Sechs geistliche Gesänge für gemischten Chor

by Ferdinand von Hiller (1811 - 1885)

Word count: 795

1. Geistliches Lied [sung text checked 1 time]

Laß dich nur nichts nicht [dauern]1
Mit [Trauern]2,
Sei stille! 
Wie Gott es fügt,
So sei vergnügt
Mein Wille.

Was willst du heute sorgen
Auf morgen?
Der Eine
steht allem [für]3;
Der gibt auch dir
das Deine.

Sei nur in allem Handel
Ohn Wandel,
Steh feste! 
Was Gott beschleußt,
Das ist und heißt
das Beste.4

The text shown is a variant of another text.
It is based on

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Wim Reedijk) , "Blijf toch niet steeds maar vragen", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Let nothing indeed make you endure grief", copyright © 2006
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Alfonso Sebastián) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Hiller: "dauren"
2 Hiller: "trauren" (following the original spelling)
3 Hiller: "vor"
4 Brahms, Gál, and Mendelssohn add "Amen!"


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

2. Ach, wie nichtig

Note: this is a multi-text setting


     Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Leben!
     Wie ein NEBEL bald entstehet
Und auch wieder bald vergehet,
So ist unser LEBEN, sehet!

     Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Sind der Menschen Tage!
     Wie ein Strohm beginnt zu rinnen
Und mit lauffen nicht helt innen,
So fährt unsre Zeit von hinnen!

[ ... ]

Authorship

Go to the single-text view

Confirmed with Das deutsche evangelische Kirchenlied des siebzehnten Jahrhunderts. 4. Band, ed. by Albert Fischer, Wilhelm Tümpel, Ancus Martius, Gütersloh: Bertelsmann, 1908, pages 221-222.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler


O mein Heiland, o mein Beistand!
Jesu voller Güte!
woll'st mein Herz also bereiten,
dass mich solche Nichtigkeiten
nimmer von dir abeleiten.

Authorship

Researcher for this text: Johann Winkler

3. Morgenlied [sung text checked 1 time]

   [Wenn]1 ich einst von jenem Schlummer,
Welcher Tod heißt, aufersteh,
Und von dieses Lebens Kummer
Frey, den [schönern]2 Morgen seh:
O dann wach' ich anders auf,
Schon am Ziel ist dann mein Lauf!
Träume sind des Pilgers Sorgen,
Großer Tag! an deinem Morgen.
 
   Hilf, daß keiner meiner Tage,
Geber der Unsterblichkeit,
Jenem Richtenden einst sage,
Er sey ganz von mir entweiht!
Auch noch heute wacht ich auf!
Dank dir, Herr, zu dir hinauf
Führ mich jeder meiner Tage,
Jede Freude, jede Plage.
 
   Daß ich gern sie vor mir sehe
[Wenn]1 ihr lezter [nur]3 erscheint.
[Wenn]1 zum [dunkeln]4 Thal' ich gehe,
Und mein Freund nun um mich weint:
Lindre dann [des Todes Pein]5,
Und laß mich den Stärksten seyn,
Mich, der ihn gen Himmel weise,
Und dich, Herr des Todes, preise!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Klopstocks Lieder, Carlsruhe: Christian Gottlieb Schmieder, 1776, page 233. Note: the modern spelling of "lezter" is "letzter" (stanza 3, line 2, word 3)

1 Hiller: "Wann"
2 Hiller "schönen"
3 Hiller: "nun"
4 Hiller, von Paradis: "dunklen"
5 von Paradis: "die Todespein"

Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler

4. Litanei auf das Fest aller Seelen [sung text checked 1 time]

Ruhn in Frieden alle Seelen, 
Die vollbracht ein banges Quälen, 
Die vollendet süßen Traum, 
Lebenssatt, gebohren kaum, 
Aus der Welt hinüber schieden;
Alle Seelen ruhn [in]1 Frieden!

