Spanisches Liederbuch: Weltliche Lieder

Song Cycle by Hugo Wolf (1860 - 1903)

Word count: 0

French (Français) translation: Livre de chants espagnols : chants profanes
English translation: Spanish Songbook : Secular Songs

1. Klinge, klinge mein Pandero [sung text checked 1 time]

Klinge, klinge, mein Pandero,
Doch an andres denkt mein Herz.
 
Wenn du, muntres Ding, verständest
Meine Qual und sie empfändest,
Jeder Ton, den du entsendest,
Würde klagen meinen Schmerz.
 
Bei des Tanzes Drehn und Neigen
Schlag' ich wild den Takt zum Reigen,
Daß nur die Gedanken schweigen,
Die mich mahnen an den Schmerz.
 
Ach, ihr Herrn, dann will im Schwingen
Oftmals mir die Brust zerspringen,
Und zum Angstschrei wird mein Singen,
Denn an andres denkt mein Herz.

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  • ENG English (Michael P. Rosewall) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Volkslieder und Romanzen der Spanier im Versmasse des Originals verdeutscht durch Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1843, page 26


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2. In dem Schatten meiner Locken [sung text checked 1 time]

In dem Schatten meiner Locken
Schlief mir mein Geliebter ein.
Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!

Sorglich strählt' ich meine krausen
Locken täglich in der Frühe,
Doch umsonst ist meine Mühe,
Weil die Winde sie zerzausen.
Lockenschatten, Windessausen
Schläferten den Liebsten ein.
Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!

Hören muß ich, wie ihn gräme,
Daß er schmachtet schon so lange,
Daß ihm Leben [geb' und nehme]1
Diese meine braune Wange,
Und er nennt mich seine Schlange,
Und doch schlief er bei mir ein.
Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!

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Confirmed with Spanisches Liederbuch von Emanuel Geibel und Paul Heyse, Berlin, Verlag von Wilhelm Herz, 1852, p. 57.

1 Brahms: "gäb und nähme"

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3. Seltsam ist Juanas Weise [sung text checked 1 time]

Seltsam ist Juanas Weise. 
Wenn ich steh' in Traurigkeit,
wenn ich seufz' und sage: heut,
"Morgen" spricht sie leise.

Trüb' ist sie, wenn ich mich freue;
lustig singt sie, wenn ich weine;
sag' ich, daß sie hold mir scheine,
spricht sie, daß sie stets mich scheue. 

Solcher Grausamkeit Beweise
brechen mir das Herz in Leid -
wenn ich seufz' und sage: heut,
"Morgen" spricht sie leise.

Heb' ich meine Augenlider,
weiß sie stets den Blick zu senken;
um ihn gleich empor zu lenken,
schlag' ich auch den meinen nieder. 

Wenn ich sie als Heil'ge preise,
nennt sie Dämon mich im Streit,
wenn ich seufz' und sage: heut,
"Morgen" spricht sie leise.

Sieglos heiß' ich auf der Stelle,
rühm' ich meinen Sieg bescheiden,
hoff' ich auf des Himmels Freuden,
prophezeit sie mir die Hölle. 

Ja, so ist ihr Herz von Eise,
säh' sie sterben mich vor Leid,
hörte mich noch seufzen: heut,
"Morgen" spräch' sie leise.

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4. Treibe nur mit Lieben Spott [sung text checked 1 time]

Treibe nur mit Lieben Spott,
Geliebte mein;
spottet doch der Liebesgott
dereinst auch dein!

Magst an Spotten nach Gefallen
du dich weiden;
von dem Weibe kommt uns Allen
Lust und Leiden. 
Treibe nur mit Lieben Spott,
Geliebte mein;
spottet doch der Liebesgott
dereinst auch dein!

Bist auch jetzt zu stolz zum Minnen,
glaub', o glaube:
Liebe wird dich doch gewinnen
sich zum Raube,
wenn du spottest meiner Not,
Geliebte mein,
spottet doch der Liebesgott
dereinst auch dein!

