Sieben Lieder nach Gedichten von Joseph von Eichendorff

by Robert Fürstenthal (1920 - 2016)

1. Ergebung [sung text checked 1 time]

Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
Die Lust hat eignes Grauen,
Und alles hat den Tod.

Ins Leben schleicht das Leiden
Sich [heimlich]1 wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.

Was gäb' es doch auf Erden,
Wer hielt' den Jammer aus,
Wer möcht' geboren werden,
Hielt'st Du nicht droben Haus!

Du bist's, der, was wir bauen,
Mild über uns zerbricht,
Daß wir den Himmel schauen -
Darum so klag' ich nicht.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce que nous voyons change", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Berg: "leise"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Auf meines Kindes Tod [sung text checked 1 time]

  Von fern die Uhren schlagen,
Es ist schon tiefe Nacht,
Die Lampe brennt so düster,
Dein Bettlein ist gemacht.

  Die Winde nur noch gehen
Wehklagend um das Haus,
Wir sitzen einsam [drinnen]1
Und lauschen oft hinaus.

  Es ist, als müßtest leise
Du klopfen an die Thür,
Du [hätt'st]2 dich nur verirret,
Und kämst nun müd' [zurück]3.

  Wir armen, armen Thoren!
Wir [irren]4 ja im Graus
Des Dunkels noch verloren -
Du fand'st [dich]5 längst nach Haus.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte. Berlin: M. Simion, 1841, pages 323.

1 Zeisl: "drinne"
2 Stöhr: "hättest"
3 Zeisl: "herfür"
4 Zeisl: "irrten"
5 Zeisl and the 1883 version: "ja"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

3. Die Heimat [sung text not yet checked]

Denkst du des Schlosses noch auf stiller Höh?
Das Horn lockt nächtlich dort, als ob’s dich riefe,
Am Abgrund grast das Reh,
Es rauscht der Wald verwirrend aus der Tiefe –
O stille, wecke nicht, es war als schliefe
Da drunten ein unnennbar Weh.

Kennst du den Garten? – Wenn sich Lenz erneut,
Geht dort ein Mädchen auf den kühlen Gängen
Still durch die Einsamkeit,
Und weckt den leisen Strom von Zauberklängen,
Als ob die Blumen und die Bäume sängen
Rings von der alten schönen Zeit.

Ihr Wipfel und ihr Bronnen rauscht nur zu!
Wohin du auch in wilder Lust magst dringen,
Du findest nirgends Ruh,
Erreichen wird dich das geheime Singen, –
Ach, dieses Bannes zauberischen Ringen
Entflieh’n wir nimmer, ich und du!

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Abschied [sung text not yet checked]

Abendlich [schon]1 rauscht der Wald
Aus den tiefsten Gründen,
Droben wird der Herr nun bald
[An die Sternlein zünden]2,
Wie so stille in den Schlünden,
Abendlich nur rauscht der Wald.

Alles geht zu seiner Ruh,
[Wald und Welt versausen]3,
Schauernd hört der Wandrer zu,
Sehnt sich [recht]4 nach Hause,
Hier in Waldes [grüner]5 Klause
Herz, geh' [endlich auch]6 zur Ruh!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Jakob Kellner) , "Evening breezes rustle yet in the wood", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Henri Dupraz) , "Le soir enfin murmure la forêt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A sera già sussurra il bosco", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Joseph Freiherrn von Eichendorff, Zweite vermehrte und veränderte Auflage, W. Simion in Berlin, 1843, page 382.

1 Fischer: "nur"; further changes may exist not shown above.
2 Franz: "Die Stern' anzünden"
3 Hensel: "Wie die Welt verbrause"
4 Franz: "wohl", Hensel: "tief"
5 Franz: "stiller"
6 Franz: "endlich du auch"

Researcher for this text: Jakob Kellner

5. Seliges Vergessen [sung text checked 1 time]

Subtitle: (Aus dem Spanischen)

  Im [Winde]1 fächeln,
Mutter, die Blätter,
Und bei dem Säuseln
Schlummre ich ein.

  Über mir schwanken
Und spielen die Winde,
Wiegen so linde
Das Schiff der Gedanken,
Wie wenn ohne Schranken
Der Himmel mir offen,
Daß still wird mein Hoffen
Und Frieden ich finde,
Und bei dem Säuseln
Schlummre ich ein.

  Erwachend dann sehe,
Als ob sie mich kränzen,
Rings Blumen ich glänzen,
Und all meine Wehen
Verschweben, vergehen,
Der Traum hält sie nieder,
Und Leben giebt wieder
Das Flüstern der Blätter,
Und bei dem Säuseln
Schlummre ich ein.

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Based on:

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Blessed oblivion", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Bienheureux oubli", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Joseph Freiherr von Eichendorff, Leipzig: C.F. Amelangs Verlag, 1892, page 395.

1 Seyffardt: "Winter"; further changes may exist not noted above.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Morgengebet [sung text not yet checked]

O wunderbares, tiefes Schweigen,
Wie einsam ist's noch auf der Welt!
Die Wälder nur sich leise [neigen]1,
Als ging' der Herr durchs stille Feld.

Ich [fühl mich recht wie neu geschaffen]2,
Wo ist die Sorge nun und Not?
Was [mich noch gestern]3 wollt' erschlaffen,
[Ich schäm' mich dess]4 im Morgenrot.

Die Welt mit ihrem Gram und Glücke
Will ich, ein Pilger, frohbereit
Betreten nur [wie]5 eine Brücke
Zu dir, Herr, [übern]6 Strom der Zeit.

Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst [lauernd]7,
Um schnöden Sold der Eitelkeit:
Zerschlag' mein Saitenspiel, und schauernd
Schweig ich vor dir in Ewigkeit.

Authorship:

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Pregària del matí", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Morning prayer", copyright © 2004
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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1 Prince Albert: "ringen"
2 Prince Albert: "fühle mich wie umgeschaffen"; Mendelssohn: "fühl mich wie neu geschaffen"
3 Erk, Mendelssohn: "gestern noch mich"
4 Erk, Mendelssohn: "dess schäm' ich mich"
5 Erk, Mendelssohn: "als"
6 Prince Albert: "überm"
7 Prince Albert: "laurend"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Abendständchen [sung text not yet checked]

Schlafe, Liebchen, weil's auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif' ich draußen in die Zither,
Weil mir gar so schwül und bang.

Schlingend sich an Bäum' und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.

Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.

Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.

[Ach, den süßen Klang verführet]1
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend [jedes schöne]2 Kind.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Serenata vespral", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening serenade", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sérénade", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , "Ninna-nanna", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 233.

1 Mendelssohn: "Und der Töne Klang entführet"
2 Mendelssohn: "wohl das süsse"

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