Lieder und Gesänge

by Arnold Mendelssohn (1855 - 1933)

Word count: 2123

16. Der Kehraus [sung text not yet checked]

Es fiedeln die Geigen, 
Da tritt in den Reigen 
Ein seltsamer Gast; 
Kennt keiner den Dürren, 
Galant aus dem Schwirren 
Die Braut er sich faßt. 

Hebt an, sich zu schwenken 
In allen Gelenken. 
[Das]1 Fräulein im Kranz:
«Euch knacken die Beine -- »
«Bald rasseln auch deine, 
Frisch auf spielt zum Tanz!»

Die Spröde hinterm Fächer, 
Der Zecher vom Becher, 
Der Dichter so lind. 
Muß auch mit zum Tanze, 
Daß die Lorbeern vom Kranze 
Fliegen im Wind.

So schnurret der Reigen 
Zum Saal 'raus ins Schweigen 
Der prächtigen Nacht; 
Die Klänge verwehen, 
Die Hähne schon krähen, 
Da verstieben sie sacht. --

So [gings schon]2 [vor Zeiten]3 
[Und]4 geht es noch heute, 
Und [hörest]5 du hell 
Aufspielen zum Reigen, 
Wer weiß, wem sie geigen, --
[Hüt]6 dich, Gesell !

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  • ENG English (John H. Campbell) , "Dance of Death", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dernière danse", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schreiter: "Spricht's"
2 Herzogenberg: "ging es"
3 Schreiter, Wetzel: "vorzeiten"
4 Schreiter: "So"
5 Wetzel: "hörst"
6 Herzogenberg: "Hüte"

Research team for this text: John H. Campbell , Andrew Schneider [Guest Editor]

17. Ergebung [sung text not yet checked]

Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
Die Lust hat eignes Grauen,
Und alles hat den Tod.

Ins Leben schleicht das Leiden
Sich [heimlich]1 wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.

Was gäb' es doch auf Erden,
Wer hielt' den Jammer aus,
Wer möcht' geboren werden,
Hielt'st Du nicht droben Haus!

Du bist's, der, was wir bauen,
Mild über uns zerbricht,
Daß wir den Himmel schauen -
Darum so klag' ich nicht.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce que nous voyons change", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Berg: "leise"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

18. Die Sommergeister [sung text not yet checked]

Sommers laufen in Mittagsglut
Ohne die Sohlen zu ritzen,
Luftige Geister ohne Blut
Über der Ähren Spitzen.
Wenn die Erde recht dürr und heiß,
Werden sie erst lebendig;
Wenn der Himmel vor Hitze weiß,
Spielen sie fort beständig.
Jedes Wölkchen die Kinder verscheucht,
Daß sie sich eilig verschlupfen;
Wenn ihnen würden die Füßchen feucht,
Stürben sie hin am Schnupfen.
Leicht gekleidet im güldenen Hemd,
Glänzen die weißen Gliedchen;
In silberner Sprache, seltsam und fremd,
Singen sie köstliche Liedchen.
Doch wenn die Sichel mit drohenden Schall
Schwingen gebräunte Hände,
Dann hat der glänzende Kinderball,
Das Spiel des Sommers ein Ende.
Fröstelnd in Höhlen kauern sie
Sich jetzt im Herbste zusammen;
Sehnend und weinend betrauern sie
Des Sommers liebliche Flammen.

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19. Aus dem Nachtlied Zarathustras [sung text checked 1 time]

[Nacht ist es:]1 nun reden lauter alle springenden Brunnen. 
Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.

[Nacht ist es:]1 nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. 
Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.

Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir; das will laut werden. 
Eine Begierde nach Liebe ist in mir, 
die redet selber die Sprache der Liebe.

[ ... ]

Authorship

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1 Mendelssohn: "Nacht ist es, Nacht!"
2 added by Mendelssohn; also marks the last line of his setting.

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20. Die wandelnde Glocke [sung text not yet checked]

Es war ein Kind, das wollte nie
Zur Kirche sich bequemen,
Und sonntags fand es stets ein Wie,
Den Weg ins Feld zu nehmen.

Die Mutter sprach: die Glocke tönt,
Und so ist dir's befohlen,
Und hast du dich nicht hingewöhnt,
Sie kommt und wird dich holen.

Das Kind, es denkt: die Glocke hängt
Da droben auf dem Stuhle.
Schon hat's den Weg ins Feld gelenkt,
Als lief' es aus der Schule.

Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr,
Die Mutter hat gefackelt.
Doch welch ein Schrecken hinterher!
Die Glocke kommt gewackelt.

Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;
Das arme Kind im Schrecken,
Es läuft, es rennt, als wie im Traum;
Die Glocke wird es decken.

Doch nimmt es richtig seinen Husch
Und mit gewandter Schnelle,
Eilt es durch Anger, Feld und Busch
Zur Kirche, zur Kapelle.

Und jeden Sonn- und Feiertag
Gedenkt es an den Schaden,
Läßt durch den ersten Glockenschlag
Nicht in Person sich laden.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De wandelende kerkklok", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The wandering bell", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La cloche baladeuse", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "La campana che cammina", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

21. Dämmerempfindung [sung text not yet checked]

Was treibt mich [hier]1 von hinnen?
Was lockt mich dort geheimnisvoll?
Was ists, das ich gewinnen,
Und was, womit ichs kaufen soll?

Trat unsichtbar mein Erbe,
Ein Geist, ein luftger, schon heran,
Und drängt mich, daß ich sterbe,
Weil er nicht eher leben kann?

Und winkt mir aus der Ferne
Die Traube schon, die mir gereift
Auf einem andern Sterne,
Und will, daß meine Hand sie streift?

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sentiment au crépuscule", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "so"; further changes may exist not noted above.

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22. Der Husar [sung text not yet checked]

Mir glänzen die Augen
Wie der Himmel so klar;
Heran und vorüber,
Du schlanker Husar!

Heran und vorüber
Und wieder zurück!
Vielleicht kann's geschehen,
Du findest dein Glück!

Was weidet dein Rapp mir 
Den Reseda dort ab?
Soll das nun der Dank sein
Für die Lieb, so ich gab?

Was richten deine Sporen
Mein Spinngarn zu Grund?
Was hängt mir am Hage
Deine Jacke so bunt?

Troll [nur dich]1 von hinnen
Auf deinem groben Tier
Und laß meine freudigen
Sternaugen mir!

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  • ENG English (Emily Ezust) , "My eyes gleam", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mes yeux brillent", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 Sinding: "dich nur"

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23. Bur, holl stur [sung text not yet checked]

Min Fell is grof, min Härt is fin
 . . . . . . . . . .

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24. Dämmrung senkte sich von oben [sung text not yet checked]

Dämmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle Nähe fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Alles schwankt in's Ungewisse,
Nebel schleichen in die Höh';
Schwarzvertiefte Finsternisse
Widerspiegelnd ruht der See.

[Nun]1 [am]2 östlichen Bereiche
Ahn' ich Mondenglanz und Gluth,
Schlanker Weiden Haargezweige
Scherzen auf der nächsten Fluth.
Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Luna's Zauberschein,
Und durch's Auge [schleicht]3 die Kühle
Sänftigend in's Herz hinein.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English [singable] (Florence T. Jameson) , "Twilight from above has fallen"
  • FRE French (Français) [singable] (Frieda Boutarel) (Amédée Boutarel) , "L'ombre tombe lente et pâle"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , no title, copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke Stuttgart und Tübingen, Cotta'schen Buchhandlung, 1833, Band 47, page 52. Note: modern spelling would change "Gluth" to "Glut" and "Fluth" to "Flut".

1 Diepenbrock: "Dort,"
2 some recent editions of Goethe's work have "im"
3 Grimm: "zieht"

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25a. Locken, haltet mich gefangen [sung text not yet checked]

Locken, haltet mich gefangen
In dem Kreise des Gesichts!
Euch, geliebten braunen Schlangen,
Zu erwidern hab' ich nichts.

Nur dies Herz, es ist von Dauer,
Schwillt in jugendlichstem Flor;
Unter Schnee und Nebelschauer
Ras't ein Aetna dir hervor.

Du beschämst wie Morgenröthe
Jener Gipfel ernste Wand,
Und noch einmal fühlet Hatem
Frühlingshauch und Sommerbrand.

Schenke her! Noch eine Flasche!
Diesen Becher bring' ich Ihr!
Findet sie ein Häufchen Asche,
Sagt sie: "Der verbrannte mir!"

