Fünf und Zwanzig Lieder. In Musik gesezt von Corona Schröter. [Erste Sammlung]

by Corona Elisabeth Wilhelmine Schröter (1751 - 1802)

Word count: 0

1. Lied der Morgenröte [sung text not yet checked]

Komm Aurore!
Und entflore
Mir dein Purpurangesicht:
Deine Stralen,
Ach sie mahlen
Mir mein Purpurmädchen nicht.

Ihre süsse
Himmelsküsse,
Mit Ambrosia gespeist;
Wer sie küsset,
Der geniesset
Nektarthau und Göttergeist.

Schlank, wie Reben
Aufwärts schweben,
Schwebt ihr Schwanenwuchs hinan:
Wie die ferne
Morgensterne,
Glänzet mich ihr Auge an.

Ihren schönen
Zarten Tönen
Horcht und schweigt die Nachtigal:
Hain und Bäume
Stehn wie Träume
Am verstummten Wasserfall.

Blumen sprossen
Hingegossen,
Wo ihr zarter Tritt geschwebt:
Amoretten
Winden Ketten
Wo sie spricht und liebt und lebt.

Alle Leiden
Werden Freuden,
Täglich ihren Blick zu sehn:
Um sie scherzen,
In ihr herzen
Tugenden und Grazien.

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Note from poem: Ein sehr bekanntes Lied, so Heinrich dem Vierten zugeschrieben wird. Es steht unter andern im Recueil de Romances 1767. p. 109.

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2. Aufmunterung zur Freude [sung text not yet checked]

Wer wollte sich mit Grillen plagen,
Solang uns Lenz und Jugend blühn?
Wer wollt in seinen Blütentagen
Die Stirn in düstre Falten ziehn?

Die Freude winkt auf allen Wegen,
Die durch dies Pilgerleben gehn;
Sie bringt uns selbst den Kranz entgegen,
Wenn wir am Scheidewege stehn.

Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle,
Noch ist die Laube kühl und grün;
Noch scheint der liebe Mond so helle,
Wie er durch Adams Bäume schien.

Noch macht der Saft der Purpurtraube
Des Menschen krankes Herz gesund;
Noch schmecket in der Abendlaube
Der Kuß auf [einen roten Mund]1.

Noch tönt der Busch voll Nachtigallen
Dem Jüngling [süße Fühlung]2 zu;
Noch strömt, wenn ihre Lieder schallen,
Selbst in zerrißne Seelen Ruh.

O wunderschön ist Gottes Erde
Und wert, darauf vergnügt zu sein,
Drum will ich, bis ich Asche werde,
Mich dieser schönen Erde freun!

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First published in Musenalmanach (Hamburger), 1777

1 Gerson: "schönem Rosenmund"; Nägeli: "schönem rothem Mund"
2 Nägeli: "hohe Wonne zu"

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3. An Laura [sung text not yet checked]

Trübe Trauerstunden
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  • by Anonymous / Unidentified Author

4. An den Mond [sung text not yet checked]

Schönes Licht, du eilst vorüber, 
Säume deinen Wolken-Tanz! 
Daß mein Auge länger spähe 
Dich, im holden Silberglanz.

Daß ich meiner trüben Seele
Flehe Trost von dir herab; --
Bald nützt milden Thaues Balsam
Nimmer mir, im frühen Grab! 

Sey mir Bild, und hohes Deuten
Meines Erde-Wallens hier ; 
Werd' ich jene Nebel-Hüllen 
Auch durchgleiten -- ähnlich dir ? 

Werd' ich über Wolken wallen? 
Nicht, wie Wolken, einst verwehn? 
Soll ich Staub -- ein Staub der Erde, 
Ewig mich, gleich Welten, drehn? --

Doch es bleibe unentfaltet 
Jener Schleyer meinem Blick ;
Möchte hier ein Strahl des Hoffens
Sanft entdämmern mein Geschick? 

Wüßt' ich, Fanny, ob Dein Auge 
Je mir holder lächeln wird? --
Jahre schon um Gegenliebe
Seufzend, meine Bitte girrt! 

Sollen Thränen nie vertrocknen, 
Milder Trost mir werden nie? 
Soll der Leiden steter Kummer 
Mich zu Grabe tragen früh?

