Zwölf Volkslieder für vier Männerstimmen, zehntes Heft

by (Philipp) Friedrich Silcher (1789 - 1860)

Word count: 1576

1. Schwimm hin, Ringelein [sung text checked 1 time]

Nichts schöneres kann mich erfreuen,
Als wenn es der Sommer angeht,
Da blühen die Rosen im Mayen,
Trompeter die blasen ins Feld.

Trompeter die haben's geblasen;
Soldaten marschieren in's Feld,
Sie ziehen dem Feinde entgegen,
Zum Streite wohl sind sie bestellt.

Dort drunten in's Kaisers Schloßgarten,
Da stehet ein Feigenbaum,
Da müssen wir alle ablegen
Pistolen und Säbelgezeug.

Ach Schätzel was hab ich erfahren,
Daß du jetzt willst reisen von hier,
Willst reisen in's fremde Land nause,
Wann kommst du wieder zu mir?

Und da ich im fremden Land drausen war,
Gedacht ich gleich wieder nach Haus;
Ach wär ich zu Hause geblieben,
Und hätte gehalten mein Wort!

Und als ich wieder nach Hause kam,
Feins Liebchen stand unter der Thür;
Gott grüß dich du Hübsche, du Feine,
Von Herzen gefallest du mir!

Ich brauche dir nicht zu gefallen,
Ich habe schon längst einen Mann,
Dazu einen hübschen und feinen,
Der mich wohl ernähren kann.

Was zog er aus seiner Tasche?
Ein Messer war scharf und war spitz;
Er stach es feins Liebchen ins Herze,
Das rothe Blut gegen ihn spritzt.

Er zog es gleich wieder herause,
Vom Blute da war es so roth,
Hast du nun gelitten die Schmerzen,
So will ich auch leiden den Tod.

Da nun das Liebchen gestorben,
Wo begrabt man sie denn hin?
In ihres Vaters Schloßgarten,
Wo weisse Lilien blühn.

Was zog er da von seinem Finger?
Ein Ringlein, das war von Gold,
Er warf es sogleich in das Wasser,
Die Wellen, die geben den Schein.

Schwimm hin, schwimm hin, du Ringlein,
Schwimm hin in das Meer hinein,
Und grüß mir mein Vater und Mutter,
Und sag, ich komm nimmermehr heim.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Wohin mit der Freud'? [sung text checked 1 time]

[Ach]1 du klar blauer Himmel
Und wie schön bist du heut'!
Möcht' an's Herz [gleich dich]2 drücken 
[Vor]3 Jubel und Freud'.
Aber's geht doch nicht an, 
Denn du bist mir zu weit,
Und mit all' meiner Freud'
Was fang' ich doch an?

Ach du [lichte grüne]4 Welt, 
Und wie strahlst du [voll]5 Lust!
Und ich [möcht' mich gleich werfen]6 
Dir [vor]7 Lieb' an die Brust;
Aber's geht doch nicht an, 
Und das ist ja mein Leid,
Und mit all' meiner Freud', 
Was fang' ich doch an?

Und da sah ich mein Lieb 
[Am Kastanienbaum stehn]8,
War so klar wie der Himmel, 
Wie die Erde so schön!
Und wir küßten uns beid'
Und wir sangen [vor]9 Lust,
Und da hab' ich gewußt: 
Wohin mit der Freud'!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "On anar amb la meva joia?", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John Glenn Paton) , "Where to go with my joy", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Bertram Kottmann) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Della gioia, che farne?", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Lieder von Robert Reinick, Vierte Auflage, Berlin, Verlag von Ernst & Korn, 1857, pages 115-116.

1 Trauttenfels: "O"
2 Trauttenfels: "dich gleich"
3 Wolf: "Voll"
4 Silcher, Trauttenfels, Wolf: "lichtgrüne"
5 Silcher, Trauttenfels: "vor"
6 Trauttenfels: "möchte gleich eilen"; Wolf: "möcht' gleich mich werfen"
7 Silcher, Wolf: "voll"
8 Silcher: "Unterm Lindenbaum stehn"
9 Wolf: "voll"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

3. Sehnsucht [sung text not yet checked]

Ohne dich wie lange
Wird mir Stund' und Tag!
Leer und öd' und bange
Was ich schauen mag.
Unser Hain der Liebe,
Der so froh mich sah,
Ist mir stumm und trübe,
Denn du bist nicht da.

