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Sängerfahrt. Achtzehn Lieder, op. 96

by Franz Paul Lachner (1803 - 1890)

1. Mondscheinnacht
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
O laß mich lauschen, laß mich lispeln, kosen 
Mit dir, du Geist der Mondscheinnacht! 
Du hast aus deinen Lilien, deinen Rosen
Den Gruß der Liebe mir gebracht.
Wie athm' ich auf in deiner Helle,
Du Auge das so freundlich lacht! 
Zum Traum geschöpft aus deiner Strahlenquelle 
Verklärt sich meine Erdennacht.

Text Authorship:

  • by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Mondscheinnacht", appears in Lyrische Gedichte, in Dichterleben

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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Volume 1, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1834, p. 239

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

2. Erscheine!
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Erscheine noch einmal, erscheine
Und fülle meine Seele ganz
Mit deines Herzens heil'ger Reine,
Mit deines Auges lichtem Glanz!

Erscheine noch einmal und werde
Was du mir warst auf Erden hier:
Der Frühling brachte dich der Erde,
Nun bringe du den Frühling mir.

Erscheine noch einmal! und wieder
Ertönen in des Sängers Brust
Die alten, lang verklung'nen Lieder
Von seiner Liebe Leid und Lust.

Text Authorship:

  • by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), no title, written 1840, appears in Helgolander Lieder, no. 1, first published 1843

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Research team for this page: Harry Joelson , Johann Winkler

3. Ihre Gestalt
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
  Mir träumte: traurig schaute der Mond,
Und traurig schienen die Sterne;
Es trug mich zur Stadt, wo Liebchen wohnt,
Viel hundert Meilen ferne.

  Es hat mich zu ihrem Hause geführt,
Ich küßte die Steine der Treppe,
Die oft ihr kleiner Fuß berührt
Und ihres Kleides Schleppe.

  Die Nacht war so lang, die Nacht schaut' kalt,
Es waren so kalt die Steine;
Es lugt' aus dem Fenster die blasse Gestalt,
Beleuchtet vom Mondenscheine!

Text Authorship:

  • by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 26

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Manuel Capdevila i Font) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "J'étais en rêve: la lune avait un regard triste", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 128.

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Jeroen Scholten , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler

4. Der Beichtzettel
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Es wollt' ein Mädchen zur Kirche gehn,
Und beten und singen und Beichte stehn; 
Sie hatte sich aufgeschrieben
Die Todsünden alle sieben.

Und als sie im Beichtstuhl zu knien begann,
Die Thrän' ihr herab von den Wangen rann:
„Ich will auch bessern mein Leben,
Wollt mir doch die Sünde vergeben!”

„Eh' ich dir die Sünde vergeben kann,
So zeig' mir erst die Sünden an!” 
Sie konnte den Zettel nicht finden,
Wußte nichts von ihren Sünden.

Ich aber war's, der den Zettel fand,
Was aber drin für Todsünde stand?
Das kann ich keinem verkünden,
Es sind ja meine Sünden.

Die erste war: er liebt mich sehr;
Die zweite war: er liebt mich noch mehr --
So ging es fort bis zu sieben,
Und immer Lieben und Lieben.

Text Authorship:

  • by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Der Beichtzettel", appears in Lyrische Gedichte, in Volksleben, in Frühling und Liebe, no. 16

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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

5. Warum?
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Warum sind denn die Rosen so blaß?
O sprich mein Lieb warum?
Warum sind denn im grünen Gras
Die blauen Veilchen so stumm?

Warum singt denn mit so kläglichem Laut,
Die Lerche in der Luft?
Warum steigt denn aus dem Balsamkraut
Hervor ein Leichenduft?

Warum scheint denn die Sonn' auf die Au,
So kalt und verdrießlich herab?
Warum ist denn die Erde so grau,
Und öde wie ein Grab?

Warum bin ich selbst so krank und so trüb?
Mein liebes Liebchen sprich
O sprich mein herzallerliebstes Lieb,
Warum verließest du mich?

Text Authorship:

  • by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 23

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Perquè són les roses tan pàl·lides", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Why are the roses so pale?", copyright ©
  • ENG English (John Todhunter) , appears in Heine's Book of Songs, first published 1907
  • FRE French (Français) (Charles Beltjens) , no title, appears in Intermezzo lyrique, no. 23, first published 1827
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Pourquoi les roses sont-elles si pâles?", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Axel Bergstedt) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Pierre Mathé [Guest Editor] , Johann Winkler

6. Ein Kinderlied
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Schlafe süß in Gottes Schooß,  
Stürmt auch kalt der Wind; 
Gott beschirmt ja Klein und Groß,
Schlafe süß mein Kind! 

