Sanges-Frühling

[incomplete]

Song Cycle by (Joseph) Joachim Raff (1822 - 1882)

Word count: 0

1. Das Schloss am Meere [sung text checked 1 time]

Hast du das Schloß gesehen,
Das hohe Schloß am Meer?
Golden und rosig wehen
Die Wolken drüber her.

Es möchte sich niederneigen
In die spiegelklare Flut;
Es möchte streben und steigen
In der Abendwolken Glut.

"Wohl hab' ich es gesehen,
 Das hohe Schloß am Meer,
Und den Mond darüber stehen
Und Nebel weit umher."

Der Wind und des Meeres Wallen,
Gaben die frischen Klang?
Vernahmst du aus hohen Hallen
Saiten und Festgesang?

"Die Winde, die Wogen alle
Lagen in tiefer Ruh,
Einem Klagelied aus der Halle
Hört ich mit Tränen zu."

Sahest du oben gehen
Den König und sein Gemahl?
Der roten Mäntel Wehen,
Der goldnen Kronen Strahl?

Führten sie nicht mit Wonne
Eine schöne Jungfrau dar,
Herrlich wie die Sonne,
Strahlend im goldnen Haar?

"Wohl sah ich die Eltern beide,
Ohne der Kronen Licht,
Im schwarzen Trauerkleide;
Die Jungfrau sah ich nicht."

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "The castle by the sea"
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "The castle by the sea", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le château sur la mer", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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2. Vor dem Muttergottesbild [sung text checked 1 time]

Wenn meine Blicke hangen,
Du Lichtgestalt, an dir,
Dann ruht der Seele Bangen
Und Friede wohnt in mir;

Mein Herz erfüllet Wehmut,
Die feucht dem Aug' entquillt,
Es fasst mich tiefe Demut
Vor dir, du heilig Bild.

Bei deinem Anblick bet' ich
Mit inbrunstvollem Drang,
Der Andacht Glut durchweht mich
So selig und so bang.

Das heiligste Vertrauen
Ein armes Kind dir weiht;
O wolle niederschauen
Auf mich und auf mein Leid.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Before the Virgin's Picture"

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3. Elfenschiffer [sung text not yet checked]

«Komm Mägdlein ohne Bangen,
Ich schiff' auf sichrer Bahn, 
Mich treibt ein süß Verlangen
Zu ziehn mit dir im Kahn.»

«Sieh' wie sich Wellen drängen,
Bewegt vom leisen Hauch, 
Aus fernen Laubengängen 
Blickt her ein Sternenaug'.»

Die Mondesstrahlen fallen
Auf's weiße Wellenmeer,
Ein Rauschen geht, ein Wallen,
Ein Grüßen zieht daher.

Der Elfe sang und winkte, 
Dem Mägdlein ging's so nah,
Ihr schelmisch Auge blinkte --
Er faßt' sie, da er's sah.

Sieh' wie dem Wellenthale 
Die Wasserlilie entsteigt,
Die Nachts viel tausend Male 
Aufseufzt, sich wiegt und neigt.

Authorship

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4. Blätter und Lieder [sung text not yet checked]

Frühling ist's in allen Räumen!
Blüt' und Blume taucht empor,
Und aus Stauden und aus Bäumen
Sprießen Blätter grün hervor.

Jugend blüht auf meiner Wange,
Jugend glüht in meiner Brust;
Blättern gleich im Frühlingsdrange
Blühn mir Lieder aus der Brust.

Blätter saugen aus der Erde
Leben, Farbe, Glanz und Saft,
Flattern wieder zu der Erde,
Wenn sie knickt des Sturmes Kraft.

Aus der Lieb' erblühen Lieder,
Blühn und sprossen auf zum Licht,
Flüchten zu der Liebe wieder,
Wenn der Zeiten Arm sie bricht.

Wenn ein neuer Lenztag blinket,
Blühn die Blätter wieder auf,
Und wenn neue Liebe winket,
Leben neu die Lieder auf.

