefühle
Wähn' ich dann erneut,
Du, der Knabenspiele
Süße Blumenzeit!

Wie der Mond aus grauer
Nebeldämmrung Flor,
Hebt aus öder Trauer
Sich mein Geist empor,
[Wenn]1 mit Spiel und Tanze
Mir dein [Morgenbild]3
Sich im Rosenglanze
Zauberisch [enthüllt]4,

Ach! mit welchem Reize
Dämmert das Revier
Stiller Todtenkreuze,
Kindheit, neben dir!
Deine Nacht voll Sorgen
Dunkelt schon von fern,
Der Vollendung Morgen
Folgt kein Abendstern.

Authorship

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1 Nägeli: "Wann"
2 Nägeli, Zelter: "Tanz erschallt"
3 Nägeli, Zelter: "Maigefild'"
4 Zelter: "umhüllt"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull , Johann Winkler

3. Die Betende [sung text checked 1 time]

Laura betet! Engelharfen hallen
[Frieden]1 Gottes in ihr krankes Herz,
Und, wie Abels Opferdüfte, wallen
Ihre Seufzer himmelwärts.

Wie sie kniet, in Andacht hingegossen,
Schön, wie Raphael die Unschuld malt!
Vom Verklärungsglanze schon umflossen,
Der um Himmelswohner strahlt.

O sie fühlt, im leisen, linden Wehen,
[Froh des Hocherhabnen]2 Gegenwart,
Sieht im Geiste schon die Palmenhöhen,
Wo der Lichtkranz ihrer harrt!

So von Andacht, so von Gottvertrauen
Ihre engelreine Brust geschwellt,
Betend diese Heilige zu schauen,
Ist ein Blick in jene Welt!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La dona pregant", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De biddende", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The praying woman", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La femme à la prière", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Colei che prega", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 6; and with Friedrich Matthisson's auserlesene Gedichte, herausgegeben von Joh. Heinr. Füssli, Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie, 1791, page 78.

First published in Lieder von Friedrich Matthisson. Breslau, bey Gottlieb Löwe. 1781, page 36; and then, with Rust's setting, in Deutsches Museum Erster Band. Jänner bis Junius. 1784. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung. Erstes Stück. Januar 1784, in the appendix following page 96.

1 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Tröstung"
2 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Näher ihres Gottes"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

4. Gefilde des Todes, Gefilde der Ruh'![sung text checked 1 time]

Gefilde des Todes, Gefilde der Ruh'!
Euch wanket voll Sehnsucht der Leidende zu.
Er steht am Gestade, verkannt und allein,
in Wüsten des Lebens alleine, allein!

Er kam zu den Menschen so [willig und]1 gut,
er trug in den Adern so glühendes Blut;
Er sah nach Gefährten, nach Antwort sich um,
doch alles war öde, doch alles war stumm.

[ ... ]

Gefilde des Friedens, Gefilde der Ruh',
nur ihr weht Vollendung dem Leidenden zu.
Die Träume der Toten sind kühle und leicht;
wohl dem, der vom Ziele nicht ferne mehr schleicht!

Authorship

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1 Zelter: "willig, so"

Researcher for this text: Johann Winkler

5. Sehnsucht [sung text checked 1 time]

Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude
[Seh]1 ich an's Firmament
Nach [jener]2 Seite.
[Ach, der]3 mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es [schwindelt]4 mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • CZE Czech (Čeština) (Jan Evangelista Nečas) , "Táž"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Slechts wie de hunk'ring kent", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lawrence Snyder) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (David Paley) , "Only my yearning shows", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Solo chi conosce la nostalgia", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Ana Vargas) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Mercedes Vivas) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • TUR Turkish (Türkçe) (Gül Sabar) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 118; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Neunzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 67.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Zweyter Band. Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1795, pages 265-266. The poem appears in Book 4, Chapter 11 of Goethe's novel.