Ohne Sorgen schlaf in Ruh'!
Lächle froh im Traum! 
Gottes Liebe deckt dich zu,
Träum vom Weihnachtsbaum! 

Träume von den Röslein klar,
Von den Lilien rein! 
Spiele mit der Engel Schaar!
Träum vom Jesulein. 

Was zu dir das Kindlein spricht,
Nimm' es wohl in Acht!  
Sag mir's ja, vergiss es nicht,
Bist du aufgewacht.

Text Authorship:

  • by Guido Moritz Görres (1805 - 1852), "Wiegenlied"

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Research team for this page: Melanie Trumbull , Johann Winkler

7. Die Grabrose
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Du Grabesrose wurzelst wohl in ihres Herzens Schoß,
und ihres ew'gen Schlafes Hauch zog deine Keime groß.
Du saugest Glut und Lebenskraft aus ihres Herzens Blut,
sie gab ja Freude stets und Lust und gibt's noch, wenn sie ruht.

Dein Lächeln und dein Duften stahlst und schlürftest du aus ihr,
den roten Kelch, den formtest du aus ihren Wangen dir.
Die Purpurblätter sogest du aus ihrem süßen Mund,
drum sind sie auch so rot und lind, so duftig und so rund.

Sie gab dir Blätter, Farb' und Duft, gab Glut und Leben dir,
woher nahmst du die Dornen wohl? Die kommen nicht von ihr!
Willkommen denn, und bleibe mein! Wenn Haß und Nacht mir droht,
erinnre mich dein Flammenkelch an Liebe und Morgenrot.

Text Authorship:

  • by Anton Alexander, Graf von Auersperg (1806 - 1876), as Anastasius Grün, "Die Grabrose", appears in Blätter der Liebe, in Erste Liebe, in Der Liebe Verlust

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Confirmed with Gedichte von Anastasius Grün, 15. Aufl. Berlin, 1877


Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

8. Schneeglöckchen
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Es klingt ein lieblich Läuten 
Die todte Flur entlang 
Schneeglöckchen weckt die Blumen 
Und auch den Vogelsang.

Es klingt ein lieblich Läuten 
Durch Fluren weit und breit. 
Drum schwellt mein Herz ein Drängen 
Voll Lust zu dieser Zeit. 

Es klingt ein lieblich Läuten 
So süß und wundersam, 
Weil auf die öden Fluren 
Der Frühling wieder kam! 

Es klingt ein lieblich Läuten 
Und Alles blüht und sprüht! 
Schneeglöckchen hat gewecket 
Zum Sang auch mein Gemüth.

Text Authorship:

  • by Friedrich Konrad Müller von der Werra (1823 - 1881), "Schneeglöckchen", written 1847, appears in Das Buch der Lieder, in 3. Frühling, first published 1866

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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

9. Schneeglöckchens Trauergeläute
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Schneeglöckchen läutet wieder,
Doch nicht, wie's früher klang!
Und meine Frühlingslieder
Sind nur ein Trauersang!
Kling, klang, klung --
Was soll das doch bedeuten,
Schneeglöckchens lieblich Läuten?
Kling, klang, klung --
Wie süß ist doch Erinnerung!

Schneeglöckchens Lenzverkünden
Macht traurig mein Gemüth;
In Auen, Waldesgründen
Für mich kein Frühling blüht!
Kling, klang, klung etc.

Schneeglöckchen, dein Geläute
Tönt trauermild und hehr:
Die schönste aller Bräute,
Ach, findest du nicht mehr!
Kling, klang, klung etc.

Schneeglöckchen, dein Getöne
Verhallt im Veilchenduft!
Die blondgelockte Schöne
Kein Lied zurück mehr ruft!
Kling, klang, klung etc.

Schneeglöckchen, wirst mir grüßen
Im Grabe mein Idol!
O, flüstre zu der Süßen
Ein ewig Lebewohl!
Kling, klang, klung etc.

Schneeglöckchens süße Weise
Den Frühling weckt verschönt,
Daß mir's im Herzen leise
Gar wunderlieblich tönt.
Kling, klang, klung etc.

Schneeglöckchen, wirst auch sagen
Dem Lenz im süßen Lied:
Er soll mich nicht beklagen,
wenn ich auch bald schon schied.
Kling, klang, klung --
as soll das doch bedeuten,
Schneeglöckchens lieblich Läuten?
Kling, klang, klung --
Wie süß ist doch Erinnerung!