Wer da lebt in Fleisch, erwäge
alle Stunden:
Amor schläft und plötzlich rege
schlägt er Wunden. 
Treibe nur mit Lieben Spott,
Geliebte mein;
spottet doch der Liebesgott
dereinst auch dein!

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5. Auf dem grünen Balkon [sung text checked 1 time]

Auf dem grünen Balkon mein Mädchen
Schaut nach mir durch's Gitterlein.
Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

Glück, das nimmer ohne Wanken
Junger Liebe folgt hienieden,
Hat mir eine Lust beschieden,
Und auch da noch muß ich schwanken.
Schmeicheln hör ich oder Zanken,
Komm ich an ihr Fensterlädchen.
Immer nach dem Brauch der Mädchen
Träuft ins Glück ein bißchen Pein: 
Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

Wie sich nur in ihr vertragen
Ihre Kälte, meine Glut?
Weil in ihr mein Himmel ruht,
Seh ich Trüb und Hell sich jagen.
In den Wind gehn meine Klagen,
Daß noch nie die süße Kleine
Ihre Arme schlang um meine;
Doch sie hält mich hin so fein -
Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

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6. Wenn du zu den Blumen gehst [sung text checked 1 time]

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken.
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

Alle Blumen wissen ja,
daß du hold bist ohne gleichen.
Und die Blume, die dich sah --
Farb' und Schmuck muß ihr erbleichen.

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken. 
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

Lieblicher als Rosen sind die Küße,
die dein Mund verschwendet,
weil der Reiz der Blumen endet,
wo dein Liebreiz erst beginnt.

Wenn du zu den Blumen gehst,
pflücke die schönsten, dich zu schmücken. 
Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
müßtest du dich selber pflücken.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Quand tu vas parmi les fleurs", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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7. Wer sein holdes Lieb verloren [sung text checked 1 time]

Wer sein holdes Lieb verloren,
weil er Liebe nicht versteht,
besser wär' er nie geboren.
Ich verlor sie dort im Garten,
da sie Rosen brach und Blüten.
Hell auf ihren Wangen glühten
Scham und Lust in holder Zier.
Und von Liebe sprach sie mir;
doch ich größter aller Toren
wußte keine Antwort ihr
wär' ich nimmermehr geboren.

Ich verlor sie dort im Garten,
da sie sprach von Liebesplagen,
denn ich wagte nicht zu sagen,
wie ich ganz ihr eigen bin.
In die Blumen sank sie hin;
doch ich größter aller Toren
zog auch davon nicht Gewinn,
wär' ich nimmermehr geboren!

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Celui qui a perdu son doux amour", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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8. Ich fuhr über Meer [sung text checked 1 time]

Ich fuhr über [See]1,
ich [zog]2 über Land,
das Glück das fand
ich nimmermehr. 
Die Andern umher 
wie jubelten sie!

[Und]3 ich jubelte nie!
Nach Glück ich jagte,
an Leiden krankt' ich;
als Recht verlangt' ich 
was Liebe versagte.
Ich hofft' und wagte,
kein Glück mir gedieh,
und so schaut' ich es nie.

Trug ohne Klage 
die Leiden, die bösen,
und dacht', es lösen 
sich ab die Tage,
die fröhlichen Tage, 
wie eilen sie!
Ich ereilte sie nie!

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "J'ai sillonné la mer", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Kjerulf: "Meer"
2 Kjerulf: "fuhr"
3 omitted by Wolf.

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9. Blindes Schauen, dunkle Leuchte [sung text checked 1 time]

Blindes Schauen, dunkle Leuchte,
Ruhm voll Weh, erstorb'nes Leben,
Unheil, das ein Heil mir däuchte, 
Freud'ges Weinen, Lust voll Beben,
Süße Galle, durst'ge Feuchte,
Krieg im Frieden allerwegen,
Liebe, falsch versprachst du Segen,
Da dein Fluch den Schlaf mir scheuchte.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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10. Eide, so die Liebe schwur [sung text checked 1 time]

Eide, so die Liebe schwur,
schwache Bürgen sind sie nur.
Sitzt die Liebe zu Gericht,
dann, Señor, vergeßet nicht,
daß sie nie nach Recht und Pflicht,
immer nur nach Gunst verfuhr.

Eide, so die Liebe schwur, 
schwache Bürgen sind sie nur.
Werdet dort Betrübte finden,
die mit Schwüren sich verbinden,
die verschwinden mit den Winden,
wie die Blumen auf der Flur.

Eide, so die Liebe schwur, 
schwache Bürgen sind sie nur.
Und als Schreiber an den Schranken
seht ihr nichtige Gedanken.
Weil die leichten Händlein schwanken,
schreibt euch keiner nach der Schnur.

Eide, so die Liebe schwur, 
schwache Bürgen sind sie nur.
Sind die Bürgen gegenwärtig,
allesamt des Spruch's gewärtig,
machen sie das Urteil fertig;
vom Vollziehen keine Spur!
Eide, so die Liebe schwur, 
schwache Bürgen sind sie nur.

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Oaths, like those sworn from love", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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11. Herz, verzage nicht geschwind [sung text checked 1 time]

Herz, verzage nicht geschwind,
weil die Weiber Weiber sind.

Argwohn lehre sie dich kennen,
die sich lichte Sterne nennen
und wie Feuerfunken brennen.
Drum verzage nicht geschwind,
weil die Weiber Weiber sind.

Laß dir nicht den Sinn verwirren,
wenn sie süße Weisen girren;
möchten dich mit Listen kirren,
machen dich mit Ränken blind;
weil die Weiber Weiber sind.

Sind einander stets im Bunde,
fechten tapfer mit dem Munde,
wünschen, was versagt die Stunde,
bauen Schlößer in den Wind;
weil die Weiber Weiber sind.

Und so ist ihr Sinn verschroben,
daß sie, lobst du, was zu loben,
mit dem Mund dagegen toben,
ob ihr Herz auch Gleiches sinnt;
weil die Weiber Weiber sind.

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Heart, don’t despair so quickly", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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12. Sagt, seid Ihr es, feiner Herr [sung text checked 1 time]

Sagt, seid Ihr es, feiner Herr,
Der da jüngst so hübsch gesprungen
Und gesprungen und gesungen?
 
Seid Ihr der, vor dessen Kehle
Keiner mehr zu Wort gekommen?
Habt die Backen voll genommen,
Sangt gar artig, ohne Fehle.
Ja, Ihr seid's, bei meiner Seele,
Der so mit uns umgesprungen
Und gesprungen und gesungen.
 
Seid Ihr's, der auf Castagnetten
Und Gesang sich nie verstand,
Der die Liebe nie gekannt,
Der da floh vor Weiberketten?
Ja, Ihr seid's; doch möcht' ich wetten,
Manch ein Lieb habt Ihr umschlungen
Und gesprungen und gesungen.
 
Seid Ihr der, der Tanz und Lieder
So herausstrich ohne Maß?
Seid Ihr's, der im Winkel saß
Und nicht regte seine Glieder?
Ja Ihr seid's, ich kenn' Euch wieder,
Der zum Gähnen uns gezwungen
Und gesprungen und gesungen!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Say, was it you, fine sir", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Dites-moi, beau Monsieur", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Spanisches Liederbuch von Emanuel Geibel und Paul Heyse. Berlin: Verlag von Wilhelm Hertz, 1852, pages 121-122


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13. Mögen alle bösen Zungen [sung text checked 1 time]

Mögen alle bösen Zungen
Immer sprechen, was beliebt:
Wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
Und ich [lieb' und]1 bin geliebt.

