Die Heimkehr : 88 Gedichte aus H. Heine's Reisebildern

Song Cycle by Johann Vesque von Püttlingen (1803 - 1883)

Word count: 0

1. In mein gar zu dunkles Leben [sung text not yet checked]

In mein gar zu dunkles Leben
Strahlte einst ein süßes Bild;
Nun das süße Bild erblichen,
Bin ich gänzlich nachtumhüllt.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln,
Wird beklommen ihr Gemüt,
Und um ihre Angst zu bannen,
Singen sie ein lautes Lied.

Ich, ein tolles Kind, ich singe
Jetzo in der Dunkelheit;
[Klingt]1 das Lied auch nicht ergötzlich,
Hat's mich doch von Angst befreit.

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1 Heine's earlier version has "Ist" here.

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2. Loreley [sung text not yet checked]

  Ich weiß nicht, was [soll es]1 bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus [alten]2 Zeiten,
Das [kommt]3 mir nicht aus dem Sinn.

  Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig [fließt]4 der Rhein;
[Der Gipfel des Berges]5 funkelt
Im Abendsonnenschein.

  Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt [ihr goldenes]6 Haar.

  Sie kämmt es mit [goldenem]7 Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
[Gewaltige]8 Melodei.

  Den Schiffer im kleinen [Schiffe]9
Ergreift es mit wildem Weh;
Er [schaut]10 nicht die Felsenriffe,
Er [schaut nur hinauf]11 in die Höh'.

  Ich glaube, [die Wellen verschlingen
Am Ende]12 Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die [Lorelei]13 gethan.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , no title, copyright © 1995, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Arthur Westbrook) , "The Loreley"
  • ENG English [singable] (Samuel Langhorne Clemens) , "The lorelei", appears in A Tramp Abroad, Volume 1, Leipzig: Bernhard Tauchnitz, p. 123-4, first published 1880
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , "Lorelei", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , no title, appears in Pieśni Heinego, in Powrót, no. 2
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "A Loreley", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Alfredo García) , "Lorelei", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], pages 116-117.

1 Bronsart, Liszt,: "soll's"
2 Fibich: "uralten"
3 Fibich: "geht"
4 Bürde: "fliesset"
5 Fibich: "Des Berges Gipfel"
6 Bronsart, Kinkel: "ihr goldnes"; Bürde: "das gold'ne"; C. Schumann: "ihr gold'nes"
7 Bronsart: "goldnem"; Liszt, C. Schumann: "gold'nem"
8 Bronsart, Kinkel, Liszt: "Gewalt'ge"
9 Bürde: "Kahne"
10 Fibich: "sieht"
11 Fibich: "sieht nur nach ihr"
12 Kinkel: "am Ende verschlingen / Die Wellen"
13 Bürde: "Loreley"

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3. Auf der Bastei [sung text not yet checked]

Mein Herz, mein Herz ist traurig,
doch lustig leuchtet der Mai;
ich stehe, gelehnt an der Linde,
hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaue
Stadtgraben in stiller Ruh;
ein Knabe fährt im Kahne,
und angelt und pfeift dazu.

Jenseits erheben sich freundlich,
in winziger, bunter Gestalt,
Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,
und Ochsen, und Wiesen, und Wald.

Die Mägde bleichen Wäsche,
und springen im Gras herum;
das Mühlrad stäubt Diamanten,
ich höre sein fernes Gesumm.

Am alten grauen Turme
ein Schilderhäuschen steht;
ein rotgeröckter Bursche
dort auf und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,
die funkelt im Sonnenrot,
er präsentiert und schultert -
ich wollt, er schösse mich tot.

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4. Im Walde wandl' ich und weine [sung text not yet checked]

Im Walde wandl' ich und weine,
die Drossel sitzt in der Höh;
sie springt und singt gar feine:
Warum ist dir so weh?

"Die Schwalben, deine Schwestern,
die könnens dir sagen, mein Kind;
sie wohnten in klugen Nestern,
wo Liebchens Fenster sind."

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5. Das Jägerhaus [sung text not yet checked]

Die Nacht ist feucht und stürmisch,
der Himmel sternenleer;
im Wald, unter rauschenden Bäumen,
wandle ich schweigend einher.

Es flimmert fern ein Lichtchen
aus dem einsamen Jägerhaus;
es soll mich nicht hin verlocken,
dort sieht es verdrießlich aus.

Die blinde Großmutter sitzt ja
im ledernen Lehnstuhl dort,
unheimlich und starr, wie ein Steinbild,
und spricht kein einziges Wort.

Fluchend geht auf und nieder
des Försters rotköpfiger Sohn,
und wirft an die Wand die Büchse,
und lacht vor Wut und Hohn.

Die schöne Spinnerin weinet
und feuchtet mit Tränen den Flachs;
wimmernd zu ihren Füßen
schmiegt sich des Vaters Dachs.

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6. Das Schwesterchen [sung text not yet checked]

Als ich, auf der Reise, zufällig
Der Liebsten Familie fand,
Schwesterchen, Vater und Mutter,
Sie haben mich freudig erkannt.

Sie fragten nach meinem Befinden,
Und sagten selber sogleich:
Ich hätte mich gar nicht verändert,
Nur mein Gesicht sei bleich.

Ich fragte nach Muhmen und Basen,
Nach manchem langweilgen Geselln,
Und nach dem kleinen Hündchen
mit seinem sanften Belln.

Auch nach der vermählten Geliebten
Fragte ich nebenbei;
Und freundlich gab man zur Antwort:
Daß sie in den Wochen sei.

Und freundlich gratuliert ich,
Und lispelte liebevoll:
Daß man sie von mir recht herzlich
Viel tausendmal grüßen soll.

Schwesterchen rief dazwischen:
Das Hündchen, sanft und klein,
Ist groß und toll geworden,
Und ward ertränkt, im Rhein.

Die Kleine gleicht der Geliebten,
Besonders wenn sie lacht;
Sie hat dieselben Augen,
Die mich so elend gemacht.

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7. Am Meere [sung text not yet checked]

Wir saßen am Fischerhause,
Und schauten nach der See;
Die Abendnebel kamen,
Und stiegen in die Höh'.

Im Leuchtturm wurden die Lichter
Allmählich angesteckt,
Und in der weiten Ferne
Ward noch ein Schiff entdeckt.

Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch,
Vom Seemann, und wie er lebt,
Und zwischen Himmel und Wasser,
Und Angst und Freude schwebt.

Wir sprachen von fernen Küsten,
Vom Süden und vom Nord,
Und von den seltsamen Menschen
Und seltsamen Sitten dort.

Am Ganges duftet's und leuchtet's,
Und Riesenbäume blühn,
Und schöne, stille Menschen
Vor Lotosblumen knien.

In Lappland sind schmutzige Leute,
Plattköpfig, breitmäulig, klein;
Sie kauern ums Feuer und backen
Sich Fische, und quäken und schrein.

Die Mädchen horchten ernsthaft,
Und endlich sprach niemand mehr;
Das Schiff war nicht mehr sichtbar,
Es dunkelte gar zu sehr.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "'s Avonds aan het strand", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "We sat at the fisherman's house", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Presso la casa del pescatore", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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8. Du schönes Fischermädchen [sung text not yet checked]

Du schönes Fischermädchen,
Treibe den Kahn an's Land;
Komm zu [mir und setze]1 dich nieder,
Wir kosen Hand in Hand.

Leg' an mein Herz dein Köpfchen,
Und fürchte dich nicht [zu]2 sehr,
[Vertrau'st du dich]3 doch sorglos
Täglich dem wilden Meer.

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb' und Fluth,
Und manche schöne Perle
In seiner Tiefe ruht.4

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La jove pescadora", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Het vissersmeisje", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "You beautiful fishermaiden", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist)
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) [singable] (Émile Deschamps)
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Toi, jolie fille du pêcheur", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "La pescatrice", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "어부 아가씨", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , "Rybaczko piękna, miła", appears in Pieśni Heinego, in Powrót, no. 8, first published 1880
  • POL Polish (Polski) (Stanisław Budziński) , no title, first published 1886
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 186; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 12.

