Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn" (formerly "Humoresken")

Song Cycle by Gustav Mahler (1860 - 1911)

Word count: 2227

French (Français) translation: Le cor merveilleux de l'enfant

1. Der Schildwache Nachtlied [sung text checked 1 time]

"Ich kann und mag nicht fröhlich sein;
Wenn alle Leute schlafen, 
So muß ich wachen,
Muß traurig sein."

"Ach Knabe, du sollst nicht traurig sein,
Will deiner warten,
Im Rosengarten,
Im grünen Klee."

"Zum grünen Klee, da komm ich nicht,
zum Waffengarten
Voll Helleparten
Bin ich gestellt."

"Stehst du im Feld, so helf dir Gott,
An Gottes Segen 
Ist alles gelegen,
Wer's glauben tut."

"Wer's glauben tut, ist weit davon,
Er ist ein König,
Er ist ein Kaiser,
Er führt den Krieg."

Halt! Wer da? Rund! Bleib' mir vom Leib!
Wer sang es hier? Wer sang zur Stund'?
Verlorne Feldwacht 
Sang es um Mitternacht.
Mitternacht! Feldwacht!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La cançó nocturna del sentinella", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The sentinel's nightsong", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant de nuit de la sentinelle", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto notturno della sentinella", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , "Ночная песня часового ", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "La canción nocturna del centinela", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

2. Verlorne müh'! [sung text checked 1 time]

Sie
 Büble, wir wollen außre gehe!
 Wollen wir? Unsere Lämmer besehe?
 Komm', lieb's Büberle,
 komm', ich bitt'!

Er
 Närrisches Dinterle,
 ich geh dir holt nit!

Sie
 Willst vielleicht ä bissel nasche?
 Hol' dir was aus meiner Tasch'!
 Hol', lieb's Büberle,
 hol', ich bitt'!

Er
 Närrisches Dinterle,
 ich nasch' dir holt nit!

Sie
 Gelt, ich soll mein Herz dir schenke!?
 Immer willst an mich gedenke!?
 Nimm's! Lieb's Büberle!
 Nimm's, ich bitt'!

Er
 Närrisches Dinterle,
 ich mag es holt nit!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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3. Trost im Unglück [sung text checked 1 time]

Husar:
 Wohlan! Die Zeit ist kommen!
 Mein Pferd, das muß gesattelt sein!
 Ich hab' mir's vorgenommen,
 geritten muß es sein!

 Geh' du nur hin!
 Ich hab' mein Teil!
 Ich lieb' dich nur aus Narretei!
 Ohn' dich kann ich wohl leben, ja leben!
 Ohn' dich kann ich wohl sein!

 So setz' ich mich auf's Pferdchen,
 und trink' ein Gläschen kühlen Wein,
 und schwör's bei meinem Bärtchen:
 dir ewig treu zu sein!

Mädchen:
 Du glaubst, du bist der Schönste
 wohl auf der ganzen weiten Welt,
 und auch der Angenehmste!
 Ist aber weit, weit gefehlt!

 In meines Vaters Garten
 wächst eine Blume drin:
 so lang' will ich noch warten,
 bis die noch größer ist.

 Und geh' du nur hin!
 Ich hab' mein Teil!
 Ich lieb' dich nur aus Narretei!
 Ohn' dich kann ich wohl leben,
 ohn' dich kann ich wohl sein!

Beide:
 Du denkst, ich werd' dich nehmen!
 Das hab' ich lang' noch nicht im Sinn!
 Ich muß mich deiner schämen,
 wenn ich in Gesellschaft bin!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Conhort en la dissort", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Comfort in misfortune", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Consolation dans le malheur", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Conforto nell'infelicità", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Consuelo en la desgracia", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Wer hat dies Liedlein erdacht? [sung text checked 1 time]

Dort [oben]1 in dem hohen Haus,
Da guckt ein fein's lieb's Mädel heraus,
Es ist nicht dort daheime,
Es ist des Wirts sein Töchterlein,
Es wohnt auf grüner Heide.

[ ... ]

"Mein Herze ist wund,
komm Schätzel mach's gesund!
Dein schwarzbraune Äuglein, 
Die haben mich vertwundt!

Dein rosiger Mund
Macht Herzen gesund.
Macht Jugend verständig,
Macht Tote lebendig,
Macht Kranke gesund."

