12 Lieder von E. Geibel

Song Cycle by Carl Heinemann

Word count: 1272

1. In meinem Garten die Nelken [sung text not yet checked]

In meinem Garten die Nelken
mit ihrem Purpurstern
[müssen]1 nun alle verwelken,
   denn du bist fern.

Auf meinem Herde die Flammen
die ich bewacht so gern,
[sanken]2 in Asche zusammen,
   denn du bist fern.

Die Welt ist mir verdorben,
mich grüßt nicht Blume [nicht]3 Stern,
mein Herz ist lange gestorben,
   denn du bist fern.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "The carnations in my garden", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , "Im' ghairdinse", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Canção", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Blodek: "sie müssen"
2 Blodek: "sie sanken"
3 Blodek: "noch"

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2. Wohl waren es Tage der Sonne [sung text not yet checked]

Wohl waren es Tage der Sonne,
Die Bäume blühten im Mai,
Dein Blick sprach Liebeswonne -
Das ist vorbei.

Verblüht sind lange die Bäume,
Der Herbst ist kommen geschwind;
Die Träume, die schönen Träume
Verweht der Wind.

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3. Gute Nacht, mein Herz [sung text not yet checked]

[Gute Nacht mein Herz]1 und schlummre ein!
In diesen Herbstestagen
Ohne Blumen und Sonnenschein
Was willst du schlagen?

Dein Schmerz ist aus, deine Lust ist todt,
Verweht sind Lenz und Lieder;
Der Liebe Röslein purpurroth
Blüht nimmer wieder.

Singend zog er ins Land hinein,
Der falsche, liebe Knabe -
Und du? - Im stillen Grabe
Schlafe mein Herz, schlaf' ein!

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1 Goldschmidt's setting begins "Gut Nacht, gut Nacht, mein Herz" ; further changes may exist not shown above. Courvoisier: "Gute Nacht, mein Herz, gute Nacht"; Hecht, Pohlig, Sturm: "Gut' Nacht, mein Herz"; further changes may exist not shown above.

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4. Kein Tröpflein mehr im Becher [sung text not yet checked]

Kein Tröpflein mehr im Becher!
Kein Geld im Säckel mehr!
Da wird mir armem Zecher
Das Herze gar so schwer.
Das Wandern macht mir Pein,
Weiß nicht, wo aus, noch ein;
Ins Kloster möcht' ich gehen,
Da liegt ein kühler Wein.

Ich zieh' auf dürrem Wege,
Mein Rock ist arg bestaubt,
Weiß nicht, wohin ich lege
In dieser Nacht mein Haupt.
Mein Herberg' ist die Welt,
Mein Dach das Himmelszelt,
Das Bett, darauf ich schlafe,
Das ist das breite Feld.

Ich geh' auf flinken Sohlen,
Doch schneller reit't das Glück;
Ich mag es nicht einholen,
Es läßt mich arg zurück.
Komm' ich an einen Ort,
So war es eben dort,
Da kommt der Wind geflogen,
Der pfeift mich aus sofort.

Ich wollt', ich läg' zur Stunde
Am Heidelberger Faß,
Den offnen Mund am Spunde,
Und träumt' ich weiß nicht was.
Und wollt' ein Dirnlein fein
Mir gar die Schenkin sein:
Mir wär's, als schwämmen Rosen
Wohl auf dem klaren Wein.

Ach wer den Weg doch wüßte
In das Schlaraffenland!
Mir dünket wohl, ich müßte
Dort finden Ehr' und Stand.
Mein Mut ist gar so schlecht,
Daß ich ihn tauschen möcht';
Und so's Dukaten schneite,
Das wär' mir eben recht.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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5. Es fliegt manch' Vöglein [sung text not yet checked]

Es fliegt manch Vöglein in das Nest,
Und fliegt auch [wied'r heraus;]1
Und bist du 'mal mein Schatz gewest,
So ist die Liebschaft aus.
Du hast mich schlimm betrogen
Um schnöden Geldgewinn --
Viel Glück, viel Glück zum reichen Mann!2
Geh du nur immer hin!
 
Viel Blümlein steh'n im hohen Korn
Von roth und blauer Zier,
Und hast du eins davon verlorn,
So such ein andres dir.
Glaub' nicht, daß ich mich gräme
Um deinen falschen Sinn --
Ich find' schon einen andern Schatz;2
Geh du nur immer hin!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Gedichte von Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1855, page 239.