1 Schubert (D. 310, first version): "Blick"
2 Lang: "jeder"
3 Goethe (only in the novel, not in editions of the poems): "Ach! der"; Zelter: "Ach, die"
4 Goethe (only in editions of the novel later than 1815, not in editions of the poems): "schwindet"

Research team for this text: Lawrence Snyder , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Gebet [sung text not yet checked]

Vor dir, o Gott, zu beten
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

7. Die Gegenwart [sung text checked 1 time]

     Dunkler Ocean umgürtet
Unsre Erd' und unser Leben.
Fluten rauschen über Fluten,
Auf den Fluten ruhen Wolken,
Dunkler Abgrund ist die Zukunft.
          Nur die Gegenwart ist sicher;
          Jüngling, [auf! genieße]1 sie.

     Siehe, dort auf Kafs Gebürgen
Schwingt sich Anka in die Wolken.
Jeder Staub entsank der Schwinge,
Und man sagt, er sey unsterblich.
Wohin schwang er sich? Wo ist er?
          Nur die Gegenwart ist sicher;
          Jüngling, auf! genieße sie.

     Wie der Tag, so glänzt dein Antlitz,
Wie die Nacht ist deine Locke,
Deine Lippen Morgenröthe.
Morgenroth und Tag und Nächte,
Auch die schönsten fliehn vorüber.
          Nur die Gegenwart ist sicher;
          Jüngling, auf! genieße sie.

Authorship

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Note: A "D." appeared at the end of the original text; Herder is now understood to be the author. In Nägeli's score, no text author is indicated.

1 Nägeli: "auf! und genieße", passim.

Research team for this text: Harry Joelson , Melanie Trumbull

8. Friedensreigen [sung text checked 1 time]

Mit Gesang und Tanz sei gefeiert,
O du Tag, und o Nacht, auch du!
Denn er kommt, der Fried', und erneuert
Die Gefild' uns mit Heil und Ruh'!
Von der Grenze kehrt, wer gestritten,
Mit der Eichen Laub in die Hütten:
O wie eilt ihr Gang
In der Trommeln Klang,
In der Hörner Getön und dem Siegsgesang!

Wer daheim in Angst sich gegrämet,
O hinaus, und begrüßt das Heer
Mit der Lieb' Umarmung, und nehmet
Das Gepäck und das Mordgewehr !
Ja er lebt, dein Sohn, du Betrübter!
Ja er lebt, o Braut, dein Geliebter!
Ja , der Vater lebt!
Wie er segnend strebt
Nach der Kindelein Schwarm, und vor Freude bebt!

Sei gegrüßt in heiligen Narben,
Mit Triumph uns gegrüßt , o Held !
Mit Triumph [auch grüßt sie]1, die starben
Für Gemein' und Altar im Feld!
Doch verschont, unrühmliche Zähren,
Die geweihte Gruft zu entehren!
Es belohnt ,o Wais',
Und o Wittw' und Greis,
Es belohnt die Gemein' euch mit Kost und Preis!

Wie umzog uns schwarz das Gewitter
Der Verschwor'nen zu Fuß und Ross:
Der Tyrannen Schwarm und der Ritter ,
Ein unzählbarer Mietlingstross!
Doch ein Hauch verweht das Getümmel
Und es strahlt die Sonn' an dem Himmel.
[Froh]2 beginnt der Tanz
In dem Eichenkranz
Um der Freiheit Altar und des Vaterlands!

Nun erhebt euch, frei der Befehdung,
Die Gewerb' und das Land zu bau'n:
Dass erblüh'n von Fleiß aus Verödung
Der Verbrüderten Berg' und Au'n.
Dem Gebor'nen pflanzt und dem Gatten;
Und der Säugling spiel' in dem Schatten!
Kein Bezwinger schwächt
Uns Gesetz und Recht;
Es gebeut uns kein Herr, es gehorcht kein Knecht.

O du Vaterland der Gemeine,
Die für All' und für Einen wirkt,
Wo für Aller Wohl auch der Eine
Mit Entschlossenheit lebt und stirbt!
Wir Vereinten schwören dir wieder ,
Zu beharren frei und wie Brüder!
Ja, mit Herz und Hand
Sey geknüpft das Band
Für Gemein' und Altar , o du Vaterland!

Authorship

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1 Zelter: "grüßt sie auch"
2 Zelter: "Nun"

Researcher for this text: Johann Winkler

9. Wer nie sein Brod mit Thränen aß[sung text checked 1 time]

Wer nie sein Brod mit Thränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem [Bette]1 weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!
 
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • CZE Czech (Čeština) (Jan Evangelista Nečas) , "Harfeník"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wie nooit zijn brood in tranen at", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He who never ate his bread with tears", copyright ©
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission [an adaptation]
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Celui qui n'a jamais mangé son pain avec des larmes", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Chi non mangiò mai pane bagnato di lacrime", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 122; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Achtzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, pages 217-218.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Erster Band. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. 1795, page 346. The poem appears in Book 2, Chapter 13 of Goethe's novel.

1 Droste-Hülshoff: "Lager"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

10. Wer sich der Einsamkeit ergibt[sung text checked 1 time]

Wer sich der Einsamkeit ergibt
Ach! der ist bald allein,
Ein jeder lebt, ein jeder liebt,
Und läßt ihn seiner [Pein]1.

Ja, laßt mich meiner [Qual]2!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam seyn,
Dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend [sacht]3!
Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
Mich Einsamen die Pein,
Mich Einsamen die Qual.
Ach werd ich erst einmal
Einsam in Grabe seyn,
[Da]4 läßt [sie]5 mich allein!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wie aan de eenzaamheid zich wijdt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He who gives himself over to solitude", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Chi sceglie solitudine", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (unknown or anonymous translator) , written 2012

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 120; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Achtzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, pages 219-220.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Erster Band. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. 1795, pages 348-349. The poem appears in Book 2, Chapter 13 of Goethe's novel.

1 Schubert (D.325): "Qual"
2 Schubert (D.325): "Pein"
3 Schubert (D.478/2, first version): "ach"
4 Zelter: "Dann"
5 Schubert (autograph of D.325): "ihr"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

11. Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen[sung text checked 1 time]

Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn mein Geheimniß ist mir Pflicht;
Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen,
Allein das Schicksal will es nicht.

[Zur rechten]1 Zeit vertreibt der Sonne Lauf
Die finstre Nacht, und sie muß sich erhellen;
Der harte Fels schließt seinen Busen auf,
Mißgönnt der Erde nicht die tiefverborgnen Quellen.

Ein jeder sucht im Arm [des Freundes]2 Ruh,
Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen;
Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Doe mij niet spreken, laat mij zwijgen", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Don't ask me to speak", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Ne me dis pas de parler, dis-moi de me taire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Non chiedermi di parlare", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , "Non chiedere ch'io parli", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 117; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Neunzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 262.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Dritter Band, Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1795, pages 203-204. The poem appears in Book 5, Chapter 16 of Goethe's novel.

1 Schubert (first setting, D. 726): "Zu rechter"
2 Goethe (only in the editions of the poems, not in the novel): "der Freunde"

Research team for this text: Thierry Morice , Peter Rastl [Guest Editor]

12. Kennst du das Land? [sung text checked 1 time]

Kennst du das Land? wo die Citronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, 
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
                   Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man Dir, du armes Kind, gethan?
Kennst du es wohl? 
                   Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maulthier sucht im Nebel seinen Weg;
In [Höhlen]1 wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du [ihn]2 wohl?
                    Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Vater, laß uns ziehn!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Ken je het land?", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , "Knowest thou where?", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Mignon", first published 1907
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "Mignon's song", first published 1911
  • ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2016
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Connais-tu le pays où les citronniers fleurissent", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Conosci tu il paese", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , "Conosci il paese", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 177.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Zweyter Band. Frankfurt und Leipzig. 1795, pages 7-8. The poem appears in Book 3, Chapter 1 of Goethe's novel.

See also the following poems inspired by this poem: the French poem Mignon and the German poem Kennst du das Land, wo über Grabes Nächte.

1 Schubert (autograph): "Höllen"
2 Schubert: "es"

Note: Spontini adds lines from all the stanzas at the end of his setting:

Dahin mit dir, möcht' ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn,
Dahin mit dir, möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn,
O Vater, dahin geht unser Weg,
O Vater laß uns ziehn,
Mit dir dahin, dahin mit dir!


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]