First published as number XII of Drei und dreißig Gedichte von H. Heine in Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben von F. W. Gubitz. Achter Jahrgang. Berlin, 1824. In der Maurerschen Buchhandlung. Sonnabend den 27. März. 50stes Blatt, page 246.

1 Meyerbeer: "mir, setz"
2 Dresel: "so"
3 Dresel: "Trauest du"
4 Meyerbeer adds:
Komm! Komm!
Du schönes Fischermädchen, komm, komm,
Wir kosen Hand in Hand.
Komm! Komm! Komm!

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9. Der Seejungfern Gesang [sung text not yet checked]

Der Mond ist aufgegangen
und überstrahlt die Wellen;
ich halte mein Liebchen umfangen,
und unsre Herzen schwellen.

Im Arm des holden Kindes
ruh' ich allein am Strand;
was horchst du beim Rauschen des Windes?
Was zuckt deine weiße Hand?

"Das ist kein Rauschen des Windes,
das ist der Seejungfern Sang,
und meine Schwestern sind es,
die einst das Meer verschlang!"

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10. Der Wind zieht seine Hosen an [sung text not yet checked]

Der Wind zieht seine Hosen an,
Die weißen Wasserhosen!
Er peitscht die Wellen, so stark er kann,
Die heulen und brausen und tosen.

Aus dunkler Höh, mit wilder Macht,
Die Regengüsse träufen;
Es ist, als wollt die alte Nacht
Das alte Meer ersäufen.

An den Mastbaum klammert die [Möwe]1 sich
Mit [heiserem Schrillen]2 und Schreien;
Sie flattert und will gar ängstiglich
Ein Unglück prophezeien.

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1 White spells it "Möve"
2 White: "heis'ren Schrill'n"
Note: The White score has a typo in the last line: "prophezeihen"

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11. Der Sturm spielt auf zum Tanze [sung text checked 1 time]

Der Sturm spielt auf zum Tanze,
[Er]1 pfeift und saust und brüllt;
Heisa! wie [springt]2 das Schifflein!
Die Nacht ist lustig und wild.

Ein lebendes Wassergebirge
Bildet die tosende See;
Hier gähnt ein schwarzer Abgrund,
Dort türmt es sich [weiß]3 in die Höh'.

Ein Fluchen, Erbrechen und Beten
Schallt aus der Kajüte heraus;
Ich halte mich fest [am]4 Mastbaum
Und wünsche: Wär ich zu Haus!

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1 Lachner: "es"
2 Lachner: "springet"
3 Lachner: "weit"
4 Lachner: "an den"

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12. Die Meerfrau [sung text not yet checked]

Der Abend kommt gezogen,
Der Nebel bebeckt die See;
Geheimnisvoll rauschen die Wogen,
Da steigt es weiss in die Höh.

Die Meerfrau steig aus den Wellen,
Und setzt sich zu mir, am Strand;
Die weissen Brüste quellen
Hervor aus dem Schleiergewand.

Sie drückt mich und sie presst mich
Und tut mir fast ein Weh; -
Du drückst ja viel zu fest mich,
Du schöne Wasserfee!

"Ich presse dich, in meinen Armen,
Und drücke dich mit Gewalt;
Ich will bei dir erwarmen,
Der Abend ist so kalt."

Der Mond schaut immer blasser
Aus dämmriger Wolkenhöh; -
Dein Auge wird trüber und nasser,
Du schöne Wasserfee!

"Es wird nicht trüber und nasser,
Mein Aug ist nass und trüb,
Weil, als ich stieg aus dem Wasser,
Ein Tropfen im Auge blieb."

Die Möwen schrillen kläglich,
Es grollt und brandet die See; -
Dein Herz pocht wild beweglich,
Du schöne Wasserfee!

"Mein Herz pocht wild beweglich,
Es pocht beweglich wild,
Weil ich dich liebe unsäglich,
Du liebes Menschenbild!"

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
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13. Der deutsche Dichter [sung text not yet checked]

Wenn ich an deinem Hause
Des Morgens vorübergeh,
So freuts mich, du liebe Kleine,
Wenn ich dich am Fenster seh.

Mit deinen schwarzbraunen Augen
Siehst du mich forschend an:
Wer bist du, und was fehlt dir,
Du fremder, kranker Mann?

"Ich in ein deutscher Dichter,
Bekannt im deutschen Land;
Nennt man die besten Namen,
So wird auch der meine genannt.

Und was mir fehlt, du Kleine,
Fehlt manchem im deutschen Land;
Nennt man die schlimmsten Schmerzen,
So wird auch der meine genannt."

Authorship

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14. Die vergifteten Tränen [sung text not yet checked]

Das Meer erglänzte weit hinaus,
Im letzten Abendscheine;
Wir saßen am einsamen Fischerhaus,
Wir saßen stumm und alleine.

Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,
Die Möve flog hin und wieder;
Aus deinen Augen, liebevoll,
Fielen die Thränen nieder.

Ich sah sie fallen auf deine Hand,
Und bin auf's Knie gesunken;
Ich hab' von deiner weißen Hand
Die Thränen fortgetrunken.

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,
Die Seele stirbt vor Sehnen; -
Mich hat das unglückseel'ge Weib
Vergiftet mit ihren Thränen.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Vora el mar", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan zee", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "The sea sparkled out in the distance", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Au bord de la mer", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Al mare", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "바닷가에서", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Stanisław Budziński) , no title, first published 1886
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 193; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 19.


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15. Drei Fräulein [sung text not yet checked]

Da droben auf jenem Berge,
Da steht ein feines Schloß,
Da wohnen drei schöne Fräulein,
Von denen ich Liebe genoß.

Sonnabend küßte mich Jette,
Und Sonntag die Julia,
Und Montag die Kunigunde,
Die hat mich erdrückt beinah.

Doch Dienstag war eine Fete
Bei meinen drei Fräulein im Schloß;
Die Nachbarschafts-Herren und Damen,
Die kamen zu Wagen und Roß.

Ich aber war nicht geladen,
Und das habt ihr dumm gemacht!
Die zischelnden Muhmen und Basen,
Die merktens und haben gelacht.

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16. Die Stadt [sung text not yet checked]

Am fernen Horizonte
Erscheint, wie ein Nebelbild,
Die Stadt mit ihren Thürmen,
In Abenddämmrung gehüllt.

Ein feuchter Windzug kräuselt
Die graue Wasserbahn;
Mit traurigem Tacte rudert
Der Schiffer in meinem Kahn.

Die Sonne hebt sich noch einmal
Leuchtend vom Boden empor,
Und zeigt mir jene Stelle,
Wo ich das Liebste verlor.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La ciutat", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De stad", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Appearing on the far horizon", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , "Am fernen Horizonte", appears in Poems Selected from Heinrich Heine, ed. by Kate Freiligrath Kroeker, p. 94, first published 1887
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La ville", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "La città", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "도시", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "Byen", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 195; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 21.

First published as number III of Drei und dreißig Gedichte von H. Heine in Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben von F. W. Gubitz. Achter Jahrgang. Berlin, 1824. In der Maurerschen Buchhandlung. Freitag den 26. März. 49stes Blatt, page 243.


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17. Tor und Torin [sung text not yet checked]

Sei mir gegrüßt, du große,
Geheimnisvolle Stadt,
Die einst in ihrem Schoße
Mein Liebchen umschlossen hat.

Sagt an, ihr Türme und Tore,
Wo ist die Liebste mein?
Euch hab ich sie anvertrauet,
Ihr solltet mir Bürge sein.