1 Silcher: "wiedrum aus,"
2 Silcher inserts: "Geh' du, la la la, geh' du, la la la,"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Herr Schmied, beschlagt mir mein Rösslein [sung text not yet checked]

Herr Schmied, Herr Schmied, beschlagt mir mein Rößlein,
Und habt ihr's beschlagen, so macht mir ein Schlößlein,
Ein Schlößlein so fest und ein Schlößlein so fein,
Und muß bei dem Schlößlein ein Schlüssel auch sein.

Das Schlößlein, das will ich vors Herze mir legen,
Und hab' ich's verschlossen mit Kreuz und mit Segen,
So werf' in den See ich den Schlüssel hinein,
Darf nimmer ein Wort mehr heraus noch herein.

Denn wer eine selige Liebe will tragen,
Der darf es den alten Jungfern nicht sagen;
Die Dornen, die Disteln, die stechen gar sehr,
Doch stechen die Altjungfernzungen noch mehr.

Sie tragen's zur Bas' hin und zur Frau Gevattern,
Bis daß es die Gäns' auf dem Markte beschnattern,
Bis daß es der Entrich beredt auf dem See
Und der Kuckuck im Walde, und das tut noch weh.

Und wär' ich der Herrgott, so ließ' ich auf Erden
Zu Dornen und Disteln die Klatschzungen werden,
Da fräß' sie der Esel, und hätt's keine Not,
Und weinte mein Schatz sich die Augen nicht rot.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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7. Wenn sich zwei Herzen scheiden [sung text not yet checked]

Wenn sich zwei Herzen scheiden,
Die sich dereinst geliebt,
Das ist ein großes Leiden,
Wie's [größ'res nimmer]1 gibt.
Es klingt das Wort so traurig gar:
Fahr' wohl, fahr' wohl auf immerdar!
Wenn sich zwei Herzen scheiden,
Die sich dereinst geliebt.

[Da]2 ich zuerst empfunden,
Daß Liebe brechen mag:
Mir war's, als sei verschwunden
Die Sonn' am hellen Tag.
[Mir klang's im Ohre]3 wunderbar:
Fahr' wohl, fahr' wohl auf immerdar!
Da ich zuerst empfunden,
Daß Liebe brechen mag.

Mein Frühling ging zur Rüste,
Ich weiß es wohl, warum;
Die Lippe, die mich küßte,
Ist worden kühl und stumm. 
Das eine Wort nur sprach sie klar:
Fahr' wohl, fahr' wohl auf immerdar! 
Mein Frühling ging zur Rüste,
Ich weiß es wohl, warum.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Quan dos cors se separen", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "When two young hearts must sever"
  • FRE French (Français) (Dina Levias) , "Quand deux cœurs se désunissent", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Nicola Sfredda) , "Quando si separano due cuori", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Kücken, Mendelssohn: "größer keines"
2 Randhartinger: "Als"
3 Kücken, Mendelssohn: "Im Ohre klang mir's"

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8. Mein Herz ist wie die dunkle Nacht [sung text not yet checked]

Mein Herz ist wie die dunkle Nacht,
Wenn alle Wipfel rauschen;
Da steigt der Mond in voller Pracht
Aus Wolken sacht,
Und sieh, - der Wald verstummt in tiefem Lauschen.

Der Mond, der [helle]1 Mond bist du:
[Aus]2 deiner Liebesfülle
Wirf einen, einen Blick mir zu 
Voll Himmelsruh',
Und sieh, dies ungestüme Herz - wird stille.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Charles Tomlinson Griffes)
  • ENG English (Carl Johengen) , "My heart is like the dark night", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Ehud Shapiro) , "הירח", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "lichte"
2 Mendelssohn: "In"

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9. Du bist so still, so sanft [sung text not yet checked]

Du bist so [still]1, so sanft, so [sinnig]2,
Und schau' ich dir in's Angesicht,
Da leuchtet mir verständnißinnig
Der dunkeln Augen frommes Licht.

Nicht Worte giebst du dem Gefühle,
Du redest nicht, du lächelst nur;
So lächelt in des Abends Kühle
Der lichte Mond auf Wald und Flur.