Schlimme, schlimme Reden flüstern
eure Zungen schonungslos,
doch ich weiß es, sie sind lüstern
nach unschuld'gem Blute bloß.
Nimmer soll es mich bekümmern,
schwatzt so viel es euch beliebt;
wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
und ich [lieb' und]1 bin geliebt.

Zur Verleumdung sich verstehet 
Nur, wem Lieb' und Gunst gebrach,
Weil's ihm selber elend gehet,
Und ihn niemand [minnt]2 und mag.
Darum denk' ich, daß die Liebe, 
Drum sie schmähn, mir Ehre giebt;
Wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
Und ich [lieb' und]1 bin geliebt.

Wenn ich wär' aus Stein und Eisen,
Möchtet ihr darauf bestehn,
Daß ich sollte von mir weisen
Liebesgruß und Liebesflehn.
Doch mein Herzlein ist nun leider
Weich, wie's Gott uns [Mädchen]3 giebt;
Wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
Und ich [lieb' und]1 bin geliebt.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Ik word bemind", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Je suis aimée", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Abel Alamillo Fernández) , "Zungen Dejad que las malas lenguas", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "weiss, ich"
2 Schumann: "nimmt"
3 Schumann: "Menschen"

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14. Köpfchen, Köpfchen, nicht gewimmert [sung text checked 1 time]

Köpfchen, Köpfchen, nicht gewimmert,
halt dich wacker, halt dich munter,
stütz zwei gute Säulchen unter,
heilsam aus Geduld gezimmert!
Hoffnung schimmert,
wie sich's auch verschlimmert
und dich kümmert.
Mußt mit Grämen 
dir nichts zu Herzen nehmen,
ja kein Märchen,
daß zu Berg dir stehn die Härchen;
da sei Gott davor
und der Riese Christophor!

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  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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15. Sagt ihm, daß er zu mir komme [sung text checked 1 time]

Sagt ihm, daß er zu mir komme,
Denn je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!

O zum Wanken
Bringt die Liebe nichts auf Erden;
Durch ihr Zanken
Wird sie nur gedoppelt werden. 
Sie gefährden
Mag nicht ihrer Neider Wut;
Denn je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!

Eingeschlossen
Haben sie mich lange Tage;
Unverdrossen
Mich gestraft mit schlimmer Plage;
Doch ich trage
Jede Pein mit Liebesmut,
[Und]1 je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!

Meine Peiniger
Sagen oft, ich soll dich lassen,
Doch nur einiger
Woll'n wir uns ins Herze fassen. 
Muß ich drum erblassen,
Tod um Liebe lieblich tut,
Und je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!

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  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Wolf: "Denn"

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16. Bitt' ihn, o Mutter, bitte den Knaben [sung text checked 1 time]

Bitt' ihn, o Mutter,
bitte den Knaben,
nicht mehr zu zielen,
weil er mich tödtet.
Mutter, o Mutter,
die launische Liebe
höhnt und versöhnt mich,
flieht mich und zieht mich. 
Ich sah zwei Augen
am letzten Sonntag,
Wunder des Himmels,
Unheil der Erde. 
Was man sagt, o Mutter,
von Basilisken,
erfuhr mein Herze, [da]1
ich sie sah. 
Bitt' ihn, o Mutter,
bitte den Knaben,
nicht mehr zu zielen,
weil er mich tödtet.

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  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Note: not all of the original text was translated to German by Heyse.
1 Weismann: "seit"

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17. Liebe mir im Busen [sung text checked 1 time]

Liebe mir im Busen 
Zündet einen Brand.
Wasser, liebe Mutter, 
Eh das Herz verbrannt!

Nicht das blinde Kind 
Straft für meine Fehle;
Hat zuerst die Seele 
Mir gekühlt so lind.
Dann entflammt's geschwind 
Ach, mein Unverstand;
Wasser, liebe Mutter, 
Eh das Herz verbrannt!

Ach! wo ist die Flut, 
Die dem Feuer wehre? 
Für so große Glut 
Sind zu arm die Meere.
Weil es wohl mir tut 
Wein' ich unverwandt;
Wasser, liebe Mutter, 
Eh das Herz verbrannt!

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Love in my breast ", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Note: this is thought to be an original poem by Heyse, not a translation like the others in the collection.

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18. Schmerzliche Wonnen und wonnige Schmerzen [sung text checked 1 time]

Schmerzliche Wonnen und wonnige Schmerzen,
Wasser im Auge und Feuer im Herzen,
Stolz auf den Lippen und Seufzer im Sinne,
Honig und Galle zugleich ist die Minne.

Oft, wenn ein Seelchen vom Leibe geschieden,
möcht' es Sankt Michael tragen in Frieden.
Aber der Dämon auch möcht es verschlingen;
Keiner will weichen, da geht es ans Ringen.

Seelchen, gequältes, in ängstlichem Wogen
fühlst du dich hier hin und dort hin gezogen,
aufwärts und abwärts. In solches Getriebe
stürzt zwischen Himmel und Höll' uns die Liebe.

Mütterchen, ach, und mit siebenzehn Jahren
hab ich dies Hangen und Bangen erfahren,
Hab's dann verschworen mit Tränen der Reue;
ach, und schon lieb' ich, schon lieb' ich auf's neue.

Authorship

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Painful delight and delightful pain", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Note: this is an original poem and not a translation.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

19. Trau nicht der Liebe [sung text checked 2 times]

Trau nicht der Liebe,
mein Liebster, gib Acht!
Sie macht dich noch weinen,
wo heut du gelacht.

Und siehst du nicht schwinden
des Mondes Gestalt?
Das Glück hat nicht minder
nur wankenden Halt. 
Dann rächt es sich bald;
und Liebe, gieb Acht!
Sie macht dich noch weinen,
wo heut du gelacht.

Drum hüte dich fein
vor törigem Stolze!
Wohl singen im Mai'n
die Grillchen im Holze;
dann schlafen sie ein,
und Liebe, gieb Acht!
sie macht dich noch weinen,
wo heut du gelacht.

Wo schweifst du nur hin?
Laß Rat dir erteilen:
Das Kind mit den Pfeilen
hat Possen im Sinn. 
Die Tage, die eilen
und Liebe, gieb Acht!
Sie macht dich noch weinen,
wo heut du gelacht.

Nicht immer ist's helle,
nicht immer ist's dunkel,
der Freude Gefunkel
erbleicht so schnelle. 
Ein falscher Geselle
ist Amor, gieb Acht!
Er macht dich noch weinen,
wo heut du gelacht.

Authorship

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  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Malcolm Wren [Guest Editor]

20. Ach, im Maien war's, im Maien [sung text checked 1 time]

Ach, im Maien war's, im Maien,
wo die warmen Lüfte wehen,
wo verliebte Leute pflegen
ihren Liebchen nachzugehn.

Ich allein, ich armer Trauriger,
lieg' im Kerker so verschmachtet,
und ich seh' nicht, wann es taget,
und ich weiß nicht, wann es nachtet.

Nur an einem Vöglein merkt' ich's,
das da drauß im Maien sang;
das hat mir ein Schütz getödtet
geb' ihm Gott den schlimmsten Dank!

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  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Era di maggio", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

21. Alle gingen, Herz, zur Ruh [sung text checked 1 time]

Alle gingen, Herz, zur Ruh,
alle schlafen, nur nicht du.
Denn der hoffnungslose Kummer
scheucht von deinem Bett den Schlummer,
und dein Sinnen schweift in stummer 
Sorge seiner Liebe zu.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "In de nacht", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Trova ogni cosa, mio cuore, riposo", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Ana Vargas) , "Todos dormem, coração", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: John Glenn Paton [Guest Editor]

22. Dereinst, Gedanke mein [sung text checked 1 time]

Dereinst, dereinst,
[Gedanke]1 mein,
Wirst ruhig sein.

