Buch der Lieder. Zwölf Gedichte von Heine

Song Cycle by Friedrich August Naubert (1839 - 1897)

Word count: 719

1. Wasserfahrt [sung text not yet checked]

Ich stand gelehnet an den Mast,
Und zählte jede Welle.
[Ade!]1 mein schönes Vaterland!
Mein Schiff, das segelt schnelle!

Ich kam schön Liebchens Haus vorbei,
Die Fensterscheiben blinken;
Ich [guck']2 mir fast die Augen aus,
Doch will mir niemand winken.

Ihr Tränen, bleibt mir aus dem Aug',
Daß ich nicht dunkel sehe.
[Mein krankes]3 Herze brich mir nicht
Vor allzugroßem Wehe.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Op de boot", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I stood leaning against the mast", copyright ©
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "The voyage"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Voyage en bateau", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Lachner: "Leb wohl"
2 Lachner: "schau"
3 Pfitzner: "Du armes"

Researcher for this text: Jakob Kellner

2. Abschied [sung text not yet checked]

Das gelbe Laub erzittert, 
Es fallen die Blätter herab; 
Ach, alles, was hold und lieblich, 
Verwelkt und sinkt ins Grab. 

Die [Wipfel]1 des Waldes umflimmert 
Ein schmerzlicher Sonnenschein; 
Das mögen die letzten Küsse 
Des scheidenden Sommers sein. 

Mir ist, als müsst ich weinen 
Aus tiefstem Herzensgrund; 
[Dies Bild erinnert]2 mich wieder
An unsre Abschiedsstund'. 

Ich musste [von dir scheiden]3, 
Und wusste, du stürbest bald; 
Ich war der scheidende Sommer, 
Du warst der [kranke]4 Wald.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John H. Campbell) , "The yellow foliage trembles", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Parting"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Franz (?): "Gipfel"
2 Reinecke: "Es mahnet dies Bild"
3 Grieg, Reinecke: "dich verlassen" (abandon you)
4 Grieg, Reinecke: "sterbende" (dying)

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Es ragt ins Meer der Runenstein [sung text not yet checked]

Es ragt ins Meer der Runenstein,
da sitz' ich mit meinen Träumen.
Es pfeift der Wind, die Möwen schrein,
die Wellen, die wandern und schäumen.

Ich habe geliebt manch schönes Kind
und manchen guten Gesellen -
Wo sind [sie]1 hin? Es pfeift der Wind,
es schäumen und wandern die Wellen.

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1 Bretan: "die"

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4. Childe Harold [sung text not yet checked]

Eine starke, schwarze Barke
segelt trauervoll dahin.
Die vermummten und verstummten
Leichenhüter sitzen drin.

Toter Dichter, stille liegt er,
mit entblößtem Angesicht;
seine blauen Augen schauen
immer noch zum Himmelslicht.

Aus der Tiefe klingts, als riefe
eine kranke Nixenbraut,
und die Wellen, sie zerschellen
an dem Kahn, wie Klagelaut.

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5. Mit schwarzen Segeln segelt mein Schiff [sung text not yet checked]

Mit schwarzen Segeln segelt mein Schiff
wohl über das wilde Meer;
du weißt, wie sehr ich traurig bin,
und kränkst mich [noch]1 so schwer.

Dein Herz ist treulos wie der Wind
und flattert hin und her;
mit schwarzen Segeln segelt mein Schiff
wohl über das wilde Meer.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "With black sails my ship plows", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Con nere vele veleggia la mia nave", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Griffes: "doch"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Sie liebten sich beide, doch keiner [sung text not yet checked]

  Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt' es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.

  Sie trennten sich endlich und [sahn]1 sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren [längst]2 gestorben
Und wußten es selber kaum.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Verliefd waren beiden", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "They once loved each other", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ils s'aimaient tous les deux", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Tous deux s'aimaient, pourtant aucun", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Si amavano entrambi", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 131.

1 Backer-Grøndahl, White: "sahen"
2 Backer-Grøndahl: "schon längst"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Das Meer [sung text not yet checked]

Das Meer erstrahlt im Sonnenschein,
Als ob es golden wär.
Ihr Brüder, wenn ich sterbe,
Versenkt mich in das Meer!

Hab immer das Meer so lieb gehabt,
Es hat mit sanfter Flut
So oft mein Herz gekühlet;
Wir waren einander gut.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Die Rheinfahrt [sung text not yet checked]

Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes bleiches Antlitz
Spielt' das rote Sonnengold.

Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.

Märchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au; -
Und das alles sah ich glänzen
In dem Aug der schönen Frau.

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  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Comme l'éclat de la lune qui se glisse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Giovanni Neri) , "Come la luna sbuca con il suo splendore", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Es treibt dich fort von Ort zu Ort [sung text not yet checked]

Es treibt [dich]1 fort von Ort zu Ort,
Du weißt nicht mal warum;
Im Winde klingt ein sanftes Wort,
Schaust dich verwundert um.

Die Liebe, die dahinten blieb,
Sie ruft dich sanft zurück:
O komm zurück, ich hab dich lieb,
Du bist mein einz'ges Glück!

Doch weiter, weiter, sonder Rast,
Du darfst nicht stillestehn;
Was du so sehr geliebet hast,
Sollst du nicht wiedersehn.

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1 Marschner, Mayer: "mich"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. Ja, du bist elend und ich grolle nicht [sung text not yet checked]

Ja, du bist elend, und ich grolle nicht;
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!
Bis uns der Tod das kranke Herze bricht,
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!

Wohl seh ich Spott, der deinen Mund umschwebt,
Und seh dein Auge blitzen trotziglich,
Und seh den Stolz, der deinen Busen hebt,
Und elend bist du doch, elend wie ich.

Unsichtbar zuckt auch Schmerz um deinen Mund,
Verborgne Träne trübt des Auges Schein,
Der stolze Busen hegt geheime Wund,
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!

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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 126.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Pierre Mathé [Guest Editor]

11. An die blaue Himmelsdecke [sung text not yet checked]

An die blaue Himmelsdecke,
Wo die schönen Sterne blinken,
Möcht' ich pressen meine Lippen,
Pressen wild und stürmisch weinen.

Jene Sterne sind die Augen
Meiner Liebsten, tausendfältig
Schimmern sie und grüßen freundlich
Aus der blauen Himmelsdecke.

Nach der blauen Himmelsdecke,
Nach den Augen der Geliebten,
Heb' ich andachtsvoll die Arme,
Und ich bitte und ich flehe:

Holde Augen, Gnadenlichter,
O beseligt meine Seele,
Laßt mich sterben und erwerben
Euch und euren ganzen Himmel!

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12. Aus den Himmelsaugen droben [sung text not yet checked]

Aus den Himmelsaugen droben
Fallen zitternd goldne Funken
Durch die Nacht, und meine Seele
Dehnt sich liebeweit und weiter.

O ihr Himmelsaugen droben!
Weint euch aus in meine Seele,
Daß von lichten Sternentränen
Überfließet meine Seele.

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