In Traumesdämmerung allmählich
Zerrinnt die ganze Seele mir,
Und nur das Eine fühl' ich selig,
Daß ich vereinigt bin mit dir.

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1 Wölfl: "hold"
2 Petri, Rosenhain, Wölfl: "innig"; further changes may exist not shown above.

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10. Siehst du das Meer [sung text not yet checked]

Siehst du das Meer? Es glänzt auf seiner Flut
Der Sonne Pracht;
Doch in der Tiefe, wo die Perle ruht,
Ist finstre Nacht.

Das Meer bin ich. In stolzen Wogen rollt
Mein wilder Sinn,
Und meine Lieder ziehn wie Sonnengold
Darüber hin.

Sie flimmern oft von zauberhafter Lust,
Von Lieb' und Scherz;
Doch schweigend blutet in verborgner Brust
Mein dunkles Herz.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (J. A. Homan) , "Behold the Sea!"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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11. Du fragst mich, du mein blondes Lieb [sung text not yet checked]

Du fragst mich, du mein [blondes]1 Lieb,
Warum so stumm mein Mund?
Weil mir die Liebe sitzet,
        Heimlich sitzet
    Im Herzensgrund.

Kann denn die Flamme singen,
Wenn sie zum Himmel will?
Sie schlägt die Flügel hoch und roth,
        So hoch und roth,
    Und doch so still.

Die Ros' auch kann nicht sprechen,
Wenn sie zur Blüth' erwacht;
Sie glüht und duftet stumm hindurch,
        Stumm hindurch
    Die Sommernacht.

So ist auch meine Minne,
Seit du dich mir geneigt;
Sie glüht und blüht im Sinne,
        Tief im Sinne,
    Aber sie schweigt.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Emanuel Geibel, neununddreißigste Auflage, Berlin, Verlag von Alexander Duncker, 1855, in Lieder, no. 24, page 60.

1 Moscheles, Oehme: "holdes"; further changes may exist not shown above.

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12. Spielmanns Lied  [sung text not yet checked]

Und legt ihr zwischen [mich]1 und sie
Auch Strom und Thal und Hügel,
Gestrenge Herrn, ihr trennt uns nie,
Das Lied, das Lied hat Flügel.
Ich bin ein Spielmann wohlbekannt,
Ich mache mich auf die Reise,
Und sing' hinfort durchs ganze Land
Nur noch die eine Weise:
    Ich habe dich lieb, du Süße,
    Du meine Lust und Qual,
    Ich habe dich lieb und grüße
    Dich tausend, tausendmal!

Und wandr' ich durch den laubgen Wald,
Wo Fink und Amsel schweifen:
Mein Lied erlauscht das Völkchen bald,
Und hebt es an zu pfeifen.
Und auf der Heide hört's der Wind,
Der spannt die Flügel heiter,
Und trägt es über den Strom geschwind,
Und über den Berg, und weiter:
    Ich habe dich lieb, du Süße,
    Du meine Lust und Qual,
    Ich habe dich lieb und grüße
    Dich tausend, tausendmal!

Durch Stadt und Dorf, durch Wies' und Korn
Spiel' ich's auf meinen Zügen,
Da singen's bald zu Nacht am Born
Die Mägde mit den Krügen,
Der Jäger summt es vor sich her,
Spürt er im Buchenhage;
Der Fischer wirft sein Netz ins Meer
Und singt's zum Ruderschlage:
    Ich habe dich lieb, du Süße,
    Du meine Lust und Qual,
    Ich habe dich lieb und grüße
    Dich tausend, tausendmal!

Und frischer Wind und Waldvöglein,
Und Fischer, Mägd' und Jäger,
Die müssen alle Boten sein
Und meiner Liebe Träger.
So kommt's im Ernst, so kommt's im Scherz
Zu deinem Ohr am Ende;
Und wenn du's hörst, da pocht dein Herz,
Du spürst es, wer es sende:
    Ich habe dich lieb, du Süße,
    Du meine Lust und Qual,
    Ich habe dich lieb und grüße
    Dich tausend, tausendmal!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Emanuel Geibel, Neununddreißigste Auflage, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1855, pages 33-34.

Note: the refrain of this poem is quoted by Hermann Grieben in his poem Fliederlied.

1 Nicolai: "mir"; further changes may exist not shown above.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]