German (Deutsch) translations of 45 Lieder für dreistimmigen Chor a capella, opus 75
by Robert Kahn (1865 - 1951)
Süße, heilige Natur, [Laß mich gehn auf deiner Spur]1! Leite mich an deiner Hand, Wie ein Kind am Gängelband! Wenn ich dann ermüdet bin, [Rück]2 ich dir am Busen hin, Athme [süsse]3 [Himmelslust]4, [Hangend]5 an der [Mutter Brust]6. [Ach, mir ist so wohl bey dir]!7 Will dich lieben für und für. [Laß mich gehn auf deiner Spur]1, Süsse, heilige Natur!
Text Authorship:
- by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750 - 1819), "An die Natur", written 1775, first published 1775
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Deutsche Chronik. auf das Jahr 1775. herausgegeben von M. Christ. Fried. Daniel Schubart. Ulm, gedruckt bey Christian Ulrich Wagner, und zu finden in Augsburg, bey Conrad Heinrich Stage. 92. Stück. Den 16. November, 1775, page 733; and with Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg. Erster Theil. Wien, 1821. Im Verlage bei J.B. Wallishausser. Hamburg, bei Perthes und Besser, page 113.
1 Harder: "Leite mich auf deine Spur"2 Kuhlau, Stolberg (1821 edition), Schubert, and Wetzel: "Sink'"
3 Harder, Wetzel: "reine"
4 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Herzenslust"
5 Harder: "Ruhend"
6 Stolberg (1821 edition), and Schubert: "Mutterbrust"
7 Kuhlau, Stolberg (1821 edition), and Schubert: "Ach! wie wohl ist mir bei dir"; Harder, Wetzel: "O wie wohl ist mir bei dir"
Steig nur, Sonne, Auf die Höhn! Schauer wehn, Und die Erde bebt vor Wonne. Kühn nach oben Greift aus Nacht Waldespracht, Noch von Träumen kühl durchwoben. Und vom hohen Felsaltar Stürzt der Aar Und versinkt in Morgenlohen. Frischer Morgen! Frisches Herz, Himmelwärts! Laß den Schlaf nun, laß die Sorgen!
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Adler"
See other settings of this text.
Freundlich leuchten die Sonne, Mond und Sterne, Freundlich schimmert das Blumenkleid der Erde, Mächtig brauset das Meer mit seinen Wellen Furchtbar und lieblich. Droben kreiset in Sonnenglut der Adler, Drunten sumset der Käfer und die Biene, Aus den Büschen klingen der Nachtigallen Zärtliche Lieder. Ja du bist schön und golden, Mutter Erde, Schön in deinen rosigen Abendlocken, Duftig in deines Erwachens Silberschimmer, Bräutlich und züchtig. Lustig hüpfest du hin im Weltentanze, Alle deine Kinder am warmen Herzen, Wandelst freudig dahin in deiner Sonne Funkelndem Reigen. Lustig sei und leuchtend des Menschen Stirne! Nur dem Fröhlichen blüht der Baum des Lebens, Dem Unschuldigen rinnt der Born der Jugend Auch noch im Alter.
Singet leise, leise, leise, singt eine flüsternd Wiegenlied; von dem Monde lernt die Weise, der so still am Himmel zieht. Denn es schlummern in dem Rheine Jetzt die lieben Kinder klein, Ameleya wacht alleine Weinend in dem Mondenschein. Singt ein Lied so süß gelinde, wie die Quelle auf den Kieseln, wie die Bienen um die Linde summen, murmeln, flüstern, rieseln.
Text Authorship:
- by Clemens Maria Wenzeslaus von Brentano (1778 - 1842), title 1: "Lureley", title 2: "Wiegenlied", appears in Die Märchen
See other settings of this text.
Confirmed with Die Märchen des Clemens Brentano, herausgegeben von Guido Görres, Zweite Auflage, Erster Band, Stuttgart: Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1879, page 231, under the title "Lureley" (three stanzas). Note: the first and last stanza of this poem are often anthologized under the title "Wiegenlied".