Läßt Liebesglut
Dich still nicht werden,
In kühler Erden,
Da schläfst du gut,
[Dort ohne Lieb']2
und ohne Pein
Wirst ruhig sein.

Was du im Leben
Nicht hast gefunden,
Wenn es entschwunden,
[Wird's dir]3 gegeben,
Dann ohne Wunden
[Und ohne Pein]2
Wirst ruhig sein.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Liefdesverdriet", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David K. Smythe) , "One day, o my mind", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chagrin d'amour", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Desgosto de amor", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "O Gedanke"
2 omitted by Schumann
3 Schumann, Wolf: "Wird dir's

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23. Tief im Herzen trag' ich Pein [sung text checked 1 time]

Tief im Herzen trag' ich Pein,
Muß nach außen stille sein.
 
Den geliebten Schmerz verhehle
Tief ich vor der Welt Gesicht;
Und es fühlt ihn nur die Seele,
Denn der Leib verdient ihn nicht.
Wie der Funke frei und licht
Sich verbirgt im Kieselstein,
Trag' ich innen tief die Pein.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Diep van binnen lijd ik pijn", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Deep within my heart I harbour anguish", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La souffrance est au fond de mon cœur", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Volkslieder und Romanzen der Spanier im Versmasse des Originals verdeutscht durch Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1843, page 6


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

24. Komm, o Tod, von Nacht umgeben [sung text checked 1 time]

Komm, o Tod, von Nacht umgeben,
leise komm zu mir gegangen,
daß die Lust, dich zu umfangen,
nicht zurück mich ruf' ins Leben.

Komm, so wie der Blitz uns rühret,
den der Donner nicht verkündet,
bis er plötzlich sich entzündet
und den Schlag gedoppelt führet.

Also seist du mir gegeben,
plötzlich stillend mein Verlangen,
daß die Lust, dich zu umfangen,
nicht zurück mich ruf' ins Leben.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Come, O death, surrounded by night", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Viens, ô mort, entourée de la nuit", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

25. Ob auch finstere Blicke glitten [sung text checked 1 time]

Ob auch finstre Blicke glitten,
Schöner Augenstern, aus dir,
Wird mir doch nicht abgestritten,
Daß du hast geblickt nach mir.
 
Wie sich auch der Strahl bemühte,
Zu verwunden meine Brust,
Giebt's ein Leiden, das die Lust,
Dich zu schaun, nicht reich vergüte?
Und so tödtlich mein Gemüthe
Unter deinem Zorn gelitten,
Wird mir doch nicht abgestritten,
Daß du hast geblickt nach mir.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Note: this is the entire Heyse text; not all of the original text appears to have been translated.

Confirmed with Spanisches Liederbuch von Emanuel Geibel und Paul Heyse. Berlin: Verlag von Wilhelm Hertz, 1852, page 72


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

26. Bedeckt mich mit Blumen [sung text checked 1 time]

Bedeckt mich mit Blumen,
Ich sterbe vor Liebe.
Daß die Luft mit leisem Wehen
nicht den süßen Duft [mir]1 entführe,
    Bedeckt mich!
[Ist ja alles doch dasselbe, 
Liebesodem oder Düfte 
    Von Blumen.]2
Von Jasmin und weißen Lilien
sollt ihr hier mein Grab bereiten,
    Ich sterbe. 
Und befragt ihr mich: Woran?
sag' ich: Unter süßen Qualen
    Vor Liebe.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Duet 'Bedek mij met bloemen'", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Constance Bache) , "O'erstrew me with flowers"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Couvre moi de fleurs, je meurs", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Ricopritemi di fiori", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Abel Alamillo Fernández) , "Cubridme con flores", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 omitted by Rubinstein
2 omitted by Schumann.

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27. Und schläfst du, mein Mädchen [sung text checked 1 time]

Und schläfst du, mein Mädchen,
Auf, öffne du mir;
Denn die Stund' ist gekommen,
Da wir wandern von hier.

Und bist ohne Sohlen,
Leg' keine dir an;
Durch reisende Wasser
Geht unsere Bahn.

Durch die tief tiefen Wasser
Des Guadalquivir;
Denn die Stund' ist gekommen,
Da wir wandern von hier.1

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Intermezzo", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David K. Smythe) , "And are you sleeping, my girl?", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Intermezzo", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Schumann and Wolf here repeat the line "Auf, öffne du mir!"

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28. Sie blasen zum Abmarsch [sung text checked 1 time]

Sie blasen zum Abmarsch,
Lieb Mütterlein.
Mein Liebster muß scheiden
Und läßt mich allein!

Am Himmel die Sterne
Sind kaum noch geflohn,
Da feuert von ferne
Das Fußvolk schon.
Kaum hört er den Ton,
Sein Ränzelein schnürt er,
Von hinnen marschiert er,
Mein Herz hinterdrein.
Mein Liebster muß scheiden
Und läßt mich allein!

Mir ist wie dem Tag,
Dem die Sonne geschwunden.
Mein Trauern nicht mag
So balde gesunden.
Nach nichts ich frag,
Keine Lust mehr heg ich,
Nur Zwiesprach pfleg ich
Mit meiner Pein--
Mein Liebster muß scheiden
Und läßt mich allein!

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  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , "They're sounding the rally", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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29. Weint nicht, ihr Äuglein [sung text checked 1 time]

Weint nicht, ihr Äuglein!
Wie kann so trübe 
weinen vor Eifersucht,
wer tödtet durch Liebe?

Wer selbst Tod bringt,
der sollt' ihn ersehnen?
Sein Lächeln bezwingt
was trotzt seinen Tränen.

Weint nicht, ihr Äuglein!
Wie kann so trübe 
weinen vor Eifersucht,
wer tödtet durch Liebe?

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  • ENG English (Malcolm Wren) , "Do not cry, little eyes!", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ne pleurez pas, petits yeux", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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30. Wer tat deinem Füßlein weh? [sung text checked 1 time]

»Wer tat deinem Füßlein weh?
La Marioneta,
Deiner Ferse weiß wie Schnee?
La Marion.«

Sag Euch an, was krank mich macht,
Will kein Wörtlein Euch verschweigen:
Ging zum Rosenbusch zur Nacht,
Brach ein Röslein von den Zweigen;
Trat auf einen Dorn im Gang,
La Marioneta,
Der mir bis ins Herze drang,
La Marion.

Sag Euch alle meine Pein,
Freund, und will Euch nicht berücken:
Ging in einem Wald allein,
Eine Lilie mir zu pflücken;
Traf ein Stachel scharf mich dort,
La Marioneta,
War ein süßes Liebeswort,
La Marion.

Sag Euch mit Aufrichtigkeit
Meine Krankheit, meine Wunde:
In den Garten ging ich heut,
Wo die schönste Nelke stunde;
Hat ein Span mich dort verletzt,
La Marioneta,
Blutet fort und fort bis jetzt,
La Marion.

»Schöne Dame, wenn Ihr wollt,
Bin ein Wundarzt guter Weise,
Will die Wund' Euch stillen leise,
Daß Ihr's kaum gewahren sollt.
Bald sollt Ihr genesen Sein,
La Marioneta,
Bald geheilt von aller Pein,
La Marion.«

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  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , "Who hurt your little foot?", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Qui a fait mal à ton petit pied ?", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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31. Deine Mutter, süßes Kind [sung text checked 1 time]

Deine Mutter, süßes Kind,
da sie in den Weh'n gelegen,
brausen hörte sie den Wind.
Und so hat sie dich geboren 
mit dem falschen wind'gen Sinn.
Hast du heut ein Herz erkoren,
wirfst es morgen treulos hin.
Doch den zähl' ich zu den Toren,
der dich schmäht der Untreu wegen:
Dein Geschick war dir entgegen;
denn die Mutter, süßes Kind,
da sie in den Weh'n gelegen,
brausen hörte sie den Wind.

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  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Note: this is an original poem by Heyse, written under the pseudonym of Don Luis el Chico.

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32. Da nur Leid und Leidenschaft [sung text checked 1 time]

Da nur Leid und Leidenschaft
mich bestürmt in deiner Haft,
biet' ich nun mein Herz zu Kauf. 
Sagt, hat einer Lust darauf?

Soll ich sagen, wie ich's schätze,
sind drei Batzen nicht zu viel. 
Nimmer war's des Windes Spiel,
eigensinnig blieb's im Netze. 

Aber weil mich drängt die Not
biet' ich nun mein Herz zu Kauf,
schlag' es los zum Meistgebot -
sagt, hat einer Lust darauf?

Täglich kränkt es mich im Stillen
und erfreut mich nimmermehr. 
Nun wer bietet? wer giebt mehr?
Fort mit ihm und seinen Grillen!

Daß sie schlimm sind, leuchtet ein,
biet' ich doch mein Herz zu Kauf. 
Wär es froh, behielt' ich's fein -
sagt, hat einer Lust darauf?

Kauft ihr's, leb' ich ohne Grämen. 
Mag es haben, wenn's beliebt!
Nun wer kauft? wer will es nehmen?
Sag' ein Jeder, was er giebt. 

Noch einmal vorm Hammerschlag
biet' ich jetzt mein Herz zu Kauf,
daß man sich entscheiden mag -
sagt, hat einer Lust darauf?

Nun zum ersten und zum zweiten
und beim dritten schlag' ich's zu!
Gut denn! Mag dir's Glück bereiten;
nimm es, meine Liebste du!

Brenn' ihm mit dem glüh'nden Erz
gleich das Sklavenzeichen auf;
denn ich schenke dir mein Herz,
hast du auch nicht Lust zum Kauf.

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Since suffering and passion are all", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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33. Wehe der, die mir verstrickte [sung text checked 1 time]

Wehe der, die mir verstrickte
meinen Geliebten!
Wehe der, die ihn verstrickte!

Ach, der Erste, den ich liebte,
ward gefangen in Sevilla. 
Mein Vielgeliebter,
Wehe der, die ihn verstrickte!

Ward gefangen in Sevilla
mit der Fessel meiner Locken. 
Mein Vielgeliebter,
Wehe der, wehe der, die ihn verstrickte!

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Woe to her, who ensnared", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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34. Geh, Geliebter, geh jetzt! [sung text checked 1 time]

Geh, Geliebter, geh jetzt!
Sieh, der Morgen dämmert.

Leute gehen schon durch die Gasse,
Und der Markt wird so belebt,
Daß der Morgen wohl, der blasse,
Schon die weißen Flügel hebt.
Und vor unsern Nachbarn bin ich
Bange, daß du Anstoß giebst:
Denn sie wissen nicht, wie innig
Ich dich lieb' und du mich liebst.

Drum, Geliebter, geh jetzt!
Sieh, der Morgen dämmert.

Wenn die Sonn' am Himmel scheinend
Scheucht vom Feld die Perlen klar,
Muß auch ich die Perle weinend
Lassen, die mein Reichthum war.
Was als Tag den Andern funkelt,
Meinen Augen dünkt es Nacht,
Da die Trennung bang mir dunkelt,
Wenn das Morgenroth erwacht.

Geh, Geliebter, geh jetzt!
Sieh, der Morgen dämmert.

[ ... ]
Fliehe denn aus meinen Armen! Denn versäumest du die Zeit, Möchten für ein kurz Erwarmen Wir ertauschen langes Leid. Ist in Fegerfeuersqualen Doch ein Tag schon auszustehn, Wenn die Hoffnung fern in Strahlen Läßt des Himmels Glorie sehn. Drum, Geliebter, geh jetzt! Sieh, der Morgen dämmert.

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  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , "Go, my lover, go now!", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Va, mon amour, va maintenant", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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