Authorship

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5. Leb' wohl [sung text not yet checked]

Wer fühlt's nicht tief im Herzen:
Es ist der bitterste von allen Schmerzen,
Nach unterdrückten strengverborgnen Klagen
Kalt zu dem theuren Stillgeliebten sagen:
"Leb' wohl!"

"Ich seh' ihn nimmer wieder!"
So wogt es in dem Busen auf und nieder,
Wie ein durchstürmtes Meer um Felsenklippen;
Doch lächelnd tönt es von den bleichen Lippen:
"Leb' wohl!"

Und ist er fort auf immer.
Auf ewig, und das Auge sieht ihn nimmer,
O! könnt' es dann verlöschen, sinken, brechen -
Doch einmal noch zu ihm die Worte sprechen:
"Leb' wohl!"

Authorship

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6. Die Winde wehen so kalt [sung text checked 1 time]

Der Knabe eilt durch den düstern Hain 
Im bleichen neblichen Mondenschein:
Ach, wäre daheim ich bald!
Die Winde wehen so kalt.

Und als er kam zum tiefen See,
da tanzt an dem Ufer die Wasserfee;
ihr lockendes Lied erschallt: 
die Winde wehen so kalt.

Sie schließt ihn in ihren weissen Arm,
sie presst ihn an ihrem Busen warm:
O bleibe bei mir im Wald,
die Winde wehen so kalt.

Sie küsst ihn auf seinen rothen Mund,
da wird ihm das Herz so weh und wund.
Sein Klagen und weinen verhallt;
Die Winde wehen so kalt.

Die Todeskälte durchdringt sein Gebein,
Schlaf süßer Knabe, schlaf ruhig ein,
nun bist ja daheim Du bald.
Die Winde wehen so kalt.

Er hat im Walde sein kühles Grab;
Sie taucht in die klare Fluth hinab.
Und dunkler wird’s in dem Wald;
Die Winde wehen so kalt.

Authorship

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7. Abendlied [sung text not yet checked]

Längst schon flog zu Nest der Vogel,
Zwitschert leis im Traume fort;
In len abgebroch'nen Tönen
Klingt ein wunderliebes Wort:
Daheim.

Heerden ziehn an mir vorüber,
Suchen ihren Ruheort;
In dem trauten Klang der Glocken
Ruft ein wunderliebes Wort:
Daheim.

Vor mir in dem stillen Grunde
Zieht ein blauer Rauch sich fort,
Mahnt zur Eil'. In, blauen Dufte 
Lockt ein wunderliebes Wort: 
Daheim.

Authorship

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8. Betrogen [sung text not yet checked]

Auf Flügeln [saust]1 der Wind daher,
Es rinnen und rauschen die Quellen. 
Du hast mich geliebt, doch du liebst mich nicht mehr
Und äugelst nach andern Gesellen. 

Was soll mir dein schwankender, wankender Sinn?
Fahr hin, fahr hin,
Fahr hin mit den Winden und Wellen!

Ach, was ist so flatternd als Weibertreu!
Du kannst sie nicht halten noch binden. 
Ach, was ist so bitter als Liebesreu,
Wenn die goldenen Schlösser verschwinden!

Wohl winkt' ich und rief ich vergebens zurück,
Mein Glück, mein Glück,
Das treibt mit den Wellen und Winden.

Authorship

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1 Raff: "rauscht"; further changes may exist not noted.

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9. Immer bei dir [sung text checked 1 time]

In deine Augen will ich schauen,
Wenn ich dir nahe bin;
Auf [diesen]1 Himmel will ich bauen,
Und diesen Sternen will ich trauen,
In deine Augen will ich schauen,
Wenn ich dir nahe bin.

Dein liebes Bild soll mich umschweben,
Wenn ich dir ferne bin.
Ich will mich nicht dem Schmerz ergeben,
In deiner Nähe will ich leben,
Dein liebes Bild soll mich umschweben,
Wenn ich dir ferne bin.

