Lieder und Gesänge für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Siegmund von Hausegger (1872 - 1948)

Word count: 2292

1. Lenz Wanderer, Mörder, Triumphator [sung text not yet checked]

Ich lag an einem Raine
Mit meinem dürren Stab.
Was lauf ich? Meine Beine
Erlaufen nur das Grab...

Ein Wandrer zog derenden,
War noch ein Knabe fast,
Der hielt als Stab in Händen
Den blütenreichsten Ast.

»Grüß Gott dich, schöner Wandrer!
Bist du es, Knabe Lenz?«
Er rief: »Ich bin kein andrer
Und komme von Florenz!«

Das mußte mich erwecken.
»Kind Lenz, ich wandre mit!«
Wir hoben unsre Stecken
In einem Schritt und Tritt.

Die beiden Stäbe hoben
Kind Lenz und ich zugleich;
Auch meiner ward von oben
Bis unten blütenreich.

Authorship

Confirmed with Conrad Ferdinand Meyer, Sämtliche Werke in zwei Bänden, Band 2, München, 1968, pages 29-30.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Herbst [sung text checked 1 time]

Astern blühen schon im Garten,
Schwächer trifft der Sonnenpfeil;
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Haide,
Blätter zittern durch die Luft,
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt in blauem Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "Autumn", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Automne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

3. Sehnsucht [sung text not yet checked]

Wie eine leise Glocke klingt
Die Sehnsucht in mir an;
Weiß nicht, woher, wohin sie singt,
Weil ich nicht lauschen kann.
 
Es treibt das Leben mich wild um,
Dröhnt um mich mit Gebraus,
Und mählich wird die Glocke stumm,
Und leise klingt sie aus.
 
Sie ist nur für den Feiertag
Gemacht und viel zu fein,
Als daß ihr bebebanger Schlag
Dräng in die Lärmluft ein.
 
Sie ist ein Ton von dorten her,
Wo alles Feier ist;
Ich wollte, daß ich dorten wär,
Wo man den Lärm vergißt.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Longing", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nostalgie", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Harry Joelson

4. Ekstase [sung text checked 1 time]

Gott, in deine Himmel sind mir aufgetan,
und deine Wunder liegen vor mir da
Wie Maienwiesen, drauf die Sonne scheint.

Du bist die Sonne, Gott, ich bin bei dir,
Ich seh mich selber in den Himmel gehn.
Es braust das Licht in mir wie ein Choral.

Da breit' ich Wandrer meine Arme aus
und in das Licht verweh ich wie die Nacht,
die in die Morgenrötenblust vergeht.

Authorship

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  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Ecstasy", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Extase", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Das Lied von Ferne [sung text not yet checked]

Ich seh die Welt
Als wie ein Feld,
Das hoch im Halme steht.
Die Sichel singt,
Von Ferne klingt
Ein Lied wie hergeweht.

Nun wird es leer,
Und rundumher
Garbe an Garbe steht.
Und immer doch,
Und immer noch
Ein Lied wie hergeweht.

Nun Herbst und kalt,
Und Winter bald,
Und alles überschneet,
Und doch, und doch,
Und immer noch
Ein Lied wie hergeweht.

O reiches Feld,
O reiche Welt,
Durch die mein Leben geht,
Als wie ein Hauch.
Mein Leben auch
Ein Lied wie hergeweht.

Authorship

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6. Mittag im Felde [sung text not yet checked]

Gebüsch und Tann' umziehen 
  Den Ackergrund voll Ruh',
Das Korn ist hoch gediehen
  Und reift der Erndte zu.

Es hält die Mittagsstunde
  In ihrem Bann die Welt,
Nichts regt sich in der Runde,
  Nur manchmal rauscht das Feld. 

Authorship

Confirmed with Gedichte von Martin Greif, Dritte durchgesehene und stark vermehrte Auflage, Stuttgart, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1883, p. 92.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Abendwolke [sung text not yet checked]

So stille ruht im Hafen
Das tiefe Wasser dort,
Die Ruder sind entschlafen,
Die Schifflein sind im Port.

Nur oben in dem Äther
Der lauen Maiennacht,
Dort segelt noch ein später
Friedfertger Ferge sacht.

Die Barke still und dunkel
Fährt hin in Dämmerschein
Und leisem Sterngefunkel
Am Himmel und hinein.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuage du soir", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Caroline Diehl

8. Mondnacht [sung text checked 1 time]

Leise Klänge, süsse Lieder
tönen nun in sanften Wogen,
Harfensaiten sind gezogen,
Mondesstrahlen auf und nieder.