Wohl! auch sterbend will ich lieben
Noch Dein unerbittlich Herz:
Eine Zähre, mitleidsvoller, 
Weinst Du dann in stillem Schmerz.

Sprichst: "Hier ruht ein treuer Schatten,
Ach daß er noch mein gedenkt 
Sonder Zürnen; da ich grausam 
Ihn so lang -- so hart gekränkt!"

Bringst von Rosen und Cipressen 
Dann der Sterbe-Kränze zwey:
Rosen, meine Liebe deutend, 
Und Cipressen, Deine Reu.

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5. Der Brautschmuck [sung text not yet checked]

Wollt meine Liebe lieben mich,
Und treu und hold mir seyn;
Ein schöner Brautschmuck sollte sie
Durchs ganze Leben freun.

Die Ehre sollt' ihr Hütchen seyn,
Das rings ihr Haupt bedeckt,
Umfasset mit der Vorsicht Band,
Mit Freiheit schön besteckt.

Die Leinwand, die den zarten Bau
Der Glieder rings umschließt,
Sey Unschuld, wie sie um die Brust
Der keuschen Taube fließt.

Ihr Wämschen schlanke Mäßigkeit
Und Zucht und feste Treu,
In dem der frischen Glieder Wuchs
Ein sanfter Palmbaum sey.

Ihr Röckchen sey von Artigkeit
Und Würde schön gewebt:
Wo Anstand und Bescheidenheit
In jeder Welle schwebt.

Beständigkeit ihr Gürtel sey,
Tagtäglich neu und schön:
Ihr Mäntelchen Demüthigkeit,
Der Luft zu widerstehn.

Ihr Halsband sey ein Perlenschmuck,
Dem Herzen selbst bewußt;
Der Liebe schönste Rose blüh
Auf ihrer Mutterbrust.

Umgeben mit der Hoffnung Grün,
Und stiller Veilchen Pracht,
Wo mir ein klein Vergiß mein nicht
Aus Mayenblümchen lacht.

Und unter ihnen ziehe sanft
Der Schleife Band sich zu;
Und berg' in ihren Busen zart
Gelassenheit und Ruh.

Des Fleisses und der Güte Netz
Umwebe ihre Hand;
Der falschen Nadel sey ein Helm
Von Golde Widerstand.

So binde sie mit Huld und Schaam
Der Kniee Brautband sich,
Und wandle, wie ein Engel schön,
Beglückend sich und mich.

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6. Der kurze Frühling [sung text not yet checked]

Frühling währt nicht immer, Mädchen,
Frühling währt nicht immer.
Laßt euch nicht die Zeit betrügen,
Laßt euch nicht die Jugend täuschen,
Zeit und Jugend flechten Kränze
Aus gar zarten Blumen.

Frühling währt nicht immer, Mädchen,
Frühling währt nicht immer.
Leicht entfliegen unsre Jahre,
Und mit [räuberischem Flügel]1
Kommen, unser Mahl zu stören,
Sie, Harpyen, wieder.

Frühling währt nicht immer, Mädchen,
Frühling währt nicht immer.
Wenn ihr glaubt, daß Lebensglocke
Euch den Morgen noch verkündet,
Ist es schon die Abendglocke,
Die die Freud' euch endet.

Frühling währt nicht immer, Mädchen,
Frühling währt nicht immer.
Freut euch, weil ihr freun euch könnet,
Liebet, weil man euch noch liebet,
Eh das Alter eure goldnen
Haare schnell versilbert.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , "De korte lente", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "zauberischen Flügeln"

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7. Klage [sung text not yet checked]

Mein Sinn ist trübe
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  • by Anonymous / Unidentified Author

8. Der Eistanz [sung text not yet checked]

Wir schweben, wir wallen auf hallendem Meer,
Auf Silberkrystallen dahin und daher:
Der Stahl ist uns Fittig, der Himmel das Dach,
Die Lüfte sind heilig und schweben uns nach.
So gleiten wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Auf eherner Tiefe des Lebens dahin.

Wer wölbte dich oben, du goldenes Haus?
Wer legte den Boden mit Demant uns aus?
Und gab uns den flüchtigen Funken im Stahl,
Zu tanzen, zu schweben im himmlischen Saal?
So schweben wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Im himmlischen Saale des Lebens dahin.