Wie schön sich zu wiegen, Die Luft zu durchfliegen Am blühenden Baum! Bald vorwärts vorüber, Bald rückwärts hinüber, - Es ist wie ein Traum! Die Ohren, sie brausen, Die Haare, sie sausen Und wehen hintan! Ich schwebe und steige Bis hoch in die Zweige Des Baumes hinan. Wie Vögel sich wiegen, Sich schwingen und fliegen Im luftigen Hauch: Bald hin und bald wieder, Hinauf und hernieder, So fliege ich auch!
Text Authorship:
- by Heinrich Seidel (1842 - 1906), "Die Schaukel", appears in Neues Glockenspiel: Gesammelte Gedichte, in Kinderlieder
See other settings of this text.
Ich bin vom Berg der Hirtenknab, Seh auf die Schlösser all [herab]1. Die Sonne strahlt am ersten hier, Am längsten weilet sie bei mir, [Ich bin der Knab' vom Berge.]2 Hier ist des Stromes Mutterhaus, Ich trink' ihn frisch vom Stein heraus, Er braust [am]3 Fels in wildem Lauf, Ich fang' ihn mit den Armen auf. [Ich bin der Knab' vom Berge.]2 Der Berg, der ist mein Eigentum, Da ziehn die Stürme rings herum, Und heulen sie von Nord und Süd, So [überschallt]4 sie doch mein Lied. [Ich bin der Knab' vom Berge.]2 Sind Blitz und Donner unter mir, So steh' ich hoch im Blauen hier; Ich kenne sie und rufe zu: Laßt meines Vaters Haus in Ruh! [Ich bin der Knab' vom Berge.]2 Und [wann]5 die Sturmglock' einst erschallt, Manch Feuer auf den Bergen wallt, Dann steig' ich nieder, [tret']6 ins Glied Und schwing' mein Schwert und sing' mein Lied: [Ich bin der Knab' vom Berge.]2
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Des Knaben Berglied", written 1806, appears in Lieder
See other settings of this text.
View text without footnotesNote: Hecht inserts one or more "la" syllables at the ends of the following lines: stanza 1 lines 1 and 2; stanza 2 lines 1,2,5; and stanza 5 line 5.
1 Loewe: "hinab"2 Schumann: "Ich bin der Knab' vom Berge, / Vom Berg der Hirtenknab!"
3 Beer-Walbrunn, Hecht, Kreutzer, Plumhof: "vom"
4 Loewe: "übertönt"
5 Beer-Walbrunn, Hecht: "wenn"
6 Beer-Walbrunn: "und tret'"
Es gibt einen [schönen]1 Garten, Allgrün zu jeder Zeit, Drin blühn die Blumen, die zarten, Ob draußen es stürmt und schneit. Er liegt im Herzen verborgen, Und pflegst du mit Sorgfalt sein, Strahlt hell an jedem Morgen Gottes warme Sonne hinein.
Text Authorship:
- by Friedrich Wilhelm Weber (1813 - 1894), "Ein stiller Garten"
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Hermann: "stillen"; further changes may exist not noted above.
Muttersprache, Mutterlaut, Wie so wonnesam, so traut! Erstes Wort, das mir erschallet, Süßes, erstes Liebeswort, Erster Ton, den ich gelallet, Klingest ewig in mir fort. Ach, wie trüb ist meinem Sinn, Wann ich in der Fremde bin, Wann ich fremde Zungen üben, Fremde Worte brauchen muß, Die ich nimmermehr kann lieben, Die nicht klingen als ein Gruß! Sprache, schön und wunderbar, Ach, wie klingest du so klar! Will noch tiefer mich vertiefen In den Reichtum, in die Pracht, Ist mir's doch, als ob mich riefen Väter aus des Grabes Nacht. Klinge, klinge fort und fort, Heldensprache, Liebeswort, Steig empor aus tiefen Grüften, Längst verschollnes altes Lied, Leb' aufs neu in heil'gen Schriften, Daß dir jedes Herz erglüht. Überall weht Gottes Hauch, Heilig ist wohl mancher Brauch; Aber soll ich beten, danken, Geb' ich meine Liebe kund, Meine seligsten Gedanken, Sprech' ich wie der Mutter Mund!
