Spätlese aus Heinrich Heines Gedichte

Song Cycle by Yehezkel Braun (b. 1922)

Word count: 0

1. Andre beten zur Madonne [sung text not yet checked]

Andre beten zur Madonne,
Andre auch zu Paul und Peter;
Ich jedoch, ich will nur beten,
Nur zu dir, du schöne Sonne.

Gib mir Küsse, gib mir Wonne,
Sei mir gütig, sei mir gnädig,
Schönste Sonne unter den Mädchen,
Schönstes Mädchen unter der Sonne!

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2. Katharina [sung text not yet checked]

Ein schöner Stern geht auf in meiner Nacht,
Ein Stern, der süßen Trost herniederlacht
Und neues Leben mir verspricht -
O, lüge nicht!

Gleichwie das Meer dem Mond entgegenschwillt,
So flutet meine Seele, froh und wild,
Empor zu deinem holden Licht -
O, lüge nicht!

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3. Das Fräulein [sung text not yet checked]

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

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4. Don Henriquez [sung text not yet checked]

Neben mir wohnt Don Henriquez,
Den man auch den Schönen nennet;
Nachbarlich sind unsre Zimmer
Nur von dünner Wand getrennet.

Salamankas Damen glühen,
Wenn er durch die Straßen schreitet,
Sporenklirrend, schnurrbartkräuselnd,
Und von Hunden stets begleitet.

Doch in stiller Abendstunde
Sitzt er ganz allein daheime,
In den Händen die Gitarre,
In der Seele süße Träume.

In die Saiten greift er bebend
Und beginnt zu phantasieren, -
Ach! wie Katzenjammer quält mich
Sein Geschnarr und Quinquilieren.

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Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Ein Weib [sung text not yet checked]

Sie hatten sich Beide so herzlich lieb,
Spitzbübin war sie, er war ein Dieb.
Wenn [er Schelmenstreiche]1 machte,
[Sie warf sich aufs Bett]2 und lachte.

Der Tag verging in Freud' und Lust,
Des Nachts lag sie an seiner Brust.
Als man ins Gefängnis ihn brachte,
Sie stand am Fenster und lachte.

Er ließ ihr sagen: «O komm zu mir,
Ich sehne mich so sehr nach dir,
Ich rufe nach dir, ich schmachte» --
Sie schüttelt' das Haupt und lachte.

Um Sechse des Morgens ward er gehenkt,
Um Sieben ward er ins Grab gesenkt;
Sie aber schon um Achte
Trank rothen Wein und lachte.

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  • ENG English [singable] (Peter Palmer) , "A woman", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Note: in Schreiter's setting, the singer sings laughter after each stanza.
1 Schreiter: "Schelmenstreiche er"
2 Schreiter: "Warf sie auf's Bett sich"

Researcher for this text: John Versmoren

6. Das Herz ist mir bedrückt [sung text not yet checked]

Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich
gedenke ich der alten Zeit;
die Welt war damals noch so wöhnlich,
und ruhig lebten hin die Leut.

Doch jetzt ist alles wie verschoben,
das ist ein Drängen! eine Not!
Gestorben ist der Herrgott oben,
und unten ist der Teufel tot.

Und alles schaut so grämlich trübe,
so krausverwirrt und morsch und kalt,
und wäre nicht das bißchen Liebe,
so gäb es nirgends einen Halt.

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7. Fragen [sung text not yet checked]

Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer
Steht ein Jüngling-Mann,
Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:

"O löst mir das Rätsel des Lebens,
Das qualvoll uralte Rätsel,
Worüber schon manche Häupter gegrübelt,
Häupter in Hieroglyphenmützen,
Häupter in Turban und schwarzem Barett,
Perückenhäupter und tausend andre
Arme, schwitzende Menschenhäupter -
Sagt mir, was bedeutet der Mensch?
Woher ist er kommen? Wo geht er hin?
Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?"

Es murmeln die Wogen ihr ew'ges Gemurmel,
Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,
Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,
Und ein Narr wartet auf Antwort.

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8. Es war ein Traum [sung text not yet checked]

Ich hatte einst ein schönes Vaterland. 
Der Eichenbaum 
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft. 
Es war ein Traum. 

Das küßte mich auf deutsch, und sprach auf deutsch 
(Man glaubt es kaum,
Wie gut es klang) das Wort: "ich liebe dich!" 
Es war ein Traum.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Once I had a wonderful homeland", copyright ©

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9. Frühlingsfeier [sung text not yet checked]

Das ist des Frühlings traurige Lust!
Die blühenden Mädchen, die wilde Schar,
Sie stürmen dahin mit flatterndem Haar
Und Jammergeheul und entblößter Brust:
"Adonis! Adonis!"

Es sinkt die Nacht. Bei Fackelschein
Sie suchen hin und her im Wald,
Der angstverwirret widerhallt
Vom Weinen und Lachen und Schluchzen und Schreien:
"Adonis! Adonis!"

Das wunderschöne Jünglingsbild,
Es liegt am Boden blaß und tot,
Das Blut färbt alle Blumen rot,
Und Klagelaut die Luft erfüllt:
"Adonis! Adonis!"

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10. Nach dem Leben kommt der Tod [sung text not yet checked]

Schon mit ihren schlimmsten Schatten
Schleicht die böse Nacht heran;
Unsre Seelen, sie ermatten,
Gähnend schauen wir uns an.

Du wirst alt und ich noch älter,
Unser Frühling ist verblüht.
Du wirst kalt und ich noch kälter,
Wie der Winter näher zieht.

Ach, das Ende ist so trübe!
Nach der holden Liebesnot
Kommen Nöten ohne Liebe,
Nach dem Leben kommt der Tod.

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