Unschuldig sind die Türme,
Sie konnten nicht von der Stell,
Als Liebchen mit Koffern und Schachteln
Die Stadt verlassen so schnell.

Die Tore jedoch, die ließen
Mein Liebchen entwischen gar still;
Ein Tor ist immer willig,
Wenn eine Törin will.

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18. So wandl' ich wieder den alten Weg [sung text not yet checked]

So wandl' ich wieder den alten Weg,
Die wohlbekannten Gassen;
Ich komme vor meiner Liebsten Haus,
Das steht so leer und verlassen.

Die Straßen sind doch gar zu eng!
Das Pflaster ist unerträglich!
Die Häuser fallen mir auf den Kopf!
Ich eile so viel als möglich!

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19. Schlangenbrut [sung text not yet checked]

Ich trat in jene Hallen,
Wo sie mir Treue versprochen;
Wo einst ihre Tränen gefallen,
Sind Schlangen hervorgekrochen.

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20. Der Doppelgänger [sung text not yet checked]

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,
In diesem Hause wohnte mein Schatz;
Sie hat schon längst die Stadt verlassen,
Doch steht noch das Haus auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe,
Und ringt die Hände, vor Schmerzensgewalt;
Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe, -
Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.

Du [Doppeltgänger]1! du bleicher Geselle!
Was äffst du nach mein Liebesleid,
Das mich gequält auf dieser Stelle,
So manche Nacht, in alter Zeit?

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El doble", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Lau Kanen) , "De dubbelganger", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Nemesis", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Fredric Kroll) , "The double", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Leon Malinofsky) , "The Spirit Double", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , "Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen", appears in Poems Selected from Heinrich Heine, ed. by Kate Freiligrath Kroeker, pages 94-95, first published 1887
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le Sosie", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il sosia", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "그림자", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 198; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 24.

First published as number VI of Drei und dreißig Gedichte von H. Heine in Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben von F. W. Gubitz. Achter Jahrgang. Berlin, 1824. In der Maurerschen Buchhandlung. Freitag den 26. März. 49stes Blatt, page 243.

1 Schubert: "Doppelgänger"

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21. Wie kannst du ruhig schlafen [sung text not yet checked]

Wie kannst du ruhig schlafen,
Und weißt, ich lebe noch?
Der alte Zorn kommt wieder,
Und dann [zerbrech]1 ich mein Joch.

Kennst du das alte Liedchen:
Wie einst ein toter Knab
Um Mitternacht die Geliebte
Zu sich geholt ins Grab?

Glaub mir, du wunderschönes,
Du wunderholdes Kind,
Ich lebe und bin noch stärker
Als alle Toten sind!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Heller: "zerbreche"

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22. Der tote Tänzer [sung text not yet checked]

Die Jungfrau schläft in der Kammer,
der Mond schaut zitternd [hinein]1;
da draußen singt es und klingt es,
wie Walzermelodein.

"Ich will mal schaun aus dem Fenster,
wer drunten stört meine Ruh."
Da steht ein Totengerippe,
und fiedelt und singt dazu:

"Hast einst [mir den Tanz]2 versprochen,
und hast gebrochen dein Wort,
und heut ist Ball auf dem Kirchhof,
komm mit, wir tanzen dort."

Die Jungfrau ergreift es gewaltig,
es lockt sie hervor aus dem Haus;
sie folgt dem Gerippe, das singend
und fiedelnd schreitet voraus.

Es fiedelt und tänzelt und hüpfet,
und klappert mit seinem Gebein,
und nickt und nickt mit dem Schädel
unheimlich im Mondenschein.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schreiter: "herein"
2 Schreiter: "den Tanz mir"

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23. Ihr Bild [sung text not yet checked]

Ich stand in [dunkeln]1 Träumen
Und [starrte]2 ihr Bildniß an,
Und das geliebte Antlitz
Heimlich zu leben begann.
 
Um ihre Lippen zog sich
Ein Lächeln wunderbar,
Und wie von Wehmuthsthränen
Erglänzte [ihr]3 Augenpaar.
 
Auch meine Thränen flossen
Mir von den Wangen herab - 
Und ach, ich [kann es]4 nicht glauben,
Daß ich Dich verloren hab'!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Estava immers en obscures vagueries", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright © 1996
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Hänen kuvansa", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Dans des rêves sombres", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "J'étais plongé en de sombres rêveries", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Immagine di lei", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "그녀 모습", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 201; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 27.

1 sometimes given as "dunklen"
2 Beach, Grieg, Schubert: "starrt'"
3 Hinrichs "das"
4 Grieg, Hinrichs, Schumann: "kann's"

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24. Ich unglücksel'ger Atlas [sung text not yet checked]

Ich unglücksel'ger Atlas! eine Welt,
Die ganze Welt der Schmerzen muß ich tragen,
Ich trage Unerträgliches, und brechen
Will mir das Herz im Leibe.

Du stolzes Herz! du hast es ja gewollt,
Du wolltest glücklich seyn, unendlich glücklich
Oder unendlich elend, stolzes Herz,
Und jetzo bist du elend.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Atlas", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Atlas", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Michael P. Rosewall) , "Atlas", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) [singable] (David Le Marrec) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je suis l'infortuné Atlas! un monde", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Atlante", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • KOR Korean (한국어/조선말) [singable] (곽명규 Myung-Kew Kwack) , "아틀라스", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "Atlas", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Leonardo Gonçalves) , "Eu desafortunado Atlas"
  • SPA Spanish (Español) (Saúl Botero Restrepo) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 202; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 28.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

25. Madam, ich liebe Sie [sung text not yet checked]

Die Jahre kommen und gehen,
Geschlechter steigen ins Grab,
doch nimmer vergeht die Liebe,
die ich im Herzen hab.

Nur einmal noch möcht ich dich sehen,
und sinken vor dir aufs Knie,
und sterbend zu dir sprechen:
Madame, ich liebe Sie!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

26. Mir träumte: traurig schaute der Mond [sung text not yet checked]

Mir träumte: traurig [schaute]1 der Mond,
Und traurig schienen die Sterne;
Es trug mich zur Stadt, wo Liebchen wohnt,
Viel hundert Meilen ferne.

Es hat mich zu ihrem Hause geführt,
Ich küßte die Steine der Treppe,
Die oft ihr kleiner Fuß berührt
Und ihres Kleides Schleppe.

Die Nacht war lang, die Nacht war kalt,
Es waren so kalt die Steine;
Es [lugt']2 aus dem Fenster die blasse Gestalt,
Beleuchtet vom Mondenscheine!

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1 von Erlanger: "schien"
2 von Erlanger: "luch" ?

Researcher for this text: Jeroen Scholten

27. Was will die einsame Träne [sung text not yet checked]

Was will die einsame Träne?
Sie trübt mir ja den Blick.
Sie blieb aus alten Zeiten
In meinem Auge zurück.

Sie hatte viel leuchtende Schwestern,
Die alle zerflossen sind,
Mit meinen Qualen und Freuden
Zerflossen in Nacht und Wind.

Wie Nebel sind auch zerflossen
Die blauen Sternelein,
Die mir [jene]1 Freuden und Qualen
Gelächelt ins Herz hinein.

Ach, meine Liebe selber
Zerfloß wie eitel Hauch!
Du alte, einsame Träne,
Zerfließe jetzunder auch!

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  • CAT Catalan (Català) (Marta Garcia Cadena) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Jos. Van de Vijver) , "Eenzame traan"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wat wil het eenzame traantje?", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "What does this solitary tear mean?", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Que veut cette larme solitaire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Cosa vuole questa lacrima solitaria?", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Cornelius: "die"

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28. Des Pfarrers Familie [sung text not yet checked]

Der bleiche, herbstliche Halbmond
Lugt aus den Wolken heraus;
Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof
Das stille Pfarrerhaus.