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  • ENG English (Malcolm Wren) , "Locks of hair, keep me tied up", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Riccioli belli, tenetemi avvinto", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan, Berlin, Gustav Hempel, 1872, p. 144.

Modernized spelling would use "Morgenröte" instead of "Morgenröthe"

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25b. Flavios Gesang [sung text not yet checked]

Ein Wunder ist der arme Mensch geboren,
In Wundern ist der irre Mensch verloren.
Nach welcher dunklen, schwer entdeckten Schwelle
Durchtappen pfadlos ungewisse Schritte?
Dann in lebendigem Himmelsglanz und Mitte
Gewahr', empfind' ich Nacht und Tod und Hölle.

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26a. Wer nie sein Brot mit Tränen aß [sung text not yet checked]

Wer nie sein Brod mit Thränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem [Bette]1 weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!
 
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • CZE Czech (Čeština) (Jan Evangelista Nečas) , "Harfeník"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wie nooit zijn brood in tranen at", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He who never ate his bread with tears", copyright ©
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission [an adaptation]
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Celui qui n'a jamais mangé son pain avec des larmes", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Chi non mangiò mai pane bagnato di lacrime", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 122; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Achtzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, pages 217-218.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Erster Band. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. 1795, page 346. The poem appears in Book 2, Chapter 13 of Goethe's novel.

1 Droste-Hülshoff: "Lager"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

26b. An die Türen will ich schleichen [sung text not yet checked]

An die Thüren will ich schleichen,
[Still]1 und sittsam will ich stehn;
[Fromme]2 Hand wird Nahrung reichen;
Und ich werde weiter gehn.
Jeder wird sich glücklich scheinen,
Wenn mein Bild vor ihm erscheint;
Eine Thräne wird er weinen,
Und ich weiß nicht was er weint.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Naar de deuren zal ik sluipen", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I will creep from door to door", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je vais me glisser de porte en porte", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Alle porte voglio avvicinarmi", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 121; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Neunzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 227.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Dritter Band. Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1795, page 146. The poem appears in Book 5, Chapter 14 of Goethe's novel.

1 Schubert (first version): "Fromm"
2 Goethe (1795 edition): "Frommer"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

26c. Wer sich der Einsamkeit ergibt [sung text not yet checked]

Wer sich der Einsamkeit ergibt
Ach! der ist bald allein,
Ein jeder lebt, ein jeder liebt,
Und läßt ihn seiner [Pein]1.

Ja, laßt mich meiner [Qual]2!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam seyn,
Dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend [sacht]3!
Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
Mich Einsamen die Pein,
Mich Einsamen die Qual.
Ach werd ich erst einmal
Einsam in Grabe seyn,
Da läßt [sie]4 mich allein!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wie aan de eenzaamheid zich wijdt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He who gives himself over to solitude", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Chi sceglie solitudine", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (unknown or anonymous translator) , written 2012

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 120; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Achtzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, pages 219-220.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Erster Band. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. 1795, pages 348-349. The poem appears in Book 2, Chapter 13 of Goethe's novel.

1 Schubert (D.325): "Qual"
2 Schubert (D.325): "Pein"
3 Schubert (D.478/2, first version): "ach"
4 Schubert (autograph of D.325): "ihr"

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28b. Ständchen [sung text not yet checked]

Gute Nacht, geliebtes Leben, 
Ruf' ich dir ins Fensterlein,
Und dann geh' ich meiner Wege -- 
Ach, im Traum gedenke mein! 
Denn du weißt ja, dir ergeben 
Muß mein Herz in Qualen beben;
Gute Nacht, geliebtes Leben --
Ach, im Traum gedenke mein!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Serenade", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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28c. Die Näherin [sung text not yet checked]

Ich [find']1 an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Gehn wir zum Feste
Von Santa Lucia,
Die Melancholie, ja 
Die soll ihr vergehn.
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.
 
Ich find' an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Zieht sie den Faden
Ein in die Nadel,
Sticht sie mir graden 
Wegs in das Herz.
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.

Ich find' an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Wandert die Scheere
Die Kreuz und die Quere,
Ist mir, als wäre
Das Herz mir zerstückt.
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.