Da stand sie, die Sonne, in Dufte gehüllt!
Da rauchen die Berge, da schwebet ihr Bild,
Da ging sie danieder, und siehe, der Mond
Wie silbern er über und unter uns wohnt!
So wallen wir, Brüder, mit fröhlichem Sinn,
Durch Mond und durch Sonne des Lebens dahin!

Seht auf nun, da brennen im himmlischen Meer
Die Funken und brennen im Frost um uns her;
Der oben den Himmel mit Sonnen besteckt,
Hat's unten mit Blumen des Frostes gedeckt.
Wir gleiten o Brüder mit fröhlichem Sinn,
Auf Sternengefilden des Lebens dahin!

Er macht uns geräumig den luftigen Saal,
Und gab uns in Nöten die Füße von Stahl,
Und gab uns im Froste das wärmende Herz,
Zu steh'n auf den Fluten, zu schweben im Scherz.
Wir streben, o Brüder, mit ehernem Sinn,
Auf Fluten und Abgrund des Lebens dahin.

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9. Manchen langen Tag [sung text not yet checked]

Manchen langen Tag, und manche lange Nacht
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  • by Anonymous / Unidentified Author

10. Die drei Fragen [sung text not yet checked]

Es war ein Ritter, er reist durchs Land,
Er sucht ein Weib sich aus zur Hand.

Er kam wohl vor ein'r Wittwe Thür,
Drei schöne Töchter trat'n herfür.

Der Ritter, er sah, er sah sie lang;
Zu wählen war ihm das Herz so bang.

Wer antwort't mir der Fragen drei,
Zu wissen, welch' die Meine sei?

"Leg vor, leg vor uns die Fragen drei,
Zu wissen, welche die Deine sei?"

"O, was ist länger, als der Weg daher?
Oder was ist tiefer, als das tiefe Meer?

"Oder was ist lauter, als das laute Horn?
Oder was ist schärfer, als der scharfe Dorn?

"Oder was ist grüner, als grünes Gras?
Oder was ist schlimmer, als ein Weibsbild was?"

Die Erste, die Zweite sie sannen nach.
Die Dritte, die jüngste, die Schönste sprach:

"O Lieb ist länger, als der Weg daher,
Und Höll ist tiefer, als das tiefe Meer.

"Und Donner ist lauter, als das laute Horn,
Und Hunger ist schärfer, als der scharfe Dorn.

"Und Gift ist grüner als das grüne Gras,
Und der Teufel ist ärger, als ein Weibsbild was."

Kaum hatt sie die Fragen beantwort't so,
Der Ritter, er eilt und wählt sie froh.

Die Erste, die Zweite, sie sannen nach,
Indeß ihn'n jetzt ein Freier gebrach.

Drum liebe Mädchen seid auf der Hut,
Frägt euch ein Freier, antwortet gut.

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11. Das Mädchen am Ufer [sung text checked 1 time]

Die See war wild im Heulen;
Der Sturm erstöhnt mit Müh,
Da saß das Mädchen weinend, 
Am harten Fels saß sie;
Weit über Meeres Brülen,
Warf Seufzer sie, und Blick;
Nicht konnts ihr Seufzer stillen
Der matt ihr kam zurük.

»Ein Jahr nun hin, und drüber!
Ein Jahr voll bitterm Weh!
O warum gingst du, Lieber,
Und trautest dich der See?
Hör auf, hör auf zu toben,
O Sturm, und göhn' ihm Ruh!
Hier in der Brust das toben,
Ach! wütet mehr als du.

Der Kaufmann schätze gierig,
Verzweifelnd flucht er dir;
Was ist verlieren Schätze, 
Zu dem, was ich verlier'?
Und würfst du ihn auf Küsten
Von Geld und Demant schwer;
Ein' Reich're kann er finden, 
Ein' Treu're nimmer mehr.«

So seufzend, weinend lag sie,
Erharrend ihn zu sehn.
In jeden Sturm floß Seufzen,
In jede Wog' eine Trän';
Als schnell auf weißen Wellen
Ein blaßer Leichnam schwamm,
Tod sank auf ihn das Mädchen,
Es war ihr Bräutigam.