Die Mutter liest in der Bibel,
Der Sohn, der starret ins Licht,
Schlaftrunken dehnt sich die ältre,
Die jüngere Tochter spricht:

Ach Gott, wie einem die Tage
Langweilig hier vergehn!
Nur wenn sie einen begraben,
Bekommen wir etwas zu sehn.

Die Mutter spricht zwischen dem Lesen:
Du irrst, es starben nur Vier,
Seit man deinen Vater begraben
Dort an der Kirchhofstür.

Die ältre Tochter gähnet:
Ich will nicht verhungern bei euch,
Ich gehe morgen zum Grafen,
Und der ist verliebt und reich.

Der Sohn bricht aus in Lachen:
Drei Jäger zechen im Stern,
Die machen Gold und lehren
Mir das Geheimnis gern.

Die Mutter wirft ihm die Bibel
Ins magre Gesicht hinein:
So willst du, Gottverfluchter,
Ein Straßenräuber sein!

Sie hören pochen ans Fenster,
Und sehn eine winkende Hand;
Der tote Vater steht draußen
Im schwarzen Predgergewand.

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29. Schlechtes Wetter [sung text not yet checked]

Das ist ein schlechtes Wetter,
Es regnet und stürmt und schneit;
Ich sitze am Fenster und schaue
Hinaus in die Dunkelheit.

Da schimmert ein einsames Lichtchen,
Das wandelt langsam fort;
Ein Mütterchen mit dem Laternchen
Wankt über die Straße dort.

Ich glaube, Mehl und Eier
Und Butter kaufte sie ein;
Sie will einen Kuchen backen
Für's große Töchterlein.

Die liegt zu Hause im Lehnstuhl
Und blinzelt schläfrig ins Licht;
Die goldenen Locken wallen
Über das süße Gesicht.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "It is terrible weather", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Il fait mauvais temps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Brutto tempo", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Juan Henríquez Concepción) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

30. Stille Liebe : du Kleine mit großen Augen [sung text not yet checked]

Man glaubt, daß ich mich gräme,
In bitterm Liebesleid,
Und endlich glaub ich es selber,
So gut wie andre Leut.

Du Kleine mit großen Augen,
Ich hab es dir immer gesagt,
Daß ich dich unsäglich liebe,
Daß Liebe mein Herz zernagt.

Doch nur in einsamer Kammer
Sprach ich auf solche Art,
Und ach! ich hab immer geschwiegen
In deiner Gegenwart.

Da gab es böse Engel,
Die hielten mir zu den Mund;
Und ach! durch böse Engel
Bin ich so elend jetzund.

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31. Deine weißen Lilienfinger [sung text not yet checked]

Deine weißen Lilienfinger,
Könnt ich sie noch einmal küssen,
Und sie drücken an mein Herz,
Und vergehn in stillem Weinen! 

Deine klaren Veilchenaugen
Schweben vor mir Tag und Nacht,
Und mich quält es: was bedeuten
Diese süßen, blauen Rätsel?

Authorship

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32. Hat sie sich denn nie geäußert [sung text not yet checked]

«Hat sie sich denn nie geäußert
Über dein verliebtes Wesen?
Konntest du in ihren Augen
Niemals Gegenliebe lesen?
 
Konntest du in ihren Augen
Niemals bis zur Seele dringen?
Und du bist ja sonst kein Esel,
Teurer Freund, in solchen Dingen.»

Authorship

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33. Sie liebten sich beide, doch keiner [sung text not yet checked]

Sie liebten sich beide, doch keiner
wollt' es dem andern gestehn; 
sie sahen sich an so feindlich,
und wollten vor Liebe vergehn.

Sie trennten sich endlich und [sah'n]1 sich
nur noch zuweilen im Traum;
sie waren längst gestorben
und wußten es selber kaum.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Verliefd waren beiden", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "They once loved each other", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ils s'aimaient tous les deux", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Tous deux s'aimaient, pourtant aucun", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Si amavano entrambi", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 White: "sahen"

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34. Und als ich euch meine Schmerzen geklagt [sung text not yet checked]

Und als ich euch meine Schmerzen geklagt,
Da habt ihr gegähnt und nichts gesagt;
Doch als ich sie zierlich in Verse gebracht,
Da habt ihr mir große Elogen gemacht.

Authorship

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35. Ich rief den Teufel und er kam [sung text not yet checked]

Ich rief den Teufel, und er kam,
Und ich sah ihn mit Verwund'rung an.
Er ist nicht häßlich und ist nicht lahm,
Er ist ein lieber, scharmanter Mann,
Ein Mann in seinen besten Jahren,
Verbindlich und höflich und welterfahren.
Er ist ein gescheuter Diplomat,
Und spricht recht schön über Kirch' und Staat
Blaß ist er etwas, doch ist es kein Wunder,
Sanskrit und Hegel studiert er jetzunder.
Sein Lieblingspoet ist noch immer Fouqué1.
Doch will er nicht mehr mit Kritik sich befassen,
Die hat er jetzt gänzlich überlassen
Der teuren Großmutter Hekate.
Er lobte mein juristisches Streben,
Hat früher sich auch damit abgegeben.
Er sagte, meine Freundschaft sei
Ihm nicht zu teuer, und nickte dabei,
Und frug: ob wir uns früher nicht
Schon einmal gesehn beim span'schen Gesandten?
Und als ich recht besah sein Gesicht,
Fand ich in ihm einen alten Bekannten.

Authorship

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1 Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843), German poet.

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36. Mensch, verspotte nicht den Teufel [sung text not yet checked]

Mensch, verspotte nicht den Teufel,
Kurz ist ja die Lebensbahn,
Und die ewige Verdammnis
Ist kein bloßer Pöbelwahn.
 
Mensch, bezahle deine Schulden,
Lang ist ja die Lebensbahn,
Und du mußt noch manchmal borgen,
Wie du es so oft getan.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Homme, ne te moque pas du diable", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, Berlin, A. Warschauers Verlag, 1827, page 102. Note: it is number 38 in this edition, but 36 in later editions.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

37. Die heil'gen drei Könige [sung text not yet checked]

Die heil'gen drei Kön'ge aus Morgenland,
Sie frugen in jedem Städtchen:
Wo geht der Weg nach Bethlehem,
Ihr lieben Buben und Mädchen?

Die Jungen und Alten, sie [wußten es]1 nicht,
Die Könige zogen weiter;
Sie folgten einem goldenen Stern,
Der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern blieb stehn über Joseph's Haus,
Da sind sie [hineingegangen]2;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
Die heil'gen drei Könige sangen.

Authorship

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  • ENG English (Sarah Hoffman) , "The three holy kings from the eastern land", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Les trois rois mages de l'Orient", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, Berlin, A. Warschauers Verlag, 1827, page 102. Note: it is number 39 in this edition, but 37 in later editions.

1 Strauss: "wußten's"
2 Lange-Müller: "hinein gegangen"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Grant Hicks

38. Kinderzeit [sung text not yet checked]

Mein Kind, wir waren Kinder,
Zwei Kinder, klein und froh;
Wir krochen ins Hühnerhäuschen,
Versteckten uns unter das Stroh.

Wir krähten wie die Hähne,
Und kamen Leute vorbei -
"Kikereküh!" sie glaubten,
Es wäre Hahnengeschrei.

Die Kisten auf unserem Hofe,
Die tapezierten wir aus,
Und wohnten drin beisammen,
Und machten ein vornehmes Haus.

Des Nachbars alte Katze
Kam öfters zum Besuch;
Wir machten ihr Bückling' und Knickse
Und Komplimente genug.

Wir haben nach ihrem Befinden
Besorglich und freundlich gefragt;
Wir haben seitdem dasselbe
Mancher alten Katze gesagt.