Text Authorship:
- by (Gottlob Ferdinand) Max(imilian) Gottfried von Schenkendorf (1783 - 1817), "Muttersprache", written 1814
See other settings of this text.
Gebt Raum, ihr Völker, [unserm]1 Schritt,
Wir sind die letzten Goten!
Wir tragen keine [Krone]2 mit,
Wir tragen einen Toten.
Mit Schild an Schild und Speer an Speer,
[Wir ziehn]3 nach Nordlands [Winden]4,
Bis wir im [fernsten]5 grauen Meer,
Die Insel Thule finden.
Das soll der Treue Insel sein,
Dort gilt noch Eid und Ehre,
Dort senken wir den König ein,
Im Sarg der Eschenspeere.
Wir kommen her -- gebt Raum dem Schritt --
Aus [Romas]6 falschen Toren:
Wir tragen nur den König mit --
Die Krone ging verloren.
Text Authorship:
- by Felix Ludwig Julius Dahn (1834 - 1912), no title, appears in Ein Kampf um Rom, first published 1876
See other settings of this text.
View text without footnotesNote: a four-stanza version exists in Dahn's collected works with the title "Gotenzug"
1 Bella, Rauchenecker: "unsrem"
2 Bella, Rauchenecker: "Schätze"
3 Bella, Rauchenecker: "Ziehn wir"
4 Bella, Rauchenecker: "Gründen"
5 Bella, Rauchenecker: "fernen"
6 Bella, Rauchenecker: "Roms"
Es geht ein Liedchen im Volke, Die Mädchen singen's zur Nacht, Wenn unter den [flüsternden Halmen]1 Im [Felde]2 die Sehnsucht erwacht. Das Lied vom zerbrochenen [Ringlein]3 Und von der Mühle im Grund, Die Wasser wogten und rauschten, Dem Burschen war gar so wund. Ich [sang's]4 so oft mit den Andern, Nun schleich' ich mich leise vorbei Und berge das Haupt in den Händen: "Das Ringlein sprang entzwei."
Text Authorship:
- by Anna (Nuhn) Ritter (1865 - 1921), "Das Ringlein sprang entzwei", appears in Gedichte, in 1. Das Ringlein sprang entzwei, no. 30
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Anna Ritter, Gedichte, Leipzig: Verlag von A.G. Liebeskind, 1898, page 48.
1 von Kehler: "wogenden Ähren"2 Hermann: "Garten"
3 Avril: "Ringelein"
4 Avril: "saß"
Des Goldbauern Hiesel, dem ging es recht schlecht, er liebte die Liesel, die Liesel den Knecht. Des Goldbauern Hiesel hatt' Taler, die echt; er gab sie der Liesel, sie gab sie dem Knecht. Des Goldbauern Hiesel sagt, dass er sie möcht'; da lachte die Liesel und küsste den Knecht. Des Goldbauern Hiesel hat alles verzecht; da ließ ihn die Liesel und ging zu dem Knecht. Des Goldbauern Hiesel ward dennoch gerächt; so wie ihn die Liesel, verriet sie der Knecht.
[Es stand ein Sternlein]1 am Himmel, Ein Sternlein guter Art; Das tät so lieblich scheinen, So lieblich und so zart! Ich wußte seine Stelle [Am Himmel, wo es]2 stand; Trat abends vor die Schwelle, Und suchte, bis ich's fand; [Und]3 blieb dann lange stehen, Hatt' große Freud' in mir, Das Sternlein anzusehen; Und dankte Gott dafür. Das Sternlein ist verschwunden; Ich suche hin und her Wo ich es sonst gefunden, Und find' es nun nicht mehr.