Und jauchzend will ich dich umfangen,
Wenn ich dich [wiederseh']2,
Es naht das Ziel, nach dem wir rangen,
Gestillt ist jegliches Verlangen,
Und jauchzend will ich dich umfangen,
Wenn ich dich [wiederseh']2.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Ever with thee"

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1 Raff: "diesem"
2 Raff: "wieder seh'"

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10. Keine Sorg um den Weg [sung text checked 1 time]

Kein Graben so breit, keine Mauer so hoch,
Wenn Zwei sich nur gut sind, sie treffen sich doch.

Kein Wetter so graulich, so schwarz keine Nacht,
Wenn Zwei sich nur seh'n woll'n, wie bald ist's gemacht!

Da gibt's einen Mondschein, da scheint wohl ein Stern,
Da blinkt noch ein Lichtlein, man nimmt [die]1 Latern';

Da find't sich schon eine Leiter, ein Steg:
[Sind zwei sich nur gut -- keine]2 Sorg' um den Weg.

Authorship

Based on

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "No worries about the means", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Love finds out the way"

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1 Raff: "eine"
2 Raff: "Wenn zwei sich nur gut sind, keine"

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11. Höchster Lohn [sung text checked 1 time]

Das war die junge Königsbraut, die zog wohl über's Meer;
ihre Frauen standen all’ am Strand, ihre Ritter um sie her.
Und als es nun zum Scheiden ging, da war ihr Herz voll Leid;
Da gab sie ihren Frauen mild ihr helles Halsgeschmeid.

Da gab sie ihren Rittern kühn ihre Spangen von rothem Gold;
Da weinten die Fraun’ und Ritter so heiss um ihre Herrin hold.
Der Sänger nur von Ferne stand, das Auge trähnenleer,
doch mehr als allen andern war die Brust ihm kummerschwer.

„Nun hab’ich nimmer mein hell Geschmeid, meine Spangen von rothem Gold;
was geb’ ich dir zum Abschied doch, mein Sänger treu und hold?
Ich will dir geben was Keinem ich gab vor dieser Stund:
Einen Kuss ist nur der Sänger werth von meinem rothen Mund.

Der Sänger neigte züchtig sich zum Kuss der Königsbraut,
da priesen alle rings umher sein Glück so hoch und laut.
Und war auch trübe noch sein Blick und war sein Wange noch so bleich,
doch ging er heim als der stolzeste Mann im weiten Königsreich.

Authorship

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12. Der Ungetreuen [sung text checked 1 time]

Die Sonne strahlt auf Wald und Feld;
Es treibt mich fort in die weite, weite Welt, Ade!
Das Auge weint, es schweigt der Mund, 
das Herz so weh, die Brust so wund; Ade!
Wohl blieb ich gern an diesem Ort,
doch du mein Lieb, mein Lieb, 
du treibst mich fort, Ade!
Du hast deinen Sinn von mir gewandt, 
drum muss ich hin ins fremde Land. Ade!
Doch mag ich zieh’n so lang und weit,
dein liebes Bild dein Bild ist mein Geleit, Ade!
Du brachst den Schwur, ich halt’ ihn fest,
von seiner Treu’ mein Herz nicht lässt.
Und kehr ich nie zurück zu Dir,
im Tod noch stehst vor’m Blick du mir
im Tod, im Tod noch stehst vor’m Blick du mir. Ade!

Authorship

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13. Erstes Müllerlied [sung text checked 1 time]

Räder klappern, Wasser rauschen
Und [die Bäume flüstern drein]1.
Gern mag ich den Tönen lauschen
Hier am duft'gen Waldesrain.

Denn solch' reges Treiben wecket
Immerdar den frohen Mut,
Und im Grase hingestrecket
Ruht dabei sich's doppelt gut.

Möchte in der Mühle hausen
Als ein Müller, frisch und jung,
Wo so lustig Sausen, Brausen,
Wassersturz und Räderschwung.

Würde schaffen dort und schalten,
Emsig lenken Well' auf Well',
Bis das Bächlein ohne Halten
Trieb' die Räder doppelt schnell.