Wer hat denn das schöne Liedlein erdacht?
Es haben's drei Gäns übers Wasser gebracht,
Zwei graue und eine weiße;
Und wer das Liedlein nicht singen kann,
Dem wollen sie es pfeifen.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "A qui se l’ha acudit aquesta cançoneta?", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Who thought up this little song?", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Qui a inventé cette petite chanson ?", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , "Кто выдумал эту песенку?", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "A quién se le ocurrió esta cancioncilla?", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mahler: "oben am Berg"

Researcher for this text: Jakob Kellner

5. Das irdische Leben [sung text checked 1 time]

[ "Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir säen [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 gesäet war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar: ]2
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir [ernten]5 [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 [geerntet]6 war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir dreschen [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 gedroschen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  [ "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir mahlen [geschwind]1."]

Und als [das Korn]3 gemahlen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."]2
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir backen [geschwind]1."

Und als das Brot gebacken war,
[Lag das Kind auf der Totenbahr]7.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Mother, oh Mother! I'm hungry", copyright ©
  • ENG English [singable] (Addie Funk)
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La vie ici-bas", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Mamma, mammina! Ho tanta fame", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Madre, oh Madre! Tengo hambre", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 not set by Schreker
2 not set by Mahler
3 Schreker: "es nun"
4 Schreker: "Sprach"
5 Schreker: "schneiden"
6 Schreker: "geschnitten"
7 Söderman: "Da lag das Kind schon auf der Bahr'

Here is Mahler's sung text:

"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir ernten geschwind!"

Und als das Korn geerntet war,
Rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir dreschen geschwind."

Und als das Korn gedroschen war,
Rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
   "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir backen geschwind."

Und als das Brot gebacken war,
Lag das Kind auf der Totenbahr.


Researcher for this text: Jakob Kellner

6. Des Antonius von Padua Fischpredigt [sung text checked 1 time]

Antonius zur Predigt
Die Kirche findt ledig.
Er geht zu den Flüssen
und predigt den Fischen;

Sie schlagen mit den Schwänzen,
Im Sonnenschein glänzen.

Die Karpfen mit Rogen
Sind [allhier gezogen]1,
Haben d'Mäuler aufrissen,
Sich Zuhörens beflissen;

Kein Predigt niemalen
Den Karpfen so g'fallen.

Spitzgoschete Hechte,
Die immerzu fechten,
Sind eilend herschwommen,
Zu hören den Frommen;

[ Kein Predigt niemalen
Den Hechten so g'fallen.]2

Auch jene Phantasten,
Die immerzu fasten;
Die Stockfisch ich meine,
Zur Predigt erscheinen;

Kein Predigt niemalen
Den Stockfisch so g'fallen.

Gut Aale und Hausen,
Die Vornehme schmausen,
Die selbst sich bequemen,
Die Predigt vernehmen:

[Kein Predigt niemalen
den Aalen so g'fallen.]2

Auch Krebse, Schildkroten,
Sonst langsame Boten,
Steigen eilig vom Grund,
Zu hören diesen Mund:

Kein Predigt niemalen
den Krebsen so g'fallen.

Fisch große, Fisch kleine,
Vornehm und gemeine,
Erheben die Köpfe
Wie verständge Geschöpfe:

Auf Gottes Begehren
Die Predigt anhören.

Die Predigt geendet,
Ein jeder sich wendet,
Die Hechte bleiben Diebe,
Die Aale viel lieben.

Die Predigt hat g'fallen.
Sie bleiben wie alle.

Die Krebs gehn zurücke,
Die Stockfisch bleiben dicke,
Die Karpfen viel fressen,
die Predigt vergessen.

Die Predigt hat g'fallen.
Sie bleiben wie alle.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La prèdica de Sant Antoni de Pàdua als peixos", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "St. Anthony's Sermon to the Fishes", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le prêche de Saint Antoine de Padoue aux poissons", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Ehud Shapiro) , "דרשת הדגים של אנטוניוס מפדואה", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "La predica di Sant'Antonio ai pesci", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Napoleão Laureano de Andrade) , "O Sermão de Santo Antônio de Pádua aos Peixes", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "El sermón de San Antonio a los peces", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 another version: "all' hierher zogen"
2 not set by Mahler

Research team for this text: Jakob Kellner , Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Rheinlegendchen [sung text checked 1 time]

Bald gras1 ich am Neckar, bald gras ich am Rhein;
Bald hab' ich ein Schätzel, bald bin ich allein!
Was hilft mir das Grasen, wenn d' Sichel nicht schneid't!
Was hilft mir ein Schätzel, wenn's bei mir nicht bleibt.