Wir saßen auch oft und sprachen
Vernünftig, wie alte Leut',
Und klagten, wie alles besser
Gewesen zu unserer Zeit;

Wie Lieb' und Treu' und Glauben
Verschwunden aus der Welt,
Und wie so teuer der Kaffee,
Und wie so rar das Geld! ---

Vorbei sind die Kinderspiele,
Und alles rollt vorbei -
Das Geld und die Welt und die Zeiten,
Und Glauben und Lieb' und Treu'.

Authorship

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39. Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich [sung text not yet checked]

Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich
gedenke ich der alten Zeit;
die Welt war damals noch so wöhnlich,
und ruhig lebten hin die Leut.

Doch jetzt ist alles wie verschoben,
das ist ein Drängen! eine Not!
Gestorben ist der Herrgott oben,
und unten ist der Teufel tot.

Und alles schaut so grämlich trübe,
so krausverwirrt und morsch und kalt,
und wäre nicht das bißchen Liebe,
so gäb es nirgends einen Halt.

Authorship

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40. Die Rheinfahrt [sung text not yet checked]

Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes bleiches Antlitz
Spielt' das rote Sonnengold.

Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.

Märchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au; -
Und das alles sah ich glänzen
In dem Aug der schönen Frau.

Authorship

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  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Comme l'éclat de la lune qui se glisse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Giovanni Neri) , "Come la luna sbuca con il suo splendore", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

41. Im Traum sah ich die Geliebte [sung text not yet checked]

Im Traum sah ich die Geliebte
Ein banges, bekümmertes Weib,
Verwelkt und abgefallen
Der sonst so blühende Leib. 
 
Ein Kind trug sie auf dem Arme,
Ein andres führt sie an der Hand,
Und sichtbar ist Armut und Trübsal
Am Gang und Blick und Gewand. 
 
Sie schwankte über den Marktplatz,
Und da begegnet sie mir
Und sieht mich an, und ruhig
Und schmerzlich sag ich zu ihr: 
 
Komm mit nach meinem Hause,
Denn du bist blaß und krank;
Ich will durch Fleiß und Arbeit
Dir schaffen Speis' und Trank. 
 
Ich will auch pflegen und warten
Die Kinder, die bei dir sind,
Vor allem aber dich selber,
Du armes, unglückliches Kind. 
 
Ich will dir nie erzählen,
Daß ich dich geliebet hab',
Und wenn du stirbst, so will ich
[Weinen]1 auf deinem Grab.

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1 Loewe: "Nur weinen"

Researcher for this text: John Versmoren

42. Teurer Freund! Was soll es nützen [sung text not yet checked]

«Teurer Freund! Was soll es nützen,
Stets da alte Lied zu leiern?
Willst du ewig brütend sitzen
Auf den alten Liebes-Eiern?

Ach! das ist ein ewig Gattern,
Aus den Schalen kriechen Küchlein,
Und sie piepsen und sie flattern,
Und du sperrst sie in ein Büchlein.»

Authorship

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43. Werdet nur nicht ungeduldig [sung text not yet checked]

Werdet nur nicht ungeduldig,
wenn von alten Leidensklängen
manche noch vernehmlich tönen
in den neuesten Gesängen.

Wartet nur, es wird verhallen
dieses Echo meiner Schmerzen,
und ein neuer Liederfrühling
sprießt aus dem geheilten Herzen.

Authorship

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44. Nun ist es Zeit, daß ich mit Verstand [sung text not yet checked]

Nun ist es Zeit, daß ich mit Verstand
mich aller Torheit entledge;
ich hab so lang als ein Komödiant
mit dir gespielt die Komödie.

Die prächtgen Kulissen, sie waren bemalt
im hochromantischen Stile,
mein Rittermantel hat goldig gestrahlt,
ich fühlte die feinsten Gefühle.

Und nun ich mich gar säuberlich
des tollen Tands entledge,
noch immer elend fühl ich mich,
als spielt ich noch immer Komödie.

Ach Gott! im Scherz und unbewußt
sprach ich was ich gefühlet;
ich hab mit dem Tod in der eignen Brust
den sterbenden Fechter gespielet.

Authorship

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45. Den König Wiswamitra [sung text not yet checked]

Den König Wiswamitra,
den treibts ohne Rast und Ruh,
er will durch Kampf und Büßung
erwerben Wasischtas Kuh.

Oh, König Wiswamitra,
oh, welch ein Ochs bist du,
daß du so viel kämpfest und büßest,
und alles für eine Kuh!

Authorship

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46. Herz, mein Herz, sei nicht beklommen [sung text not yet checked]

Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
und ertrage dein Geschick,
neuer Frühling gibt zurück,
was der Winter dir genommen.

Und wie viel ist dir geblieben,
und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
alles, alles darfst du lieben!

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Heart, my heart, don't be oppressed", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Cuore, cuore mio, non essere angosciato", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

47. An ein junges Mädchen [sung text not yet checked]

Du bist wie eine Blume
[so hold und schön und rein;]1
ich schau' dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt',
[betend]2, daß [Gott dich]3 erhalte
[so rein und schön und hold.]1

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Marta Garcia Cadena) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • CHI Chinese (中文) (Ting Chung Wang) , "你像朵鮮花", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Wijtse Rodenburg) , "Jij bent als een bloem", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Jij bent mij als een bloemkelk", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English (Bertram Kottmann) , "Thou art, as is a flower", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "A Flow'ret thou resemblest"
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "Thou art lovely as a flower", first published 1911
  • ENG English (Emily Ezust) , "You are like a flower", copyright © 2012
  • FIN Finnish (Suomi) (Valter Juva) , "Kuin kukka olet kaino"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Tu sei come un fiore", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Stanisław Budziński) , "Ty jesteś jakoby kwiecie...", first published 1886
  • POL Polish (Polski) (Władysław Bełza) , "Jesteś jak kwiatek wiośniany..."
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "És como uma flor", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Eduardo Borja Illescas) , "Eres como una flor", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Gerardo Garciacano Hinojosa) (Simone von Büren) , "Eres como una flor", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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1 Ander: "So schön, so rein und hold" the first time, and the original line the second time; Chadwick: "so schön, so hold, so rein"; Mayer: "so hold, so schön und rein" the first time and "so rein, so schön und hold" the second time; in many settings by various composers, this line is altered to "so rein, so schön, so hold"
2 Dreyschock: "und beten"
3 Liszt: "dich Gott"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

48. Kind! Es wäre dein Verderben [sung text not yet checked]

Kind! Es wäre dein Verderben,
Und ich geb' mir selber Mühe,
Daß dein liebes Herz [in Liebe]1
Nimmermehr [für mich]2 erglühe.

Nur daß mir's so leicht gelinget,
[Will]3 mich dennoch fast betrüben,
Und ich denke [manchmal dennoch]4:
Möchtest du mich dennoch lieben!

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1 White: "für mich"
2 White: "in Lieb"
3 White: "will's"
4 White: "dennoch manchmal"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

49. Wenn ich auf dem Lager liege [sung text not yet checked]

Wenn ich auf dem Lager liege
In Nacht [und Kissen]1 gehüllt,
So schwebt mir vor ein süßes,
Anmutig liebes Bild!

Wenn mir der stille Schlummer
Geschlossen die Augen kaum,
So schleicht [das Bild sich leise]2
Hinein in meinen Traum

[Doch]3 mit dem Traum des Morgens
Zerrinnt es nimmermehr;
Dann trag' ich es im Herzen
Den ganzen Tag umher.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David K. Smythe) , "When I lie on the bed", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Cuando estoy tumbando en el campo", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Heinrich Heine's Sämmtliche Werke, Erster Band: Reisebilder, Dritte Auflage, Philadelphia: Verlag von John Weik, 1856, pages 29-30.

1 omitted by Mendelssohn
2 Lang: "das liebe Bild"
3 Lang: "Und"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

50. Mädchen mit dem roten Mündchen [sung text not yet checked]

Mädchen mit dem roten Mündchen,
mit den Äuglein süß und klar,
Du mein liebes, kleines Mädchen,
deiner denk' ich immerdar.

Lang ist heut der Winterabend,
und ich möchte bei dir sein,
[bei dir sitzen, mit dir schwatzen]1,
im vertrauten Kämmerlein.

An die Lippen [wollt']2 ich pressen
deine [kleine]3 weiße Hand,
und mit Tränen sie benetzen,
deine [kleine, weiße]4 Hand.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Maiden with the red little mouth", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Fanciulla dalla boccuccia rossa", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Gerardo Garciacano Hinojosa) (Simone von Büren) , "Niña de la boquita roja", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Dresel: "mit dir schwatzen, mit dir kosen"
2 Dresel: "möcht"
3 Dresel: "liebe"
4 Dresel: "weiße, liebe"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

51. Mag da draußen Schnee sich türmen [sung text not yet checked]

Mag da draußen Schnee sich türmen,
Mag es hageln, mag es stürmen,
Klirrend [an mein Fenster]1 schlagen,
Nimmer will ich mich beklagen!
Denn ich trage in der Brust
Liebchens Bild und Frühlingslust.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Song", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (J. Wrey Mould)
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Raff: "mir ans Fenster"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Andrew Schneider [Guest Editor]

52. Andre beten zur Madonne [sung text not yet checked]

Andre beten zur Madonne,
Andre auch zu Paul und Peter;
Ich jedoch, ich will nur beten,
Nur zu dir, du schöne Sonne.

Gib mir Küsse, gib mir Wonne,
Sei mir gütig, sei mir gnädig,
Schönste Sonne unter den Mädchen,
Schönstes Mädchen unter der Sonne!

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

53. Verriet mein blasses Angesicht [sung text not yet checked]

Verriet mein blasses Angesicht
Dir nicht mein Liebeswehe?
Und willst du, daß der stolze Mund
Das Bettelwort gestehe?

O, dieser Mund ist viel zu stolz,
Und kann nur küssen und scherzen;
Er spräche vielleicht ein höhnisches Wort,
Während ich sterbe vor Schmerzen.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

54. Teurer Freund, du bist verliebt [sung text not yet checked]

Teurer Freund, du bist verliebt,
Und dich quälen neue Schmerzen;
Dunkler wird es dir im Kopf,
Heller wird es dir im Herzen.

Teurer Freund, du bist verliebt,
Und du willst es nicht bekennen,
Und ich seh des Herzens Glut
Schon durch deine Weste brennen.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

55. Ist mir schon einmal gescheh'n [sung text not yet checked]

Ich wollte bei dir [weilen]1
Und an deiner Seite ruh'n;
Du mußtest von mir eilen,
Du hattest viel zu tun.

Ich sagte, daß meine Seele
Dir gänzlich ergeben sei;
Du lachtest aus voller Kehle,
Und machtest 'nen Knicks dabei.

Du hast noch mehr gesteigert
Mir meinen Liebesverdruß,
Und hast mir sogar verweigert
Am Ende den Abschiedskuß.

Glaub' nicht, daß ich mich erschieße,
Wie schlimm auch die Sachen stehn!
Das alles, meine Süße,
Ist mir schon einmal geschehn.

Authorship

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1 Vesque von Püttlingen: "bleiben"; further changes may exist not noted.

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

56. Der glückliche Mann [sung text not yet checked]

[Saphire]1 sind die Augen dein,
Die lieblichen, die süßen.
O, dreimal glücklich ist der Mann,
Den sie mit Liebe grüßen.
 
Dein Herz, es ist ein Diamant,
Der edle Lichter sprühet.
O, dreimal glücklich ist der Mann,
Für den es liebend glühet.
 
Rubinen sind die Lippen dein,
Man kann nicht schönre sehen.
O, dreimal glücklich ist der Mann,
Dem Liebe sie gestehen.
 
O, kennt ich nur den glücklichen Mann,
O, daß ich ihn nur fände,
So recht allein im grünen Wald --
Sein Glück hätt' bald ein Ende.

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1 Héritte-Viardot: "Saphiren"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

57. Habe mich mit Liebesreden [sung text not yet checked]

Habe mich mit Liebesreden
Festgelogen an dein Herz,
Und, verstrickt in eigne Fäden,
Wird zum Ernste mir mein Scherz.

Wenn du dich, mit vollem Rechte,
Scherzend nun von mir entfernst,
Nahn sich mir die Höllenmächte,
Und ich schieß mich tot im Ernst.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

58. Der deutsche Professor [sung text not yet checked]

Zu fragmentarisch ist Welt und Leben?
Ich will mich zum deutschen Professor begeben.
Der weiß das Leben zusammenzusetzen,
und er macht ein verständlich System daraus;
mit seinen Nachtmützen und Schlafrockfetzen
stopft er die Lücken des Weltenbaus.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "The German Professor", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Peter Palmer) , "From Die Heimkehr", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

59. Ich hab mir lang den Kopf zerbrochen [sung text not yet checked]

Ich hab mir lang den Kopf zerbrochen,
Mit Denken und Sinnen, Tag und Nacht,
Doch deine liebenswürdigen Augen,
Sie haben mich zum Entschluß gebracht.
Jetzt bleib ich, wo deine Augen leuchten,
In ihrer süßen, klugen Pracht -
Daß ich noch einmal würde lieben,
Ich hätt es nimmermehr gedacht.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

60. Das Schattenbild [sung text not yet checked]

Sie [haben]1 heut' abend Gesellschaft
Und das Haus ist lichterfüllt.
Dort oben am [hohen]2 Fenster
Bewegt sich ein Schattenbild.

Du [siehst]3 mich nicht, im Dunkeln
Steh' ich hier unten allein,
Noch weniger kannst du schauen
In mein dunkles Herz hinein.

Mein dunkles Herze liebt dich,
Es liebt dich und es bricht,
[Es]4 brich und zuckt und verblutet,
[Du aber]5 siehst es nicht.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Tenen convidats aquest vespre", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "They have company tonight", copyright ©
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Hanno ospiti stasera", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Geisler, Thalberg: "hat"
2 Pfitzner: "hellen"
3 Pfitzner: "schaust"
4 Pfitzner: "Und"
5 Pfitzner: "Aber du"

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61. Ich wollt', meine Schmerzen ergössen sich [sung text not yet checked]

Ich wollt, meine [Schmerzen ergössen]1
Sich all in ein [einziges]2 Wort,
Das gäb ich den [lustigen]3 Winden,
Die trügen es lustig fort.

Sie tragen zu dir, Geliebte,
Das [schmerzerfüllte]4 Wort;
Du hörst es zu jeder Stunde,
Du hörst es an jedem Ort.

Und hast du zum nächtlichen Schlummer
Geschlossen die Augen kaum,
So wird [dich mein Wort]5 verfolgen
Bis in den tiefsten Traum.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Ik wou dat mijn smart zich tezamen", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Siân Goldthorpe) (Christian Stein) , "I wish my pain would flow into a single word", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je voudrais que mes peines s'écoulent", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "Lieb' ergösse" (love would flow)
2 Mendelssohn: "einzig"
3 Mendelssohn: "lust'gen" and, in some editions "luft'gen" (airy)
4 Mendelssohn: "lieb-erfüllte" (love-filled)
5 Mendelssohn: "mein Bild dich"

Researcher for this text: Siân Goldthorpe

62. Was willst Du mehr? [sung text not yet checked]

Du hast Diamanten und Perlen,
Hast alles, was Menschenbegehr,
Und hast die schönsten Augen -
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Auf deine schönen Augen
Hab ich ein ganzes Heer
Von ewigen Liedern gedichtet -
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Mit deinen schönen Augen
Hast du mich gequält so sehr,
Und hast mich zu Grunde gerichtet -
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Authorship

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63. Wer zum ersten Male liebt [sung text not yet checked]

Wer zum ersten Male liebt,
Seis auch glücklos, ist ein Gott;
Aber wer zum zweiten Male
Glücklos liebt, der ist ein Narr.

Ich, ein solcher Narr, ich liebe
Wieder ohne Gegenliebe!
Sonne, Mond und Sterne lachen,
Und ich lache mit - und sterbe.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

64. Der brave Mann [sung text not yet checked]

Gaben mir Rat und gute Lehren,
Überschütteten mich mit Ehren,
Sagten, daß ich nur warten sollt,
Haben mich protegieren gewollt.
 
Aber bei all ihrem Protegieren,
Hätte ich können vor Hunger krepieren,
Wär nicht gekommen ein braver Mann,
Wacker nahm er sich meiner an.
 
Braver Mann! Er schafft mir zu essen!
Will es ihm nie und nimmer vergessen!
Schade, daß ich ihn nicht küssen kann!
Denn ich bin selbst dieser brave Mann. 

Authorship

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65. Diesen liebenswürd'gen Jüngling [sung text not yet checked]

Diesen liebenswürd'gen Jüngling
Kann man nicht genug verehren;
Oft traktiert er mich mit Austern,
Und mit Rheinwein und Likören.
 
Zierlich sitzt ihm Rock und Höschen,
Doch noch zierlicher die Binde,
Und so kommt er jeden Morgen,
Fragt, ob ich mich wohl befinde;
 
Spricht von meinem weiten Ruhme,
Meiner Anmut, meinen Witzen;
Eifrig und geschäftig ist er,
Mir zu dienen, mir zu nützen.
 
Und des Abends, in Gesellschaft,
Mit begeistertem Gesichte,
Deklamiert er vor den Damen
Meine göttlichen Gedichte.
 
Oh, wie ist es hoch erfreulich,
Solchen Jüngling noch zu finden,
Jetzt in unsrer Zeit, wo täglich
Mehr und mehr die Bessern schwinden. 

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66. Mir träumt', ich bin der liebe Gott [sung text not yet checked]

Mir träumt', ich bin der liebe Gott,
und sitz im Himmel droben,
und Englein sitzen um mich her,
die meine Verse loben.

Und Kuchen eß ich und Konfekt
für manchen lieben Gulden,
und Kardinal trink ich dabei,
und habe keine Schulden.

Doch Langeweile plagt mich sehr,
ich wollt, ich wär auf Erden,
und wär ich nicht der liebe Gott,
ich könnt des Teufels erden.

Du langer Engel Gabriel,
geh, mach dich auf die Sohlen,
und meinen teuren Freund Eugen
sollst du herauf mir holen.

Such ihn nicht im Kollegium,
such ihn beim Glas Tokayer;
such ihn nicht in der Hedwigskirch,
such ihn bei Mamsell Meyer.

Da breitet aus sein Flügelpaar
und fliegt herab der Engel,
und packt ihn auf, und bringt herauf
den Freund, den lieben Bengel.

Ja, Jung, ich bin der liebe Gott,
und ich regier die Erde!
Ich habs ja immer dir gesagt,
daß ich was Rechts noch werde.

Und Wunder tu ich alle Tag,
die sollen dich entzücken,
und dir zum Spaße will ich heut
die Stadt Berlin beglücken.

Die Pflastersteine auf der Straß,
die sollen jetzt sich spalten,
und eine Auster, frisch und klar,
soll jeder Stein enthalten.

Ein Regen von Zitronensaft
soll tauig sie begießen,
und in den Straßengössen soll
der beste Rheinwein fließen.

Wie freuen die Berliner sich,
sie gehen schon ans Fressen;
die Herren von dem Landgericht,
die saufen aus den Gössen.

Wie freuen die Poeten sich
bei solchem Götterfraße!
Die Leutnants und die Fähnderichs,
die lecken ab die Straße.

Die Leutnants und die Fähnderichs,
das sind die klügsten Leute,
sie denken: alle Tag geschieht
kein Wunder so wie heute.

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67. Ich hab euch im besten Juli verlassen [sung text not yet checked]

Ich hab euch im besten Juli verlassen,
Und find euch wieder im Januar;
Ihr saßet damals so recht in der Hitze,
Jetzt seid ihr gekühlt und kalt sogar.
 
Bald scheid ich nochmals, und komm ich einst wieder,
Dann seid ihr weder warm noch kalt,
Und über eure Gräber schreit ich,
Und das eigne Herz ist arm und alt.

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68. Von schönen Lippen fortgedrängt, getrieben [sung text not yet checked]

Von schönen Lippen fortgedrängt, getrieben
Aus schönen Armen, die uns fest umschlossen!
Ich wäre gern noch einen Tag geblieben,
Da kam der Schwager schon mit seinen Rossen.

Das ist das Leben, Kind, ein ewig Jammern,
Ein ewig Abschiednehmen, ew'ges Trennen!
Konnt' denn dein Herz das mein'ge nicht umklammern?
Hat selbst dein Auge mich nicht halten können?

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69. Wir fuhren allein im dunkeln [sung text not yet checked]

Wir fuhren allein im dunkeln
Postwagen die ganze Nacht;
Wir ruhten einander am Herzen,
Wir haben gescherzt und gelacht.

Doch als es morgens tagte,
Mein Kind, wie staunten wir!
Denn zwischen uns saß Amor,
Der blinde Passagier.

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70. Das weiß Gott, wo sich die tolle Dirne [sung text not yet checked]

Das weiß Gott, wo sich die tolle
Dirne einquartieret hat;
Fluchend, in dem Regenwetter,
Lauf ich durch die ganze Stadt.

Bin ich doch von einem Gasthof
Nach dem andern hingerannt,
Und an jeden groben Kellner
Hab ich mich umsonst gewandt.

Da erblick ich sie am Fenster,
Und sie winkt und kichert hell.
Könnt ich wissen, du bewohntest,
Mädchen, solches Prachthotel!

Authorship

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71. Die zwölfte Stunde [sung text not yet checked]

Wie dunkle Träume stehen
Die Häuser in langer Reih;
Tief eingehüllt im Mantel,
Schreite ich schweigend vorbei.

Der Turm der Kathedrale
Verkündet die zwölfte Stund;
Mit ihren Reizen und Küssen
Erwartet mich Liebchen jetzund.

Der Mond ist mein Begleiter,
Er leuchtet mir freundlich vor;
Da bin ich an ihrem Hause,
Und freudig ruf ich empor:

Ich danke dir, alter Vertrauter,
Daß du meinen Weg erhellt;
Jetzt will ich dich entlassen,
Jetzt leuchte der übrigen Welt!

Und findest du einen Verliebten,
Der einsam klagt sein Leid,
So tröst ihn, wie du mich selber
Getröstet in alter Zeit.

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72. Und bist du erst mein ehlich Weib [sung text checked 1 time]

Und bist du erst mein ehlich Weib,
Dann bist du zu beneiden,
Dann lebst du in lauter Zeitvertreib,
In lauter Pläsier und Freuden.

Und wenn du schiltst und wenn du tobst,
Ich werd es geduldig leiden;
Doch wenn du meine Verse nicht lobst,
Laß ich mich von dir scheiden.

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73. Militär-Einquartierung, vorher [sung text not yet checked]

An deine schneeweiße Schulter
Hab ich mein Haupt gelehnt,
Und heimlich kann ich behorchen,
Wonach dein Herz sich sehnt.

[Es]1 blasen die blauen Husaren,
Und reiten zum Tor herein,
Und morgen will mich verlassen
Die Herzallerliebste mein.

Und willst du mich morgen verlassen,
So bist du doch heute noch mein,
Und in deinen schönen Armen
Will [ich doppelt selig]1 sein.

Authorship

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1 Glazunov: "(Horch!) Es"
2 Glazunov: "doppelt selig ich"

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74. Militär-Einquartierung, nachher (Es gingen die blauen Husaren) [sung text not yet checked]

Es blasen die blauen Husaren
und reiten zum Tor hinaus;
da komm' ich, Geliebte, und bringe
dir einen Rosenstrauß.