Text Authorship:
- by Matthias Claudius (1740 - 1815), "Christiane"
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Kleffel: "Es stand ein Stern am Himmel" (further changes may exist not shown above) ; Ruck-Hanke: "Ein Sternlein stand"
2 Ruck-Hanke: "Wo es am Himmel"
3 Weingartner: "Ich"
Hab [Sonne]1 im Herzen, ob's stürmt oder schneit, ob der Himmel voll Wolken, die Erde voll Streit ... hab Sonne im Herzen, dann komme was mag: das leuchtet voll Licht dir den dunkelsten Tag! Hab ein Lied auf den Lippen mit fröhlichem Klang, und macht auch des Alltags Gedränge dich bang ... hab ein Lied auf den Lippen, dann komme was mag: das hilft dir verwinden den einsamsten Tag! Hab ein Wort auch für andre in Sorg und in Pein und sag, was dich selber so frohgemut läßt sein: Hab ein Lied auf den Lippen, verlier nie den Mut, hab Sonne im Herzen, und alles wird gut!
Text Authorship:
- by Cäsar Flaischlen (1864 - 1920), "Hab Sonne ...", written 1892ââ¬â4, appears in Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens, in Quer-wegein, in Singlieder, no. 3, first published 1921
See other settings of this text.
View text without footnotesPoem header: Singweise: Der Mai ist gekommen
1 R. Fuchs: "die Sonne"; further changes may exist not noted.
Wohl blühet jedem Jahre Sein Frühling mild und licht, Auch jener große, klare -- Getrost! er fehlt dir nicht; Er ist dir noch beschieden Am Ziele deiner Bahn, Du ahnest ihn hienieden, Und droben bricht er an.
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), title 1: "Der grosse Frühling", title 2: "Künftiger Frühling", written 1827, appears in Lieder, in Frühlingslieder, no. 7
See other settings of this text.
Confirmed with Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], page 41, titled "Künftiger Frühling". The poem was titled "Der grosse Frühling" in the fourth edition of the collection, 1829.
Der Mensch hat nichts so eigen So wohl steht [ihm nichts]1 an, Als daß Er Treu' erzeigen, Und Freundschaft halten kann; Wann er mit seines gleichen Soll treten in ein Band, Verspricht sich nicht zu weichen, Mit Herzen, Mund und Hand. Die Red' ist uns gegeben, Damit wir nicht allein [Vor]2 uns nur sollen leben Und fern von [Leuten]3 sein; Wir sollen uns befragen Und sehn auf guten Rat, Das Leid einander klagen, So uns betreten hat. Was kann die Freude machen, Die Einsamkeit verhehlt? Das gibt ein doppelt Lachen, Was Freunden wird erzählt; Der kann sein Leid vergessen, Der es von Herzen sagt; Der muß sich [selbst auffressen]4 Der in Geheim sich nagt. Gott stehet mir vor Allen, Die meine Seele liebt; Dann soll mir auch gefallen, Der mir [sich]5 herzlich gibt; Mit diesen Bunds-Gesellen Verlach' ich Pein und Not, Geh' auf den Grund der Höllen Und breche durch den Tod. Ich hab', ich habe Herzen So treue, wie gebührt, Die Heuchelei und Schmerzen Nie wissentlich berührt; Ich bin auch ihnen wieder Von Grund der Seelen hold, Ich lieb' euch mehr, ihr Brüder, Als aller Erden Gold.
Text Authorship:
- by Simon Dach (1605 - 1659), "Perstet amicitiæ semper venerabile Fædus!"
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Uhlmann: "nichts ihm"
2 Fleischer, Uhlmann : "Für"
3 Uhlmann: "Menschen"
4 Fleischer : "selbst zerfressen" ; Uhlmann: "täglich fressen"
5 Fleischer : "sehr"
Noch ist es früh am Tag
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
Herr! schicke, was du [willt]1, Ein Liebes oder Leides; Ich bin vergnügt, daß beides Aus deinen Händen quillt. Wollest mit Freuden [Und wollest]2 mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten, Liegt holdes Bescheiden.
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Gebet"
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, pages 134-135.
1 the modern form, "willst", is often used instead.2 Wallnöfer: "Wollest"
Schlag deine Augen auf
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
Im Frühling, als der Märzwind ging, als jeder Zweig voll Knospen hing, da fragten sie mit Zagen: was wird der Sommer sagen? Und als das Korn in Fülle stand, in lauter Sonne briet das Land, da seufzten sie und schwiegen: bald wird der Herbstwind fliegen. Der Herbstwind blies die Bäume an und ließ auch nicht ein Blatt daran. Sie sahn sich an: dahinter kommt nur der böse Winter. Das war nicht eben falsch gedacht, der Winter kam auch über Nacht. Die armen, armen Leute, was sorgen sie nur heute? Sie sitzen hinterm Ofen still und warten, ob's nicht tauen will, und bangen sich und sorgen um morgen.
Nun ist er endlich [kommen]1 doch In grünem Knospenschuh; «Er kam, er kam ja immer noch», Die Bäume nicken sich's zu. Sie konnten ihn all erwarten kaum, Nun treiben sie Schuß auf Schuß; Im Garten der alte Apfelbaum, Er sträubt sich, aber er muß. Wohl zögert auch das alte Herz Und atmet noch nicht frei, Es bangt und sorgt: «Es ist erst März, Und März ist noch nicht Mai.» O schüttle ab den schweren Traum Und die lange Winterruh: Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag's auch du.
Text Authorship:
- by Theodor Fontane (1819 - 1898), "Frühling", appears in Lieder und Sprüche
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Reichert: "gekommen"; further changes may exist not shown above.
Es stand eine Rose im tief tiefen Grund, Von Liebe und Sehnsucht durchglühet, Kam Keiner, der ihre Schönheit begehrt, Ist einsam und traurig verblühet. Ich weiß eine Seele, die glühte so heiß, Die Liebe, das Glück zu [umfangen]1; Kam Keiner, der ihre Blüthe begehrt, Ist einsam zu Grunde gegangen.
Text Authorship:
- by Anna (Nuhn) Ritter (1865 - 1921), "Unbegehrt", appears in Gedichte, in 2. Vermischte Gedichte, no. 35
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Anna Ritter, Gedichte, Einundzwanzigste Auflage, Stuttgart und Berlin: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, 1905, page 126.
1 Reger: "empfangen"I. Was ist es mit dem Leben [Doch für 'ne]1 arge Not, Muß leiden und muß sterben Zuletzt den bittern Tod. Kam ich doch auf die Erden Ganz ohne Wunsch und Will', Ich weiß es nicht von wannen, Und kenn' nicht Zweck [noch]2 Ziel. Es tritt die bunten Auen Nur einmal unser Fuß, Für kurze Zeit nur tauschen Wir Händedruck und Gruß. Und was uns auch von Freuden Und Leiden zugewandt, Das mehret und das mindert Sich unter Menschenhand. Drum lasset uns in Freundschaft Einander recht verstehn Die kurze Strecke Weges, Die wir zusammen gehn. II. Wie vieler deiner Freuden Hab' ich umsonst geharrt, Wie wenig deiner Leiden Hast du mir, Welt, erspart! Die einen wie die andern Ich hätt' sie gern gemißt, Weil doch ein planlos' Wandern Das arme Leben ist. Und ruhen wir am Ziele Im tiefen Erdenschoß, Dann gleichen ihre Spiele, Wer darbte, wer genoß. Verderbet nicht den einen Der Freuden frohen Schein Und seht ihr andre weinen, Verschärfet nicht die Pein. Daß keine wehmutreiche Erinn'rung euch betrübt, Und man an euch die gleiche Geduld und Treue übt!
Text Authorship:
- by Ludwig Anzengruber (1839 - 1889), "Volksweise", written 1882, appears in Gedichte und Aphorismen, in Alte Weisen
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Ludwig Anzengrubers Gesammelte Werke in zehn Bänden, Dritte durchgesehene Auflage, Fünfter Band (Inhalt: Kalendergeschichten – Gedichte und Aphorismen), Stuttgart: Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger, 1897, pages 257-259.
1 Lazarus: "Für eine"2 Lazarus: "und"
Blüh auf, gefrorener Christ, der Mai ist vor der Tür. Du bleibest ewig tot, blühest du nicht jetzt und hier.
Text Authorship:
- by Johannes Scheffler (1624 - 1677), as Angelus Silesius
See other settings of this text.
Führ unser Volk aus tiefster Not
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
Jung Siegfried war ein stolzer Knab', Ging von des Vaters Burg herab. Wollt' rasten nicht in Vaters Haus, Wollt' wandern in die Welt hinaus. Begegnet' ihm manch Ritter wert Mit festem Schild und breitem Schwert. Siegfried nur einen Stecken trug; Das war ihm bitter und leid genug. Und als er ging im finstern Wald, Kam er zu einer Schmiede bald. Da sah er Eisen und Stahl genug; Ein lustig Feuer Flammen schlug. "O Meister, lieber Meister mein, Laß du mich deinen Gesellen sein, Und lehr du mich mit Fleiß und Acht, Wie man die guten Schwerter macht!" Siegfried den Hammer wohl schwingen kunnt, Er schlug den Amboß in den Grund; Er schlug, daß weit der Wald erklang und alles Eisen in Stücke sprang. Und von der letzten Eisenstang' Macht' er ein Schwert, so breit und lang. "Nun hab' ich geschmiedet ein gutes Schwert, Nun bin ich wie andere Ritter wert; Nun schlag' ich wie ein andrer Held Die Riesen und Drachen in Wald und Feld."
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Siegfrieds Schwert"
See other settings of this text.
Subtitle: Volkslied
Wenn du zu [meim Schätzel]1 kommst, [Sag: ]2 ich ließ sie grüßen; [Wenn]3 sie fraget, wie mirs geht? Sag: auf beiden Füßen. [Wenn]3 sie fraget: ob ich krank? Sag: ich sei gestorben; [Wenn]3 sie an zu weinen [fangt]4, Sag: ich [käme]5 morgen!
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "An einen Boten", appears in Des Knaben Wunderhorn
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Mayer: "mei'm Schätzle"; Levinsohn: "mein'm Schätzel"
2 omitted by Mayer.
3 Albert: "Wann"
4 Albert: "fängt"
5 Albert: "käm schon"; Mayer: "komme"
Um Mitternacht, wenn die Menschen [erst]1 schlafen, [Dann]2 scheinet uns der Mond, [Dann]2 leuchtet uns der Stern, Wir wandeln und singen, Und tanzen erst gern. Um Mitternacht, wenn die Menschen [erst]1 schlafen, Auf Wiesen an den Erlen Wir suchen unsern Raum, [Und]3 wandeln und singen Und tanzen einen Traum.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), no title, from Briefe an Charlotte Stein
See other settings of this text.
View text without footnotesPoem headed by:
...Der Mond ist unendlich schön, Ich bin durch die neuen Wege gelaufen da sieht die Nacht himmlisch drein. Die Elfen sangen.1 omitted by Wolff
2 Wolff: "Da"
3 Stöhr: "Wir"
Frühling mit der Vöglein Laut Allerenden, allerorten! Frühling, der die Welt umblaut, Deine blüh'nden Siegespforte Hast du niedrig aufgebaut! Über alle Pfade her Schießen blüthenschwere Zweige Ungebändigt, kreuz und quer, Daß dir jedes Haupt sich neige, Und die Demuth ist nicht schwer.
Text Authorship:
- by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898), no title, appears in Gedichte, in 2. Stunde, in Lenz. Wanderer, Mörder, Triumphator, no. 3
Go to the general single-text view
Confirmed with Conrad Ferninand Meyer, Gedichte, Leipzig: H. Haessel, 1882. Appears in 2. Stunde, in Lenz. Wanderer, Mörder, Triumphator, no. 3, page 40. Note: this poem underwent revisions; see below.
— This text is not currently
in the database but will be added
as soon as we obtain it. —
Text Authorship:
- by Clemens Maria Wenzeslaus von Brentano (1778 - 1842)
Go to the general single-text view
Wie heimlicher Weise Ein Engelein leise Mit rosigen Füßen Die Erde betritt, So nahte der Morgen. Jauchzt ihm, ihr Frommen, Ein heilig Willkommen, Ein heilig Willkommen! Herz, jauchze du mit! In Ihm sei's begonnen, Der Monde und Sonnen An blauen Gezelten Des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenke du und wende! Herr, dir in die Hände Sei Anfang und Ende, Sei alles gelegt!