Dann auf ihre Schaufeln legen
Würd' ich meinen Kummer all',
Daß er mit dem Silberregen
Stäubte hin im wilden Schwall.

Ha, dann trüge wohl behende
Ihn die Flut [hinaus ins]2 Meer,
Und zu meinem [Herzen]3 fände
Nie den Weg der Kummer mehr.

In solch' Träumen hat das Lauschen
Mich versenkt am Waldesrain,
Räder klappern, Wasser rauschen,
Und [die Bäume flüstern drein]1.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "First Mill Song"

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1 Raff: "das Glöckchen gellt darein"
2 Raff: "in's weite"
3 Raff: "Herze"

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14. Das verlassene Mädchen [sung text checked 1 time]

Erworben,
Verdorben!
Mein Herz ist schwer,
Ich bin nicht gestorben
Und lebe nicht mehr.

Sie haben
Begraben,
Was stets mir blieb!
Begraben sie haben
Die Treue und die Lieb'.

Ich traute
Und baute
Auf ihn allein;
Dem einzig ich traute,
Er musst' Verräter sein.

Erworben,
Verdorben!
Mein Herz ist schwer,
Ich bin nicht gestorben
Und lebe nicht mehr.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "The forsaken maiden"

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15. Zweites Müllerlied [sung text not yet checked]

Ein Mühlrad hör' ich gehen 
In einsam stiller Nacht, 
Wenn Frühlingslüfte wehen, 
Im Sturm die Eiche kracht.

Ich hör' es klappern, sausen,
Mit ewig gleichem Schall,
Ich hör' es donnern, brausen.
Im wildbewegten Fall.

Mir ist, als zürn' die Welle
In ihrem raschen Gang,
Daß ich noch nicht zur Stelle
Wie sonst am Felsenhang.

Daß nicht mein Lied begleitet,
Wie vormals, ihr Gebraus,
Und nur der Müller schreitet
Gleichgiltig ein und aus. 

O Mühle, liebe Mühle, 
Bei dir wohl wär' ich gern,
Bei deinem Bächlein kühle,
Das mir nun fließt so fern.

Doch ach, wer weiß, o Mühle,
Ob wir uns jemals seh'n: 
Im regsten Fluthgewühle
Bleibt oft ein Mühlrad steh'n.

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16. Die Hochzeitsnacht [sung text not yet checked]

Nachts durch die stille Runde
Rauschte des Rheines Lauf
Ein Schifflein zog im Grunde,
Ein Ritter stand darauf.

Die Blicke irrend schweifen
Von seines Schiffes Rand.
Ein blutigroter Streifen
Sich um das Haupt ihm wand.

Der sprach: "Da oben stehet
Ein Schlößlein überm Rhein,
Die an dem Fenster stehet:
Das war die Liebste mein.

Sie hat mir Treu versprochen,
Bis ich gekommen sei,
Sie hat die Treu gebrochen
Und alles ist vorbei."

Viel' Hochzeitleute drehen
Da oben laut und bunt,
Sie bleibet einsam stehen
Und schauet in den Grund.

Und wie sie tanzten munter,
Und Schiff und Schiffer schwand,
Stieg sie vom Schloß hinunter,
Bis sie im Garten stand.

Die Spielleut' musizierten,
Sie sann gar mancherlei,
Die Töne sie so rührten,
Als müßt' das Herz entzwei.

Da trat ihr Bräut'gam süße
Zu ihr aus stiller Nacht,
So freundlich er sie grüßte,
Daß ihr das Herze lacht.

Er sprach: "Was willst du weinen,
Weil alle fröhlich sein!
Die Sterne schöne scheinen,
So lustig geht der Rhein.

Das Kränzlein in den Haaren
Steht dir so wunderfein,
Wir wollen etwas fahren
Hinunter auf dem Rhein."

Zum Kahn folgt sie behende,
Setzt sich ganz vorne hin,
Er setzt' sich an das Ende
Und ließ das Schifflein ziehn.

