Lieder nach Gedichten von Uhland und Eichendorff

by Othmar Schoeck (1886 - 1957)

Word count: 923

1. Auf ein Kind [sung text checked 1 time]

Aus der Bedrängnis, die mich wild umkettet,
Hab ich zu dir mich, süßes Kind! gerettet,
Damit ich Herz und Augen weide
An deiner Engelfreude,
An dieser Unschuld, dieser Morgenhelle,
An dieser ungetrübten Gottesquelle.

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  • ENG English [singable] (Florence T. Jameson)
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À un enfant", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: John Versmoren

2. An einem heitern Morgen [sung text not yet checked]

O blaue Luft nach trüben Tagen,
Wie kannst du stillen meine Klagen?
Wer nur am Regen krank gewesen,
Der mag durch Sonnenschein genesen.

O blaue Luft nach trüben Tagen,
Doch stillst du meine bittern Klagen!
Du glänzest Ahnung mir zum Herzen:
Wie himmlisch Freude labt nach Schmerzen.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Par un matin serein", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Dichtersegen [sung text not yet checked]

Als ich ging die Flur entlang,
Lauschend auf der Lerchen Sang,
Ward ich einen Mann gewahr,
Arbeitsam mit greisem Haar.

"Segen", rief ich, "diesem Feld,
Das so treuer Fleiß bestellt!
Segen dieser welken Hand,
Die noch Saaten wirft ins Land!"

Doch mir sprach sein ernst Gesicht:
"Dichtersegen frommt hier nicht;
Lastend, wie des Himmels Zorn,
Treibt er Blumen mir für Korn."

"Freund! mein schlichtes Liederspiel
Weckt der Blumen nicht zuviel,
Nur soviel die Ähren schmückt
Und dein kleiner Enkel pflückt."

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Bénédiction de poète", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Frühlingsruhe [sung text not yet checked]

[O legt mich nicht ins dunkle Grab]1,
Nicht unter die grüne [Erd']2 hinab!
Soll ich begraben sein,
[Lieg' ich]3 in's tiefe Gras hinein.
 
In Gras und Blumen [lieg']4 ich [gern]5,
Wenn eine Flöte tönt von fern
Und wenn hoch obenhin
Die hellen Frühlingswolken ziehn.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Paix du printemps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, Stuttgart und Tübingen: in der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1815, page 55

1 According to Challier's Grosser Duetten-Katalog, one of the settings by Holländer or Schorch begins "O legt mich nicht ins kühle Grab"
2 Lang: "Erde"
3 Lang: "legt mich"
4 Medtner: "liegt' "
5 Lang: "so gern"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Wein und Brot [sung text not yet checked]

Solche Düfte sind mein Leben,
Die verscheuchen all mein Leid:
Blühen auf dem Berg die Reben,
Blüht im Tale das Getreid.

Donnern werden bald die Tennen,
Bald die Mühlen rauschend gehn,
Und wenn die sich müde rennen,
Werden sich die Keltern drehn.

Gute Wirtin vieler Zecher!
So gefällt mir's, flink und frisch;
Kommst du mit dem Wein im Becher,
Liegt das Brot schon auf dem Tisch.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Vin et pain", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Abendwolken [sung text checked 1 time]

Wolken seh' ich abendwärts 
ganz in reinste Glut getaucht, 
Wolken ganz in Licht zerhaucht, 
die so schwül gedunkelt hatten. 
Ja, mir sagt mein ahnend' Herz:
Einst noch werden, ob auch spät, 
wenn die Sonne niedergeht, 
mir verklärt der Seele Schatten.

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  • ENG English (John H. Campbell) , "Evening clouds", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuages du soir", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: John H. Campbell

7. Abschied [sung text not yet checked]

Abendlich schon rauscht der Wald
Aus den tiefsten Gründen,
Droben wird der Herr nun bald
[An die Sternlein zünden]1,
Wie so stille in den Schlünden,
Abendlich nur rauscht der Wald.

Alles geht zu seiner Ruh,
[Wald und Welt versausen]2,
Schauernd hört der Wandrer zu,
Sehnt sich [recht]3 nach Hause,
Hier in Waldes [grüner]4 Klause
Herz, geh' [endlich auch]5 zur Ruh!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Jakob Kellner) , "Evening breezes rustle yet in the wood", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Henri Dupraz) , "Le soir enfin murmure la forêt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A sera già sussurra il bosco", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Joseph Freiherrn von Eichendorff, Zweite vermehrte und veränderte Auflage, W. Simion in Berlin, 1843, page 382.

1 Franz: "Die Stern' anzünden"
2 Hensel: "Wie die Welt verbrause"
3 Franz: "wohl", Hensel: "tief"
4 Franz: "stiller"
5 Franz: "endlich du auch"

Researcher for this text: Jakob Kellner

8. Auf meines Kindes Tod [sung text checked 1 time]

  Von fern die Uhren schlagen,
Es ist schon tiefe Nacht,
Die Lampe brennt so düster,
Dein Bettlein ist gemacht.

  Die Winde nur noch gehen
Wehklagend um das Haus,
Wir sitzen einsam drinne
Und lauschen oft hinaus.

  Es ist, als müßtest leise
Du klopfen an die Thür,
Du hätt'st dich nur verirret,
Und kämst nun müd' zurück.