Das war eine wilde Wirtschaft!
Kriegsvolk und Landesplag'!
Sogar in deinem Herzen
viel Einquartierung lag.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Els blaus hússars toquen la trompeta", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Suonano la tromba gli ussari blu", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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75. Ma foi! [sung text not yet checked]

Habe auch, in jungen Jahren,
Manches bittre Leid erfahren
Von der Liebe Glut.
Doch das Holz ist gar zu teuer,
Und erlöschen will das Feuer,
Ma foi! und das ist gut.

Das bedenke, junge Schöne,
Schicke fort die dumme Träne,
Und den dummen Liebesharm.
Ist das Leben dir geblieben,
So vergiß das alte Lieben,
Ma foi! in meinem Arm.

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76. Bist du wirklich mir so feindlich [sung text not yet checked]

Bist du [wirklich]1 mir so feindlich,
Bist du wirklich ganz verwandelt?
Aller Welt will ich es klagen,
Daß du mich so schlecht behandelt.

O ihr undankbaren Lippen,
Sagt, wie könnt ihr Böses sagen
Von dem Manne, der so liebend
Euch geküßt, in schönen Tagen.

Authorship

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1 Dmitrieff: "immer"; further changes may exist not noted.

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77. Ach, die Augen sind es wieder [sung text not yet checked]

Ach, die Augen sind es wieder, 
Die mich einst so [lieblich]1 grüßten,
Und es sind die Lippen wieder,
Die [das Leben mir]2 versüßten.

Auch die Stimme ist es wieder,
Die ich einst so gern gehöret!
Nur ich selber bin's nicht wieder,
Bin verändert heimgekehret.

Von den weißen, schönen Armen
Fest und liebevoll umschlossen,
Lieg ich jetzt an ihrem Herzen,
Dumpfen Sinnes und verdroßen.

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1 Hensel: "freundlich"
2 Hensel: "mir's Leben einst"

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78. Selten habt ihr mich verstanden [sung text not yet checked]

Selten habt ihr mich verstanden,
Selten auch verstand ich euch,
Nur wenn wir im Kot uns fanden,
So verstanden wir uns gleich.

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79. Doch die Bewußten klagten [sung text not yet checked]

Doch die [Kastraten]1 klagten,
Als ich meine Stimm erhob;
Sie klagten und sie sagten:
Ich sänge viel zu grob.

Und lieblich erhoben sie alle
Die kleinen Stimmelein,
Die Trillerchen, wie Kristalle,
Sie klangen so fein und rein.

Sie sangen von Liebessehnen,
Von Liebe und Liebeserguß;
Die Damen schwammen in Tränen
Bei solchem Kunstgenuß.

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1 Vesque: "Bewußten; further changes may exist not noted."

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80. Auf den Wällen Salamankas [sung text not yet checked]

Auf den Wällen Salamankas
sind die Lüfte lind und labend;
dort, mit meiner holden Donna,
wandle ich am Sommerabend.

Um den schlanken Leib der Schönen
hab ich meinen Arm gebogen,
und mit selgem Finger fühl ich
ihres Busens stolzes Wogen.

Doch ein ängstliches Geflüster
zieht sich durch die Lindenbäume,
und der dunkle Mühlbach unten
murmelt böse, bange Träume.

"Ach, Señora, Ahnung sagt mir:
Einst wird man mich relegieren,
und auf Salamankas Wällen
gehn wir nimmermehr spazieren."

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81. Don Henriquez [sung text checked 1 time]

Neben mir wohnt Don Henriquez,
Den man auch den Schönen nennet;
Nachbarlich sind unsre Zimmer
Nur von dünner Wand getrennet.

Salamankas Damen glühen,
Wenn er durch die Straßen schreitet,
Sporenklirrend, schnurrbartkräuselnd,
Und von Hunden stets begleitet.

Doch in stiller Abendstunde
Sitzt er ganz allein daheime,
In den Händen die Gitarre,
In der Seele süße Träume.

In die Saiten greift er bebend
Und beginnt zu phantasieren, -
Ach! wie Katzenjammer quält mich
Sein Geschnarr und Quinquilieren.

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Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

82. Kaum sahen wir uns, und an Augen und Stimme [sung text not yet checked]

Kaum sahen wir uns, und an Augen und Stimme
Merkt' ich, daß du mir gewogen bist;
Und stand nicht dabei die Mutter, die schlimme,
Ich glaube, wir hätten uns gleich geküßt.

Und morgen verlasse ich wieder das Städtchen,
Und eile fort im alten Lauf;
Dann lauert am Fenster mein blondes Mädchen,
Und freundliche Grüße werf' ich hinauf.

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83. Über die Berge steigt schon die Sonne [sung text not yet checked]

Über die Berge steigt schon die Sonne,
Die Lämmerheerde läutet von fern:
Mein Liebchen, mein Lamm, meine Sonne und Wonne,
Noch einmal säh' ich dich gar zu gern!

Ich schaue hinauf mit spähender Miene,
"Leb' wohl, mein Kind, ich wandre von hier!"
Vergebens! es regt sich keine Gardine;
Sie liegt noch und schläft und träumt von mir.

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84. Zu Halle auf dem Markt [sung text not yet checked]

Zu Halle auf dem Markt,
Da stehn zwei große Löwen.
Ei, du hallischer Löwentrotz,
Wie hat man dich gezähmet!

Zu Halle auf dem Markt,
Da steht ein großer Riese.
Er hat ein Schwert und regt sich nicht,
Er ist vor Schreck versteinert.

Zu Halle auf dem Markt,
Da steht eine große Kirche.
Die Burschenschaft und die Landsmannschaft,
Die haben dort Platz zum Beten.

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85. Dämmernd liegt der Sommerabend [sung text not yet checked]

Dämmernd liegt der Sommerabend
Über Wald und grünen Wiesen;
Goldner Mond, [am]1 blauen Himmel,
Strahlt herunter, duftig labend.

An dem Bache zirpt die Grille,
Und es regt sich in dem Wasser,
Und der Wandrer hört ein Plätschern,
Und ein Athmen in der Stille.

Dorten, an dem Bach alleine,
Badet sich die schöne Elfe;
Arm und Nacken, weiß und lieblich,
Schimmern in dem Mondenscheine.

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1 Brahms, Elling: "im"

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86. Mondnacht [sung text not yet checked]

Nacht liegt auf den fremden Wegen,
Krankes Herz und müde Glieder; -
Ach, da fließt, wie stiller Segen,
Süßer Mond, dein Licht hernieder;

Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt'ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Und die Augen übertauen.

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Note: first included in Rheinische Flora, no. 12

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87. Der Tod, das ist die kühle Nacht [sung text not yet checked]

Der Tod, das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Es dunkelt schon, mich schläfert,
Der Tag hat mich müd gemacht.

Über mein Bett erhebt sich ein Baum,
Drin singt die junge Nachtigall;
Sie singt von lauter Liebe -
Ich hör es sogar im Traum.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Death is the cool night", copyright © 2019
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Daniel Platt) , "O Death, that is the cooling night", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Milla Valkeasuo) , "Kuolema on kylmä yö", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) (Ελενη Θεοδωριδου) , "Ο θάνατος είναι η κρύα νύχτα", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Max Mader) , "המוות דומה ללילה הקריר", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La morte è una notte fresca", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Sergio Sarano) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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88. Sag, wo ist dein schönes Liebchen [sung text not yet checked]

«Sag, wo ist dein schönes Liebchen,
Das du einst so schön besungen,
Als die zaubermächtgen Flammen
Wunderbar dein Herz durchdrungen?»

Jene Flammen sind erloschen,
Und mein Herz ist kalt und trübe,
Und dies Büchlein ist die Urne
Mit der Asche meiner Liebe.

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