[ ... ]

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Pregària per a la Festa de Tots Sants", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Litanie op het feest van Allerzielen", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Litany for the Feast of All Souls", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Litanies pour la fête de toutes les âmes", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRI Frisian (Geart van der Meer) , "Litany op it Feest fan Allersielen", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Preghiera per la festa di Ognissanti", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Alexandre Trovon) , "Litania", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Daniel Faure) , "Todas las Almas", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Auserlesene Lieder Von J. G. Jacobi; Herausgegeben von Johann Georg Schlosser. Basel, bei J. J. Thurneysen, dem Jüngern, 1784, pages 7-9; with Iris. Sechster Band. Berlin, Bey Haude und Spener, 1776, pages 293-296; and with Gedichte von Johann Georg Jacobi. Zweyter Theil. Wien, 1816. Bey Ch. Kaulfuß & C. Armbruster (Meisterwerke deutscher Dichter und Prosaisten. Siebenzehntes Bändchen), pages 7-9.

Jacobi's footnote to the title: "An diesem Feste besuchen die Römisch Catholischen die Gräber der Ihrigen, setzen Lichter darauf, und bethen für die Verstorbenen."

1 Jacobi (1784 edition): "im"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

5. Ein geistliches Abendlied [sung text checked 1 time]

Es ist [so]1 still geworden,
Verrauscht des Abends Wehn,
Nun hört man aller Orten
Der [Engel]2 Füße gehn,
Rings in die [Thale]3 senket
Sich Finsterniß mit Macht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Es ruht die Welt [im]4 Schweigen, 
Ihr Tosen ist vorbei,
Stumm ihrer Freude Reigen
Und stumm ihr Schmerzenschrei.
Hat Rosen sie geschenket,
Hat Dornen sie gebracht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht! 

[ ... ]

Nun stehn im Himmelskreise
Die Stern' in Majestät;
In gleichem festem Gleise
Der goldne Wagen geht.
Und gleich den [Sternen]6 lenket
Er deinen Weg durch Nacht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket,
Und was dir bange macht!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening song", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed wtih Gedichte von Gottfried Kinkel, Erster Band, Siebente Auflage, Stuttgart, Verlag der J. F. Cotta'schen Buchhandlung, 1872, pages 191-192.

1 Blumner: "nun" (Musikalien-catalog von Heinrichshofen's Verlag in Magdeburg); further changes may exist not shown above
2 Taubert: "Eng'lein"
3 Ohlsen: "Thäler"; Schumann: "Tiefe"
4 Ohlsen: "in"
5 Taubert: "schau' nicht trüb"
6 Ohlsen: "Stürmen" (the score is almost certainly erroneous)

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

6. Wach' auf, mein Herz, und singe [sung text checked 1 time]

Wach auf, mein Herz und singe
Dem Schöpfer aller Dinge,
Dem Geber aller Güter,
Dem frommen Menschenhüter.

2. Heint, als die dunklen Schatten
Mich ganz umgeben hatten,
Hat Satan mein begehret,
Gott aber hats gewehret.

3. Ja, Vater, als er suchte,
Daß er mich fressen möchte,
War ich in deinem Schoße,
Dein Flügel mich beschlosse.

4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege
Trotz dem, der dich betrüge,
Schlaf wohl, laß dir nicht grauen,
Du sollst die Sonne schauen.

5. Dein Wort, das ist geschehen,
Ich kann das Licht noch sehen,
Für Not bin ich befreiet,
Dein Schutz hat mich erneuet.

6. Du willst ein Opfer haben:
Hier bring ich meine Gaben;
Mein Weihrauch [und mein]1 Widder
Sind mein Gebet und Lieder.

7. Die wirst du nicht verschmähen,
Du kannst ins Herze sehen;
[Denn du weißt]2, daß zur Gabe
Ich ja nichts [Bessers]3 habe.

8. So wollst du nun vollenden
Dein Werk an mir und senden,
Der mich an diesem Tage
Auf seinen Händen trage.

9. Sprich Ja zu meinen Taten,
Hilf selbst das Beste raten,
Den Anfang, Mitt und Ende,
Ach Herr, zum besten wende.

10. [Mich segne, mich behüte]4,
Mein Herz sei deine Hütte,
Dein Wort sei meine Speise,
Bis ich gen Himmel reise.

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Hiller: "Farr' und"
2 Hiller: "Und weißest"
3 Hiller: "Bess'res"
4 Hiller: "Mit Segen mich beschütte"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler