Zwölf deutsche Lieder

Song Cycle by Johann Friedrich Bonneval de La Trobe (1769 - 1845)

Word count: 841

1. Katzennatur [sung text checked 1 time]

's war mal 'ne Katzenkönigin, Ja, ja!
die hegte edlen Katzensinn, Ja, ja!
verstunde gar wohl zu mausen,
liebt königlich zu schmausen, Ja, ja,
Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Die hatt 'nen schneeweißen Leib, Ja, ja!
so schlank, so zart, die Hände so weich, Ja, ja!
die Augen wie Karfunkeln,
Sie leuchten im Dunkeln, Ja, ja!T
Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Ein Edelmausjüngling lebte zur Zeit, Ja, ja!
der sah die Königin wohl von weit, Ja, ja!
'ne ehrliche Haut von Mäuschen,
der kroch aus seinem H&aumchl;uschen, Ja, ja!
[Mäusenatur]1!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Der sprach: "In meinem Leben nicht, ja, ja!
hab' ich gesehn so süßes Gesicht, ja, ja!
die muß mich Mäuschen meinen,
sie tut so fromm erscheinen." Ja, ja!
[Mäusenatur]1!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Der Maus: "Willst du mein Schätzchen sein? ja, ja!"
Die Katz: "Ich will dich sprechen allein. Ja, ja!"
"Heut' will ich bei dir schlafen"
"Heut' sollst du bei mir schlafen." Ja, ja!
[Mäusenatur]1!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Der Maus, der fehlte nicht die Stund', ja, ja!
Die Katz', die lachte den Bauch sich rund, ja, ja!
"Dem Schatz, den ich erkoren,
dem zieh' ich's Fell über die Ohren." Ja, ja!
Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen,
schlafe du nur!

Authorship

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  • ENG English (Lawrence Snyder) , "The Cat Queen", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nature de chat", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Adelbert von Chamisso's Werke, Dritter Band: Gedichte, Leipzig: Weidmann'sche Buchhandlung, 1836. Pages 111 - 112.

1 Bonneval de la Trobe: "Katzennatur"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Lawrence Snyder , Melanie Trumbull

2. Die Kapelle [sung text not yet checked]

Droben stehet die Kapelle,
Schauet still ins Tal hinab,
Drunten [singt]1 bei Wies' und Quelle
Froh und hell der Hirtenknab'.

Traurig tönt das Glöcklein nieder,
Schauerlich der Leichenchor;
Stille sind die frohen Lieder,
Und der Knabe lauscht empor.

Droben bringt man sie zu Grabe,
Die sich freuten in dem Tal.
Hirtenknabe, Hirtenknabe!
Dir auch singt man dort einmal.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De kapel", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The Chapel", copyright ©
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La chapelle", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Blodek: "sitzt"

Researcher for this text: Jakob Kellner

3. Aus Egmont [sung text not yet checked]

Die Trommel gerühret,
Das Pfeifchen gespielt!
Mein Liebster gewaffnet
Dem Haufen befiehlt,
Die Lanze hoch führet, 
Die Leute regieret.
Wie klopft mir das Herz!
Wie wallt mir das Blut!
O hätt' ich ein Wämslein 
Und Hosen und Hut!

Ich folgt' ihm zum Tor 'naus
mit mutigem Schritt,
Ging' durch die Provinzen,
ging' überall mit.
Die Feinde schon weichen,
Wir schiessen da drein;
Welch' Glück sondergleichen,
Ein Mannsbild zu sein!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Bang the drum!", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "On bat le tambour!", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Die Vätergruft [sung text not yet checked]

Es [ging]1 wohl über die Heide
Zur alten Kapell' empor
Ein Greis in Waffengeschmeide
Und trat in den dunkeln Chor.

Die Särge seiner Ahnen
Standen der Hall' entlang,
Aus der Tiefe thät ihn mahnen
Ein wunderbarer Gesang.

»Wohl hab' ich euer Grüßen,
Ihr Heldengeister, gehört;
Eure Reihe soll ich schließen.
Heil mir! ich bin es wert!«

Es stand an kühler Stätte
Ein Sarg noch ungefüllt;
Den nahm er zum Ruhebette,
Zum Pfühle nahm er den Schild.

Die Hände thät er falten
Aufs Schwert und [schlummert']2 ein;
Die Geisterlaute verhallten,
Da mocht' es gar stille sein.

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  • ENG English [singable] (Arthur Westbrook) , "The ancestral tomb"
  • FRE French (Français) (Jacques L'oiseleur des Longchamps) , "Crypte des ancêtres", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Uhlands ausgewählte Gedichte, Fünfte Auflage, Stuttgart, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1891, pages 17-18

Note: modernized spelling would change "thät" to "tät"
1 Liszt: "schritt"
1 Cornelius, Liszt: "schlummerte"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. O, ihr Vöglein [sung text checked 1 time]

O ihr Vöglein, o ihr Vöglein, in dem Wald! 
Wie ihr klinget, wie ihr singet, wie ihr schallt! 
Könnt' ich singen so wie ihr, 
Welch ein Glück erblühte mir. 

Alles lauschet, wenn ihr rauschet durch das Laub. 
Wenn ich spiele was ich fühle, bleib sie taub. 
Säng' ich, Vöglein, so wie ihr, 
Liebschen lauschte wohl [nach]1 mir. 

Muß mich gräumen, muß mich schäumen meiner Kunst; 
Kann nicht erben, nicht erwerben ihre Gunst! 
Säng' ich, Vöglein, doch wie ihr, 
Liebchens Herz gehörte mir. 

Vöglein, lehrt mich, bitte, lehrt mich euren Sang; 
Daß sie lauschet, wenn dann rauschet, Sang und Klang! 
Vöglein, lehrt mich euren Sang, 
Schafft mein Glück, nehmt meinen Dank!

Authorship

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Confirmed with Liederbuch der Freunde des Gesanges in Reval: Zweyte sehr vermehrte Auflage, Reval: Lindfors Erben, 1834. Pages 165 - 166.

1 Bonneval de la Trobe: "auch"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

6. Abreise [sung text not yet checked]

So hab' ich nun die Stadt verlassen, 
Wo ich gelebet lange Zeit; 
Ich ziehe rüstig meiner Straßen, 
Es gibt mir niemand das Geleit.

Man hat mir nicht den Rock zerrissen, 
Es wär' auch schade für das Kleid! 
Noch in die Wange mich gebissen 
Vor übergroßem Herzeleid.

Auch keinem hat's den Schlaf vertrieben, 
Daß ich am Morgen weitergeh'; 
Sie konnten's halten nach Belieben,
Von einer aber tut mir's weh.

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  • ENG English (Michael Berridge) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Départ", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. In der Ferne [sung text not yet checked]

Will ruhen unter den Bäumen hier,
Die Vögelein hör' ich so gerne.
Wie singet ihr so zum Herzen mir!
Von unsrer Liebe was wisset ihr
In dieser weiten Ferne?

Will ruhen hier an des Baches Rand,
Wo duftige Blümlein sprießen.
Wer hat euch Blümlein, [hieher]1 gesandt?
Seid ihr ein herzliches Liebespfand
Aus der Ferne von meiner Süßen?

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Far away", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Au loin", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Lontano", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 some editions: "hierher" (used by Brahms)

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8. Morgenlied [sung text not yet checked]

Noch ahnt man kaum der Sonne Licht, 
Noch sind die Morgenglocken nicht 
Im finstern Tal erklungen.

Wie still des Waldes weiter Raum! 
Die Vöglein zwitschern nur im Traum, 
Kein Sang hat sich erschwungen.

Ich hab' mich längst ins Feld gemacht, 
Und habe schon dies Lied erdacht, 
Und hab' es laut gesungen

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  • DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John H. Campbell) , "Morning song / Sunlight", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chant du matin", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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9. Nachtreise [sung text not yet checked]

Ich reit' ins finstre Land hinein, 
Nicht Mond noch Sterne geben Schein, 
Die kalten Winde tosen. 
Oft hab' ich diesen Weg gemacht, 
Wann goldner Sonnenschein gelacht, 
Bei lauer Lüfte Kosen.

Ich reit' am finstern Garten hin, 
Die dürren Bäume sausen drin, 
Die welken Blätter fallen. 
Hier pflegt' ich in der Rosenzeit, 
Wann alles sich der Liebe weiht, 
Mit meinem Lieb zu wallen.

Erloschen ist der Sonne Strahl, 
Verwelkt die Rosen allzumal, 
Mein Lieb zu Grab' getragen. 
Ich reit' ins finstre Land hinein 
Im Wintersturm, ohn' allen Schein, 
Den Mantel umgeschlagen.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Voyage de nuit", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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10. Heimkehr [sung text not yet checked]

O brich nicht, Steg, du zitterst sehr!
O stürz' nicht, Fels, du dräuest schwer!
Welt, geh' nicht unter, Himmel, fall' nicht ein,
[Eh]1 ich mag bei der Liebsten sein!

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Naar huis terug", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The journey home", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Retour à la maison", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Brahms: "Bis"

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