Symphony No. 8: Piesni Przemijania (Songs of Transitoriness) (Lieder der Vergänglichkeit)

Symphony by Krzysztof Penderecki (1933 - 2020)

Word count: 936

French (Français) translation: Symphonie n° 8 : Chants de l'éphémère

1. Nachts [sung text not yet checked]

Ich [stehe]1 [in]2 Waldesschatten
Wie an des Lebens Rand,
Die Länder wie dämmernde Matten,
Der Strom wie ein silbern Band.

Von fern nur schlagen die Glocken
Über die Wälder herein.
Ein Reh hebt den Kopf erschrocken
Und schlummert gleich wieder ein.

Der Wald aber rühret die Wipfel 
Im Traum von der Felsenwand.
Denn der Herr geht über die Gipfel
Und segnet das stille Land.

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  • ENG English (Jakob Kellner) , "At night", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La nuit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 Borinski: "steh' "; further changes may exist not shown above.
2 Hollaender: "im"

Researcher for this text: Jakob Kellner

2. Ende des Herbstes [sung text checked 1 time]

Ich sehe seit einer Zeit,
wie alles sich verwandelt.
Etwas steht auf und handelt
und tötet und tut Leid.

[ ... ]

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Fin d'automne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Bei einer Linde [sung text not yet checked]

Seh ich dich wieder, du geliebter Baum,
In dessen junge Triebe
Ich einst in jenes Frühlings schönstem Traum
Den Namen schnitt von meiner ersten Liebe?

Wie anders ist seitdem der Äste Bug,
Verwachsen und verschwunden
Im härt'ren Stamm der vielgeliebte Zug,
Wie ihre Liebe und die schönen Stunden!

Auch ich seitdem wuchs stille fort, wie du,
Und nichts an mir wollt weilen,
Doch meine Wunde wuchs - und wuchs nicht zu,
Und wird wohl niemals mehr hienieden heilen.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Près d'un tilleul", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Flieder [sung text checked 1 time]

Nun weiß ich doch, 's ist Frühling wieder.
Ich sah es nicht vor so viel Nacht
und lange hatt' ich's nicht gedacht.
Nun merk' ich erst, schon blüht der Flieder.

Wie fand ich [das]1 Geheimnis wieder?
Man hatte mich darum gebracht.
Was hat die Welt aus uns gemacht!
Ich dreh' mich um, da blüht der Flieder.

Und danke Gott, er schuf mich wieder,
indem er wiederschuf die Pracht.
Sie anzuschauen aufgewacht,
so bleib' ich stehn. Noch blüht der Flieder.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Lilac", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Karl Kraus, Ausgewählte Gedichte, München: Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff), 1920, page 20.

1 Eisler: "dies"

Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Frühlingsnacht [sung text checked 1 time]

Im Kastanienbaum der Wind
Reckt verschlafen sein Gefieder,
An den spitzen Dächern rinnt
Dämmerung und Mondschein nieder.

Alle Brunnen rauschen kühl
Vor sich hin verworrene Sagen,
Zehnuhrglocken im Gestühl
Rüsten feierlich zum Schlagen.

In den Gärten unbelauscht
Schlummern mondbeglänzte Bäume,
Durch die runden Kronen rauscht
Tief das Atmen schöner Träume.

Zögernd leg ich aus der Hand
Meine warmgespielte Geige,
Staune weit ins blaue Land,
Träume, sehne mich und schweige.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Spring night", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Nuit de printemps", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, page 132.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Ende des Herbstes [sung text checked 1 time]

[ ... ]

Von Mal zu Mal sind all
die Gärten nicht dieselben;
von den gilbenden zu der gelben
langsamem Verfall:
wie war der Weg mir weit.

[ ... ]

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Fin d'automne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Sag' ich's euch, geliebte Bäume? [sung text not yet checked]

Sag ich's euch, geliebte Bäume,
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wißt es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.

Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud' und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur daß ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag!

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Dois-je vous dire, arbres bien-aimés", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Im Nebel [sung text checked 1 time]

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

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  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "In the mists", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dans le brouillard", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , "Sa cheobhrán", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Nebbia", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, pages 136-137.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

9. Vergänglichkeit [sung text checked 1 time]

Vom Baum des Lebens fällt 
Mir Blatt um Blatt,
O taumelbunte Welt, 
Wie machst du satt, 
Wie machst du satt und müd, 
Wie machst du trunken! 
Was heut noch glüht, 
Ist bald versunken. 
[ ... ]

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Mortality", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Fugacité", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 8 Die Erzählungen. 1911-1954, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2001, page 321 (no title in this publication).

Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, page 256.


Research team for this text: John Versmoren , Sharon Krebs [Guest Editor]

10. Ende des Herbstes [sung text checked 1 time]

[ ... ]

Jetzt bin ich bei den leeren
und schaue durch alle Alleen.
Fast bis zu den fernen Meeren
kann ich den ernsten schweren
verwehrenden Himmel sehn.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Fin d'automne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Herbsttag [sung text not yet checked]

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los. 

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein. 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. 

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  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "Fall day", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Jour d'automne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , "Φθινοπωρινή μέρα", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

12. O grüner Baum des Lebens [sung text checked 1 time]

O grüner Baum des Lebens,
In meiner Brust versteckt,
Laß mich nicht flehn vergebens!
Ich habe dich entdeckt.
O zeige mir die Wege
Durch diesen tiefen Schnee,
Wenn ich den Fuß bewege,
So gleit' ich von der Höh'.
 
Ich bliebe dir gern eigen,
Ich gäb mich selber auf, -
Willst du den Weg mir zeigen,
Soll enden hier mein Lauf?
Mein Denken ist verschwunden,
Es schlief das Haupt mir ein,
Es ist mein Herz entbunden
Von der Erkenntnis Schein.
 
Ich werd' in Strahlen schwimmen,
Aus dieses Leibes Nacht,
Wohin kein Mensch kann klimmen,
Mit des Gedankens Macht.
Es ward mein Sinn erheitert,
Die Welt mir aufgetan,
Der Geist in Gott erweitert,
Unendlich ist die Bahn!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ô arbre de vie vert", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Achim von Arnim Werke, Band 5, Achim von Arnim Gedichte, herausgegeben von Ulfert Ricklefs, Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag, 1994, page 943


Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]