Sie sprach: "Die Töne kommen
Verworren durch den Wind,
Die Fenster sind verglommen,
Wir fahren so geschwind.

Was sind das für so lange
Gebirge weit und breit?
Mir wird auf einmal bange
In dieser Einsamkeit.

Und fremde Leute stehen
Auf mancher Felsenwand,
Und stehen still und sehen
So steinern über'n Rand."

Der Bräut'gam schien so traurig
Und sprach kein einzig Wort,
Schaut' in die Wellen schaurig
Und rudert' immerfort.

Sie sprach: "Schon seh ich Streifen
So rot im Morgen stehn,
Und Stimmen hör' ich schweifen,
Vom Ufer Hähne krähn.

Du siehst so still und wilde,
So bleich wird dein Gesicht,
Mir graut vor deinem Bilde -
Du bist mein Bräut'gam nicht."

Da stund er auf - das Sausen
Hielt still in Flut und Wald,
Es rührt mit Lust und Grausen
Das Herz ihr die Gestalt.

Und wie mit steinern'n Armen
Hob er sie auf voll Lust,
Drückt ihren schönen, warmen
Leib an die eis'ge Brust. -

Licht wurden Wald und Höhen,
Der Morgen schien blutrot,
Das Schifflein sah man gehen,
Die schöne Braut drin tot.

Authorship

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17. Ave Maria [sung text checked 1 time]

Leis sinkt der Dämm'rung Schleier
Auf Wiese, Feld und Wald.
Ein Glockenton erschallt,
Und ruft zur Abendfeier.
Ave, Maria!
Du reine Jungfrau sei gegrüßt.
Die uns der Liebe Leitstern ist,
Und uns des Himmels Glück erschließt.
Ave, Maria!

[ ... ]
Das Licht ist jetzt geschieden, Der Nachtgesang erklingt, Und süßer Schlummer bringt [Dem]1 Müden Ruh' und Frieden. Ave, Maria! Maria, Born des Friedens du, Führ' gnädig uns dem Himmel zu, Zur Ruh', zur ew'gen Ruh'. Ave, Maria!

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Ave Maria"

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1 Raff: "Den"

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18. Mein Herz [sung text checked 1 time]

Mein Herz ist ein Spielmann, ein lust'ger Gesell'!
Und singet ein Liedel, das klinget so hell,
Das Berge und Täler und Auen und Wald
Des lustigen Liedes Echo durchhallt.

Mein Herz ist ein Spielmann, und spielet er auf,
Wallt schneller des Stromes sich kräuselnder Lauf,
Scheint heller die Sonne am Himmelsgezelt,
Blüht voller die Rose, ist schöner die Welt.

Mein Herz ist ein Spielmann, und singet dies Lied,
Auf dass es von Herzen zum Herzen zieht;
Denn wär' nicht ein Herz, das den Spielmann verstünd',
Es immer und ewig nie singen künnt,.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "My heart"

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19. Der Mond kommt still gegangen [sung text checked 1 time]

Der Mond kommt still gegangen
Mit seinem [goldnen]1 Schein,
Da schläft [in]2 holdem Prangen 
Die müde Erde ein.

Im Traum die Wipfel weben,
Die Quellen rauschen sacht;
Singende Engel durchschweben
Die blaue Sternennacht

Und auf den Lüften schwanken
Aus manchem treuen Sinn
Viel tausend Liebesgedanken
Über die Schläfer hin.

Und drunten im Tale, da funkeln
Die Fenster von Liebchens Haus;
Ich aber blicke im Dunkeln
Still in die Welt hinaus.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De maan komt stil gevaren", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "The moon so peaceful rises", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist)
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Night song", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Kuu kohoaa hiljaa esiin", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La lune vient doucement", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Emanuel Geibel, Gedichte, vierte Auflage, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1845, page 18.

1 Bernoully: "holden"
2 Grimm: "mit"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

20. Ihr Bild [sung text not yet checked]

Seid mir gegrüßt, Ihr Wellen,
Du trautes Wässerlein;
Noch heute sah't Ihr glänzen
Das Haus der Liebsten mein.

Vielleicht zu ihren Füßen
Ging heut' schon Euer Lauf
Ihr nahmt in Euren Spiegel
Ihr holdes Antlitz auf.

Doch nicht zu Thal getragen
Habt Ihr's an diesen Platz;
Ihr flücht'gen Well'n, verloren
Habt Ihr den theuren Schatz.

Mein Herz ist bess'rer Spiegel;
Nur einmal schaut' sie hin,
Und seit der Wonnestunde
Bleibt sie für ewig drin. 

Authorship

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21. Die Nonne [sung text not yet checked]

Im stillen Klostergarten 
Eine bleiche Jungfrau ging.
Der Mond beschien sie trübe,
An ihrer Wimper hing 
Die Träne zarter Liebe.

"O wohl mir, daß gestorben 
Der treue Buhle mein!
Ich darf ihn wieder lieben:
Er wird ein Engel sein, 
Und Engel darf ich lieben."

Sie trat mit zagem Schritte 
Wohl zum [Mariabild]1;
Es stand im lichten Scheine,
Es sah so muttermild
Herunter auf die Reine.

Sie sank zu seinen Füßen, 
Sah auf mit Himmelsruh',
Bis ihre Augenlider 
Im Tode fielen zu:
Ihr Schleier wallte nieder.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , "De non", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Kelly Dean Hansen) , "The nun", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La nonne", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Some editions use "Marienbild"; Brahms's score uses this spelling.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

22. Mädchenlied [sung text checked 1 time]

Der du am Sternenbogen
Als Erstling kommst gezogen,
Schön vor den Brüdern du,
O sei mit deinem Strahle,
Gegrüßt sei tausend Male,
Lieblicher Bote der Ruh'!

Schon lösest du das Bangen,
Das mich am Tag umfangen,
Mit kühlem Dämmer sacht
Und lässest mir im Innern
Aufgehn ein süß Erinnern
Wie eine Blume der Nacht.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Maiden's song"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson de la jeune fille", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Harry Joelson

23. Rastlose Liebe [sung text checked 1 time]

[Dem]1 Schnee, [dem]1 Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!

Lieber durch Leiden
[Möcht']2 ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
[Von]3 Herzen zu Herzen,
Ach wie so eigen
Schaffet [das]4 Schmerzen!

Wie soll ich [fliehen?]5
Wälderwärts [ziehen?]6
[Alles]7 vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Amor sense treva", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Rusteloze liefde", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lynn Thompson) , "Restless love", copyright © 1997, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Edgar Alfred Bowring) , "Restless love", appears in The Poems of Goethe, first published 1853
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Amour sans repos", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Amor sem descanso", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 93, and with Goethe's Schriften, Achter Band, Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1789, pages 147-148.

1 Harder: "Durch"
2 Schubert (Alte Gesamtausgabe): "Wollt'"; Greger: "Will"
3 Reichardt: "Der"
4 Schubert (2nd version, and 1st version in Alte Gesamtausgabe): "es"
5 Reichardt, Schubert: "flieh'n"
6 Reichardt, Schubert: "zieh'n"
7 Schubert: "Alles, alles"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

24. Schön Ännchen [sung text checked 1 time]

Es webte schön Ännchen ohn Unterlaß
als dächte sie weder an dies noch an das
ließ hurtig das Schiffchen wandern
von einer Seite zur andern

Herüber, hinüber,
herüber, hinüber

Doch schneller als das Schiffchen flog
ihr Herz zum fernen Geliebten zog
Ach, könnt er bei mir doch weilen
ach, könnt ich zu ihm doch eilen

Herüber, hinüber,
herüber, hinüber

Da pochte schneller und lauter das Herz
und größer wurde der Sehnsucht Schmerz
das arme liebe Mädchen
es netzte mit Tränen die Fädchen

Herüber, hinüber,
herüber, hinüber

Und ehe der Einschlag zu Ende gebracht
der Liebste plötzlich die Türe aufmacht
da gab's zwei glückliche Herzen
und welch ein Kosen und Scherzen

Herüber, hinüber,
herüber, hinüber

Authorship

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  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Sweet Annie"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

25. Vom Strande [sung text not yet checked]

Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.

Vom Strande, lieb' Mutter,
Wo der Wellenschlag geht,
Da fahren die Schiffe,
Mein Liebster drauf steht.
Je mehr ich sie rufe,
Je schneller der Lauf,
Wenn ein Hauch sie entführet,
Wer hielte sie auf?
Der Hauch meiner Klagen
Die Segel nur schwillt,
Je mehr mein Verlangen
Zurücke sie hält!
Verhielt' ich die Klagen:
Es löst' sie der Schmerz,
Und Klagen und Schweigen
Zersprengt mir das Herz.

Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.

So flüchtige Schlösser,
Wer könnt' ihn'n vertrau'n
Und Liebe, die bliebe,
Mit Freuden d'rauf bau'n?
Wie Vögel im Fluge,
Wo ruhen sie aus?
So eilige Wand'rer,
Sie finden kein Haus,
Zertrümmern der Wogen
Grünen Kristall,
Und was sie berühren,
Verwandelt sich all.
Es wandeln die Wellen
Und wandelt der Wind,
Meine Schmerzen im Herzen
Beständig nur sind.

Ich rufe vom Ufer
Verlorenes Glück,
Die Ruder nur schallen
Zum Strande zurück.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Vanaf het strand", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "From the beach", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "De la plage", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

26. Loreley [sung text not yet checked]

  Ich weiß nicht, was [soll es]1 bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus [alten]2 Zeiten,
Das [kommt]3 mir nicht aus dem Sinn.

  Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig [fließt]4 der Rhein;
[Der Gipfel des Berges]5 funkelt
Im Abendsonnenschein.

  Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt [ihr goldenes]6 Haar.

  Sie kämmt es mit [goldenem]7 Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
[Gewaltige]8 Melodei.

  Den Schiffer im kleinen [Schiffe]9
Ergreift es mit wildem Weh;
Er [schaut]10 nicht die Felsenriffe,
Er [schaut nur hinauf]11 in die Höh'.

  Ich glaube, [die Wellen verschlingen
Am Ende]12 Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die [Lorelei]13 gethan.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , no title, copyright © 1995, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Arthur Westbrook) , "The Loreley"
  • ENG English [singable] (Samuel Langhorne Clemens) , "The lorelei", appears in A Tramp Abroad, Volume 1, Leipzig: Bernhard Tauchnitz, p. 123-4, first published 1880
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , "Lorelei", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , no title, appears in Pieśni Heinego, in Powrót, no. 2
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "A Loreley", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Alfredo García) , "Lorelei", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], pages 116-117.

1 Bronsart, Liszt,: "soll's"
2 Fibich: "uralten"
3 Fibich: "geht"
4 Bürde: "fliesset"
5 Fibich: "Des Berges Gipfel"
6 Bronsart, Kinkel: "ihr goldnes"; Bürde: "das gold'ne"; C. Schumann: "ihr gold'nes"
7 Bronsart: "goldnem"; Liszt, C. Schumann: "gold'nem"
8 Bronsart, Kinkel, Liszt: "Gewalt'ge"
9 Bürde: "Kahne"
10 Fibich: "sieht"
11 Fibich: "sieht nur nach ihr"
12 Kinkel: "am Ende verschlingen / Die Wellen"
13 Bürde: "Loreley"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

27. Abendstimmung [sung text checked 1 time]

Ich war mal froh vor lange! vor lange!
Nun pocht mein Herze so! 
Ihm ist so bang, so bange
Und war doch einmal froh.

Die Tröpflein Thau, sie träumen, sie träumen
Von altvergangener Zeit,
es sagt ein Baum den Bäumen
von Frühlingsseligkeit.

Die Tanne grünt noch immer, noch immer,
die andern Bäume sind fahl,
es fällt im Abendschimmer 
manch todtes Blatt zu Thal. 

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

28. Der Knabe mit dem Wunderhorn [sung text not yet checked]

Ich bin ein lust'ger Geselle,
Wer könnt auf Erden fröhlicher sein!
Mein Rößlein so helle, so helle,
Das trägt mich mit Windesschnelle
In's blühende Leben hinein! --
Trara!
In's [blühende]2 Leben hinein.

Es tönt an meinem Munde
Ein silbernes Horn von süßem Schall,
Es tönt wohl manche Stunde,
Von Fels und Wald in der Runde
Antwortet der Widerhall! --
Trara!
[Antwortet]2 der Widerhall.

Und komm ich zu festlichen Tänzen,
Zu Scherz und Spiel im sonnigen Wald,
Wo schmachtende Augen mir glänzen
Und Blumen den Becher bekränzen,
Da schwing ich vom Roß mich alsbald --
Trara!
Da schwing ich vom Roß mich alsbald.

Süß lockt die Gitarre zum Reigen,
Ich küsse die Mädchen, ich trinke den Wein;
Doch will hinter blühenden Zweigen
Die purpurne Sonne sich neigen,
Da muß geschieden sein --
Trara!
Da muß geschieden sein.

Es zieht mich hinaus in die Ferne;
Ich gebe dem flüchtigen Rosse den Sporn.
Ade! Wohl blieb ich noch gerne,
Doch winken schon andre Sterne,
Und grüssend [vertönet]1 das Horn --
Trara!
Und grüssend [vertönet]1 das Horn.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Lidy van Noordenburg) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , copyright ©, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Lessmann: "ertöne"
2 omitted by Schumann

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

29. Schön Elschen [sung text checked 1 time]

Ich gehe nie vorüber
An ihrem Gartenhag,
Ich send' ihr stets hinüber
Wohl einen guten Tag;
Ich ruf' ihr zu von Ferne:
  Schön Elschen!
Sie hört und hört es gerne,
  Schön Elschen,
Sie dreht ihr schmuckes Hälschen
  Im Nu
Und nickt und lacht mir zu.

Jüngst steht die Pforte offen,
Ich schlüpfe flink hinein.
Wie ist so gross mein Hoffen!
Ich finde sie allein:
Dir hab' ich viel zu sagen,
  Schön Elschen!
Und Manches dich zu fragen,
  Schön Elschen! --
Sie dreht ihr schmuckes Hälschen:
  Siehst du!
Mein Vater kommt im Nu.

Und als ich geh' hernieder
Das Dorf am andern Tag,
Da komm' ich eben wieder
An ihren Gartenhag.
Da seh' ich lustig wandern
  Schön Elschen,
Zur Seite eines Andern
  Schön Elschen!
Sie lacht aus vollem Hälschen
  Im Nu --
Nun einem Andern zu.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Sweet Elsie"

Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Achte Auflage, mit dem Bildnisse des Dichters in Stahlstich, Zum Besten des hinterbliebenen Sohnes des Dichters, Berlin, Franz Lipperheide, 1874, page 245.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

30. Geständnis der Liebe [sung text checked 1 time]

Wohl mir der Stunde, wo ich sie fand,
die mir das Herz und den Sinn hat bezwungen.
Auf sie ist all' mein Sinnen gewandt,
mein Herz hat die Liebliche gänzlich errungen.
Daß ich sie nimmermehr lassen kann,
das haben die Reize, die Güte gemacht,
und ihr rother Mund, der so minniglich lacht.
 
Ich habe das Herz und die Sinne gewendet
nach ihr der Reinen, der Lieben, der Hehren.
Das möge uns beiden  noch werden vollendet,
was ich wage von ihrer Huld zu begehren.
So viel ich Freuden auf Erden gewann,
das haben die Reize, die Güte gemacht,
und ihr rother Mund, der so minniglich lacht.

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani