Zweites Lieder-Album

by Max Wilhelm Karl Vogrich (1852 - 1916)

Word count: 831

1. Des Mondes Silber rinnt [sung text not yet checked]

Des Mondes Silber rinnt
Im Wald von Zweig zu Zweigen,
Im Thal die Nebel steigen,
Entschlafen ist der Wind.

Und wie kein Halm sich regt,
Kein Läublein, keine Ranke,
Hat jeder Schmerzgedanke
Sich auch zur Ruh gelegt.

Wie klar erscheinst du mir
In meiner Seele Grunde!
Mir ist zu dieser Stunde,
Ich redete mit dir.

Ich fühl's in sel'ger Ruh:
Eins sind wir, auch geschieden --
Gut' Nacht, und solchen Frieden,
Geliebte, hab' auch du!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Stromfahrt [sung text not yet checked]

Mit dem Wind, den Wellen,
Geht das Schiff zu Tal;
Grüne Ufer stellen 
Sich im Sonnenstral.

Ros'ge Wolfen gaukeln 
Leicht im Morgenwind,
Und die Wellen schaukeln 
Unser Boot gelind.

Berg und Tal verschwinden -- 
O wie reich beglückt,
Immer Neues finden,
Was das Herz entzückt.

Fröliches Gewimmel 
Spiegelt ab den Strand,
Hier den blauen Himmel, 
Dort das grüne Land.

Bald ein schmuckes Städtchen,
Burg und Kloster bald;
Hier ein schönes Mädchen,
Dort den kühlsten Wald.

Fehlt auch nicht ein Andrer,
Der sich gern gesellt -- --
Dreimal Heil dem Wandrer! 
Ihm gehört die Welt.

Authorship

Confirmed with Lieder von Julius von Rodenberg, Dritte Auflage, Hannover, Carl Rümpler, 1854, pages 103-104.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Es muss was Wunderbares sein [sung text not yet checked]

Es muß [was]1 Wunderbares sein
Ums Lieben zweier Seelen,
Sich schließen ganz einander ein,
Sich nie ein Wort verhehlen,
Und Freud und Leid und Glück und Not
So mit einander tragen;
Vom ersten Kuß bis [in]2 den Tod
Sich nur von Liebe sagen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "It must be a wonderful thing", copyright ©
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "A wondrous rapture must it be", first published 1911
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce doit être une chose merveilleuse", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Anonymous/Unidentified Artist)

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1 Liszt: "ein"
2 Backer-Grøndahl: "an"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Wenn fromme Kindlein schlafen geh'n [sung text not yet checked]

Wenn fromme [Kindlein]1 schlafen gehn,
An ihrem Bett zwei Englein stehn,
Decken sie zu, decken sie auf,
Haben ein liebendes Auge drauf.

Wenn aber auf die Kindlein stehn,
Die beiden Engel schlafen gehn,
Reicht nun nicht mehr der Englein Macht,
Der liebe Gott hält selbst die Wacht.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Waken over een kind", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "On watch for the children", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Veiller sur les enfants", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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The Carus edition indicates the poet is probably (vermutlich) Melchior von Diepenbrock.
1 Radecke: "Kinder"; further changes may exist not noted.

Researcher for this text: Margo Briessinck

5. Nachtgesang [sung text not yet checked]

[O]1 gieb, vom weichen Pfühle,
Träumend, ein halb Gehör!
Bei meinem Saitenspiele
Schlafe! was willst du mehr?

Bei meinem Saitenspiele
Segnet der Sterne Heer
Die ewigen Gefühle;
Schlafe! was willst du mehr?

Die ewigen Gefühle
Heben mich, hoch und hehr,
Aus irdischem Gewühle;
Schlafe! was willst du mehr?

Vom irdischen Gewühle
Trennst du mich nur zu sehr,
Bannst mich in diese Kühle;
Schlafe! was willst du mehr?

Bannst mich in diese Kühle,
Giebst nur im Traum Gehör.
Ach, auf dem weichen Pfühle
Schlafe! was willst du mehr?

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cant nocturnal ", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Nachtgezang", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Night song", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant nocturne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson de la nuit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Francesco Campanella) , "Canto notturno", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 98, and with Taschenbuch auf das Jahr 1804, Herausgegeben von Wieland und Goethe, Tübingen, in der Cotta'schen Buchhandlung, pages 120-121.

1 Mayer: "Ach"; further changes may exist not shown above.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Mauren-Ständchen [sung text not yet checked]

  Meiner schlafenden Zuleima
Rinnt aufs Herz, ihr Thränentropfen;
Dann wird ja das süße Herzchen
Sehnsuchtvoll nach Abdul klopfen.

  Meiner schlafenden Zuleima
Spielt ums Ohr, ihr Seufzer trübe;
Dann träumt ja das blonde Köpfchen
Heimlich süß von Abduls Liebe.

  Meiner schlafenden Zuleima
Ström aufs Händchen, Herzblutquelle;
Dann trägt ja ihr süßes Händchen,
Abduls [Herzblut]1 rot und helle.