Text Authorship:

  • by Friedrich Konrad Müller von der Werra (1823 - 1881), "Schneeglöckchens Trauergeläute"

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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

10. Die Wasserrose

Language: German (Deutsch) 
Die stille Wasserrose
Steigt aus dem blauen See,
Die feuchten Blätter zittern,
Der Kelch ist weiß wie Schnee.

Da gießt der Mond vom Himmel
All' seinen gold'nen Schein,
Gießt alle seine Strahlen
In ihren Schooß hinein.

Im Wasser um die Blume
Kreiset ein weißer Schwan,
Er singt so süß, so leise
Und schaut die Blume an.

Er singt so süß, so leise
Und will im Singen vergehn --
O Blume, weiße Blume,
Kannst du das Lied verstehn?

Text Authorship:

  • by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 9

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Wijtse Rodenburg) , "De stille waterlelie", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "The quiet lotus-blossom/water-rose", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La fleur de lotus immobile", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler

11. Um Mitternacht
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Die Mitternacht war kalt und stumm;
Ich irrte klagend im Wald herum.
Ich habe die Bäume aus dem Schlaf gerüttelt;
Sie haben mitleidig die Köpfe geschüttelt.

Text Authorship:

  • by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 61

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Charles Beltjens) , no title, appears in Intermezzo lyrique, no. 61, first published 1827
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Pierre Mathé [Guest Editor] , Johann Winkler

12. Morgenwanderung
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Wer recht in Freuden wandern will,
Der geh' der Sonn' entgegen;
Da ist der Wald so kirchenstill,
Kein Lüftchen mag sich regen.
Noch sind nicht die Lerchen wach,
Nur im hohen Gras der Bach
Singt leise den Morgensegen.

Die ganze Welt ist wie ein Buch,
Darin uns aufgeschrieben
In bunten Zeilen manch' ein Spruch,
Wie Gott uns treu geblieben.
Wald und Blumen, nah' und fern,
Und der helle Morgenstern
Sind Zeugen von seinem Lieben.

Da zieht die Andacht wie ein Hauch
Durch alle Sinnen leise,
Da pocht an's Herz die Liebe auch
In ihrer stillen Weise.
Pocht und pocht, bis sich's erschließt,
Und die Lippe überfließt
Von lautem, jubelndem Preise.

Und plötzlich läßt die Nachtigall
Im Busch ihr Lied erklingen,
In Berg und Tal erwacht der Schall
Und will sich aufwärts schwingen,
Und der Morgenröte Schein
Stimmt in lichter Gluth mit ein:
Laßt uns dem Herrn lobsingen.

Text Authorship:

  • by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Morgenwanderung", appears in Jugendgedichte, in 3. Drittes Buch, in Athen

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2023, (re)printed on this website with kind permission

Note: in Reinthaler's setting, in stanza 3 (the second stanza of the sung text), line 7, word 1 ("Von") is "Zu" in some voices.

Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler

13. Dein Blick
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Dein Aug' ist wie die Quelle klar,
bis auf den tiefsten Grund so rein;
drin ruht der Himmel wunderbar
mit seiner ganzen Engelschar,
mit aller seiner Sterne Schein.

D'rum, fällt ein einz'ger Sonnenblick
aus deinem Aug' auf mich, o Lust,
dann fühlt mein Herz der Sel'gen Glück;
o wend' es nie von mir zurück,
sonst wird es Nacht in meiner Brust.

Text Authorship:

  • by Ludwig Koch (1806 - 1888)

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Researcher for this page: Johann Winkler

14. Der Tag des Weltgerichts
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Wenn der Erde Gründe beben,
und in Totengrüften Leben
und im Staube Jugendstärke wallt,
wenn des Auferweckers Stimme schallt:
Gott! erbarme dich unser!

Wenn mit donnerndem Getümmel,
o Allmächt'ger, deine Himmel
und des Erdballs Reiche schnell vergeh'n,
und wir wankend auf den Trümmern steh'n:
Gott! erbarme dich unser!

Wenn auf deinem Wolkenwagen,
von Zehntausenden getragen,
Weltenrichter, du herniederfährst
und den Übeltätern Rache schwörst:
Gott! erbarme dich unser!

Wenn mit Zittern und Entzücken
alle Völker nach dir blicken
und dein flammend Richterangesicht
Fluch und Lohn in ihre Seele spricht:
Gott! erbarme dich unser!

Wenn auch ich dann vor dir stehe,
und mein Aug' zu deiner Höhe
bebend nur emporzuschauen wagt,
wenn in mir die ganze Menschheit zagt:
Gott! erbarm dich meiner!

Text Authorship:

  • by Christoph Christian Sturm (1740 - 1786), "Der Tag des Weltgerichts"

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ITA Italian (Italiano) (Marco Crosetto) , "Il giorno del giudizio universale", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this page: Caroline Diehl , Johann Winkler

15. Frühlingslied
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Leise zieht durch mein Gemüth
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling' hinaus in's Weite.

Zieh hinaus bis an das Haus,
Wo die Veilchen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
Sag' ich lass' sie grüßen.

Text Authorship:

  • by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 6

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • CAT Catalan (Català) (Manuel Capdevila i Font) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
  • CAT Catalan (Català) (Manuel Capdevila i Font) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
  • CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Groet", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Marty Lucas) , "Sweet chimes are softly filling my soul", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Un charmant carillon", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Saluto", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , "Cicho płynie", Warsaw, Gebethner i Wolff, first published 1880

Note: modern German would change the spelling "Gemüth" to "Gemüt"

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler

16. Aus Amaranths stille Lieder
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Es muß was Wunderbares sein
Um's Lieben zweier Seelen!
Sich schließen ganz einander ein,
Sich nie ein Wort verhehlen!

Und Freud' und Leid, und Glück und Noth
So mit einander tragen!
Vom ersten Kuß bis in den Tod
Sich nur von Liebe sagen!

Text Authorship:

  • by Oscar von Redwitz-Schmölz (1823 - 1891), no title, appears in Amaranth, in Amaranths stille Lieder

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "It must be a wonderful thing", copyright ©
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "A wondrous rapture must it be", first published 1911
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce doit être une chose merveilleuse", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • JPN Japanese (日本語) (Naoyuki Okada) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Anonymous/Unidentified Artist)

Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler

17. Schmetterling
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Ein Wetterfähnlein ist mein Sinn,
Er schwankt und wankt im Lieben,
Er dreht sich her und dreht sich hin,
Von jedem Wind getrieben.
Ich weiß nicht, ist's mit mir allein,
Mag's andern auch so gehen?
An jedem Fenster groß und klein
Muß ich was Holdes sehen.

Heut klopf' ich bei der Blonden an
Und morgen bei der Braunen,
Und übermorgen muß ich dann
Der Schwarzen Reiz bestaunen.
Nur kann ich nimmer allzulang
Bei einer mich verweilen;
Macht mich ein dunkles Auge krank,
Ein blaues muß mich heilen.

Und leicht gewogen hier am Ort
Sind mir die ros'gen Schönen,
Denn jede hört ein Liebeswort
Zur Zither gern ertönen,
Und jede schwärmt auf ihre Art
Beim sanften Glanz der Sterne,
Und machst du's nur ein wenig zart,
So küßt auch jede gerne.

So fliehn mir denn in leiser Spur
Dahin die schnellen Stunden;
Ich seufze nicht, ich singe nur
Und weiß von keinen Wunden;
Bald bin ich dort, bald bin ich hier,
An Scherz und Spiel mich labend,
Und jeder Tag bringt Lieder mir
Und Küsse jeder Abend.

Text Authorship:

  • by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Schmetterling", appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lübeck und Bonn

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

18. Die Blume der Ergebung
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Ich bin die Blum' im Garten,
Und muß in Stille warten,
Wann und in welcher Weise
Du trittst in meine Kreise.

Kommst du, ein Strahl der Sonne,
So werd' ich deiner Wonne
Den Busen still entfalten
Und deinen Blick behalten.

Kommst du als Tau und Regen,
So werd' ich deinen Segen
In Liebesschalen fassen,
Ihn nicht versiegen lassen.

Und fährest du gelinde
Hin über mich im Winde,
So werd' ich dir mich neigen,
Sprechend: Ich bin dein eigen.

Ich bin die Blum' im Garten,
Und muß in Stille warten,
Wann und in welcher Weise
Du trittst in meine Kreise.

Text Authorship:

  • by Friedrich Rückert (1788 - 1866), "Die Blume der Ergebung"

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De bloem der overgave", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) (Harald Krebs) , "The flower of submission", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Note: the first stanza is indeed repeated at the end in the original.

Research team for this page: Ted Perry , Johann Winkler
Total word count: 1645
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