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12. Die Silberquelle [sung text not yet checked]

Hast, liebes Mädchen, frisch und jung,
    Du jenen Mann gesehn,
In heißem Durst nach Labetrunk
    Zur kühlen Quelle gehn?
Voll Sehnsucht bog er ihr sein Knie,
Und Göttin, Göttin nannt' er sie.

Und als sie seinen Durst gestillt
    Mit ihrem süßen Trank;
Und neubelebt und Krafterfüllt
    Er ihr zu Füßen sank;
Da schlief er ein und ohne Dank
Trug ihn hinweg ein loser Gang.

O Mädchen, wie die Quelle rein,
    Unschuldig, frisch und schön,
Ach laß es nicht dein Schicksal seyn,
    Laß nie dirs also gehn,
Daß wenn du andere erfreust,
Du selbst dir Thränenquelle seyst.

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13. Brautlied [sung text checked 1 time]

Ich hab's gesaget schon meiner Mutter,
Schon aufgesaget von Sommers Mitte. 

Such', liebe Mutter, dir nur ein Mädchen,
Ein Spinnermädchen, ein Webermädchen.

Ich hab' gesponnen gnug weißes Flächschen,
Hab' gnug gewirket das feine Linnchen.

Hab' gnug gescheuert die weißen Tischen,
Hab' gnug gefeget die grünen Höfchen.

Hab' gnug gehorchet der lieben Mutter,
Muß nun auch horchen der liebe Schwieger. 

Hab' gnug geharket das Gras der Auen,
Hab' gnug getragen den weißen Harken.

O du mein Kränzchen von grüner Raute,
Wirst nicht lang grünen auf meinem Haupte! 

Ihr meine Flechtchen von grüner Seide, 
Sollt nicht mehr funkeln im Sonnenscheine.

O du mein Härlein, mein gelbes H¨rlein,
Wirst nicht mehr flattern im wehnden Winde.

Besuchen werd' ich die liebe Mutter,
Nicht mehr im Kranze, sondern im Häubchen.

O du mein Häubchen, mein feines Häubchen,
Du wirst noch schallen im wehnden Winde. 

Und du mein Nähzeug, mein buntes Nähzeug,
Du wirst noch schimmern im Mondenscheine.

Ihr meine Flechtchen von grüner Seide,
Ihr werdet hangen, mir Thränen machen.

Ihr meine Ringchen, ihr goldne Ringchen,
Ihr werdet liegen, im Kasten rosten.

Authorship

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Confirmed with Stimmen der Völker in Liedern. Gesammelt, geordnet, zum Theile übersetzt durch Johann Gottfried Herder, Wien: in der Franz Haas'schen Buchhandlung, 1813. Appears in Das erste Buch. Lieder aus dem hohen Norden, no. 13, pages 134 - 135.


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14. Die Liebe [sung text not yet checked]

Diese Erd' ist so schön, wann sie der Lenz beblümt,
Und der silberne Mond hinter dem Walde steht;
Ist ein irdischer Himmel,
Gleicht den Thalen der Seligen.

Schöner lächelt der Hayn, silberner schwebt der Mond,
Und der ganze Olymp fleußt auf die Erd' herab,
Wann die Liebe den Jüngling
Durch die einsamen Büsche führt.

Wann ihr goldener Stab winket, beflügelt sich
Jede Seele mit Glut, schwingt sich den Sternen zu,
Schwebt durch Engelgefilde,
Trinkt aus Bächen der Seraphim.

Weilt, und trinket, und weilt, schwanket im Labyrinth;
Eine reinere Luft athmet von Gottes Stul
Ihr entgegen, und weht sie,
Gleich dem Säuseln Jehovahs, an.

Selten winket ihr Stab, selten enthüllet sie
Sich den Söhnen des Staubs! Ach, sie verkennen dich,
Ach, sie hüllen der Wollust
Deinen heiligen Schleyer um!

Mir erschienest du, mir, höheren Glanzes voll,
Wie dein Sokrates dich, wie dich dein Plato sah;
Wie du jenem im Thale
Seiner Quelle begegnetest.

Erd' und Himmel entflieht sterbenden Heiligen;
Lebensblüthengeruch strömet um sie herum,
Engelfittige rauschen,
Und die goldene Krone winkt.

Erd' und Himmel entfloh, als ich dich, Daphne sah;
Als dein purpurner Mund schüchtern mir lächelte;
Als dein athmender Busen
Meinen Blicken entgegenflog.