Ich geh' hin und suche
Deiner Tritte Spur,
An der holden Buche,
Unsrer treuen Flur,
Rufe dich die Meine,
Glaube dich mir nah,
Sinke hin und weine;
Denn du bist nicht da.

Hör' ich dann [von weitem]1
Deiner Stimme Klang,
O wie wird im Busen
Mir das Herz Gesang.
Bebend, wenn mich deine
Zarte Hand berührt,
Wird aus deiner Lippe
Mir der Geist entführt.

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Longing", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
Confirmed with Johann Gottfried von Herders sämmtliche Werde in vierzig Bänden, 16. Band. Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1852, pages 196-197. Beneath the poem title is this text: "Französisch. (Nach dem Lied: Que le jour me dure. S[iehe]. Les Consolations des Misères de ma Vie, par Rousseau, Paris 1781. p. 97."

1 In one of Lang's manuscripts (in error): "vom Weiten"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Heimlicher Liebe Pein [sung text not yet checked]

Mein Schatz, [der]1 ist auf die Wanderschaft hin,
Ich weiß aber nicht, was ich so traurig bin,
Vielleicht ist er todt und liegt in guter Ruh,
Drum bring ich meine Zeit so traurig zu.

Als ich mit [meim]2 Schatz in die Kirche [wollte]3 gehn,
Viel falsche falsche Zungen [unter]4 der Thüre stehn,
Die eine redt dies, die [andere redt]5 das,
Das macht mir gar oft die Äuglein naß.

Die Disteln und die Dornen, die stechen [also]6 sehr,
Die falschen, falschen Zungen aber noch viel mehr,
Kein Feuer auf [Erden auch]7 brennet [also]8 heiß
[Als heimliche Liebe, die niemand nicht weiß]9.

Ach [herzlieber]10 Schatz, [ich bitte dich noch]11 eins,
Du wollest auch bei meinem Begräbnis seyn,
Bei meinem [Begräbnis]12 [bis]13 ins kühle Grab,
[Dieweil ich dich so treulich]14 geliebet hab.

Ach Gott! was hat mein Vater und Mutter gethan,
Sie haben mich gezwungen zu einem ehrlichen Mann,
Zu einem ehrlichen Mann, den ich nicht geliebt,
Das macht mir ja mein Herz so betrübt.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John Glenn Paton) , copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Salaisen rakkauden tuska", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder gesammelt von L. Achim v. Arnim und Clemens Brentano, Zweiter Band, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1873, pages 260-261.

Note: modernized German would change "todt" to "tot", "Thüre" to Türe", "seyn" to "sein", "gethan" to "getan".

1 omitted by Brahms, Gade, and Metzdorff. (Further changes for Metzdorff may exist not shown above.)
2 Brahms, Gade, Weber: "meinem"
3 Brahms, Gade: "wollt"
4 Weber: "an"
5 Weber: "and're redet"
6 Brahms, Gade: "all so"; Weber: "so"
7 Gade: "Erden, ach"; Weber: "Erd, das"
8 Brahms: "so"
9 Gade: "Als die heimliche Liebe, die niemand nicht weiß" ; Weber: "Als heimlich stille Lieb', die niemand weiß."
10 Brahms, Gade, Weber: "herzliebster"
11 Brahms: "ich bitte noch"; Weber: "und ich bitt' dich noch"
12 Weber: "Geleit"
13 omitted by Brahms and Weber
14 Weber: "Derweil ich dich so treu"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , John Glenn Paton [Guest Editor]

