Zwölf Gesänge von Paul Heyse

[incomplete]

Song Cycle by Adolf Jensen (1837 - 1879)

Word count: 890

1. Rosenzeit [sung text not yet checked]

Nun [stehn]1 die Rosen in Blüte, 
Da wirft die [Lieb']2 ein Netzlein aus. 
Du schwanker, loser Falter, 
Du hilfst dir nimmer heraus!

Und wenn ich wäre gefangen 
In dieser [jungen]3 Rosenzeit, 
Und wär's die Haft der Liebe, 
Ich müßte vergehen vor Leid.

Ich mag nicht [sehnen und]4 sorgen; 
Durch blühende Wälder schweift mein Lauf. 
Die [luft'gen]5 Lieder fliegen 
Bis in die Wipfel hinauf.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "Now the roses are blooming", copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Paul Heyse, Der Jungbrunnen. Neue Märchen von einem fahrenden Schüler, Berlin, Verlag von Alexander Duncker, 1850, page 6.

1 Grimm, Schumann: "stehen"
2 Schumann: "Liebe"
3 Grimm: "schönen"
4 Schumann: "sehen und" (typo?) ; Grimm: "sehnen, nicht"
5 Schumann: "lustigen" (typo?)

Research team for this text: Ted Perry , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Sonnenschein [sung text not yet checked]

Mühlen still die Flügel drehn,
Über Stoppeln pfeift der Wind.
Arme Hütten im Grunde stehn,
Fensterlein sind schmal und blind.

Bald da kommt ein Sonnenschein,
Blickt so lustig wie er kann.
Mühlen, Feld und Fensterlein
Fangen flugs zu lachen an.

Dürftig Herz, so bist du ganz,
Blöd und blind bei Tag und Nacht.
Bis ein holder Liebesglanz
Dich unsäglich fröhlich macht.

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

3. Unter den Zweigen in tiefer Nacht [sung text not yet checked]

Unter den Zweigen in tiefer Nacht
Dacht' ich an deine Küsse;
Siedete mir das Blut mit Macht
Von all der brennenden Süße.

Kocht im Kessel ein Wässerlein,
Bleibt der Kessel nicht liegen;
Ei, wie hoch in die Luft hinein
Ließ ich mein Hütlein fliegen!

Wo es sich im Gezweig verlor,
Mögen die Vögel wissen;
Da ich lange den Kopf verlor,
Kann ich den Hut wohl missen.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Im Walde [sung text not yet checked]

Waldesnacht, du wunderkühle, 
Die ich tausend Male grüß',
Nach dem lauten Weltgewühle,
O wie ist dein Rauschen süß!
Träumerisch die müden Glieder
Berg' ich weich [ins]1 Moos,
Und mir ist, als würd' ich wieder
All der irren Qualen los.

Fernes Flötenlied, vertöne,
Das ein weites Sehnen rührt,
Die Gedanken in die schöne,
Ach! mißgönnte Ferne führt.
Laß die Waldesnacht mich wiegen,
Stillen jede Pein!
Und ein seliges Genügen
Saug' ich mit den Düften ein.

In den heimlich engen Kreisen,
Wird dir wohl, du wildes Herz,
Und ein Friede schwebt mit leisen
Flügelschlägen niederwärts.
Singet, holde [Vögellieder]2,
Mich in Schlummer sacht!
Irre Qualen, löst euch wieder;
Wildes Herz, nun gute Nacht!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Wondrously cool woodland night", copyright ©
  • ENG English [singable] (Bertram Kottmann) , "Woodland night", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Forested night", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Nuit de la forêt", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with [Paul Heyse], Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, Königl. Hofbuchhändler, 1850, page 35.

1 Kahn "in"
2 Kahn "Vogellieder"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Über die Welt kommt Stille [sung text not yet checked]

Über die Welt kommt Stille,
Das Dunkel wiegt sie ein.
Geschähe mir mein Wille,
Stille, ach, stille,
Wie gerne wollt' ich sein!

Je stiller die Vögel schweigen,
Je lauter schreit mein Herz.
Sanft geht der Sterne Reigen,
Ach, und sie neigen
Sich fremd herab zu meinem Schmerz.

Schlagt auf, ihr Sternenflammen!
Im Dunkeln seh' ich so klar
Seine Augen, die mich verdammen,
Ach, und zusammen
Bricht Alles, was mein Leben war!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Die Einsame [sung text not yet checked]

Auf die Nacht in den Spinnstuben
Da singen die Mädchen,
Da lachen die Dorfbuben,
Wie flink [gehn die]1 Rädchen!
 
Spinnt jedes [am]2 Brautschatz,
Daß der Liebste sich freut.
Nicht lange, so gibt es
[Ein]3 Hochzeitsgeläut.
 
