Zwölf Lieder von Heinrich Heine

Song Cycle by Ludwig Rottenberg (1864 - 1932)

Word count: 800

1. Andre beten zur Madonne [sung text not yet checked]

Andre beten zur Madonne,
Andre auch zu Paul und Peter;
Ich jedoch, ich will nur beten,
Nur zu dir, du schöne Sonne.

Gib mir Küsse, gib mir Wonne,
Sei mir gütig, sei mir gnädig,
Schönste Sonne unter den Mädchen,
Schönstes Mädchen unter der Sonne!

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2. Das Herz ist mir bedrückt [sung text checked 1 time]

Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich
gedenke ich der alten Zeit;
die Welt war damals noch so wöhnlich,
und ruhig lebten hin die Leut.

Doch jetzt ist alles wie verschoben,
das ist ein Drängen! eine Not!
Gestorben ist der Herrgott oben,
und unten ist der Teufel tot.

Und alles schaut so grämlich trübe,
so krausverwirrt und morsch und kalt,
und wäre nicht das bißchen Liebe,
so gäb es nirgends einen Halt.

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3. Wie der Mond sich leuchtend [sung text not yet checked]

Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes bleiches Antlitz
Spielt' das rote Sonnengold.

Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.

Märchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au; -
Und das alles sah ich glänzen
In dem Aug der schönen Frau.

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  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Comme l'éclat de la lune qui se glisse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Giovanni Neri) , "Come la luna sbuca con il suo splendore", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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4. In mein gar zu dunkles Leben [sung text not yet checked]

In mein gar zu dunkles Leben
Strahlte einst ein süßes Bild;
Nun das süße Bild erblichen,
Bin ich gänzlich nachtumhüllt.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln,
Wird beklommen ihr Gemüt,
Und um ihre Angst zu bannen,
Singen sie ein lautes Lied.

Ich, ein tolles Kind, ich singe
Jetzo in der Dunkelheit;
[Klingt]1 das Lied auch nicht ergötzlich,
Hat's mich doch von Angst befreit.

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1 Heine's earlier version has "Ist" here.

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5. Das ist ein schlechtes Wetter [sung text not yet checked]

Das ist ein schlechtes Wetter,
Es regnet und stürmt und schneit;
Ich sitze am Fenster und schaue
Hinaus in die Dunkelheit.

Da schimmert ein einsames Lichtchen,
Das wandelt langsam fort;
Ein Mütterchen mit dem Laternchen
Wankt über die Straße dort.

Ich glaube, Mehl und Eier
Und Butter kaufte sie ein;
Sie will einen Kuchen backen
Für's große Töchterlein.

Die liegt zu Hause im Lehnstuhl
Und blinzelt schläfrig ins Licht;
Die goldenen Locken wallen
Über das süße Gesicht.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "It is terrible weather", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Il fait mauvais temps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Brutto tempo", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Juan Henríquez Concepción) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Werdet nur nicht ungeduldig [sung text not yet checked]

Werdet nur nicht ungeduldig,
wenn von alten Leidensklängen
manche noch vernehmlich tönen
in den neuesten Gesängen.

Wartet nur, es wird verhallen
dieses Echo meiner Schmerzen,
und ein neuer Liederfrühling
sprießt aus dem geheilten Herzen.

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7. Nun ist es Zeit [sung text not yet checked]

Nun ist es Zeit, daß ich mit Verstand
mich aller Torheit entledge;
ich hab so lang als ein Komödiant
mit dir gespielt die Komödie.

Die prächtgen Kulissen, sie waren bemalt
im hochromantischen Stile,
mein Rittermantel hat goldig gestrahlt,
ich fühlte die feinsten Gefühle.

Und nun ich mich gar säuberlich
des tollen Tands entledge,
noch immer elend fühl ich mich,
als spielt ich noch immer Komödie.

Ach Gott! im Scherz und unbewußt
sprach ich was ich gefühlet;
ich hab mit dem Tod in der eignen Brust
den sterbenden Fechter gespielet.

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8. Es blasen die blauen Husaren [sung text not yet checked]

Es blasen die blauen Husaren
und reiten zum Tor hinaus;
da komm' ich, Geliebte, und bringe
dir einen Rosenstrauß.

Das war eine wilde Wirtschaft!
Kriegsvolk und Landesplag'!
Sogar in deinem Herzen
viel Einquartierung lag.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Els blaus hússars toquen la trompeta", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Suonano la tromba gli ussari blu", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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9. Mein Herz, mein Herz ist traurig [sung text not yet checked]

Mein Herz, mein Herz ist traurig,
doch lustig leuchtet der Mai;
ich stehe, gelehnt an der Linde,
hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaue
Stadtgraben in stiller Ruh;
ein Knabe fährt im Kahne,
und angelt und pfeift dazu.

Jenseits erheben sich freundlich,
in winziger, bunter Gestalt,
Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,
und Ochsen, und Wiesen, und Wald.

Die Mägde bleichen Wäsche,
und springen im Gras herum;
das Mühlrad stäubt Diamanten,
ich höre sein fernes Gesumm.

Am alten grauen Turme
ein Schilderhäuschen steht;
ein rotgeröckter Bursche
dort auf und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,
die funkelt im Sonnenrot,
er präsentiert und schultert -
ich wollt, er schösse mich tot.

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10. Warum sind denn die Rosen so blaß [sung text not yet checked]

Warum sind denn die Rosen so blaß?
O sprich mein Lieb warum?
Warum sind denn im grünen Gras
Die blauen Veilchen so stumm?

Warum singt denn mit so kläglichem Laut,
Die Lerche in der Luft?
Warum steigt denn aus dem Balsamkraut
Verwelkter Blütenduft?

Warum scheint denn die Sonn' auf die Au,
So kalt und verdrießlich herab?
Warum ist denn die Erde so grau,
Und öde wie ein Grab?

Warum bin ich selbst so krank und so trüb?
Mein liebes Liebchen sprich
O sprich mein herzallerliebstes Lieb,
Warum verließest du mich?

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Perquè són les roses tan pàl·lides", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Why are the roses so pale?", copyright ©
  • ENG English (John Todhunter) , appears in Heine's Book of Songs, first published 1907
  • FRE French (Français) (Charles Beltjens) , no title, appears in Intermezzo lyrique, no. 23, first published 1827
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Pourquoi les roses sont-elles si pâles?", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Axel Bergstedt) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 129.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Pierre Mathé [Guest Editor]

11. So wandl' ich wieder den alten Weg [sung text not yet checked]

So wandl' ich wieder den alten Weg,
Die wohlbekannten Gassen;
Ich komme vor meiner Liebsten Haus,
Das steht so leer und verlassen.

Die Straßen sind doch gar zu eng!
Das Pflaster ist unerträglich!
Die Häuser fallen mir auf den Kopf!
Ich eile so viel als möglich!

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12. Sie liebten sich beide [sung text not yet checked]

  Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt' es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.

  Sie trennten sich endlich und [sahn]1 sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren [längst]2 gestorben
Und wußten es selber kaum.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Verliefd waren beiden", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "They once loved each other", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ils s'aimaient tous les deux", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Tous deux s'aimaient, pourtant aucun", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Si amavano entrambi", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 131.

1 Backer-Grøndahl, White: "sahen"
2 Backer-Grøndahl: "schon längst"

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