  Ach! der Schmerz ist stumm geboren,
Ohne Zunge in dem Munde,
Hat nur Thränen, hat nur Seufzer,
Und nur Blut aus Herzenswunde.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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1 Klein: "Name"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Minnegruß [sung text not yet checked]

Die du bist so schön und rein,
[Wunnevolles]1 Magedein,
Deinem Dienste ganz allein
Möcht' ich wohl mein Leben weihn.

Deine süßen Äugelein
Glänzen mild wie Mondesschein;
Helle Rosenlichter streun
Deine rothen Wängelein.
 
Und aus deinem Mündchen klein
Blinkt's hervor wie Perlenreihn;
Doch den schönsten Edelstein
Hegt dein stiller Busenschrein.
 
Fromme Minne mag es sein,
Was mir drang ins Herz hinein,
Als ich weiland schaute dein,
[Wunnevolles]1 Magedein!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Sullivan Dwight) , "Thou that art so pure and bright"

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Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, Achtundvierzigste Auflage, Hamburg: Hoffmann und Campe, 1882, page 267; in this edition the poem has no title.

1 Franz: "wonnevolles"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

8. Gute Nacht [sung text not yet checked]

Im tiefsten Innern
Ein süß Erinnern
Und einen Gruß
Zum Tagesschluß.

Daß Gottes Güte
Mein Glück behüte
Daß seine Treu'
Stets mit dir sei;

Daß deine Seele
Sich mir vermähle
Auf ewiglich:
Das bete ich.

Auf ihn nur zähl' ich,
Uns Beid' empfehl' ich
Fromm seiner Macht --
Nun, gute Nacht!

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

9. Helle Silberglöcklein klingen [sung text not yet checked]

Helle Silberglöcklein klingen
Aus der Luft vom Meer;
Leise Mädchenstimmen singen
Fröhlich rings umher;

Und auf leichtem Perlenwagen
Fährt die Fee vorbei,
Von der lauen Luft getragen,
Wallt die Melodei.

Lichte Funken rings umglühten
Sie im heitern Spiel,
Düfte, wie von Rosenblüten,
Wehn vom Mast zum Kiel;

Und der Knabe sieht es träumend 
An des Schiffes Bord,
Doch die Wellen tragen schäumend
Die Erscheinung fort.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De fee van de zee", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "The sea fairy", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La fée de la mer", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Der Himmel hat eine Thräne geweint [sung text not yet checked]

Der Himmel hat eine Thräne geweint,
Die hat sich in's Meer [zu verlieren]1 gemeint.
Die Muschel kam und schloß sie ein:
Du sollst nun meine Perle sein.
Du sollst nicht vor den Wogen zagen,
Ich will hindurch dich ruhig tragen.
O du mein Schmerz, du meine Lust,
Du Himmelsthrän' in meiner Brust!
Gieb, Himmel, daß ich in reinem Gemüthe
Den reinsten deiner Tropfen hüte.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De hemel had eens een traantje geschreid", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le ciel a versé une larme", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Il cielo ha versato una lacrima", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Note: modern German spelling would use "Träne" instead of "Thräne", "Gib" instead of "Gieb", and "Gemüte" instead of "Gemüthe".

Confirmed with Deutsche Lyrik, Selected and Arranged with Notes and a Literary Introduction by C.A. Buchheim, London: MacMillan & Co., 1875, page 165.

1 Schumann: "verlieren"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

11. Ihr Rebengärten an den Klüften [sung text not yet checked]

Ihr Rebengärten an den Klüften,
Ihr Nelken, die vom Fels ihr lauscht,
Wie habt ihr heut mit euren Düften
Mir rätselhaft den Sinn berauscht!

Durch all mein Wesen flutet wieder
Vergeßne Lust, erinnernd Leid;
Im Zwielicht kommt's auf mich hernieder
Wie Flügelschlag der Jugendzeit.

Mir ist, als rührte meine Wange
Ein Kuß von unsichtbarem Mund;
Da bäumt sich wild wie eine Schlange
Die Sehnsucht auf vom Herzensgrund.

Die Arme streck' ich voll Verlangen
Ins Dunkel, das mich heiß umgibt;
O komm, o komm, laß dich umfangen!
Wo bist du, Seele, die mich liebt?

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12. Wächterruf [sung text not yet checked]

Liebchens Arm mich weich umschlingt,
Wächter stösst in's Horn und singt:
"Hört ihr Herrn und lasst euch sagen,
unser' Glock hat zehn geschlagen! = Zehn!"

Zehn Gebote, ach! wie schwer!
wenn nur ein's nicht darunter wär'!
Fällt ein Sternlein aus der Luft;
Wächter stösst in's Horn und ruft:

"Wahrt das Feuer und das Licht,
dass der Stadt kein' Schad' geschicht! = Ja!"
Und das brave Bürgerkind
blässt das Lämpchen aus geschwind. 

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]