Sechs deutsche Lieder

by Vincenzo Righini (1756 - 1812)

Word count: 656

1. Adelaide [sung text checked 1 time]

Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten,
Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen,
Das durch wankende Blüthenzweige zittert,
Adelaide!

In der spiegelnden Fluth, im Schnee der Alpen,
In des sinkenden Tages [Goldgewölken]1,
Im Gefilde der Sterne stralt dein Bildniß,
Adelaide!

Abendlüftchen im zarten Laube flüstern,
Silberglöckchen des Mais im Grase säuseln,
Wellen rauschen und Nachtigallen flöten:
Adelaide!

Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe,
Eine Blume der Asche meines Herzens;
Deutlich schimmert auf jedem Purpurblättchen:
Adelaide!

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Adelaida", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Adelaïde", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Adelaide", copyright ©
  • ENG English [singable] (Shula Keller) , "Adelaide", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Jacques L'oiseleur des Longchamps) , "Adelaïde", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Adelaide", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • NYN Norwegian (Nynorsk) (Are Frode Søholt) , "Adelaide", copyright © 2001, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 144, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Orell, Füßli, & Co., 1851, pages 94-95.

First published in Musen-Almanach für 1790, herausgegeben von Joh. Heinr. Voß, Hamburg, bei C.E.Bohn, pages 65-66.

1 Beethoven, Gerson, and Schubert : "Goldgewölke"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Auf dem Wasser [sung text checked 1 time]

Sitze still, mein Schiffchen lenk' ich,
und es teilt die Silberflut;
sitze stumm, an sie nur denk' ich,
denn ich bin ihr gar zu gut.

Kann mein Schiff behend regieren,
und es muss, wohin ich will;
könnte meine Lieb' sie rühren,
säß' ich nicht so traurig still.

Mir entgegen von der Höhe
strömt die Well'; ich fahr' vorbei!
Ob ich komme oder gehe,
alles gilt Ihr einerlei.

Immer fort, dem Strom entgegen;
Ja, ich zwing' dich, starker Fluss!
Doch sie kann ich nicht bewegen,
ach, kein Wort, kein Blick, kein Kuss!

Treu hat mich mein Schiff geführet
über Klipp' und Abgrund her;
nun sterb' ich, wie mir's gebühret,
in der Liebe Feuermeer.

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Researcher for this text: Johann Winkler

3. Liebe schwärmt auf allen Wegen [sung text checked 1 time]

Liebe schwärmt auf allen Wegen;
Treue wohnt für sich allein.
Liebe kommt euch rasch entgegen;
Aufgesucht will Treue seyn.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Liefde zwerft op alle wegen", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (T. P. (Peter) Perrin) , "Passion throngs all lanes and byways", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Shula Keller) , "Love roams wild", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'amour voltige sur tous les chemins", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , "Η αγάπη", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "L'amore se ne va dappertutto", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Lewis Grenville) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe lezter Hand, Zehnter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1827, page 217.


Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

4. Die Wehmut [sung text checked 1 time]

Mit leisen Harfentönen
Sey, Wehmuth, mir gegrüßt!
O Nymphe, die der Thränen
Geweihten Quell verschließt!
Mich weht an deiner Schwelle
Ein linder Schauer an,
Und deines Zwielichts Helle
Glimmt [auf]1 des Schicksals Bahn.

Du, so die Freude weinen,
Die Schwermuth lächeln heißt,
Kannst Wonn' und Schmerz vereinen,
Daß Harm in Lust verfleußt;
Du hellst bewölkte Lüfte
Mit Abendsonnenschein,
Hängst Lampen in die Grüfte
Und krönst den Leichenstein.

Du nahst, wenn schon die Klage
Den Busen sanfter dehnt,
Der Gram an Sarkophage
Die müden Schläfe lehnt;
[Wenn]2 die Geduld gelassen
Sich an die Hoffnung schmiegt,
Der Zähren Thau im nassen,
Schmerzlosen Blick versiegt.

Du, die auf Blumenleichen
Des Tiefsinns Wimper senkt,
Bey blätterlosen Sträuchen
Der Blüthenzeit gedenkt;
In Florens bunte Kronen
Ein dunkles Veilchen webt,
Und still, mit Alcyonen,
Um Schiffbruchstrümmer schwebt.

O du, die sich so gerne
Zurück zur Kindheit träumt,
Selbst ihr Gewölk von Ferne
Mit Sonnengold besäumt:
Was uns Erinn'rung schildert
Mit [stillem Glanz]3 verbrämt,
Der Trennung Qualen mildert,
Und die Verzweiflung zähmt.

Der Leidenschaften Horden,
Der Sorgen Rabenzug,
Entfliehn vor den Accorden,
Die deine Harfe schlug;
Du zauberst Alpensöhnen,
Verbannt auf Flanderns Moor,
Mit Sennenreigen-Tönen
Der Heimath Bilder vor.

In deinen Schattenhallen
Weihst du die Sänger ein;
Lehrst junge Nachtigallen
Die Trauer-Melodey'n;
Du neigst, wo Gräber grünen,
Dein Ohr zu Hölty's Ton;
Pflückst Moos von Burgruinen
Mit meinem Matthisson.

Rühr' unter Thränenweiden
Noch oft mein Saitenspiel;
Verschmilz' auch Gram und Leiden
In süßes Nachgefühl;
Gib Stärkung dem Erweichten!
Heb' aus dem Trauerflor,
Wenn Gottes Sterne leuchten,
Den Andachtsblick empor!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von J. G. von Salis. Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 120-122.

1 Righini: "ob"
2 Righini: "Bis"
3 Righini: "Westkarmin"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor] , Johann Winkler

5. Lauras Quelle [sung text checked 1 time]

Quelle! dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen,
 Seit am Blumenaltare deiner Ufer,
  Seit im Tempel deiner Gesträuche, Laura
   Weinend mit Gott sprach.

Geister des Himmels müssen dich umschweben,
 Stille Stäte, wo Laura betend hinsank,
  Wo die Zukunft über der Gruft sich ihren
   Blicken enthüllte!

Huldigend schmiegten sich des Frühlings Kinder
 Um des weißen Gewandes Saum, die Lüfte
  Wehten Purpurblüten auf ihres Hauptes
   Wallenden Schleier.

Über ihr Antliz war die Ruhe des Himmels,
 War der Friede der Engel ausgegossen
  Und verklärend hellte des bessern Lebens
   Hoffnung ihr Auge.

Quelle, dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen!
 Jede Blume worauf die Holde kniete
  Will ich sorgsam pflücken, und ihres Grabmals
   Urne bekränzen.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La source de Laura", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Poem preceded in publications with
Ghiare, fresche e dolci acque
Ove le belle membra
Pose colei, che sola a me par donna,
Date udienza -- --
Alle dolenti mie parole estreme!
 --Petrarca 

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Der fröhliche Trinker [sung text checked 1 time]

Ich lebe frei und sorgenlos, 
Kein Fürstensohn lebt besser,
Mein Keller ist für mich ein Schloss, 
Mein Hausgeräth sind Fässer. 
Ich lebe froh und trinke frisch 
Mit jedem um die Wette; 
Das volle Fass dient mir zum Tisch, 
Das leere mir zum Bette. 

Ich trinke, bis ich müde bin, 
Dann kriech' ich in das leere, 
Da ruh' ich dann mit leichtem Sinn, 
Als wenn ich König wäre; 
Ich schlafe süss, mit Laub bedeckt, 
Wenn Thoren wachend schmollen, 
Und wenn der Durst mich wieder weckt, 
So eil' ich zu den vollen.

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Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull