Jugendlieder

by Richard Georg Strauss (1864 - 1949)

Word count: 960

?. Laß ruh'n die Toten [sung text checked 2 times]

Es [ragt]1 ein altes Gemäuer
Hervor aus Waldesnacht,
Wohl standen Klöster und Burgen
Einst dort in herrlicher Pracht.
 
Es liegen im kühlen Grunde
Behauene Steine gereiht;
Dort schlummern die [Frommen]2, die Starken,
Die Mächt'gen der alten Zeit.
 
Was kommst du [bei]3 nächtlicher Weile
Durchwühlen das alte Gestein?
Und [förderst herauf]4 aus den Gräbern --
Nur Staub und Totengebein.
 
Unmächtger Sohn der Stunde,
Das ist der Zeiten Lauf,
Laß ruhn, laß ruhn die Toten,
Du weckst sie mit Klagen nicht auf.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Deixeu reposar els morts", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Let the dead rest", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Laisse reposer les morts", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Strauss: "steht"
2 Strauss: "Frauen"
3 omitted by Strauss
4 Strauss: "fordest hervor"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Alphorn [sung text checked 1 time]

Ein Alphorn hör' ich schallen,
Das mich von hinnen ruft;
Tönt es aus wald'gen Hallen,
Tönt es aus blauer Luft?
Tönt es von Bergeshöhe,
[Aus]1 blumenreichem Tal?
Wo ich nur geh' und stehe,
Hör' ich's in süßer Qual.
 
Bei Spiel und frohem Reigen,
Einsam mit mir allein,
Tönt's, ohne je zu schweigen,
Tönt tief in's Herz hinein.
Noch nie hab' ich gefunden
Den Ort, woher es schallt,
Und nimmer wird gesunden
Dies Herz, bis es verhallt.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "Alphorn", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le cor des Alpes", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il corno delle Alpi", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 In some editions of Strauss : "von"

Research team for this text: Michael Lee , Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Wiegenlied [sung text checked 1 time]

Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und [Blumen]1 ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still wie die Engelein
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben. Erste vollständige Ausgabe besorgt durch Dr. Lionel von Donop, Zweite Auflage, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1878, page 183.

Note: in many older editions, the spelling of the word "Ähren" becomes "Aehren", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Ähren".

1 Kiel: "Büsche"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Im Walde [sung text not yet checked]

Im Wald, im hellen Sonnenschein,
Wenn alle Knospen springen,
[Dann]1 mag ich gerne mittendrein
Eins singen.

Wie mir zu Mut in Leid und Lust,
Im Wachen und im Träumen,
Das stimm ich an aus voller Brust
Den Bäumen.

Und sie verstehen mich gar fein,
Die Blätter alle lauschen
Und fall'n am rechten Orte ein,
Mit Rauschen.

Und weiter [wandelt]2 Schall und Hall,
In Wipfeln, Fels und Büschen.
Hell schmettert auch Frau Nachtigall
Dazwischen.

Da fühlt die Brust am eignen Klang,
Sie darf sich was erkühnen,
O frische [Luft!]3 Gesang! Gesang
Im Grünen.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Joel Ayau) , "In the forest, in bright sunshine", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Henri Dupraz) , "Dans la forêt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Kjerulf: "Da"
2 Raff: "wandert"
3 Kjerulf, Raff (and probably everybody else): "Lust" (may be "Lust" in the original, but many reliable sources for the original poem give "Luft")

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Ein Röslein zog ich mir im Garten [sung text checked 1 time]

Ein Röslein zog ich mir im Garten,
Ich hatte [meine Freude dran]1.
Ja, sprach es immer, ich bin dein,
Ich blühe nur für dich allein.

Ein Röslein zog ich mir im Garten,
[Ihm gab ich hin]2 mein ganzes Herz.
Wie konnt' ich doch so glücklich sein!
Es blühte nur für mich allein.

Ein Röslein zog ich mir im Garten,
Ein Andrer hat es abgepflückt.
Was mich erfreuet hat so sehr,
Ich find' es nun und nimmermehr.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Vaig cultivar una petita rosa al jardí", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I was drawn toward a rose in the garden", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "J'ai attiré une petite rose dans mon jardin", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Strauss: "meine Freud daran"
2 Strauss: "Ich gab ihm hin"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

?. Die Drossel [sung text checked 1 time]

"Ich will ja nicht [zum]1 Garten gehn,
Will liegen sommerlang,
[Hört' ich die lust'ge]2 Drossel nur,
Die in dem Busche sang."
 
Man fängt dem Kind die Drossel ein,
Im Käfig sitzt sie dort,
Doch singen will sie nicht und hängt
Ihr Köpfchen immerfort.
 
Noch einmal blickt das Kind nach ihr
Mit bittendem Gesicht,
Da schlägt die Drossel schön und hell,
Da glänzt sein Aug' und bricht.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El tord", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "The thrush", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La grive", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], page 142

1 Strauss: "in"
2 Strauss: "Hör' ich die liebe"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Waldesgesang [sung text checked 1 time]

Die Liebe saß als Nachtigall
Im Rosenbusch und sang,
Es flog der wundersüße Schall
Den grünen Wald entlang.

Und wie er klang, da stieg im Kreis
Aus tausend Kelchen Duft,
Und alle Wipfel rauschten leis',
Und [leise]1 ging die Luft;

Die Bäche schwiegen, die noch kaum
Geplätschert von den Höh'n,
Die Rehlein standen wie im Traum
Und lauschten dem Getön.

Und hell und immer heller floß
Der Sonne Glanz herein,
Um Blumen, Wald und Schlucht ergoß
Sich [goldig rother]2 Schein.

Ich aber zog den Weg entlang
Und hörte auch den Schall --
Ach, was seit jener Stund' ich sang,
War nur sein Wiederhall.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , no title, copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Rakkauden taikaa", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Magie de l'amour", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Emanuel Geibel, Gedichte, Vierte Auflage, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1845, page 72.

1 C. Schumann: "leiser"
2 Backer-Grøndahl: "goldigrother"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

?. Weihnachtslied [sung text checked 1 time]

Schlaf wohl, du Himmelsknabe du,
  Schlaf wohl, du süßes Kind! 
Dich fächeln Engelein in Ruh
  Mit sanftem Himmelswind. 
Wir arme Hirten singen dir 
Ein [herzigs]1 Wiegenliedlein für.
    Schlafe! 
  [Himmelssöhnchen]2, schlafe! 

[ ... ]

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Sleep well, you child of heaven", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
Note: this poem is found in Schubart's writings but marked as a "Geistliches Volkslied aus Schlesien", which may mean it is a folk text.
1 Loewe: "herzlich" ; K. W.: "herzig"
2 Loewe: "Himmelskindlein"
3 Loewe, K.W.: "Mutterlieb' "
4 K.W.: "weckt"
5 K.W.: "Und"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

. Abend- und Morgenrot [sung text checked 1 time]

Die Mücke sitzt am Fenster
Im goldnen Abendschein,
Sie putzt sich ihre Flügel
Und nickt dann ruhig ein.

Und in der stillen Kammer
Da schlummert eine Maid,
Die hat der Tod geknicket
In ihrer Blütezeit;

Und als die Morgensonne
Die Fenster hell beglänzt,
Da wird die blasse Tote
Geschmücket und bekränzt;

Und als man trägt die Leiche
Hinaus zum Kämmerlein,
Da spielt die Mücke fröhlich
Im goldnen Sonnenschein.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Set by by Richard Georg Strauss (1864 - 1949), WoO. 42 (1878) [ voice, piano ]
Note: "Morgenroth" would be modernized to "Morgenrot"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

. Der müde Wanderer [sung text checked 1 time]

Schon sank die Sonne nieder,
Es ist geworden spät:
Ein Wandrer wie ein Schatten
Zieht hin [am]1 Felsenpfad.

Er denkt an seine Heimat,
[An seine]2 Jugendzeit,
Die Jugend ist verschwunden,
Die Heimat ist so weit.

Da hört er fernher Glocken,
Als riefen sie ihm zu:
O bringt dem müden Wandrer,
O bringet [mir auch]3 Ruh.

Da schwindelt's ihm, er stürzet
Vom Pfade gäh hinab,
Tief unten in den Schluchten,
Da findet er sein Grab.

Die Abendglocken schweigen,
Nur leise rauscht der Bach,
Hinab die dunklen [Schluchten]4,
Hinab mit Weh und Ach.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Set by by Richard Georg Strauss (1864 - 1949), WoO 13 (c1873)
View original text (without footnotes)
1 Strauss: "den"
2 Strauss: "Und an die"
3 Strauss: "auch mir"
4 Strauss: "Fluten"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

. Einkehr [sung text checked 1 time]

Bei einem Wirte, wundermild,
Da war ich [jüngst zu Gaste]1,
Ein gold'ner Apfel war sein Schild
An einem [langen]2 Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
Bei dem ich eingekehret,
Mit [süsser]3 Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste;
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett zu süsser Ruh
Auf weichen grünen Matten;
Der Wirt, er deckte selbst mir zu
Mit seinem [kühlen]2 Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
Da schüttelt' er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
Von der Wurzel bis zum Gipfel.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Set by by Richard Georg Strauss (1864 - 1949), WoO 3 (1871)
View original text (without footnotes)
1 Burgmüller: "einst zu Gast"
2 R. Strauss, 1871: "grünen" [corrected by his father on the manuscript]
3 R. Strauss, 1871: "frischer" [corrected by his father on the manuscript]

Researcher for this text: Peter Donderwinkel