5. Juchhei, dich muss ich haben! [sung text checked 1 time]

Ich ging einmal spazieren, spazieren
Mit einem schönen Mädchen,
La la la la la la la la,
Mit einem schönen Mädchen.
Sie ging mit mir in Garten, in Garten,
Da pflückt sie mir Muskaten,
La la la la la la la la,
Da pflückt sie mir Muskaten.
Sie sagt, sie war' aus Sachsen, aus Sachsen,
Wo schöne Mädchen wachsen,
La la la la la la la la,
Wo schöne Mädchen wachsen.
Sie sagt, sie war' aus Hessen, aus Hessen,
Ich sollt' sie nicht vergessen,
La la la la la la la la,
Ich sollt' sie nicht vergessen.
Sie sagt, sie war' aus Franken, aus Franken,
Ich tat mich schön bedanken,
La la la la la la la la,
Ich tat mich schön bedanken.
Sie sagt, sie war' aus Schwaben, aus Schwaben:
Juchhei, dich muß ich haben,
La la la la la la la la,
Juchhei, dich muß ich haben! Juchhei!

Authorship

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

6. Bitte an den Mond 

Du Mond, i hätt a Bitt' an di
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

See other settings of this text.

7. Das Gedenken [sung text not yet checked]

Mag auch heiß das Scheiden brennen,
Treuer Mut hat Trost und Licht;
Mag auch Hand von Hand sich trennen,
Liebe läßt von Liebe nicht.
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein treu Gedenken.

Ist kein Wasser so ohn' Ende,
Noch so schmal ein Felsensteg,
Daß nicht rechte Sehnsucht fände
Drüberhin den sichern Weg.
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein treu Gedenken.

Über Berg' und tiefe Thale,
Mit [den Wolken]1, mit dem Wind
Täglich, stündlich, tausendmale
Grüß' ich dich, geliebtes Kind.
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein treu Gedenken.

Und die Wind' und Wolken tragen
Her zu mir die Liebe dein,
Die Gedanken, die da sagen:
Ich bin dein und du bist mein!
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein treu Gedenken.

Überall, wohin ich schreite,
[Spür']2 ich, wie unsichtbarlich
Dein Gebet mir zieht zur Seite,
Und die Flügel schlägt um mich.
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein treu Gedenken.

Und so bin ich froh und stille,
Muß ich noch so ferne gehn;
Jeder Schritt -- ist's Gottes Wille --
Ist ein Schritt zum Wiedersehn.
Keine Ferne darf uns kränken,
Denn uns hält ein froh Gedenken.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Neue Gedichte von Emanuel Geibel, Fünfter unveränderter Abdruck, Stuttgart und Augsburg, J. G. Cotta'scher Verlag, 1858, pages 323-324.

Note: in many older editions, the spelling of the capitalized word "über" becomes "Ueber", but this is often due to the printing process and not to rules of orthography, since the lower-case version is not "ueber", so we use "Über".

1 Bolko von Hochberg: "dem Wasser"
2 Bolko von Hochberg: "Fühl'"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

8. An die Treulose [sung text checked 1 time]

Es fliegt manch Vöglein in das Nest,
Und fliegt auch [wied'r heraus;]1
Und bist du 'mal mein Schatz gewest,
So ist die Liebschaft aus.
Du hast mich schlimm betrogen
Um schnöden Geldgewinn --
Viel Glück, viel Glück zum reichen Mann!2
Geh du nur immer hin!
 
Viel Blümlein steh'n im hohen Korn
Von roth und blauer Zier,
Und hast du eins davon verlorn,
So such ein andres dir.
Glaub' nicht, daß ich mich gräme
Um deinen falschen Sinn --
Ich find' schon einen andern Schatz;2
Geh du nur immer hin!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with: Gedichte von Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1855, page 239.

1 Silcher: "wiedrum aus,"
2 Silcher inserts: "Geh' du, la la la, geh' du, la la la,"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

9. Wenn ich an den letzten Abend gedenk [sung text checked 1 time]

Wenn ich an den letzten Abend gedenk,
Als ich Abschied von dir nahm!
Ach, der Mond, der schien so hell,
Ich mußt scheiden von dir,
Doch mein Herz bleibt stets bei dir,
Nun ade, ade, ade,
Nun ade, ade, ade,
Feinsliebchen lebe wohl!