Kein Mensch, der mir gut ist,
Will nach mir fragen.
Wie bang mir zumut ist,
Wem soll ich's klagen?
 
Die Tränen rinnen
Mir übers Gesicht -
Wofür [ich soll]4 spinnen,
Ich weiß es nicht!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Meisjeslied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "At night in the spinning rooms", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant de jeune fille", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Zemlinsky: "geht das"
2 Zemlinsky: "ein"
3 Omitted by Zemlinsky.
4 Brahms: "soll ich"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Über Nacht [sung text not yet checked]

Dein Herzlein mild,
Du liebes Bild,
Das ist noch nicht [erglommen]1,
Und drinnen ruht
Verträumte Glut,
Wird bald zu Tage kommen.

Es hat die Nacht
Einen Thau gebracht
Den [Knospen]2 all im Walde,
Und Morgens drauf
Da blüht's zuhauf
Und duftet durch die Halde.

Die Liebe sacht
Hat über Nacht
Dir Thau ins Herz gegossen,
Und Morgens dann,
Man sieht dir's an,
Das Knösplein ist erschlossen.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "Your tender heart", copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ton tendre petit cœur", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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1 Grimm: "entglommen"
2 Grimm: "Blumen"

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8. Mädchenlied [sung text checked 1 time]

Drunten auf der Gassen 
Stand ich, sein zu passen;
Schlugen Nachtigallen 
An den Fenstern allen,
Und ich blieb alleine 
Bei der Blitze Scheine,
Bis die Nacht gewichen,
Und da bin ich frierend heimgeschlichen.

Über meine Wangen 
Ist der Tau gegangen,
Und nun lös' ich stille 
Meiner Locken Fülle.
Daß ein Sturm erginge,
Sich darein verfinge,
Mich zum Himmel trüge --
Weit hinweg von dieser Welt der Lüge!

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  • ENG English (Emily Ezust) , "I stood below in the lane", copyright ©

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9. Abschied [sung text not yet checked]

Als wir beiden mußten scheiden,
Eine Nelke gab sie mir;
Die geliebten, stillbetrübten
Augen ruhten lang auf ihr.

Da vom zarten Strauch im Garten
Sie die dunkle Blume brach,
Lang mit Neigen in den Zweigen
Bebt' er seinem Liebling nach.

Doch den Wunden läßt gesunden
Heimat, die ihn treu umgibt,
Wenn die welke dunkle Nelke
Blatt auf Blatt im Wind zerstiebt.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Schlaf nur ein! [sung text not yet checked]

Ach, was bin ich aufgewacht?
Ob am Haus die Liebste klopft?
Leise tönt es durch die Nacht --
«Schlaf nur ein,
Schlaf nur ein!
Regen an die Scheiben [tropft]1.»

Warum klingt mir doch das Ohr?
Spricht von mir das falsche Kind,
Das mich aus dem Sinn verlor? --
«Schlaf nur ein,
Schlaf nur ein!
Herdenglocken rührt der Wind.»

Und sie sah im Traum mich an,
Und sie sprach: Du glaubst es kaum,
Was ich leide, süßer Mann! --
«Schlaf nur ein,
Schlaf nur ein!
Schlaf ihn aus, den falschen Traum!»

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Go to sleep!", copyright ©

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1 Zemlinsky: "klopft"

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11. Durch die Ferne, durch die Nacht [sung text not yet checked]

Hab Erbarmen! hab Erbarmen,
Um mich selbst bin ich gebracht,
Wenn du winkest mit den Armen
Durch die Ferne, durch die Nacht.

Lösch, o lösch die kleine Kerze,
Die mir dieses Nackens Pracht
Nur enthüllt zu meinem Schmerze
Durch die Ferne, durch die Nacht!

Deine Stimme laß ertönen,
Denn sie dringt heran mit Macht,
Als umarmte mich dein Sehnen
Durch die Ferne, durch die Nacht!

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12. Geheimnis [sung text not yet checked]

Laß uns leise bekennen,
Daß wir uns kennen,
In so heimlich halben Lauten,
Wie kluge Vögel,
Die ihr Nest in die Wipfel bauten.

Ferne Zeiten
Haben verschleiert milde Götter,
Wie vor Strom und Tal sich breiten
Zweige, Blüten, dichte Blätter,
Daß sie gern dem kurzen Sommer trauten,
Die klugen Vögel,
Die ihr Nest in die Wipfel bauten.

Singen Vöglein heller,
Locken sie die Knaben,
Nesteplündrer, Vogelsteller.
Wenn die Zweige sich entlaubet haben,
Vor dem ersten Schnee hinaus ins Weite
Schwingt sich freudig Lieb an Liebchens Seite.

Wohl den Vögeln,
Die den freien Lüften sich vertrauten,
Den klugen Vögeln,
Die ihr Nest in die Wipfel bauten!

Authorship

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]