Männerchöre und Quartette. A. Ohne Begleitung

by Eduard Kremser (1838 - 1914)

Word count: 1040

1. Aufgeblüht [sung text not yet checked]

Im dunklen Waldesschoße
Träumt still am Dornenstrauch
Im Knospenkelch die Rose
Vom milden Frühlingshauch.

Ich weiß nicht, wer es leise
Der Nachtigall verriet,
Daß sie des Liedes Kreise
Nachts um die Rose zieht. 

Sie singt von Quellenrauschen,
[Vom blauen]1 Waldesduft,
Wo Blumen Küsse tauschen
In lauer Lenzesluft.

Die Rose hört's mit Beben
In ihrem stillen Traum;
Es birgt ihr Blütenleben
Die enge Knospe kaum.

Sie ringt und bebt und glühet,
Und wie der Tag erwacht,
Da ist sie aufgeblühet
In wunderbarer Pracht. 

Von [süßen Schauern]2 trunken
Lauscht sie des Liedes Schall;
Doch in den Reiz versunken
Schweigt nun die Nachtigall.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Gedichte von Georg Scherer, vierte, vermehrte Auflage, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien: Deutsche Verlags-Anstalt, 1894, pages 29 - 30.

1 Meyer-Olbersleben: "Von blauem"
2 Meyer-Olbersleben: "süßem Schauer"

Research team for this text: Melanie Trumbull , Johann Winkler

2. Beim Scheiden 

Von der Allerliebsten scheiden tut in tiefster Seele weh
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

See other settings of this text.

3. Das Luftschloss 

Es ragt ein Schloss in die blaue Luft
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Das Volkslied 

Ein Müller hat ein Lied erdacht
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

6. Der Frühling ist wach [sung text not yet checked]

Es steigen die Glöckchen
Aus schmelzendem Eis
Und schütteln die Röckchen,
Halb grün und halb weiss.
Es knarren die Eichen,
Befreit rauscht der Bach,
Die Kälte will weichen,
Der Frühling wird wach!

Die Mutter Sibylle
Tut's Schiebfenster auf
Und schaut durch die Brille
Zum Giebel hinauf.
Zwei Kätzelein schleichen
Verliebt über's Dach,
Die Kälte will weichen,
Der Frühling wird wach!

Was kommt dort getänzelt,
Trägt Söckel am Schuh?
Es trippelt und schwänzelt
Und kichert mir zu.
Verheissendes Zeichen,
Beherzt folg' ich nach,
Die Kälte will weichen,
Der Frühling wird wach!

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

8. Gute Nacht [sung text not yet checked]

Mutter Nacht im Mantel grau
Kommt zu Berg gestiegen,
Gras und Blumen trinken Thau,
Nächt'ge Vögel fliegen,
Silbersternlein wandeln sacht.
    Gute Nacht!

Was da flieht den Sonnenschein,
Wandelt jetzt im Walde.
Ruhig schläft der Senne ein
An des Berges Halde.
Salige Fräulein haben Acht.
    Gute Nacht!

Was euch kümmert, was euch plagt,
Lasst es thalwärts fahren.
So ihr Glück im Herzen tragt,
Sollt ihr's weislich sparen,
Bis die Sonne wieder lacht.
    Gute Nacht! 

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Rudolf Baumbach, Spielmannslieder, Leipzig: Verlag von A. G. Liebeskind, 1883, page 42.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

9. Hell ins Fenster scheint die Sonne [sung text not yet checked]

Hell in's Fenster scheint die Sonne,
Scheint in's Herz mir Himmelswonne;
Und was kalt ist, dumpf und weh,
Thaut sie weg, wie [Eis und Schnee]1.

Winter weint die hellsten Thränen,
Und ich fühle [Frühjahrssehnen]2,
[Kinderfreude]3, frisch wie Thau,
Lacht mir [aus dem Himmelsblau]4.

Noch ist's Zeit für Glück und Wonne,
Komm herein, [o]5 [Frühjahrssonne]6!
Lächle mir [die Seligkeit]7,
Tief in's Herz! noch ist es Zeit!

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Quickborn. Gedichte aus dem Volksleben von Klaus Groth, aus ditmarscher Mundart übertragen von A. v. Winterfeld, Berlin: Verlag von A. Hofmann & Comp., 1856, pages 212-213.

1 Hauptmann, Reger: "Maienschnee"
2 Hauptmann, Reger: "Frühlingssehnen"
3 Hauptmann, Reger: "Lust und Freude"
4 Hauptmann, Reger: "zu des Himmels Blau"
5 Reger: "o komm, du"
6 Hauptmann, Reger: "Frühlingssonne"
7 Reger (in the second tenor part only): "die hehre Seligkeit"

Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Harry Joelson

10. Lind duftig hält die Maiennacht [sung text not yet checked]

Lind duftig hält die Maiennacht
Jetzt Berg und Thal umfangen,
Da komm' ich durch die Büsche sacht 
Zum Herrenschloß gegangen.
Im Garten rauscht der Lindenbaum,
Ich steig' in seine Äste,
Und singe aus dem grünen Raum
Hinauf zur hohen Feste:

  "Jung Werner ist der glückseligste Mann
  Im römischen Reich geworden!
  Doch Wer sein Glück ihm angethan,
  Das sagt er nicht mit Worten;
  Das sagt er nur mit Hei Juchhei, --
  Wie wunderschön ist doch der Mai,
  Feinslieb, ich thu dich grüßen!"

Im Wipfel hoch die Nachtigall
Stimmt ein mit [süßem]1 Schlagen,
Durch Berg und Thal wird weit der Schall,
Der Schall des Lieds getragen.
Drob schauen rings die Vögel auf,
Der Sang thät sie erwecken;
Bald schmettert laut der helle Hauf
Aus Busch und Zweig und Hecken:

  "Jung Werner ist der glückseligste Mann
  Im römischen Reich geworden!
  Doch Wer sein Glück ihm angethan,
  Das sagt er nicht mit Worten;
  Das sagt er nur mit Hei Juchhei, --
  Wie wunderschön ist doch der Mai,
  Feinslieb, ich thu dich grüßen!"

Die Welle hört's, die Welle bringt's
Stromabwärts an die Häuser,
Aus nebelgrauer Ferne klingt's
Zurück mir leis und leiser.
Und oben hoch im Morgenduft
Seh' ich zwei Engel fliegen,
Wie Harfenton kommt durch die Luft
Ihr Sang herabgestiegen:

  "Jung Werner ist der glückseligste Mann
  Im römischen Reich geworden!
  Doch Wer sein Glück ihm angethan,
  Das sagt er nicht mit Worten;
  Das sagt er nur mit Hei Juchhei, --
  Wie wunderschön ist doch der Mai,
  Feinslieb, ich thu dich grüßen!"

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Josef Viktor von Scheffel, Der Trompeter von Säkkingen. Ein Sang vom Oberrhein, zweihundertfünfundvierzigste Auflage, Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1899, pages 217-218.

1 Bruch: "hellem"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

12. Reiselied [sung text not yet checked]

Wohlauf! es ruft der Sonnenschein
  Hinaus in Gottes freie Welt!
Geht munter in das Land hinein
  Und wandelt über Berg und Feld!

Es bleibt der Strom nicht ruhig stehn,
  Gar lustig rauscht er fort;
Hörst du des Windes muntres Wehn?
  Er braust von Ort zu Ort.

Es reist der Mond wohl hin und her,
  Die Sonne ab und auf,
Guckt übern Berg und geht ins Meer,
  Nie matt in ihrem Lauf.

Und, Mensch, du sitzest stets daheim
  Und sehnst dich nach der Fern':
Sei frisch und wandle durch den Hain
  Und sieh die Fremde gern.

Wer weiß, wo dir dein Glücke blüht,
  So geh und such' es nur,
Der Abend kommt, der Morgen flieht,
  Betrete bald die Spur!

Laß Sorgen sein und Bangigkeit,
  Ist doch der Himmel blau,
Es wechselt Freude stets mit Leid,
  Dem Glücke nur vertrau'.

Soweit dich schließt der Himmel ein,
  Gerät der Liebe Frucht,
Und jedes Herz wird glücklich sein
  Und finden, was es sucht.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Ludwig Tiecks ausgewählte Werke in acht Bänden, Achter Band, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, Gebrüder Kröner Verlagshandlunf, [no year], pages 232-233.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

13. Reiterlied [sung text not yet checked]

Der Wald ist schwarz, die Luft ist klar, 
  Im Frühlicht glüht das Thal. 
Der Morgenduft netzt Bart und Haar, 
  Die Perle rinnt am Stahl. 
    Mein Rößlein fromm, 
    Mein Rößlein komm, 
  Wir reiten, wir reiten!

Du Vater und du Mutter mein, 
  Du Freundschaft allzumal!
Ihr dürft um mich nicht traurig sein, 
  'S ist einmal meine Wahl. 
    [Ich geb' mein Gut,
    Ich geb' mein Blut]1 
  Um's Reiten, um's Reiten.

Und reit' ich auch in frühen Tod,
  Ich bin ein Reitersmann!
Dem Alten thut die Stube Noth,
  Darin er siechen kann.
    Viel besser doch
    In's Sterben noch
  Zu reiten, zu reiten.

Bin gar ein stürmischer Gesell', 
  Der Reiter ist der Wind;
Und wo ein Röslein blüht zur Stell', 
  Da wird er warm und lind, 
    Küßt sein Gesicht, 
    Ob's will, ob nicht, 
  Im Reiten, im Reiten.

"Gehab' dich wohl, lieb Röselein,
  Hab' Dank für deinen Kuß ! 
Weil ich nun wieder Sturmwind sein, 
  Und Eichen fällen muß. 
    Mir läßt der Streit 
    Zur Lieb' nicht Zeit, 
  Muß reiten, muß reiten!"

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "Song of the rider", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du cavalier", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Oscar v. Redwitz, Amaranth, Achte Auflage, Mainz: Verlag von Kirchheim und Schott, 1851, pages 43-44.

1 Loewe: lines exchanged

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

14. Sankt Georg, du Rittersmann [sung text not yet checked]

[Sanct]1 Georg, du Rittersmann,
Flehen dich mit Inbrunst an,
Zieh' voraus auf weißem Pferde
In dem Harnisch, mit dem Schwerte,
Wie dich zeigt dein Conterfei,
Folgen dir, wohin es sei.

Sanct Georg, du Rittersmann,
Hattest immer wohlgethan,
Mochtest nie viel Wesens machen,
Sahst du irgend einen Drachen
Schlugst sogleich ihn mausetod,
Und zu Ende war die Noth.

Sanct Georg, du Rittersmann,
Führe du uns heute an,
Drachen gibts noch allerwegen
Zu bekämpfen, zu erlegen,
Stähle du d'rum unsern Muth,
Tod der ganzen Drachenbrut!

Sanct Georg, du Rittersmann,
Warst uns immer zugethan,
Wolltest lieber 'rum dich schlagen
Als die här'ne Kutte tragen.
Warst ein Krieger, echt wie Gold,
Sei auch heut' uns Kriegern hold.

Sanct Georg, du Rittersmann,
Flehn dich drum mit Inbrunst an,
Führst du jetzt auf weißem Pferde,
In dem Harnisch, mit dem Schwerte,
Deine Krieger als Patron
Sprechen wir den Drachen Hohn!

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Johann Nepomuk Vogl, Soldaten-Lieder mit Bildern und Singweisen, Wien: Verlag von Carl Gerold, 1849, pages 34-35.

1 Kremser: "Sankt"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]