Aus Goethe's west-östlichem Divan. Zehn Quartette für S., A., T. und B. mit vierhändiger Pianofortebegleitung

Song Cycle by Hans Huber (1852 - 1921)

Word count: 0

1. Musst nicht vor dem Tage fliehen [sung text not yet checked]

Mußt nicht vor dem Tage fliehen:
Denn der Tag, den du ereilest,
Ist nicht besser als der heut'ge;
Aber wenn du froh verweilest,
Wo ich mir die Welt beseit'ge,
Um die Welt an mich zu ziehen,
Bist du gleich mit mir geborgen:
Heut ist heute, morgen morgen,
Und was folgt und was vergangen,
Reißt nicht hin und bleibt nicht hangen.
Bleibe du, mein Allerliebstes;
Denn du bringst es, und du gibst es.

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2. Hochbeglückt in deiner Liebe [sung text not yet checked]

Hochbeglückt in deiner Liebe
Schelt ich nicht Gelegenheit,
Ward sie gleich an dir zum Diebe,
Wie mich solch ein Raub erfreut!

Und wozu denn auch berauben?
Gib dich mir aus freier Wahl;
Gar zu gerne möcht ich glauben:
Ja, ich bin's, die dich bestahl.

Was so willig du gegeben,
Bringt dir herrlichen Gewinn;
Meine Ruh, mein reiches Leben
Geb ich freudig, nimm es hin!

Scherze nicht! Nichts von Verarmen!
Macht uns nicht die Liebe reich?
Halt ich dich in meinen Armen,
Jedem Glück ist meines gleich.

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  • ENG English (Knut W. Barde) , "Suleika", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , first published 1892, copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Piena di gioia nel tuo amore", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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3. Was wird mir jede Stunde so bang'? [sung text not yet checked]

Was wird mir jede Stunde so bang? --
Das Leben ist kurz, der Tag ist lang.
Und immer sehnt sich fort das Herz,
Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts;
Fort aber will es hin und hin
Und möchte vor sich selber fliehn.
Und fliegt es an der Liebsten Brust,
Da ruht's im Himmel unbewußt;
Der Lebestrudel reißt es fort,
Und immer hängt's an einem Ort;
Was es gewollt, was es verlor,
Es bleibt zuletzt sein eigner Tor.

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4. Mitternachts weint' und schluchzt' ich [sung text not yet checked]

Mitternachts weint' und schluchzt' ich,
Weil ich dein entbehrte.
Da kamen Nachtgespenster
Und ich schämte mich.

»Nachtgespenster«, sagt' ich,
»Schluchzend und weinend
Findet ihr mich, dem ihr sonst
Schlafendem vorüberzogt.
Große Güter vermiss' ich.
Denkt nicht schlimmer von mir,
Den ihr sonst weise nanntet,
Großes Übel betrifft ihn!« --
Und die Nachtgespenster
Mit langen Gesichtern
Zogen vorbei,
Ob ich weise oder törig
Völlig unbekümmert.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Poor comfort", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Piètre consolation", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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5. Über meines Liebchens Äugeln [sung text not yet checked]

Über meines Liebchens Äugeln
Stehn verwundert alle Leute;
Ich, der Wissende, dagegen
Weiß recht gut was das bedeute.

Denn es heißt: ich liebe diesen,
Und nicht etwa den und jenen.
Lasset nur ihr guten Leute
Euer Wundern, euer Sehnen!

Ja, mit ungeheuren Mächten
Blicket sie wohl in die Runde;
Doch sie sucht nur zu verkünden
Ihm die nächste süße Stunde.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Geheim", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Gordon) , "Secret", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Secret", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Pupillo) (Claretta Manara) , "Il segreto", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Segreto", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Fünfter Band. Unter des durchlauchtigsten deutschen Bundes schützenden Privilegien. Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 60; and with West-oestlicher Divan. von Goethe. Stuttgard, in der Cottaischen Buchhandlung 1819, page 60.

Note: line 1 begins in this edition with "Ueber", but we've changed it to the umlauted form to match the spelling of the lower-case versions.


Research team for this text: David Gordon , Peter Rastl [Guest Editor]

6. An vollen Büschelzweigen  [sung text not yet checked]

An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Laß dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.

Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich;
Ein Ast, der schaukelnd wallet,
Wiegt sie geduldiglich.

Doch immer reift von innen
Und schwillt der braune Kern,
Er möchte Luft gewinnen
Und säh' die Sonne gern.

Die Schale platzt, und nieder
Macht er sich freudig los;
So fallen meine Lieder
Gehäuft in deinen Schoß.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "On these boughs full of clustering leaves", copyright ©

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7. An des lustigen Brunnens Rand [sung text not yet checked]

Suleika
 An des lustgen Brunnens Rand,
 Der in Wasserfäden spielt,
 Wußt ich nicht, was fest mich hielt;
 Doch da war von deiner Hand
 Meine Chiffer leis gezogen,
 Niederblickt ich, dir gewogen.

 Hier, am Ende des Kanals
 Der gereihten Hauptallee,
 Blick ich wieder in die Höh,
 Und da seh ich abermals
 Meine Lettern fein gezogen:
 Bleibe! bleibe mir gewogen!

Hatem
 Möge Wasser springend, wallend
 Die Zypressen dir gestehn:
 Von Suleika zu Suleika
 Ist mein Kommen und mein Gehn.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Suleika and Hatem", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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8. Deinem Blick mich zu bequemen [sung text not yet checked]

Deinem Blick mich zu bequemen,
Deinem Munde, deiner Brust,
Deine Stimme zu vernehmen
War die letzt' und erste Lust.

Gestern, ach, war sie die letzte,
Dann verlosch mir Leucht und Feuer,
Jeder Scherz der mich ergetzte,
Wird nun schuldenschwer und teuer.

Eh' es Allah nicht gefällt,
Uns [aufs neue]1 zu vereinen,
Gibt mir Sonne, Mond und Welt
Nur Gelegenheit zum Weinen.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 omitted by Schoenberg.

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9. Vollmondnacht  [sung text not yet checked]

Herrin! sag was heißt das Flüstern?
Was bewegt dir leis die Lippen?
Lispelt immer vor dich hin,
Lieblicher als Weines Nippen!
Denkst du, deinen Mundgeschwistern
Noch ein Pärchen herzuziehn?
  "Ich will küssen! Küssen! sagt ich."

Schau! Im zweifelhaften Dunkel
Glühen blühend alle Zweige,
Nieder spielt Stern auf Stern;
Und smaragden durchs Gesträuche
Tausendfältiger Karfunkel:
Doch dein Geist ist allem fern.
  "Ich will küssen! Küssen! sagt ich."

Dein Geliebter, fern, erprobet
Gleicherweis im Sauersüßen,
Fühlt ein unglückselges Glück.
Euch im Vollmond zu begrüßen,
Habt ihr heilig angelobet;
Dieses ist der Augenblick.
  "Ich will küssen! Küssen! sag' ich."

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Nuit de pleine lune", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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10. Lieb' um Liebe, Stund' um Stunde [sung text not yet checked]

Lieb' um Liebe, Stund' um Stunde,
Wort um Worte und Blick um Blick;
Kuß um Kuß vom treusten Munde,
Hauch um Hauch und Glück um Glück
So am Abend, so am Morgen!
Doch du fühlst an meinen Liedern
Immer noch geheime Sorgen;
Jussuphs Reize möcht ich borgen,
Deine Schönheit zu erwidern.

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