Unbekanntes Gefühl bebte zum erstenmal
Durch mein jugendlich Herz! Froh wie Anakreon,
Goß ich Flammen der Seele
In mein zitterndes Saitenspiel!

Eine Nachtigall flog, als ich mein erstes Lied,
Süße Liebe, dir sang, flötend um mich herum,
Und es taumelten Blüthen
Auf mein lispelndes Spiel herab.

Seit ich Daphnen erblickt, raucht kein vergoßenes
Blut durch meinen Gesang; spend' ich den Königen
Keinen schmeichelnden Lorbeer;
Sing' ich Mädchen und Mädchenkuß.

Authorship

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15. Der Wassermann [sung text checked 1 time]

"O mutter, guten Rat mir leiht,
Wie soll ich bekommen die schöne Maid?"
Sie baut ihm ein Pferd von Wasser klar
Und Zaum und Satt'l von Sande gar.

Sie kleidet ihn an zum Ritter fein;
So ritt er Marien Kirchhof hinein,
Er band sein Pferd an die Kirchentür,
Er ging um die Kirch wohl dreimal und vier.

Der Wassermann in die Kirch ging ein,
Sie kamen um ihn, groß und klein.
Der Priester eben stand vorm Altar:
"Was kommt für ein blanker Ritter dar?"

Das schöne Mädchen lacht in sich:
"O wär der blanke Ritter für mich!"
Er trat über einen Stuhl und zwei:
"O Mädchen, gib mir Wort und Treu!"

Er trat über Stühle drei und vier:
"O schönes Mädchen, zieh mit mir!"
Das schöne Mädchen die Hand ihm reicht:
"Hier hast Du meine Treu; ich folg dir leicht."

Sie gingen hinaus mit Hochzeitschaar,
Sie tanzten freudig und ohne Gefahr;
Sie tanzten nieder bis an den Strand,
Sie waren allein jetzt Hand in Hand.

"Halt, schönes Mädchen, das Roß mir hier!
Das niedlichste Schiffchen bring ich dir."
Und als sie kamen auf den weißen Sand,
Da kehrten sich alle Schiffe zu Land;

Und als sie kamen auf den Sund,
Das schöne Mädchen sank auf den Grund,
Noch lange hörten am Lande sie,
Wie das schöne Mädchen im Wasser schrie.

Ich rat euch Jungfern, was ich kann:
Geht nicht in Tanz mit dem Wassermann.

Authorship

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16. Amor und Bachus [sung text not yet checked]

Durch die dunklen Myrtenwälder
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Authorship

Note : the Goethe Museum catalog gives only "Miller" as the author.

17. Der Erlkönig [sung text checked 1 time]

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er [hat]1 den Knaben wohl in dem Arm,
Er [faßt]1 ihn sicher, er hält ihn warm.
 
Mein Sohn, was birgst du so [bang]2 dein Gesicht? -
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -
 
»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;
[Manch' bunte Blumen sind an dem Strand]3;
[Meine]4 Mutter hat manch' [gülden]5 Gewand.«
 
Mein Vater, mein Vater, und [hörest]6 du nicht,
Was Erlenkönig mir [leise]7 verspricht? -
Sey ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -
 
»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
[Und]8 [wiegen und tanzen und singen]9 dich ein.«
 
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am [düstern Ort]10? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau;
Es scheinen die alten Weiden so grau. -
 
»[Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt]11;
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.« -
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein [Leids]12 gethan! -
 
Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält [in Armen]13 das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit [Mühe]14 und Noth;
In seinen Armen das Kind war todt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • CZE Czech (Čeština) (Otokar Fischer) , "Král duchů"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Erlkoning", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , "Who's riding so late through night, so wild?", copyright © 1995, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Knut W. Barde) , "The Elfking", copyright © 1998, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Scott, Sir) , "The Erl-King"
  • ENG English (Uri Liebrecht) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le roi des aulnes", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GER German (Deutsch) [singable] (Walter A. Aue) , "Elf-King", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Il re degli elfi", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il Re degli Elfi", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 183-184; and with Goethe's Schriften, Achter Band, Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1789, pages 157-158.

First published in 1782 in Goethe's Singspiel "Die Fischerin" in the introductory scene (Dortchen's song).

1 Schubert (first version), Spohr: "hält"
2 Spohr: "scheu"
3 Harder: "Manch bunte Blumen stehn an dem Strand"; Spohr: "Viel bunte Blumen sind am Strand"
4 Spohr: "Mein' "
5 Spohr: "güldnes"
6 Spohr: "hörst"
7 Spohr: "heimlich"
8 Schubert (4th version, in the repetition): "Sie"
9 Harder: "singen und tanzen und spielen"
10 Harder: "düstern Port"; Spohr und Hille: "düsteren Ort"
11 Harder: "Ich lieb' dich, mich reizt dein' schöne Gestalt"
12 Harder: "Leides"
13 Reissiger: "in den Armen", Spohr: "im Arme"
14 Schubert: "Müh'"

Research team for this text: Ofer Sheinberg , Peter Rastl [Guest Editor]

18. Amor im Tanz [sung text not yet checked]

Junges Volk, man rufet euch zu dem Tanz hervor. 
Auf! es spielet schon zugleich unser ganzer Chor. 
Wer nun Lust zu tanzen hat, stelle sich hier ein, 
tanze, bis er Tanzens satt und begnügt mag sein! 

Authorship

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Note: this text was written for the wedding of Christian Maraun and Chatharine Ranisch in Königsberg.


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19. An einer Freundin Geburtstag [sung text not yet checked]

Der Freundschaft treue Gabe
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  • by Anonymous / Unidentified Author ( C. R. )

20. Liedchen der Sehnsucht [sung text not yet checked]

Der süße Schlaf, der sonst stillt alles wohl,
Kann stillen nicht mein Herz mit Trauren voll,
Das schafft allein, der mich erfreuen soll. 

Kein Speis, kein Trank mir Lust noch Nahrung giebt,
Kein Kurzweil mehr mein traurig Herze liebt,
Das schafft allein, der so mein Herz betrübt. 

[Gesellschaft ich nicht mehr besuchen mag]1,
Ganz einig sitz in Unmut Nacht und Tag,
Das schafft allein, den ich im Herzen trag.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Natalie Macfarren) , "Maiden's lament"

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1 Henschel: "Mein' Freundinn' all' ich nicht mehr sehen mag"

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21. Der Winter [sung text not yet checked]

Ha, blasser Winter
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  • by Anonymous / Unidentified Author

22. An eine Blume [sung text not yet checked]

Daß der Himmel dich schön geschmücket,
Daß die Sonne dein Kleid gesticket,
Daß du prangest vor Gold und Seiden,
Kann mein Röschen gerne leiden.

Daß die Bienen so oft dich küssen.
Daß die Kranken dich preisen müssen.
Und die Aerzte dich heilsam nennen.
Mag mein Röschen gern bekennen.

Denn in allen denselben Sachen
Kann ihr' Herrlichkeit dich verlachen.
Unter Blumen ist nicht dein'sgleichen.
Was geschaffen ist, muß ihr weichen.

Deine Kleider vergehen schleunig,
Deine Farben, die nützen wenig,
Deine Kräfte sind zum Verderben,
Vielmals helfen sie auch zum Sterben.

Was hilft Liebliches, ohne Sprechen?
Was sind Blumen, die leicht zerbrechen?
Was ist Zierde, die nicht kann singen,
Nicht wie Röschen das Herz bezwingen.

Was am Himmel ist schön zu finden,
Was die Blumen kann überwinden,
Was der Nachtigall Kunst nicht weichet,
Was der Perlengestalt sich gleichet,

Was mit Freundlichkeit ist begabet,
Was durch Tugend das Herz erlabet.
Was dem Schönsten den Preis benommen:
Das macht Röschen ganz vollkommen.

Authorship

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23. Das Mädchen am Ufer [sung text not yet checked]

Im säuselnden Winde, am murmelnden Bach
Saß Lila auf Blumen und weinet und sprach:
Was blüht ihr, ihr Blumen? Was säuselt du West?
Was murmelst du Strom, der mich murmelnd verläßt.

Mein Lieber erblühte am Herzen mir hier,
War frisch wie die [Welle]1, war lieblicher mir
Als Zephir; o Zephir, wo flohest du hin?
O Blume der Liebe, du mußtest verblüh'n!

Von Busen, vom Herzen riß ab sie den Strauß,
Und seufzet und weinet die Seele sich aus.
Was weinst in der Welle? Was seufzest in Wind?
O Mädchen, Wind, Welle und Leben zerrinnt.

Der Strom kommt nicht wieder, der Westwind verweht,
Die Blume verwelket, die Jugend vergeht,
Gib, Mädchen, die Blume dem Strome, dem West:
Es ist ja nicht Liebe, wenn Leibe verläßt.

Authorship

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Confirmed with J. G. von Herder's ausgewählte Werke in einem Bande, Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta'scher Verlag, 1844. Appears in Stimmen in Völker in Liedern, in 3. Das dritte Buch. Nordwestliche Lieder, page 371.

1 Pohl: "Quelle"

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24. Die Wachtel [sung text checked 1 time]

Hört, wie die Wachtel im Felde dort schlägt:
"Wollte Gotte! Wollte Gott! Käm nur ein Schauer,"
Sie sagt; fliegt von einem zum andern Feld,
Und uns den Wachstum der Früchte meidt;
Auch uns bey Sonnenschein freundlich ermahnt:
"Danket Gott! Danket Gott!"
Für die schönen Frücht' im Land.

Fähret der Landmann frühmorgens ins Feld,
"Grüß dich Gott! Grüß dich Gott!" 
Von ihr Gruß schön erhält.
Sucht mit ihrem annehmlichen Schlag',
Dem Feldarbeiter zu mildern den Tag;
Ist sie von Singen und Schwingen ermat't,
"Gute Nacht! Gute Nacht!"
Ruft sie, so bald es wird spat.

Kommen die Schnitter, so ruft sie ganz keck:
"Tritt mich nicht! Tritt mich nicht!"
Sich ganz zur Erde darstreckt.
Fliegt von geschnittenen Feldern hintan,
Weil sie verbergen sich nimmer mehr kann;
Sagt auch, sie finde kein Speis' mehr darinn,
"Taugt mir nicht! Taught mir nicht!"
Sagt sie, und flieget dahin.

Ist nun die Erndte schon völlig vorbey,
"Harte Zeit! Harte Zeit!"
Kömmt bald der Winter herbey.
Fliegt von unserm Lande fort,
Sucht einem schönem, annehmlichem Ort,
Und wünscht dem Lande zum letztenmal,
"Behüt' dich Gott! Behüt' dich Gott!"
Ruft sie, und flieget davon.

Ist nun die Wachtel so dankbar und sagt:
"Alles von Gott! Alles von Gott! 
Der uns die Früchte hat gemacht.
So laß, dankloser Mensch!
Dies Vög'lein, dir zum Lehrstück und Exempel seyn;
Und mach, daß Herz und Mund voll Dank aussingt.
"Gott sey Dank! Gott sey Dank!"
Der uns die reichen Früchte darbringt.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

25. Jugendlied [sung text checked 1 time]

Als ich noch ein Knabe war,
Sperrte man mich ein;
Und so saß ich manches Jahr
Über mir allein, 
Wie im Mutterleib.

Doch du warst mein Zeitvertreib,
Goldne Phantasie,
Und ich [ward]1 ein warmer Held,
Wie der Prinz Pipi,
Und durchzog die Welt.

Baute manch kristallen Schloß
Und zerstört es auch,
Warf mein blinkendes Geschoß
Drachen durch den Bauch,
Ja, ich war ein Mann!

Ritterlich befreit ich dann
Die Prinzessin Fisch;
Sie war gar zu obligeant,
Führte mich zu Tisch,
Und ich war galant.

Und ihr Kuß war [Himmelsbrod]2,
Glühend wie der Wein.
Ach! Ich liebte fast mich todt!
Rings mit Sonnenschein
War sie emailliert.

Ach wer hat sie mir entführt?
Hielt kein Zauberband
[Ihr verräthrisch]3 Fliehn?
Sagt, wo ist ihr Land?
Wo der Weg dahin?

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "When I was still a boy", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le nouvel Amadis", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRL Friulian (Ermes Culos) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Il nuovo Amadis", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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1 Krenek, Schröter (?): "war"
2 Krenek, Wolf: "Götterbrot"; Schröter spells it "Himmelsbrot"
3 Krenek, Schröter, Wolf: "Sie zurück vom schnellen"

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