Zwölf Volkslieder für vier Männerstimmen, drittes Heft

by (Philipp) Friedrich Silcher (1789 - 1860)

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8. Lebewohl [sung text checked 1 time]

Morgen muß ich [weg]1 von hier
Und muß Abschied nehmen;
O du [allerhöchste]2 Zier,
Scheiden das bringt Grämen.
Da ich dich so treu geliebt
Über alle Maßen,
Soll ich dich verlassen. 

Wenn zwei gute Freunde sind, 
Die einander kennen,
Sonn' und Mond bewegen sich,
Ehe sie sich trennen.
Noch viel größer ist der Schmerz,
Wenn ein treu [verliebtes]3 Herz  
In die Fremde ziehet. 

[ ... ]
Küsset dir ein Lüftelein Wangen oder Hände, Denke, daß es Seufzer sein, Die ich zu dir sende: Tausend schick' ich täglich aus, Die da wehen um dein Haus, Weil ich dein gedenke.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Demain, je dois partir d'ici", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Domani me ne devo andare via", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Achim von Arnims Werke, dritter Band, ed. by Reinhold Steig, Leipzig: Erschienen im Insel-Verlage, 1911. Appears in Des Knaben Wunderhorn, pages 356 - 357; and confirmed with Des Knaben Wunderhorn: alte deutsche Lieder gesammelt von L. A. v. Arnim und Clemens Brentano, Drei Teile in einem Bande, ed. by Eduard Grisebach, Leipzig: Max Hesses Verlag, 1806. This edition is then re-issued from Heidelberg: bey Mohr und Zimmer, and Frankfurt am Main: J. C. B. Mohr, 1808. Appears in dritter Teil, page 670 - 671.

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1 Brahms: "fort"
2 Brahms, Silcher: "allerschönste"
3 Brahms: "geliebtes"

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11. Der Wirthin Töchterlein [sung text checked 1 time]

Es zogen drei Bursche wohl über den Rhein,
bei einer Frau Wirthin da kehrten sie ein.
"Frau Wirthin, hat sie gut Bier und Wein?
Wo hat sie ihr schönes Töchterlein?"

"Mein Bier und Wein ist frisch und klar,
mein Töchterlein liegt auf der Todtenbahr'."
Und als sie traten zur Kammer hinein,
da lag sie in einem schwarzen Schrein.

Der Erste schlug den Schleier zurück
und schaute sie an mit traurigem Blick:
"Ach lebtest du noch, du schöne Maid!
Ich würde dich lieben von dieser Zeit!"

Der Zweite deckte den Schleier zu
und kehrte sich ab und weinte dazu:
"Ach, daß du liegst auf der Todtenbahr'!
Ich hab' dich geliebt so manches Jahr!"

Der Dritte der hub ihn wieder sogleich
und küßte sie auf den Mund so bleich:
"Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich nocht heut'
und werde dich lieben in Ewigkeit!"

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La jeune enfant de l'aubergiste", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, Stuttgart: Fr. Henne, 1840. Appears in Balladen und Romanzen, page 237.


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