Süßer, goldner Frühlingstag! Inniges Entzücken! Wenn mir je ein Lied gelang, Sollt' es heut' nicht glücken? Doch warum in dieser Zeit An die Arbeit treten? Frühling ist ein hohes Fest: Laßt mich ruhn und beten!
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Frühlingsfeier", written 1815, appears in Lieder, in Frühlingslieder, no. 4
See other settings of this text.
Confirmed with Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], page 40.
Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel, Amselschlag, Sonnenregen, linde Luft! Wenn ich solche Worte singe, Braucht es [dann]1 noch großer Dinge, Dich zu preisen, Frühlingstag?
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Lob des Frühlings", appears in Lieder, in Frühlingslieder, no. 5
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, J.G.Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1815, page 56.
1 Marx: "da"Nun schüttelt, euch die Federn ab
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
[An]1 ihren bunten Liedern klettert Die Lerche selig in die Luft; Ein Jubelchor von Sängern schmettert Im Walde, voller Blüt' und Duft. Da sind, so weit die Blicke gleiten, Altäre festlich aufgebaut, Und all die tausend Herzen läuten Zur Liebesfeier dringend laut. Der Lenz hat Rosen angezündet An Leuchtern von Smaragd im Dom; Und jede Seele schwillt und mündet Hinüber in den Opferstrom.
Text Authorship:
- by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Liebesfeier", appears in Gedichte, in 1. Erstes Buch, in Frühling
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Metzdorff: "Aus"; further changes may exist not noted above.
Heimat, ferne Heimat, du, die ich verließ, Liegst vor mir im Traume als ein Paradies. Öffnest meiner Sehnsucht heimlich Tür und Tor, Heimat, ferne Heimat, du, die ich verlor ... Heimat, ferne Heimat, du, die ich verkannt, Will ich Treue halten in dem fremden Land. Aber meinen Kindern reife Korn und Wein, Heimat, ferne Heimat, deiner Sonne Schein.
Text Authorship:
- by Wilhelm Langewiesche (1866 - 1934), "Heimat", appears in ... und wollen des Sommers warten ..., Nördlingen: C. H. Beck'schen Buchhandlung, first published 1905
Go to the general single-text view
Confirmed with Wilhelm Langewiesche, ... und wollen des Sommers warten ... , Nördlingen: C. H. Beck'schen Buchhandlung, 1905, page 21.
Märchenbronnen, deine Wasser
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
Text Authorship:
- by Justus Friedrich Reinhard Spitzner (1863 - 1922), as Reinhard Volker
Go to the general single-text view
Es ist doch im April fürwahr Der Frühling weder halb noch gar; Komm, Rosenbringer, süßer Mai, Komm du herbei, So weiß ich, was der Frühling sei! - Wie aber? soll die erste Gartenpracht, Narzissen, Primeln, Hyazinthen, Die kaum die hellen Augen aufgemacht Schon welken und verschwinden? Und mit euch besonders, holde Veilchen, Wär' es dann fürs ganze Jahr vorbei? Lieber, lieber Mai, Ach, so warte noch ein kleines Weilchen!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Das Mädchen an den Mai"
See other settings of this text.
Bleib bei uns! Wir haben den [Tanzplan]1 im Tal bedeckt mit [Mondesglanze]2, Johanneswürmchen erleuchten den Saal, die Heimchen spielen zum Tanze. Die Freude, das schöne [leichtgläubige]3 Kind, [es]4 wiegt sich in Abendwinden: Wo Silber [auf Zweigen und Büschen rinnt, da wirst]5 du die Schönste finden.
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Elfe", appears in Gedichte, in 4. Frühling und Liebe
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Marx: "Tanzplatz"
2 Stöhr: "Mondenglanze"
3 Marx, Wolff: "leichtgläub'ge"
4 Wolff: "sie"
5 Marx: "über die Zweige rinnt,/ sollst"
Wagen auf Wagen schwankte herein, Scheune und Böden wurden zu klein: Danket dem Herrn und preist seine Macht, glücklich ist wieder die Ernte vollbracht. Hoch auf der Fichte flattert der Kranz, Geigen und Brummbass laden zum Tanz; leicht wird das Leben trotz Mühe und Plag, krönet die Arbeit ein festlicher Tag. Seht ihr der Kinder fröhliche Schar, blühende Wangen, goldlockiges Haar? hört ihr sie jubeln? O liebliches Los, fällt ihnen reif doch die Frucht in den Schoß! Wir aber furchen, den Pflug in der Hand, morgen geschäftig aufs neue das Land; ewig ja reiht, nach des Ewigen Rat, Saat sich an Ernte und Ernte an Saat.
Text Authorship:
- by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896), "Erntefest"
Go to the general single-text view
Hallo! Die Türen aufgetan!
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
Im Windesgeräusch, in stiller
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
[Herr]1, den ich tief im Herzen trage, sei du mit mir! Du Gnadenhort in Glück und Plage, sei du mit mir! [Im Brand des Sommers, der dem Manne die Wange bräunt, Wie in der Jugend]2 [Rosenhage]3 [sei du mit mir;]2 Behüte mich am Born der Freude vor Übermuth, [Und]4 wenn ich an mir selbst verzage, sei du mit mir. [Gieb deinen Geist zu meinem Liede, daß rein es sei, Und daß kein Wort mich einst verklage, sei du mit mir.]2 Dein Segen ist wie Thau den Reben; nichts kann ich selbst, Doch daß ich kühn das Höchste wage, sei du mit mir, O du mein Trost, du meine Stärke, [mein]5 Sonnenlicht, Bis an das Ende meiner Tage [sei]6 du mit mir!
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Gebet", appears in Juniuslieder, in Vermischte Gedichte
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Gedichte von Emanuel Geibel. Zweite Periode. Einundzwanzigste Auflage, Stuttgart, Verlag des J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1873, page 69. In other editions, "du" (referring to God) is often capitalized.
Note: in many older editions, the spelling of the capitalized word "über" becomes "Ueber", but this is often due to the printing process and not to rules of orthography, since the lower-case version is not "ueber", so we use "Über".
Modernized spelling would require changing "Übermuth" to "Übermut", "Gieb" to "Gib", "Thau" to "Tau", etc.
1 Marschner: "Du"2 omitted by Hiller
3 Fehnberger: "Rosentage" ; Marschner: "Rosentagen"; Lachner: "Rosenhain"; omitted by Hiller
4 omitted by Lachner
5 Marschner: "o du mein"
6 Marschner: "O Herr, sei"
Die fernen Heimathöhen, Das stille, hohe Haus, Der Berg, von dem ich gesehen Jeden Frühling ins Land hinaus, Mutter, Freunde und Brüder, An die ich so oft gedacht, Es grüßt mich alles wieder In stiller Mondesnacht.
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), no title, appears in Gedichte, in 1. Wanderlieder, in Erinnerung, no. 2
See other settings of this text.
Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut'ger Augen lichter Schein; Und das Wirren bunt und bunter Wird ein magisch wilder Fluß, In die schöne Welt hinunter Lockt dich dieses Stromes Gruß. Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von Euch treibt mich der Wind; Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind! Tausend Stimmen lockend schlagen; Hoch Aurora flammend weht; Fahre zu! ich mag nicht fragen, Wo die Fahrt zu Ende geht.
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Frische Fahrt", appears in Gedichte, in 1. Wanderlieder
See other settings of this text.
Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 3.
Ein Weg durch Korn und roten Klee, Darüber der Lerchen Singen, Das stille Dorf, der helle See, Süßes Wehen, frohes Klingen, Es wogt das Korn im Sonnenbrand, Darüber die Glocken schallen -- Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, Du schönstes Land vor allen.
Text Authorship:
- by Emil Rudolf Osman, Prinz von Schönaich-Carolath (1852 - 1908)
See other settings of this text.