So soll ich denn grasen am Neckar, am Rhein,
So werf ich mein goldenes Ringlein hinein.
Es fließet im Neckar und fließet im Rhein,
Soll schwimmen hinunter ins Meer tief hinein.

Und schwimmt es, das Ringlein, so frißt es ein Fisch!
Das Fischlein tät kommen auf's König sein Tisch!
Der König tät fragen, wem's Ringlein sollt sein?
Da tät mein Schatz sagen: das Ringlein g'hört mein.

Mein Schätzlein tät springen bergauf und bergein,
Tät mir wiedrum bringen das Goldringlein mein!
Kannst grasen am Neckar, kannst grasen am Rhein,
Wirf du mir nur immer dein Ringlein hinein!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Petite légende du Rhin", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Piccola leggenda del Reno", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Piccola leggenda del Reno", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "La leyenda del Rin", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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1 note: 'grasen' used to be a metaphor or euphemism for 'to have an amorous adventure'.

Research team for this text: Jakob Kellner , Sharon Krebs [Guest Editor]

8. Lied des Verfolgten im Turm [sung text checked 1 time]

Der Gefangene:
 Die Gedanken sind frei,
 Wer kann sie erraten?
 Sie rauschen vorbei
 Wie nächtliche Schatten.
 Kein Mensch kann sie wissen,
 Kein Jäger sie schießen;
 Es bleibet dabei,
 Die Gedanken sind frei.

Das Mädchen:
 Im Sommer ist gut lustig sein 
 Auf hohen wilden Heiden,
 Dort findet man grün Plätzelein,
 Mein herzverliebtes Schätzelein,
 Von dir mag ich nit scheiden. 

Der Gefangene:
 Und sperrt man mich ein
 Im finstern Kerker,
 Dies alles sind nur
 Vergebliche Werke;
 Denn meine Gedanken
 Zerreißen die Schranken
 Und Mauern entzwei,
 Die Gedanken sind frei.

Das Mädchen:
 Im Sommer ist gut lustig sein
 Auf hohen wilden Bergen;
 Man ist da ewig ganz allein,
 Man hört da gar kein Kindergeschrei,
 Die Luft mag einem da werden.

Der Gefangene:
 So sei es, wie es will,
 Und wenn es sich schicket,
 [Nur alles in der Still]1;
 Und was mich erquicket,
 Mein Wunsch und Begehren
 Niemand kann's [mir]2 wehren;
 Es bleibet dabei,
 Die Gedanken sind frei.

Das Mädchen:
 Mein Schatz, du singst so fröhlich hier
 Wie's Vögelein in dem Grase;
 Ich steh so traurig bei Kerkertür,
 Wär ich doch tot, wär ich bei dir,
 Ach, muß ich denn immer klagen?

Der Gefangene:
 Und weil du so klagst,
 Der Lieb ich entsage,
 Und ist es gewagt,
 So kann mich nicht plagen!
 So kann ich im Herzen
 Stets lachen, bald scherzen;
 Es bleibet dabei, 
 Die Gedanken sind frei.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó del perseguit a la torre", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Song of the persecuted man in the tower", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du prisonnier dans la tour", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto del prigioniero nella torre", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Canción del perseguido en la torre", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mahler: "nur all's in der Still'"
2 not set by Mahler.

Researcher for this text: Jakob Kellner

9. Wo die schönen Trompeten blasen [sung text checked 1 time]

Wer ist denn draußen und wer klopfet an,
Der mich so leise, so leise wecken kann?
Das ist der Herzallerliebste dein,
Steh auf und laß mich zu dir ein!

Was soll ich hier nun länger stehn?
Ich seh die Morgenröt aufgehn,
Die Morgenröt, zwei helle Stern,
Bei meinem Schatz, da wär ich gern,
bei meiner Herzallerliebsten.

Das Mädchen stand auf und ließ ihn ein;
Sie heißt ihn auch wilkommen sein.
Willkommen, lieber Knabe mein,
So lang hast du gestanden!

Sie reicht ihm auch die schneeweiße Hand.
Von ferne sang die Nachtigall
Das Mädchen fing zu weinen an.

Ach weine nicht, du Liebste mein,
Aufs Jahr sollst du mein eigen sein.
Mein Eigen sollst du werden gewiß,
Wie's keine sonst auf Erden ist.
O Lieb auf grüner Erden.

Ich zieh in Krieg auf grüner Heid,
Die grüne Heide, die ist so weit.
Allwo dort die schönen Trompeten blasen,
Da ist mein Haus, von grünem Rasen.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "On sonen les formoses trompetes", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Where the beautiful trumpets blow", copyright ©
  • FRE French (Français) (Benoît Rivillon) , "Où les fières trompettes sonnent", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Dove squillano le belle trombe", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Donde suenan las hermosas trompetas", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

10. Lob des hohen Verstands [sung text checked 1 time]

Einstmals in einem tiefen Tal
Kukuk und Nachtigall
Täten ein Wett' anschlagen:
Zu singen um das Meisterstück,
Gewinn' es Kunst, gewinn' es Glück:
Dank soll er davon tragen.

Der Kukuk sprach: "So dir's gefällt,
Hab' ich den Richter wählt",
Und tät gleich den Esel ernennen.
"Denn weil er hat zwei Ohren groß,
So kann er hören desto bos
Und, was recht ist, kennen!"

Sie flogen vor den Richter bald.
Wie dem die Sache ward erzählt,
Schuf er, sie sollten singen.
Die Nachtigall sang lieblich aus!
Der Esel sprach: "Du machst mir's kraus!
Du machst mir's kraus! I-ja! I-ja!
Ich kann's in Kopf nicht bringen!"

Der Kukuk drauf fing an geschwind
Sein Sang durch Terz und Quart und Quint.
Dem Esel g'fiels, er sprach nur
"Wart! Wart! Wart! Dein Urteil will ich sprechen,
Wohl sungen hast du, Nachtigall!
Aber Kukuk, singst gut Choral!

Und hältst den Takt fein innen!
Das sprech' ich nach mein' hoh'n Verstand!
Und kost' es gleich ein ganzes Land,
So laß ich's dich gewinnen!"

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Elogi del coneixement superior", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "In praise of higher understanding", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Éloge de la haute sagesse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Lode all'alta competenza", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Alabanza a la mente superior", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Revelge [sung text checked 1 time]

Des Morgens zwischen drein und vieren,
Da müssen wir Soldaten marschieren
Das Gäßlein auf und ab;
Tralali, Tralalei, Tralala,
Mein Schätzel sieht herab.

"Ach Bruder jetzt bin ich geschossen,
Die Kugel hat mich schwer getroffen,
Trag mich in mein Quartier,
Tralali, Tralalei, Tralala,
Es ist nicht weit von hier."

"Ach Bruder, ich kann dich nicht tragen,
Die Feinde haben uns geschlagen,
Helf dir der liebe Gott;
Tralali, Tralalei, Tralala,
Ich muß marschieren bis in Tod."

"Ach, Brüder! ihr geht ja an mir vorüber,
Als wär's mit mir vorbei,
[Ihr Lumpenfeind seid da;]1
Tralali, Tralalei, Tralala,
Ihr tretet mir zu nah.

Ich muß wohl meine Trommel rühren,
Sonst werde ich mich [ganz]1 verlieren;
Die Brüder dick gesät,
[Tralali, Tralalei, Tralala,]1
Sie liegen wie gemäht."

Er schlägt die Trommel auf und nieder, rührt
Er wecket seine stillen Brüder,
Sie schlagen ihren Feind,
Tralali, Tralalei, Tralala,
Ein Schrecken schlägt den Feind.

Er schlägt die Trommel auf und nieder,
Da sind sie vor dem Nachtquartier schon wieder,
Ins Gäßlein hell hinaus,
Tralali, Tralalei, Tralala,
Sie ziehn vor Schätzleins Haus.

Des Morgen stehen da die Gebeine
In Reih und Glied sie stehn wie Leichensteine,
Die Trommel steht voran,
Tralali, Tralalei, Tralala,
Daß sie ihn sehen kann.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Toc de diana", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Jakob Kellner) , "Reveille", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Réveil", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Ehud Shapiro) , "תרועת השכמה", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Sveglia", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Toque de Diana", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Mahler

Researcher for this text: Jakob Kellner

12. Der Tambourgesell [sung text checked 1 time]

Ich armer Tambourgesell,
Man führt mich aus dem Gwölb,
Wär ich ein Tambour blieben,
Dürft ich nicht gefangen liegen.

O Galgen, du hohes Haus,
Du siehst so furchtbar aus,
Ich schau dich nicht mehr an,
Weil i weiß, daß i gehör dran.

Wenn Soldaten vorbeimarschieren,
Bei mir nicht einquartieren.
Wenn sie fragen, wer i g'wesen bin:
Tambour von der Leibkompanie.

Gute Nacht, ihr Marmelstein,
Ihr Berg und Hügelein.
Gute Nacht, ihr Offizier,
Korporal und Musketier.

Gute Nacht! Ihr Offizier',
Korporal und Grenadier!
Ich schrei mit lauter Stimm,
Von euch ich Urlaub nimm.
Gute Nacht! Gute Nacht.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El timbaler", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The Drummer Boy", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le tambour", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il tamburino", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Paulo Albuquerque de Noronha) , "O tamboreiro", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "El niño tamborilero", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

13. Es sungen drei Engel [sung text checked 1 time]

Es sungen drei Engel einen süßen Gesang,
Mit Freuden es selig in den Himmel klang.
Sie jauchzten fröhlich auch dabei:
Daß Petrus sei von Sünden frei!

Und als der Herr Jesus zu Tische saß,
Mit seinen zwölf Jüngern das Abendmahl aß,
Da sprach der Herr Jesus: Was stehst du denn hier?
Wenn ich dich anseh', so weinest du mir.

Und sollt' ich nicht weinen, du gütiger Gott,
Ich hab' übertreten die zehn Gebot!
Ich gehe und weine ja bitterlich!
Ach komm' und erbarme dich! 
Ach komm' und erbarme dich über mich!

Hast du denn übertreten die zehen Gebot,
So fall' auf die Knie und bete zu Gott!
Bete zu Gott nur alle Zeit,
So wirst du erlangen die himmlische Freud'!

Die himmlische Freud' ist eine selige Stadt,
Die himmlische Freud', die kein End' mehr hat,
Die himmlische Freude war Petro bereit't
Durch Jesum und Allen zur Seligkeit.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Tres àngels cantaren", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Three angels were singing", copyright ©

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14. Urlicht [sung text checked 1 time]

O Röschen rot,
Der Mensch liegt in größter Not,
Der Mensch liegt in größter Pein,
Je lieber möcht' ich im Himmel sein.
Da kam ich auf einem breiten Weg,
Da kam ein Engelein und wollt' mich abweisen.
Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen!
Ich bin von Gott und will wieder zu Gott,
Der liebe Gott wird mir ein Lichtchen geben,
Wird leuchten mir bis [in]1 das ewig selig' Leben!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Llum primigènia", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Ahmed E. Ismail) , "Primal light", copyright © 2004 by Ahmed E. Ismail, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Lumière primaire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , "Úrléas", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Luce originaria", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Arnaldo Rossi) , "Luz primigenia (de El cuerno maravilloso del joven)"
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Luz primigenia", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Researcher for this text: John Versmoren

15. Das himmlische Leben [sung text checked 1 time]

Wir genießen die himmlischen Freuden,
Drum tun wir das Irdische meiden,
Kein weltlich Getümmel
Hört man nicht im Himmel!
Lebt alles in sanftester Ruh'!
Wir führen ein englisches Leben!
Sind dennoch ganz lustig daneben!
Wir tanzen und springen,
Wir hüpfen und singen!
Sankt Peter im Himmel sieht zu!

Johannes das Lämmlein auslasset,
Der Metzger Herodes drauf passet!
Wir führen ein geduldig's,
Unschuldig's, geduldig's,
Ein liebliches Lämmlein zu Tod!
Sankt Lucas den Ochsen tät schlachten
Ohn' einig's Bedenken und Achten,
Der Wein kost' kein Heller
Im himmlischen Keller,
Die Englein, die backen das Brot.

Gut' Kräuter von allerhand Arten,
Die wachsen im himmlischen Garten!
Gut' Spargel, Fisolen
Und was wir nur wollen!
Ganze Schüsseln voll sind uns bereit!
Gut Äpfel, gut' Birn' und gut' Trauben!
Die Gärtner, die alles erlauben!
Willst Rehbock, willst Hasen,
Auf offener Straßen
Sie laufen herbei!

Sollt' ein Fasttag etwa kommen,
Alle Fische gleich mit Freuden angeschwommen!
Dort läuft schon Sankt Peter
Mit Netz und mit Köder
Zum himmlischen Weiher hinein.
Sankt Martha die Köchin muß sein.

Kein' Musik ist ja nicht auf Erden,
Die uns'rer verglichen kann werden.
Elftausend Jungfrauen
Zu tanzen sich trauen!
Sankt Ursula selbst dazu lacht!
Cäcilia mit ihren Verwandten
Sind treffliche Hofmusikanten!
Die englischen Stimmen
Ermuntern die Sinnen,
Daß alles für Freuden erwacht.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La vida celestial", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The heavenly life", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La vita celeste", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Napoleão Laureano de Andrade) , "A vida celestial", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]