Meine Mutter hat gesagt,
Ich sollt 'ne Reiche nehm'n
Die da hat viel Silber und Gold.
Doch viel lieber will ich mich
In die Armut begeb'n,
Als dich, mein Schatz, verlassen.
Nun ade, ade, ade,  etc.

Großer Reichtum bringt uns keine Ehr,
Große Armut keine Schand.
Ei, so wollt ich, daß ich
Tausend Taler reicher wär
Und hätt' dich an meiner Hand.
Nun ade, ade, ade, etc.

Ich gedenke noch einmal reich zu werd'n,
Aber nicht an Geld und Gut.
Wollte Gott mir nur schenken
Das ewige Leb'n,
Ei, so bin ich reich genug.
Nun ade, ade, ade,  etc.

Das ewige Leb'n, viel Glück und Seg'n
Wünsch ich dir viel tausendmal!
Und du bist mein Schatz
Und du bleibst mein Schatz,
Bis in das kühle Grab.
Nun ade, ade, ade, etc.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Ritters Abschied [sung text not yet checked]

Weh, dass wir scheiden müssen,
Lass dich noch einmal küssen;
Ich muss an Kaisers Seiten
Ins falsche Welschland reiten:
Fahr wohl, fahr wohl, mein armes Lieb!

Ich werd auf Maienauen
Dich niemals wieder schauen,
Der Feinde grimm'ge Scharen
Sind kommen angefahren:
Fahr wohl, fahr wohl, mein armes Lieb!

Ich denk an dich mit Sehnen,
Gedenk an mich mit Tränen;
Wenn meine Augen brechen,
Will ich zuletzt noch sprechen:
Fahr wohl, fahr wohl, mein armes Lieb!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Louis Charles Elson) , "Soldier's farewell", first published 1875

Confirmed with Gedichte, sechste Auflage, Stuttgart und Augsburg: J. G. Cotta'scher Verlag, 1857, page 333. Appears in Kleinigkeiten, in Aus der Liederspiel: "Friedrich in Suza", no. 5.


Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull

11. Der Schildwache Nachtlied [sung text not yet checked]

"Ich kann und mag nicht fröhlich sein;
Wenn alle Leute schlafen, 
So muß ich wachen,
Muß traurig sein."

"Ach Knabe, du sollst nicht traurig sein,
Will deiner warten,
Im Rosengarten,
Im grünen Klee."

"Zum grünen Klee, da komm ich nicht,
zum Waffengarten
Voll Helleparten
Bin ich gestellt."

"Stehst du im Feld, so helf dir Gott,
An Gottes Segen 
Ist alles gelegen,
Wer's glauben tut."

"Wer's glauben tut, ist weit davon,
Er ist ein König,
Er ist ein Kaiser,
Er führt den Krieg."

Halt! Wer da? Rund! Bleib' mir vom Leib!
Wer sang es hier? Wer sang zur Stund'?
Verlorne Feldwacht 
Sang es um Mitternacht.
Mitternacht! Feldwacht!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La cançó nocturna del sentinella", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The sentinel's nightsong", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant de nuit de la sentinelle", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto notturno della sentinella", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , "Ночная песня часового ", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "La canción nocturna del centinela", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

12. Des Buben Herzleid [sung text checked 1 time]

Da steh' i hier oben, schau' abe an See,
find' nirgends mei Dienderl, drum ist mir so weh.
I such's in der Näh' und i such's in der Weit',
aber i kann's net finde, drum hab' i kei Freud'.

Sonst hat mi alles ang'lacht, sonst hat mi alles g'freut,
es war mir kei Berg z' hoch, kei Weg war mir z' weit.
Mei G'müt war so ruhig, mei Herz war so frei,
und hätt' i's nie g'sehn, könnt's halt au no so sei.

Und wenn hinterm Berg d' Sonn hinab geht schön stät,
und wenn der ganz' Himmel mit Sternle ist b'sät,
dann tröpfle mir d' Auge, dann bitt' i zum Herrn:
Wann geht wohl mei Sonn' auf, wann lacht mir mei Stern?

Authorship

Researcher for this text: Johann Winkler