  Wir armen, armen Thoren!
Wir irren ja im Graus
Des Dunkels noch verloren -
Du fand'st [dich]1 längst nach Haus.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte. Berlin: M. Simion, 1841, pages 323.

1 in the 1883 version this is "ja"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Der Kranke [sung text checked 1 time]

Soll ich dich denn nun verlassen,
Erde, heit'res Vaterhaus?
Herzlich Lieben, mutig Hassen,
ist denn alles, alles aus?

Vor dem Fenster durch die Linden
spielt es wie ein linder Gruß.
Lüfte, wollt ihr mir verkünden,
daß ich bald hinunter muß?

Liebe ferne blaue Hügel,
stiller Fluß im Talesgrün,
ach, wie oft wünscht ich mir Flügel,
über euch hinweg zu zieh'n!

Da sich jetzt die Flügel dehnen,
schaur' ich in mich selbst zurück
und ein unbeschreiblich Sehnen
zieht mich zu der Welt zurück.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Abendlandschaft [sung text not yet checked]

Der Hirt blast seine Weise, 
Von fern ein Schuß noch fällt, 
Die Wälder rauschen leise 
Und Ströme tief im Feld. 

Nur hinter jenem Hügel 
Noch spielt der Abendschein - 
O hätt ich, hätt ich Flügel,
Zu fliegen da hinein!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening landscape", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Paysage vespéral", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 220.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Der Gärtner [sung text not yet checked]

Wohin ich geh' und schaue,
In Feld und Wald und Tal,
[Vom Berg hinab in die Aue;
Viel schöne, hohe Fraue]1, 
Grüß ich dich tausendmal.

In meinem Garten find' ich
Viel [Blumen]2, schön und fein, 
Viel Kränze wohl draus wind' ich
Und tausend Gedanken bind' ich
Und Grüße mit darein.

[Ihr darf ich keinen reichen,
Sie ist zu hoch und schön,
Die müssen alle verbleichen,
Die Liebe nur ohnegleichen]3
Bleibt ewig im Herzen stehn.

Ich schein' wohl froher Dinge
Und schaffe auf und ab,
Und, ob das Herz zerspringe,
Ich grabe fort und singe,
Und grab' mir bald mein Grab.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De tuinman", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Jakob Kellner) , "Wherever I go and look", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le jardinier", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Jacques Jobard) , "Le jardinier", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Gianni Franceschi) , "Il giardiniere", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "Vom Hügel hinauf die Aue;/ Vom Berg aufwärts weit ins Blaue"
2 Mendelssohn: "Blümchen"
3 Mendelssohn:
Dir darf ich keinen reichen,
Du bist zu hoch und schön,
Sie müssen zu bald verbleichen,
Die Liebe ohnegleichen

Researcher for this text: Jakob Kellner

12. Umkehr [sung text not yet checked]

Hier bin ich Herr! Gegrüßt das Licht,
das durch die stille Schwüle
der müden Brust gewaltig bricht
mit seiner strengen Kühle.

Nun bin ich frei! Ich taumle noch,
und kann mich noch nicht fassen.
O Vater, du erkennst mich doch,
und wirst nicht von mir lassen.

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

13. Nachtlied [sung text checked 1 time]

Vergangen ist der lichte Tag;
Von ferne kommt der Glocken Schlag.
So reist die Zeit die ganze Nacht,
Nimmt manchen mit, der's nicht gedacht.

Wo ist nun hin die bunte Lust,
Des Freundes Trost und treue Brust,
[Des Weibes]1 süßer Augenschein?
Will keiner mit mir munter sein?

Da's nun so stille auf der Welt,
Ziehn Wolken einsam übers Feld,
Und Feld und Baum besprechen sich, --
O Menschenkind, was schauert dich?

Wie weit die falsche Welt auch sei,
Bleibt mir doch Einer nur getreu,
Der mit mir weint, der mit mir wacht,
Wenn ich nur recht an ihn gedacht.

Frisch auf denn, liebe Nachtigall,
Du Wasserfall mit hellem Schall!
Gott loben wollen wir vereint,
Bis daß der lichte Morgen scheint!

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  • DAN Danish (Dansk) (Maryanna Morthensen) , "Sang til Natten", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Carl Johengen) , "Night song", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Maryanna Morthensen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 3.

1 Klein, Mendelssohn: "Der Liebsten"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

14. Nachruf [sung text checked 1 time]

Du liebe, [treue]1 Laute,
Wie manche Sommernacht,
Bis daß der Morgen graute,
Hab' ich mit dir durchwacht!

Die Täler, wieder nachten,
[Kaum spielt noch]2 Abendrot,
Doch die sonst mit uns wachten,
Die liegen lange tot.

Was wollen wir nun singen
Hier in der Einsamkeit,
Wenn alle von uns gingen,
Die unser Lied erfreut'?

Wir wollen dennoch singen!
So still ist's auf der Welt;
Wer weiß, die Lieder dringen
Vielleicht zum Sternezelt.

Wer weiß, die da gestorben,
Sie hören droben mich
Und öffnen leis' die Pforten
Und nehmen uns zu sich.

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "In memoriam", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Hommage funèbre", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Richiamo", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Herzogenberg: "traute"; further changes may exist not shown above.
2 Wolf: "Schon sinkt das"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]