Ich find' an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Ach und ihr Neigen
Und Beugen wie zierlich,
Nimmt sie manierlich
Zum Kleide das Maß!
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.

Ich find' an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Aus altem Plunder
Schafft sie ein Wunder.
Hert nicht mitunder
Das holde Kind?
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.

Ich find' an allen
Mädchen Gefallen,
Doch an der Näherin 
Noch etwas mehr.
Mehr noch zu sagen,
Darf ich nicht wagen,
Da mir die Näherin 
Den Kopf verwirrt.
Reizend ist Jede,
Die Kecke, die Blöde,
Aber die Näherin 
Noch etwas mehr.

Authorship

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Confirmed with Italienisches Liederbuch von Paul Heyse, Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz, 1860, pages 207-209.

1 A. Mendelssohn: "hab' " (Hofmeister); further changes may exist not shown above.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Aus dem Hohenlied [sung text not yet checked]

Stark wie der Tod ist die Liebe
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author
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9. Der Zimmermann [sung text not yet checked]

Lieb' Liebchen, leg's Händchen [aufs]1 Herze mein; -
Ach, hörst du, wie's [pochet]2 im Kämmerlein?
Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
Der zimmert mir einen Totensarg.

[Es]3 hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
[Es]3 hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann,
Damit ich [balde]4 schlafen kann.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Lief liefje, voel 't hart eens", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Dear sweetheart, lay your hand on my heart", copyright ©
  • ENG English [singable] (Daniel Platt) , "My dear, lay your hand here", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chère bien‑aimée, pose tes petites mains sur mon cœur", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Amore mio, posa la mano sul mio cuore", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Note: first titled "Der Zimmermann"; later titled "Holzmeyer"
1 Medtner: "auf" [sic]
2 Lange-Müller: "pocht"
3 Lange-Müller: "Er"
4 Lachner: "bald"; Franz: "nun balde"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Grant Hicks , Sharon Krebs [Guest Editor] , Garrett Medlock [Guest Editor]

27. Ich fürcht nit Gespenster [sung text not yet checked]

Ich fürcht nit Gespenster,
Keine Hexen und Feen,
Und lieb's, in ihre tiefen
Glühaugen zu sehn.

Im Wald in dem grünen
Unheimlichen See,
Da wohnet ein Nachtweib,
Das ist weiß wie der Schnee.

Es haßt meiner Schönheit
Unschuldige Zier;
Wenn ich spät noch vorbeigeh,
So zankt es mit mir.

Jüngst, als ich im Mondschein
Am Waldwasser stand,
Fuhr sie auf ohne Schleier,
Ohne alles Gewand.

Es schwammen ihre Glieder
In der taghellen Nacht;
Der Himmel war trunken
Von der höllischen Pracht.

Aber ich hab entblößt
Meine lebendige Brust;
Da hat sie mit Schande
Versinken gemußt!

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "I fear no ghosts", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je ne crains pas les fantômes", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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28a. Fischerlied [sung text not yet checked]

Ich bin ein Fischer an dieser Küste, 
Die schönsten Fische fang' ich mir ein.
Mein Fischernetz ist ein Netz der Liebe;
Auch die Muräne schwimmt wohl hinein.
Läßt mich ein günstig Geschick sie fangen,
Dann, o wie werden sie neidisch sein.
Ach, wie schön ist das Fischermädchen,
Ach, wie schafft sie mir Noth und Pein! 

Es hat ein Unstern gestern geschienen,
Denn um ein Haar nur, so sing ich sie ein.
Schon in den Maschen wollt' ich sie haschen,
Da muß das Netz auch zerrissen sein.
Führt sie mein Glücke wieder zurücke,
Soll sie mir nicht mehr entgehn, o nein! 
Ach, wie schön ist das Fischermädchen,
Ach, wie schafft sie mir Noth und Pein! 

Authorship

Based on

Confirmed with Italienisches Liederbuch von Paul Heyse, Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz, 1860, pages 200.


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53. Nacht liegt auf den fremden Wegen [sung text not yet checked]

Nacht liegt auf den fremden Wegen,
Krankes Herz und müde Glieder; -
Ach, da fließt, wie stiller Segen,
Süßer Mond, dein Licht hernieder;

Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt'ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Und die Augen übertauen.

Authorship

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Note: first included in Rheinische Flora, no. 12

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