Liebes ahnen, Liebessänge,
meine Seele spielt die Weise,
durch die Saiten zittern leise
über Flur und Wald die Klänge.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

9. Komm her und lass dich küssen [sung text not yet checked]

Die Luft ist wie voll Geigen,
Von allen Blütenzweigen
Das weiße Wunder schneit;
Der Frühling tobt im Blute,
Zu allem Uebermute
Ist jetzt die allerbeste Zeit.

Komm her und laß dich küssen!
Du wirst es dulden müssen,
Daß dich mein Arm umschlingt.
Es geht durch alles Leben
Ein Pochen und ein Beben:
Das rote Blut, es singt, es singt.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

10. ? [sung text not yet checked]

Was eigentlich die Kleine will,
Das mag der Teufel wissen!
Bald guckt sie mich gar glühend an,
Als wär' sie hingerissen.
Wovon? Wozu? Ich ahn' es nicht;
Der Teufel mag es wissen.
Dann aber wieder macht sie mir
Ein Lärvchen, furchtbar sauer,
Daß mir's durchs ganze Rückenmark
Hinfährt wie kalter Schauer.
Weshalb? Warum? Ich weiß es nicht,
Bin immer gleich beflissen.
Was eigentlich die Kleine will:
Der Teufel mag es wissen.

Authorship

Confirmed with Otto Julius Bierbaum, Erlebte Gedichte, Berlin, Verlag von Wilhelm Issleib (Gustav Schuhr), 1892, p. 55.

Note: the title is truly a question mark ("?").

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Bleib', mein Trauter, kannst du gehen? [sung text not yet checked]

Bleib’, mein Trauter, kannst Du gehen?
Grausam mich verschmachten sehen,
Meinen Kummer nicht verstehen?
     O, mein Trauter, kannst Du geh’n?
     O, mein Trauter, kannst Du geh’n!

Bei der Liebe, einst empfunden!
Bei dem Band, einst fest gebunden!
Und bei meines Herzens Wunden!
     O, verlaß mich nur nicht so!
     O, verlaß mich nur nicht so!

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

12. Jetzt rede du [sung text not yet checked]

Du warest mir ein täglich Wanderziel,
Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen,
Ich hatte dir geträumten Glücks so viel
Anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen.

Und wieder such' ich dich, du dunkler Hort,
Und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen -
Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort!
Verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen.

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Now you speak!", copyright ©

Confirmed with Conrad Ferdinand Meyer, Gedichte, Leipzig: H. Haessel, 1882. Appears in 2. Stunde, page 42. Note: this is a later version of "Der Bergwald".


Research team for this text: Jakob Kellner , Melanie Trumbull

13. Sonntags [sung text not yet checked]

Ich liebe, Nymphe, deine keusche Flut,
Die kühl im allertiefsten Walde ruht.
Du spiegelst weder Stadt noch Firneschnee,
Den Himmel schimmerst du, mein kleiner See!
Dein Antlitz sagt mir alles, rasch erregt,
Was dir das kindliche Gemüt bewegt,
Und leicht erhellt, verdunkelt ohne Grund,
Macht es mir alle deine Launen kund.

Der Kahn geborgen tief im Schilfe dort,
Gefesselt ist er durch ein Zauberwort.
Nie hat gelöst ihn eine trunkne Schar,
Nie hat sich eine Dirn im Flatterhaar,
Von rohen Buhlen durch den Wald gehetzt,
Vor deinen Spiegel keuchend hingesetzt.
Nie hat ein unstet zuckend Fackelrot
Dir über deine kühle Stirn geloht!

Horch! Stimmen durch den Wald! Ein Lustgeschrei!
Gekreisch! Gewieher! Freches Volk, vorbei!
Den Gassenhauer, liederlich gejohlt –
Schäme dich, Echo! – hast du wiederholt!
Verhülle, Nymphe, deiner Augen Schein,
Verbirg dich tiefer in den Wald hinein!
Und zürnend gegen den Tumult gewandt: »Hinweg!«
gebot ich mit erhobner Hand.

»Nicht näher!« Und im Walde ward es Ruh.
Der Jubel zog sich einer Schenke zu.
Du bliebst in deinem blauen Kleide rein
In deinem grünen Waldesdämmerschein –
Indessen hat die Sonne sich geneigt.
Wie süss in jedem Blatt die Stille schweigt!
In Tannenduft und unter Himmelsruh
Bewacht von meinem Blick, entschlummerst du!

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

14. Letzte Bitte  [sung text not yet checked]

Laß mich noch einmal dir ins schwarze Auge sehn, 
Laß mich noch einmal tief ins heiße Dunkel senken 
Den trunkenen Blick, dann will ich [weitergehn]1 
Und dich vergessen ... Nur in harter Zeit, 
Wenn sich der Sehnsucht Augen rückwärts lenken, 
Wenn meine Seele nach Vergangenem schreit, 
Dann will ich jenes einen Blicks gedenken, 
Des liebeheißen, gütereichen Blicks, 
Der mir im Bann versagenden Geschicks 
Das Herz zu einem schmerzentiefen Glück geweiht.

Authorship

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Last request", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dernière prière", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Reger: "weiter gehen"

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

15. Schwüle  [sung text not yet checked]

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag
Sterne, Sterne -- Abend ist es ja --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft
Mich beständig aus der Wassergruft --
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht --
Es war Zeit! -- ein schwaches Flimmerlicht --
Denn ich wußte nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Temps lourd", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

16. Winter [sung text not yet checked]

Weg und Wiese zugedeckt,
Und der Himmel selbst verhangen,
Alle Berge sind versteckt,
Alle Weiten eingegangen.

Ist wie eine graue Nacht,
Die sich vor den Tag geschoben,
Die der Sonne glühe Pracht
Schleierdicht mit Dunst umwoben.

Oder seid ihr alle tot:
Sonne, Mond und lichte Sterne?
Ruht das wirkende Gebot,
Das euch trieb durch Näh und Ferne?

Leben, lebst du noch ringsum?
Sind verschüttet alle Wege?
Grau und eng die Welt und stumm.
Doch mein Herz schlägt seine Schläge.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

17. Vor der Ernte [sung text not yet checked]

[An wolkenreinem]1 Himmel geht
Die blanke Sichel schön,
Im Korne drunter wogt und weht
Und rauscht und wühlt der Föhn.

Sie wandert voller Melodie
Hochüber durch das Land,
Früh morgen schwingt die Schnittrin sie
Mit sonnenbrauner Hand.

Authorship

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  • ENG English (Peter Palmer) , "Before the harvest", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Hausegger: "Am wolkenreinen"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

18. Mit trockenen Blumen [sung text not yet checked]

       	Hoffnungswimpel im Lenze,
Banner des Todes nun,
Gern wären es Liebeskränze,
Die hier wie Leichen ruhn.
. . . Der Herbst hat's getan,
      Sterben hebt an . . .
      Grüß Gott, grüß Gott, du Mann mit der Sense!

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

19. Eingelegte Ruder [sung text not yet checked]

Meine eingelegten Ruder triefen,
Tropfen fallen langsam in die Tiefen. 

Nichts, daß mich verdroß! Nichts, daß mich freute!
Niederrinnt ein schmerzenloses Heute!

Unter mir - ach, aus dem Licht verschwunden -
Träumen schon die schönern meiner Stunden.

Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern:
Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Soaking oars", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Rames posées", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

20. Christoph, Rupprecht, Nikolaus [sung text not yet checked]

Ich kenn' drei gute, deutsche Gesell'n
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

21. Glaube nur [sung text not yet checked]

Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn, 
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist, 
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst,
Dann verebbt, was uns bedroht, 
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt. 
Glaube nur, es wird geschehn! 
Wende nicht den Bliek zurück! 
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn, 
und die Sonne lacht uns Glück!

22. Genug [sung text checked 1 time]

Ein Ritter ritt durch reifes Korn,
Den Zügel laß und ohne Sporn;

Es fraß der breite Gaul im Schritt,
Nahm manche gelbe Ähre mit.

Der Sommersonne heller Strahl
Lag funkelnd auf dem schwarzen Stahl

Des Rüstkleids, das der Ritter trug;
Im Schild stand ihm ein Wort: Genug.

Es lag die Lanze vor ihm quer,
Darauf die Eisenrechte schwer.

Als er an eine Quelle kam,
Den Helm er sich vom Haupte nahm,

Kniete nieder in den Kieselsand,
Schöpfte Wasser mit der Eisenhand.

Und ließ es wieder fließen dann;
Liebreich sah er das Fließen an:

Mein Herz war heiß im Kampfgetos,
Mich ließ die Liebe nimmer los;

Nun reite ich nach Haus im Schritt
Und bringe bloß ein Lächeln mit:

Genug.

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

23. Mein Schweinchen [sung text checked 1 time]

Was thu' ich, wenn mein Schweinchen stirbt?
Mein Herz, mein Schmerz, mein Schweinchen!
Mein einzig Thierchen, das ich hab', 
Mein nettes, fettes Kleinchen.

Ich hab' gewacht die ganze Nacht,
allein am Hürdenzäunchen;
ich hörte nur den Wasserfall,
dort in den Birkenbäumchen.

Doch Eulen schrie'n vom alten Wall,
der Frosch war auf den Beinchen;
der Fuchs schlich um den Hügel sacht,
ich bebte für mein Schweinchen.

Der Tag brach an, es kräht' der Hahn;
ich spielte just mit Steinchen,
da sprang der Fuchs, mit einem Rucks,
herbei und biss mein Schweinchen.

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

24. Der Teufel ist fort [sung text checked 1 time]

Der Teufel kam pfeifend durch die Stadt,
tanzt fort mit dem Steuer Sergeanten,
die alten Weiber schrieen wie toll:
"Nun hat er 'nen alten Bekannten!"

Der Teufel ist fort, der Teufel ist fort, 
der Teufel ist fort und der Steuer Sergeant;
er tanzte fort, er tanzte fort,
er tanzte fort mit dem Steuer Sergeant.

Nun brennen wir Malz und brauen wir Bier
und jubeln mit unsern Bekannten;
und Mancher dankt es dem Satanas schier,
dass es fort mit dem Steuer Sergeanten.

Nun tanzen wir Schottisch und Englisch auch
an allen Stadt Ecken und Kanten,
Doch den besten Tanz, den je wir sah'n,
Tanzt der Teufel mit dem Steuer Sergeanten.

Der Teufel ist fort, der Teufel ist fort, 
der Teufel ist fort und der Steuer Sergeant;
er tanzte fort, er tanzte fort,
er tanzte fort mit dem Steuer Sergeant.

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

25. Sommer ist 'ne schöne Zeit [sung text not yet checked]

Sommer ist 'ne schöne Zeit
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

26. Das süsse Liebchen [sung text not yet checked]

Süsses Liebchen, Herzensdiebchen
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

27. Auf der Haide [sung text checked 1 time]

Wie im dunklen Bussgewand
schlummert rings das Haideland
Nachtgewölk am Himmel zieht,
Wind durch Dorn und Distel flieht.

Horch, ein Seufzen! dünkt mir's nicht,
dass der Nachtwind heimlich spricht
von uraltem Leide?
Sag, was träumt die Haide?

Sieh', da quillt der Mond hervor
freundlich aus dem Wolkenflor.
Hörst du? ferner Glockenklang
leiser ferner Weihnachtssang!

Klärt im Traum sich ihr Gesicht
jetzt zu einem Lächeln nicht
ahnungsstiller Freude?
Sag', was träumt die Haide?

Authorship

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28. Wiegenlied [sung text not yet checked]

Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und [Blumen]1 ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still wie die Engelein
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben. Erste vollständige Ausgabe besorgt durch Dr. Lionel von Donop, Zweite Auflage, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1878, page 183.

Note: in many older editions, the spelling of the word "Ähren" becomes "Aehren", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Ähren".

1 Kiel: "Büsche"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

29. Das Liebchen [sung text not yet checked]

[ ... ]
Ich habe tag und Nacht nicht Ruh, Mein Aug' ist trüb' und hohl; Oft, hör' ich, flüstert man sich zu: Was fehlt doch Micheln wohl? Was fehlt ihm! Wann man ist vergafft, Ist alle Freude hin. Schafft mir das Mädchen, oder schafft Es mir aus meinem Sinn!

Authorship

Confirmed with Als der Grossvater die Grossmutter nahm: ein Liederbuch für altmodische Leute, ed. by Gustav Wustmann, 2nd edition, Leipzig, Verlag von Fr. Wilh. Grunow, 1887, pages 335-337.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

30. Tief von fern [sung text not yet checked]

Aus des Abends weißen Wogen
taucht ein Stern;
[still]1 von fern
kommt der [blasse]2 Mond gezogen.

[Fern, ach fern]3
aus des Morgens grauen Wogen,
langt der [stille]4 blasse Bogen
nach dem Stern.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Downward from afar", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Venant de loin", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "Dypt fra det fjerne", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Webern: "tief"
2 Webern: "junge"
3 Webern: "Tief von fern,"
4 Webern: "große"

Researcher for this text: Jeroen Scholten

31. Über die Haide hallet mein Schritt [sung text not yet checked]

Über die Heide 
Hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde 
Wandert es mit.

Herbst ist gekommen, 
Frühling ist weit --
Gab es denn einmal 
Selige Zeit?

Brauende Nebel 
Geisten umher,
Schwarz ist das Kraut 
Und der Himmel so leer.

Wär' ich nur hier nicht 
Gegangen im Mai!
Leben und Liebe -- 
Wie flog es vorbei!

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Across the Heath", copyright ©
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "Over the moorlands", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À travers la lande", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Risuona il mio passo sopra la landa", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

32. Lied des Harfenmädchens [sung text not yet checked]

Heute, nur heute 
bin ich so schön,
morgen, ach, morgen
muß alles vergeh'n!

Nur diese Stunden
bist du noch mein;
sterben, ach, sterben
soll ich allein.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Gary Bachlund) , "Today, just for today", written 2011, copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Aujourd'hui, juste aujourd'hui", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Note: Reger SW lists this as "Dichter[in] unbekannt" (unknown poet)
Sometimes included in anthologies as "Lied des Harfenmädchens"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel