Sieben Gesänge aus dem spanischen Liederbuche von E. Geibel und P. Heyse, für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Adolf Jensen (1837 - 1879)

Word count: 695

1. Klinge, klinge mein Pandero [sung text not yet checked]

Klinge, klinge, mein Pandero,
Doch an andres denkt mein Herz.
 
Wenn du, muntres Ding, verständest
Meine Qual und sie empfändest,
Jeder Ton, den du entsendest,
Würde klagen meinen Schmerz.
 
Bei des Tanzes Drehn und Neigen
Schlag' ich wild den Takt zum Reigen,
Daß nur die Gedanken schweigen,
Die mich mahnen an den Schmerz.
 
Ach, ihr Herrn, dann will im Schwingen
Oftmals mir die Brust zerspringen,
Und zum Angstschrei wird mein Singen,
Denn an andres denkt mein Herz.

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  • ENG English (Michael P. Rosewall) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Volkslieder und Romanzen der Spanier im Versmasse des Originals verdeutscht durch Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1843, page 26


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Ach ihr lieben Äuglein [sung text checked 2 times]

Ach ihr lieben Äuglein,
ach ihr blauen Äuglein,
gebe doch der Himmel,
daß ihr mein gedenkt!

Da ich kam zu scheiden
und zuletzt an deine Tür zu klopfen,
aus den Äuglein beiden 
stürzten bitterliche Tropfen.
Ach! ein Todesleiden! 
Wenn du schlafen gehst, 
wenn du frühe auf vom Lager stehst.
Gebe doch der Himmel, 
Daß du mein gedenkst!

Ach, daß ich nur wüsste,
wo nun deine Blicke sich ergehen,
daß ein Windeswehen 
mir ein jedes Seufzen künden müsste,
künden, ob die jungen Brüste 
noch so schmerzlich wogen,
weil der liebste Mann hinweggezogen!
Gebe doch der Himmel, 
Daß du mein gedenkst!

Keine Stunde trüge 
ich dies Schweifen so im dunkeln Schmerzen,
ohne daß mein Herze
nach dem Lichte seines Lebens früge.
Äuglein, wenn ich lüge,
bittet Gott, daß mich der Blitz erschlage!
Wenn ich lautre Wahrheit sage,
Gebe doch der Himmel, 
Daß ihr mein gedenkt.

Authorship

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  • ENG English (Iain Sneddon) , "Little blue eyes", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Spanisches Liederbuch, by Emanuel Geibel and Paul Heyse, Wilhelm Hertz, Berlin, 1852, pages 145-146.

Note: in many older editions, the spelling of the word "Äugelein" becomes "Aeugelein", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Äugelein".


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Donderwinkel , Bertram Kottmann , Iain Sneddon [Guest Editor]

3. Und schläfst du, mein Mädchen [sung text not yet checked]

Und schläfst du, mein Mädchen,
Auf, öffne du mir;
Denn die Stund' ist gekommen,
Da wir wandern von hier.

Und bist ohne Sohlen,
Leg' keine dir an;
Durch reisende Wasser
Geht unsere Bahn.

Durch die tief tiefen Wasser
Des Guadalquivir;
Denn die Stund' ist gekommen,
Da wir wandern von hier.1

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Intermezzo", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David K. Smythe) , "And are you sleeping, my girl?", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Intermezzo", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Schumann and Wolf here repeat the line "Auf, öffne du mir!"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Murmelndes Lüftchen [sung text checked 1 time]

Murmelndes Lüftchen, Blütenwind,
Der die schöne Welt durchwandelt,
Sing' ein Lied mit den Blätter der Ulme,
Denn es schläft mein süßes Kind.

Heute sollst du, sanfter West,
Schlummer über die ergiessen,
Die mich Frieden nicht geniessen,
Die mein Leid nicht schlafen lässt.
Wiege sie mir ein gelind,
Lüftchen, das die Welt durchwandelt,
Sing' ein Lied mit den Blätter der Ulme,
Denn es schläft mein süßes Kind.

Schweifest zwischen grünen Zweigen,
Lustig murmelnd von den Wonnen,
Die mir alle nun zerronnen,
Von dem Leid, das heut mich eigen.
Kühler, sanfter, plaudernder Wind,
Der die schöne Welt durchwandelt,
Sing' ein Lied mit den [Blätter]1 der Ulme,
Denn es schläft mein süßes Kind.

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  • ENG English (John Glenn Paton) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Dietrich, Jensen: "Blättern"

Research team for this text: Peter Donderwinkel , Andrew Schneider [Guest Editor]

5. Wenn du zu den Blumen gehst [sung text not yet checked]

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken.
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

Alle Blumen wissen ja,
daß du hold bist ohne gleichen.
Und die Blume, die dich sah --
Farb' und Schmuck muß ihr erbleichen.

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken. 
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

Lieblicher als Rosen sind die Küße,
die dein Mund verschwendet,
weil der Reiz der Blumen endet,
wo dein Liebreiz erst beginnt.

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken. 
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

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  • ENG English (Michael P. Rosewall) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Quand tu vas parmi les fleurs", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Am Ufer des Flusses, des Manzanares [sung text not yet checked]

Am Ufer des Flusses, des Manzanares,
spült Linnen das Mädchen 
und trocknet's im Winde.

Und taucht sie das Linnen 
in's Wasser hinein,
da halten mit Rinnen 
die Fluten schon ein,
und der Stein, drauf sie's windet,
fängt hell an zu glühn
und das Ufer wird grün 

am Manzanares,
wo das Mädchen Linnen spült 
und trocknet im Winde.

Wo sie tritt in die Welle 
mit schneeigen Fuss,
da scheint auf der Stelle
krystallen der Fluss,
Perlmutter die Rosen,
wo die Tücher sie spannt,
und ein Garten das Land

am Manzanares,
wo das Mädchen Linnen spült 
und trocknet im Winde.

Die Winde, die lauen,
verhalten den Hauch,
und der Himmel ruht auch,
ihr Antlitz zu schauen.
Und es spiegeln die Wasser
so klar und so mild,
das reizende Bild

im Manzanares,
wie das Mädchen Linnen spült 
und trocknet im Winde.

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  • ENG English (Garrett Medlock) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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7. Ob auch finstere Blicke glitten [sung text not yet checked]

Ob auch finstre Blicke glitten,
Schöner Augenstern, aus dir,
Wird mir doch nicht abgestritten,
Daß du hast geblickt nach mir.
 
Wie sich auch der Strahl bemühte,
Zu verwunden meine Brust,
Giebt's ein Leiden, das die Lust,
Dich zu schaun, nicht reich vergüte?
Und so tödtlich mein Gemüthe
Unter deinem Zorn gelitten,
Wird mir doch nicht abgestritten,
Daß du hast geblickt nach mir.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Note: this is the entire Heyse text; not all of the original text appears to have been translated.

Confirmed with Spanisches Liederbuch von Emanuel Geibel und Paul Heyse. Berlin: Verlag von Wilhelm Hertz, 1852, page 72


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]